Passt nicht ins Raster
28.02.2010
Pro:
Edle Frontblende aus gebürstetem Alu, gute Verarbeitung, relativ günstig
Kontra:
seltsame Verkabelung, unbrauchbare Lüfter, nicht sehr funktionelles Display
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Erweiterbarkeit:
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 Strider
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...Und da bin ich schon wieder ! ;-) Getreu dem Motto "wer A sagt muß auch rschloch sagen" wollte ich noch ein paar Anmerkungen zur Metallumverpackung meines Heimkino PCs loswerden. Wer meinen Bericht zum Scythe Shuriken CPU Kühler gelesen hat, konnte ja sprichwörtlich schon ein paar Einblicke bekommen.
"Kauf"entscheidend war hier tatsächlich mal der Preis. Nanu - 149 Euro Strassentarif sind ja nun nicht gerade ein Pappenstiel für so eine Blechbüchse-?! Stimmt auch - nur belief sich mein Saldo auf exakt 0,0 Euro ! :-) Ich kenne den deutschen Salesmanager von Antec ganz gut ; er brauchte ein paar Komponenten, die ich zufällig übrig hatte, ich brauchte ein HTPC Gehäuse, er hatte das Fusion Remote samt 430W Netzeil zufällig im Kofferraum und brauchte Platz für den Großeinkauf - fertig war der Deal ! ;-) Eigentlich hatte ich mit einem Origen Gehäuse samt 4,3 Zoll Tocuchscreen geliebäugelt - aber das hätte mich ca. 500 Euro gekostet. Bei aller Liebe - was zuviel ist, ist zuviel ! Vor allem wenn man weiss, was so ein Display bei den entsprechenden Quellen einzeln kostet (keine 80 Euro !) Und das Gehäuse ohne Display liegt selbst beim Edelhersteller nur etwas über 200 Euro... Ihr merkt worauf ich raus will ? ;-)
Als verbesserte Übergangslösung ist das Antec insgesamt zumindest nicht die schlechteste Wahl. Aber eins nach dem anderen. Die stylische Retail Verpackung enthält neben dem Gehäuse noch eine Schachtel mit dem Montagematerial sowie in Folie eingeschweißt die IR Fernbedienung samt Batterien.
Als erstes wollte ich mal einen Vorabtest machen, wie das gute Stück im HiFi Rack aussieht - den von vorne gleicht es einem HiFi Receiver sehr viel mehr, als einem PC Gehäuse. Da offenbarte sich leider schon gleich die erste Macke des Antec Fusion. Absolut gängiges HiFi Standardgeräte Rastermaß sind 17 Zoll alias 43,2 cm Daran halten sich so ziemlich alle Hersteller - von Komponenten und Racks. Antec findet dagegen offenbar 44,7cm viel cooler.
Bilder von Antec VERIS Fusion Remote
Kling seltsam, ist aber so - und passt folgerichtig nicht ! Arrrgh !
Was soll´s, das DVD-Fach musste halt stattdessen dran glauben. Scheibenfilme ohne blaue Packung haben bei mir ohnehin nur noch Dekorfunktion... Nachdem die Frage der Aufstellung geklärt war, ging es an die Transplantation der Komponenten aus meinem A+ Cupid 3 HTPC Schuhkarton.
Da das Fusion für mATX Boards ausgelegt ist, hat man im Mainboard Segment des Gehäuses bei Verwendung eines mITX Boards wie meinem Zotac mITX 9300 mit gerade mal 17x17cm sehr viel Platz. Es gibt noch zwei weitere baulich getrennte Kammern für Festplatten und Netzteil + optisches Laufwerk). Wie ihr auf den Bildern in leider nicht sehr guter Qualität sehen könnt, wirkt das Mainboard fast etwas verloren im Antec Gehäuse - und wird zudem zu fast 70 Prozent vom Scythe Big Shuriken Lüfter verdeckt.
Was Ihr nicht mehr seht, sind die beiden 80mm Lüfter, die Antec vorinstalliert hat. Die sind schlicht und ergreifend Mist, da prinzipbedingt schon nicht sehr leise und obendrein nur mit einem 4 Pin Direktanschluss für´s Netzteil ausgestattet. Drehzahlregelung übers Mainboard bzw. PWM ? Fehlanzeige ! Zwar gibt es einen Dreistufenschalter für low/mid/high aber selbst mit der niedrigsten Drehzahl sind die Dinger schon unangenehm laut.
So ganz überzeugt scheint selbst Antec von den Dingern nicht zu sein, denn die liefern verschämt eine Abdeckplatte mit, um zumindest eine der riesigen Öffnungen in der Seitenwand nach Ausbau der Lüfter schliessen zu könnnen... Die Montage eines mITX Boards erfordert einen zusätzlichen Gewindebolzen (ist in der Schraubenschachtel bzw. Tüte mit dabei). Die für mATX Boards vorinstallierten Gewinde sind nicht entfernbar - macht aber nix, da eh kein normales ATX Board reinpasst, wo sie stören könnten. Auch mit miTX gibt es keine kurzschlussträchtigen Kollisionen.
Etwas strange ist dagegen die Verkabelung. Das liegt vor allem am VF Display des Fusion und dem vorinstallierten IR Empfänger für die Fernbedienung. Ersteres braucht zunächst mal Strom, dafür ist das merkwürdige Kabel mit dem 4 poligen Anschluss gedacht, das aus der Frontblendensektion kommt.
Dieses muß über einen beigepackten Zwischenadapter zum ATX Stromkabel (24Pin Stecker auf Buchse, etwas 15cm lang), von dem das Gegenstück mit einer 4 poligen Buchse abgeht, mit dem Netzteil verbunden werden Ziemlich fummelig und nervig - das wäre sicher auch eleganter gegangen... Damit nicht genug: das Display braucht zudem ein Datenkabel. Deshalb ragt ein weiteres Kabel mit USB Anschluss von der Frontblende ins Innere. Dieses ist ab Werk für einen normalen USB-A Buchse Anschluss (extern) gedacht, netterweise wird aber auch ein Adapter von USB-A Buchse auf 5 pol intern (USB-Header) mitgeliefert. Auch das wäre umgekehrt eleganter gewesen, wieviele Mainboards haben schon intern eine externe USB-Buchse - ?!
Last but not least vermisst man das Power LED Kabel. Das hat Antec eingespart - schliesslich sieht man am Display, dass der PC läuft...;-) Dafür gibt es als Trost das "Power Switch" Kabel doppelt - einmal blau/weiss und einmal rot/schwarz. Die Nummer hat mich echtes Kopfzerbrechen gekostet - zumal das Handbuch nicht auffindbar war.
Eine halbe Stunde Guglhupfen (merke: für den Bau eines PCs braucht man mindestens einen weiteren zur Fehlerdiagnose...;-) brachte in etwas folgende Erklärung zutage: das blau-weisse Kabel ist standardmässig dafür gedacht, dass man den PC mit der Fernbedienung starten kann. Wenn man das wirklich will, verbindet man es mit dem freien zweipoligen Anschluss auf der Platine, die oberhalb der DVD/Bluray Drive Blende größtenteils hinter einer schwarzen Abdeckung verborgen ist. Schliesst man es dagegen direkt an den Powerswitch Pins des Mainboards an, kann man nur über den regulären I/O Schalter starten.
Aha. Das rot/schwarze "Power SW" Kabel ist somit wohl dazu da, dass der schicke silberne I/O Schalter am Gehäuse nicht überflüssig ist oder wie ?
Bleibt trotzdem die Frage: wieso hat Antec das Ding dann nicht gleich verdrahtet ? So muß man das blau-weisse Kabel nämlich erst umständlich durch die halbverdeckten Kabelkanäle in der Rückseite der Frontblende führen - für alles andere ist es zu kurz ! Last but not least waren noch die Frontanschlüsse für USB, Firewire und Audio zu verdrahten - Firewire blieb mir mangels Gegenstück auf dem Zotac Mainboard erspart.
Nächster Schritt: Festplatte(n)! Hier hat Antec hinter der Frontblende ein eigenes Abteil mit einer Art Klemmvorrichtung für zwei 3.5 Zoll Platten installiert. Zuerst wird oben die Abdeckung mit 4 Schrauben entfernt. Darunter sind zwei Halterungen, in die die Platten eingeführt werden. Am Gehäuseboden liegen die Platten auf Silikonauflagen und sind damit akkustisch entkoppelt. Das in einem HTPC oft leise 2.5" Notebookplatten zum Einsatz kommen, hat Antec dabei wohl leider übersehen. Im Web lösen einige das Problem mit selbstklebendem Klettband un klatschen die Notebookplatte unter den Käfig für das optische Laufwerk.
Es geht auch etwas eleganter mit einem 2.5-to-3.5" HDD Konvertergehäuse von Icy Dock - kostet allerdings einen Zwanni. Ich hatte sowieso noch einen 2x 2.5" Wechselrahmen rumliegen - passt in die Halterung, braucht aber einen 3.5" FDD Stromanschluss. Gott sei Dank war am Netzteil noch einer dran... Anschliessend wird die Festplatte bzw. der Wechselrahmen mit zwei Spezialschrauben durch die Silikonauflagen in der oberen Abeckung in der Halterung fixiet und diese danach wieder mit den 4 Schrauben befestigt.
Ziemlich fummelig und ehrlich gesagt kaum leiser als die Platte vorher im A+ Cupid Schuhkartongehäuse ohne Silikon war. Bei lauten 7200 rpm 1TB Platten mag es was bringen, meine Seagate Momentus dreht mit 5400 rpm und ist eh schon sehr leise... Last but not least war noch mein Bluray Combo Drive unterzubringen. Der 5,25" Zoll Käfig in der Netzteilsektion lässt sich mit einem Handgriff herausnehmen, er ist nicht verschraubt und liegt auf einem Gummipuffer im Gehäuse. Vor Verrutschen ist er durch zwei Bolzen gesichert, mit denen er sich durch sichelförmige Aussparungen links und rechts in die Kammerwände setzt.
Ganz praktische Sache - aber deswegen protzig "Antec Design" draufzuschreiben... Schliesslich war alles verdrahtet und ich konnte starten. Macht der Gewohnheit: ich nahm dafür den Power Button am Gehäuse statt der IR Fernbedienung... Das Display leuchtete auf und zeigte in etwas merkwürdiger Schrift die Systemzeit. Danach fuhr der Rechner wie gewohnt hoch und vemeldete erwartungsgemäß ein neues USB Gerät. Nun muss die mitgelieferte iMedian Software installiert werden, um die Fernbedienung auch zur Bedienung der in der Suite enthaltenene Mediacenter Software verwenden zu können. Letztere habe ich mir nicht näher angeschaut, denn die FB ist auch zu Windows MediaCenter kompatibel. Darum habe ich den Software Startbutton der FB auch mit diesem verknüpft. Man kann die FB übrigens auch als Maus/Tastatur unter Windows missbrauchen, aber das ist extrem fummelig, da der ringförmige Gummiknop sehr schwammig ist und die Mausbutton-Tasten sehr unergonomisch angeordnet und obendrein winzig klein sind. Versucht man das dann noch in einem abgedunkelten Raum - no Chance ! Eine FB-Beleuchtung wäre nicht schlecht gewesen...
Immerhin: das VFD Display ist gut ablesbar, aber mit nur einer Textzeile für die Bedienung des PC ohne TV bzw. "echtem" Display (z.B. zum Musikhören) leider trotzdem ungeeignet. Dafür hat man beim Filme schauen nebenbei den Newsticker auf dem Gehäusedisplay - so man ihn als "Gadget" installiert hat. Alles in allem: ein sehr ansehnliches HTPC Gehäuse, leider nicht mit echten HiFi Abmessungen, einigen Ungereimtheiten bei der Konfiguration und unbrauchbaren Lüftern. Wenn der Preis stimmt trotzdem noch eine Empfehlung wert
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28.02.2010 17:46
Sehr detailreicher Bericht. LG Hollgo
28.02.2010 17:35
Ich bin hier auch für´s "bh".
28.02.2010 17:03
Echt schöner Bericht