Nach meinem 18. Geburtstag konnte ich einfach nicht anders und musste mir den Nintendo DS Lite gönnen, den ich schon so lange haben wollte. Nachdem ich schon Animal Crossing (leider), New Super Mario Bros. und Harry Potter getestet habe, musste ein neues Spiel her. :)
Allgemeines zum Nintendo DS Lite
Das Gerät ist vielen sicherlich schon vom Namen her bekannt, nehme ich an. Aber nicht jeder weiß, worum es sich genau handelt. Hier also nochmal in Kürze die wichtigsten Fakten. Der Nintendo DS ist eine Handheld-Konsole mit zwei Bildschirmen ("Dual Screen"). Das obere Display dient zur "bloßen" Wiedergabe des Spiels, der untere Bildschirm ist ein Touch-Screen und kann mit einem Stylus bzw. Touchpen bedient werden. Manche Spiele erfordern das, bei anderen ist es wiederum nur ein Zusatz oder sogar gar nicht nötig. Der DS Lite ermöglicht eine 3D-Rendergrafik, was ebenfalls eine Neuheit im Vergleich zum Game Boy und anderen Vorgängern ist. Weitere Besonderheiten sind ein Mikrofon (in manchen Spielen zum Beispiel zum Pusten benötigt usw.), der Mehrspieler-Modus, die Wi-Fi Connection, DS-Download-Spiel sowie der Chat mit Freunden.
Näheres erfahrt ihr im DS Lite Bericht, den ich bereits veröffentlicht habe.
Kaufanlass
Einige Zeit schlich ich um das Spiel "Professor Layton - das geheimnisvolle Dorf" für den Nintendo DS herum, weil ich meine buecher.de-Gutscheine einlösen wollte. Leider war dieses Spiel so gut wie nie vorrätig, sodass ich die Warterei satt hatte und mich für Anno 1701 entschied.
Bei Amazon machte ich mich schlau über die Story und sah mir viele Bewertungen an. Schnell wusste ich, DAS ist der Ersatz für Layton. Ob das die richtige Entscheidung war, werdet ihr im folgenden Bericht erfahren.
Bezugsquelle und Preis
Gekauft habe ich das Spiel für 39,99€ bei buecher.de. Ein sehr teurer Spaß, wenn ich ehrlich bin. Aber da ich aufgrund vieler Webmeilen genug Gutscheine gesammelt hatte, hielt ich mich nicht mehr zurück.
Eigentlich kosten fast alle DS-Spiele so viel, insofern handelt es sich um einen normalen Spielpreis. Günstiger sind hingegen gebrauchte Spiele wie beispielsweise bei eBay. Da kann man Anno 1701 auch mal für 25,00€ erwerben, wenn man Glück hat.
Zum Preis: 4 von 5 Sternen, denn ganz billig ist es nicht.
Story
Einen Trailer zum Spiel gibt es auf YouTube.com zu bestaunen:
http://www.youtube.com/watch?v=ejWa1NJQMrw
Außerdem befindet sich dieser Trailer auch auf der Amazon-Seite des Spiels.
Im Spiel geht es darum, eine Siedlung aufzubauen, neue Inseln zu entdecken und dabei seine eigenen Gebiete zu beschützen und sein Territorium zu vergrößern. Wichtig ist dabei, dass das Volk zufrieden ist, damit die Steuereinnahmen und demnach die Wirtschaft stimmen. Nebenbei ist es wichtig, eine starke Armee aufzubauen, um vor Piratenangriffen und Feinden geschützt zu sein.
Grob gesehen ist dieses Spiel also eine Wirtschaftssimulation und man darf Big Boss spielen. ;-)
Zur Story: 5 von 5 Sternen, denn für mich sind solche Spiele einfach immer wieder toll.
Eckdaten zum Spiel
Hinweis: Diese Eckdaten sind selbst zusammengesucht / verfasst. Bitte also selbst suchen und tippen statt zu kopieren.
Plattform: Nintendo DS
Medium: Videospiel
Altersbeschränkung nach JuSchG: keine (PEGI empfiehlt 7+ [www.pegi.info])
Größe des Moduls: 20 mm x 120 mm x 135 mm
ASIN: B000P5FZ00
Erscheinungsdatum: 8. Juni 2007
Hülle enthält: Spielmodul, Sicherheitshinweise sowie Spielanleitung (nur deutsch)
Preis: ab 35,00€ aufwärts
Steuerung
Das Fantastische an diesem Spiel ist schon mal, dass prinzipiell alles mit Hilfe des Touchpens gesteuert wird. Die "normalen" Tasten wie X, Y oder A werden also nicht benötigt. Mit dem Stylus verschiebt man die Karte, wählt die Menüs, Befehle und Gebäude aus und markiert man die Flächen.
Um Pause zu drücken, wird der alt bewährte Start-Knopf benutzt, aber dann kommt schon wieder der Stylus zum Einsatz, um zu speichern oder zurück zum Spiel zu gelangen.
Insgesamt ist die Steuerung sehr angenehm und ich hatte sie sehr schnell inne. Wer den DS nicht erst seit gestern hat, wird schnell zurechtkommen.
Zur Steuerung: 5 von 5 Sternen, da super :-)
Grafik
Die Grafik ist sehr detailgetreu und liebevoll gestaltet. Die Menschen sehen natürlich aus, die Farben sind klar und sauber. Es ist nichts verpixelt oder eckig. Die Grafik ist ein ungeheurer Pluspunkt und gibt dem Spiel mehr Pfiff.
Das gesamte Design des Spiels sieht sehr nach Siedlerzeit aus: holzfarbene Menüs, stattlich gekleidete Männer und Frauen, naturgetreue Gesichtsausdrücke der Aristokraten, Siedler und Kaufleute.
Alles in allem einfach sehr schick - die Grafik schafft eine tolle Atmosphäre und steigert den Spielspaß sehr.
Zur Grafik: 5 von 5 Sternen, da einfach klasse
Sound
Die Spielmusik ist entspannt und atmosphärisch. Sie passt perfekt zur Grafik und zum Spielgeschehen. Baut man die Siedlung auf oder lässt das Spiel mehr oder minder einfach nur laufen, ist die Musik sehr entspannt.
Wird man angegriffen, ertönt eine etwas andere Musik. Schnell und gefährlich, sobald die Piraten angreifen oder ein Feuer in der Stadt wütet. ;-)
Die Musik macht also auch richtig was her und nervt auch nicht, wie es bei manch anderen Spielen der Fall ist.
Zum Sound: 5 von 5 Sternen für eine Musik, die Atmosphäre schafft
Bildschirmaufteilung
Wie oben beschrieben, gibt es beim Nintendo DS und DS Lite zwei Bildschirme, wobei der obere ein normales Display, der untere ein Touchscreen ist. Bei Anno 1701 funktioniert das obere Display als Übersicht für
Berater
Vorhandensein der Rohstoffe in Tonnen (Holz, Stein, Eisen)
Bevölkerungszahl
Finanzen (Bilanz, Produktionskosten, Haben).
Auf dem unteren Display ist alles zu sehen, das bedient werden kann, d.h.
die Karte einschließlich Weltkarte (durch Menü aufzurufen)
Gebäude-Menü
Lupe für Ansicht / Größenänderung
Finanzverwaltung (Steuern, Handel, Bilanz)
während der Kampagne: Aufgabenstellungen.
Zur Aufteilung: 5 von 5 Sternen
Minispiele
Minispiele, wie sie von vielen anderen DS-Spielen bekannt sind, gibt es nicht, das macht aber nichts, denn dafür bietet Anno 1701 einige andere Dinge mehr:
=Spielmodi
Es gibt drei verschiedene Spielmodi:
Kampagne
Endlosspiel
Mehrspielermodus
Kampagne: Der Spieler löst verschiedene Aufgaben, das heißt, man baut sich wie üblich eine Siedlung auf, hat aber bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Dazu gehören "Grundaufgaben", d.h. dass man beispielsweise eine Siedlung mit mindestens 500 Aristokraten und 350 Soldaten aufbauen muss und eine Insel mit Juwelenvorkommen vereinnahmen muss. Diese werden im Laufe der Zeit immer schwieriger, aber sind zumeist machbar.
Es gibt drei Schwierigkeitsstufen - leicht, mittel und schwer. Ich spiele immer "leicht", weil ich ungerne verliere, aber ich musste dennoch schon einige Niederlagen einstecken. Ganz einfach ist das Spiel also nie. ;-)
Momentan hänge ich seit einigen Tagen an einer Mission fest, die ich einfach nicht gebacken kriege, denn es kommen sehr viele Dinge auf einmal, die zu beachten sind und nebenbei werde ich im Fünf-Minuten-Takt angegriffen, soll eine Militärbasis zerstören und gleichermaßen mein Volk glücklich halten und für genügend Baumaterialien, Nahrung und sonstigen Schnickschnack sorgen. Das Spiel heizt also schon manchmal sehr ein.
Bewertung: 4 von 5 Sternen, denn manche Missionen sind mir fast schon zu schwer und zeitraubend
Endlosspiel: Das Endlosspiel ist, wie der Name schon sagt, ein nicht endendes Spiel, bei dem man den Verlauf mehr oder minder selbst bestimmt. Im Voraus bestimmt man "Mitspieler", die den Verlauf des eigenen Spiels maßgeblich beeinflussen. Man kann allerdings auch komplett alleine alle Inseln für sich gewinnen, d.h. man wählt einfach gar keinen Gegenspieler aus. Allerdings sind auch mehrere Mitspieler möglich. Dabei gibt es dann kampflustige Gegner, anständige Handelspartner und einfach defensive Spieler, die mit ihrer eigenen Siedlung beschäftigt sind und deren Gunst man für sich gewinnen kann.
Insofern ist man selbst dafür verantwortlich, ob man ein vom Kampf geprägtes Spiel oder ein wirtschaftlich anspruchsvolles Spiel führt. Leider gibt es nur einen Speicherstand, sodass man sich für eine Spielvariante entscheiden muss. Das finde ich etwas schade, denn zwei Speicherstände wären mir lieber gewesen. Dann könnte mein Freund hin und wieder auch mal Anno 1701 spielen und müsste mir nicht in mein eigenes Spielleben hineinfuchteln. ;-)
Bewertung: 4 von 5 Sternen, da auf Dauer nicht der Knaller, weil es nur einen Speicherstand gibt
Mehrspielermodus: Den Mehrspielermodus habe ich bis jetzt noch nicht getestet und ich werde wohl auch nicht dazu kommen, da ich niemanden außer mir kenne, der Anno 1701 auf dem DS spielt und zudem nicht weit weg wohnt. ;-)
Aber dieser Modus läuft ähnlich wie die anderen ab, denke ich. Siedlung bauen, und Angriffe der Gegenspieler abwehren bzw. auch offensiv angreifen. Nebenbei muss die Wirtschaft aufrechterhalten werden, indem das Volk versorgt wird und alle Rohstoffe genügend vorhanden sind. Könnte spaßig sein. ;-)
Bewertung: nicht möglich
Der Siedlungsaufbau / die Spielführung
Zu Anfang des Spiels gibt es meistens nur die üblichen Grundgebäude, die zum Aufbau einer schlichten Siedlung nötig sind. Erst später folgt der Aufstieg des Volkes, aber mehr dazu später ( Bevölkerungsstufen).
Zu diesen Grundgebäuden zählen zum Beispiel Häuser, Materialgebäude wie ein Holzfällerlager oder ein Steinmetz, Schafzucht, Kapellen, Straßen (selbstverständlich) sowie der Marktplatz u. a.
Es gibt folgende Gebäudearten bzw. Kategorien:
Häuserbau (einfache Häuser, die den Siedlern zum Wohnen dienen)
Abriss (um beispielsweise Straßen abzureißen)
Materialgebäude (Produktion von Baumaterialien wie Holz und Stein)
Nahrungsgebäude (Produktion von Nahrungsmitteln wie Fisch und Getreide)
Produktionsgebäude (Produktion von Bedarfsgütern wie Stoff, Gewürz- oder Zuckerplantagen, Juewelenminen usw.)
Öffentliche Gebäude (Schule, Marktplatz, Kirche usw. tragen wesentlich zum Status der Bürger bei)
Schutzgebäude (beispielsweise Feuerwehr und Arzt)
Militärgebäude (Werft, Akademie u. a.)
Prunkgebäude (Steigerung der Zufriedenheit des Volkes, vor allem der Aristokraten)
Straßen (nötig, um Verbindung zwischen Versorgung und Produktion, sprich Marktplatz und Produktionsstätte herstellen und beibehalten zu können)
Hat man also einige Häuser gebaut, ist es nötig, dem Volk mehr als nur Nahrung, eine Kapelle und Stoffe zu bieten. Nach und nach fordern die Bürger mehr und umso höher ihr Status ist, desto mehr Waren und Grundgebäude wünschen sie. Und daraus schlussfolgert der clevere Baumeister, dass die Zufriedenheit der Bürger notwendig ist, um die Steuern stetig erhöhen und auch beibehalten zu können.
Vor allem die höheren Stände flippen schnell aus, werden wütend und zahlen nicht mehr. Also immer brav Pralinen und Schmuck produzieren oder gar importieren, aber immer der Reihe nach.
Wichtig ist es, dass die Gebäude immer der Anzahl der Häuser angepasst werden. Ich kann keine 5 Gasthäuser bauen, wenn ich nur 5 Wohnhäuser zu versorgen habe. Denn die Produktionskosten müssen auch bezahlt werden. Jedes Grundgebäude umfasst einen bestimmten Radius und alle Häuser inmitten von jenem werden versorgt und haben die Möglichkeit aufzusteigen. So können also ein Gasthaus und eine Schule schon für 12 Häuser reichen, wenn man geschickt baut.
Aber welche Bevölkerungsstufen gibt es eigentlich?
Es gibt:
Pioniere
Siedler
Bürger
Kaufleute
149; Aristokraten
Und eben diese erfordern bestimmte Grundgebäude und wollen versorgt werden. Pioniere brauchen im Grunde gar nichts, aber ohne Nahrung sind auch sie nicht zahlungswillig.
Die Siedler wollen Stoffe, Nahrung und eine Kapelle. Die Bürger genau das Gleiche, aber dazu noch eine Schule und eine Gaststätte. Kaufleute verlangen statt einer Kapelle eine Kirche, ansonsten ebenso das Gleiche. Sie wollen gesichert werden durch Ärzte, Feuerwehrmänner und eine Polizeiwache. Weiterhin wünschen sie sich Badehäuser, Theater, Universitäten usw., um zu Aristokraten zu werden. Dazu gehören dann noch Pralinen und Schmuck.
Die Schwierigkeit besteht darin, dass nicht alle Inseln komplett fruchtbar sind. So bietet die eine Insel beispielsweise volle Fruchtbarkeit für Zucker und Tee, die andere aber nur volle Fruchtbarkeit für Gewürze und Baumwolle. So muss der Spieler mehrere Inseln gleichzeitig führen und sichern. Ansonsten bleibt nur die Möglichkeit des Imports, was allerdings sehr kostspielig und daher nicht empfehlenswert ist.
Natürlich und leider gehören auch Angriffe zum Spiel dazu. In den Missionen der Kampagne wird man von Piraten angegriffen oder muss selbst die Waffen schwingen, um neues Land zu gewinnen und die Aufgaben zu erfüllen. Militärgebäude sind:
Werft (um Kriegs- und Entdeckerschiffe zu bauen)
Kaserne (um Soldaten auszubilden)
Akademie (um Schiffe und Soldaten zu verbessern)
Vorposten (bietet Platz für 50 Soldaten und hat eine große Reichweite)
Weiterhin bieten Marktplätze und Kontor Unterschlupf für Soldaten, um diese im Falle eines Kampfes einzusetzen. Auch die Akademie, Werft und Kaserne beherbergen einsatzfähige Soldaten.
Insgesamt kann man fast alle Gebäude aufstocken, das heißt vergrößern und deren Produktivität steigern. Dadurch erhöhen sich natürlich die Produktionskosten um einiges, insofern sollte man diesen Schritt vorerst nur bei wirklich wichtigen und wenig ergiebigen Gebäuden wie Schafzucht, Fischerei oder Holzfällerlager wagen. Wenn die Bilanz stimmt und die Bevölkerung mindestens die Bürgerstufe erreicht hat, kann sich der Spieler an die Erweiterung der Militär- und Warengebäude heranpirschen. Vorsicht ist bei den Vorposten geboten, denn diese sind zwar nicht aufzustocken, kosten aber an sich enorm viel. Insofern nur im Ernstfall bauen. ;-)
Alles in allem bietet der Spielverlauf ein hohes Maß an Spaß und wird nie wirklich langweilig.
Bewertung: 5 von 5 Sternen
Fazit
Zusammengerechnet ergibt das Ganze eine Bewertung von ~4,67 Sternen, insgesamt also 5 Sterne für dieses tolle Spiel.
Der Spielspaß ist lang anhaltend, Grafik und Sound sind sehr gut gelungen und die verschiedenen Spielmodi bieten viele Möglichkeiten.
Einzig negativ sind der Preis, teilweise etwas schwere Missionen und der Punkt, dass nur ein Speicherstand möglich ist, sodass sich leider nur eine Person an dem Spiel erfreuen kann.
05.01.2009 20:58
Sehr ausführlicher und informativer Bericht, den ich zu schätzen weiß. LG
05.01.2009 13:06
Definitiv ein sehr guter und toller Bericht!
05.01.2009 01:29
Das sollten wir doch unserer DS mal gönnen, liest sich sehr interessant ... LG Andreas