Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
lädt fast alle Lihium - Ionen - Akkus |
| Kontra: |
verdeckte LEDs bei größeren Akkus, Verarbeitung |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Wer Digitalkameras sein Eigen nennt, benötigt Strom, der gewöhnlicherweise in Akkus gespeichert wird. Viele Kameras verwenden keine Rundzellen (also Akkus der Baugröße AA), sondern Akkus mit besonderen Bauformen. Meist wird zwar ein Ladegerät mitgeliefert, wer ein Ersatzakku hat, muß nacheinander laden oder sich ein besonderes Ladegerät zulegen. Ein Akkulader, der fast alle handelsüblichen Lithium-Ionen-Akkus verschiedener Kamerahersteller lädt und überdies noch Rundzellen (Nickel-Cadmium oder Metallhydrid), ist der
Ansmann Digicharger Plus
===================
Mit diesem Gerät kann man tatsächlich fast alle Lithium-Ionen-Akkus namhafter Hersteller aufladen, z. B. Akkutypen wie Canons BP511 oder NB3L u. a., Fujis NP30, NP40 u. a., Olympus Oly BCN1 u. a., Minoltas NP200 oder NP 400 und und und
Wie funktioniert es ?
===============
Die verschiedenen Akkutypen finden entweder direkt auf dem Ladegerät oder mittels einer mitgelieferten Adapterplatte Kontakt zum Aufladen. Für die Rundzellen in AA-und AAA-Größe (also Mignon und Micro) wird ebenfalls eine Adapterplatte mitgeliefert. Die Umschaltung auf den entsprechenden Akku funktioniert automatisch.
Weiteres Zubehör
=============
Mit im Lieferumfang befinden sich natürlich auch ein Netzteil und ein KFZ-Adapter für den Zigarettenanzünder.
Design und Funktion
===============
Das Gerät ist nicht allzu groß, es macht auch keinen so sehr hochwertigen Eindruck. Vorn befinden sich 4 LEDs, die den Ladestatus und Akkutyp anzeigen sowie eine Entriegelungstaste, die mit einer blauen LED unterlegt ist und leuchtet, sobald das Gerät am Netz ist.
Auf der Adapterplatte (die nicht grundsätzlich notwendig ist) und auf dem Grundgerät befinden sich Aufkleber, auf denen die verwendbaren Akkutypen aufgedruckt sind, siehe auch Bild 1 (ohne Adapterplatte).
Das Aufladen
==========
Die verschiedenen Akkutypen werden automatisch erkannt, man muß nur ggf. die Adapterplatte ansetzen, damit der Akku paßt. LEDs an der Frontseite signalisieren den Ladezustand und den Akkutyp, außerdem gibt es noch akustische Signale. Ein längerer Signalton zeigt den Beginn des Ladens an (damit auch, daß das Akku nicht defekt ist), drei kurze Töne signalisieren das Ende des Aufladens. Anschließend sollte man die Akkus (gerade Lihium-Ionen-Akkus) lt. Anleitung noch 30 Minuten im Gerät belassen, damit sie dann die größtmögliche Kapazität aufweisen, schließlich muß die Nachladephase (sg. (Top-Off-Phase") noch abgeschlossen werden.
Die Signaltöne sind auch nötig, denn leider sind die LEDs nicht immer zu sehen, nämlich dann, wenn die Adapterplatte für einige Lithium-Ionen-Akkus aufgesetzt ist und der Akkutyp die Längsmaße des Gerätes überschreitet. Mit einem Federmechanismus wird bei größeren Akkus (z. B. Konica Minolta NP-400) die Vorderseite der Adapterplatte herausgezogen und damit die Länge vergrößert. Leider verdeckt dann der Korpus der Adapterplatte die LEDs des Grundgerätes. Dabei hätten ein paar Löcher an der richtigen Stelle oder besser transparentes Plastik das Problem einfach beseitigt. Bild 2 zeigt das Gerät mit aufgesetzter Adapterplatte, Bild 3 zeigt das Problem auf, es befindet sich der NP-400 im Gerät eingesetzt.
Das Aufladen von Mignon- und Microzellen (also "AA" oder "AAA") stellt ebenfalls kein Problem dar, allerdings ist das Ladegerät mit einem Ladestrom von 800 mA kein Schnelllader. Rundzellen hoher Kapazität brauchen ein paar Stunden. Die aufgesetzte Adapterplatte für Rundzellen ist im Bild 4 zu sehen.
Lithium-Ionen-Akkus werden nicht schneller oder langsamer aufgeladen als durch die Geräte der Kamerahersteller.
Defekte Akkus werden durch blinkende LEDs kenntlich gemacht. Das Gerät ist mit vielfältigen Schutzschaltungen ausgestattet, so daß Akkus nicht überladen werden können. Für die Rundzellen findet die -∆U, frü Lithium-Ionen-Akkupacks die Vmax-Technologie Anwendung.
Die Akkutypen
===========
Das Aufzählen der Akkutypen erspare ich mir an dieser Stelle, die Liste wäre recht lang, zumal diese sich ja auch verändern kann. Bei Interesse auf diesem Link vorbeischauen:
http://www.ansmann.de/downloads/digichargerplus_comp_list.pdf
Fazit
====
Wer braucht es ?
Halten wir fest: die Ladezeit an sich verändert sich nicht. Wer also bisher problemlos mit dem herstellereigenen Ladegerät seiner Digitalkamera aus kam, benötigt den Ansmann nicht. Wer mehrere Kameras oder Camcorder mit verschiedenen Akkutypen sein eigen nennt, benötigt im Urlaub nur noch ein Ladegerät, das überdies, wenn auch nicht schnell, Mignon- und Mikrozellen lädt.
Oder man möchte zwei Akkus gleichzeitig laden, dann hat man das herstellereigene Gerät und den Ansmann, das zumindest war meine Motivation, das Gerät zu kaufen.
Der Preis
=======
Bei Ebay ist das Gerät in entsprechenden Shops deutlich günstiger (knapp 40 Euro) als im "normalen" Handel (etwa 50 bis 60 Euro).
Punktabzug
=========
Für das LED-Dilemma und die nur durchschnittliche Verarbeitung gibt es einen Punktabzug.
© Thomas Biegel für Ciao.com am 11. Juni 2006