... Film des Genres aus den Babelsberger Filmstudios vornehmen: Apachen! Wie bereits in meinem letzten Filmbericht über den Streifen "Tecumseh" angekündigt, stellten die Filmleute wiederum einen herausragenden Indianerhäuptling in den Mittelpunkt der Handlung, den Apachenhäuptling Ulzana. Und ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von Petit-Prince über Apachen (Film 1973) 31.08.2006
Produktbewertung des Autors:
Humor
wenig humorvoll
Anspruch
sehr anspruchsvoll
Action:
viel
Romantik:
wenig
Pro:
ein spannender Westernfilm mit historischem Hintergrund
Kontra:
keines
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Hallo liebe Ciao-Gemeinde,
Ich setze meine Serie mit Rezensionen über die DEFA-Westernfilme fort. Heute nun möchte ich mir den 8. Film des Genres aus den Babelsberger Filmstudios vornehmen: Apachen! Wie bereits in meinem letzten Filmbericht über den Streifen "Tecumseh" angekündigt, stellten die Filmleute wiederum einen herausragenden Indianerhäuptling in den Mittelpunkt der Handlung, den Apachenhäuptling Ulzana. Und wiederum lernen wir einen anderen Landstrich in Nordamerika kennen, andere Nativs mit ihren Sorgen und Wünschen. Handelten die ersten Filme noch von Indianern des östlichen Waldlandes und der Plains, geht es nun in den Südwesten.
Mit der historischen Figur Ulzana stellt die ostdeutsche Filmgesellschaft DEFA nach Osceola und Tecunseh wiederum einen bedeutenden Indianerführer vor.
Und wiederum vertraute man auf die Ausstrahlung und das Können des DEFA-Chefindianers Gojko Mitic.
Bisher habe ich euch die ersten sieben Western-Filme aus der -Produktion vorgestellt. Dies waren die Indianerfilme "Weiße Wölfe" , "Die Söhne der großen Bärin", "Chingachgook - die große Schlange", "Spur des Falken- Goldgräber in den Black Hills", "Tödlicher Irrtum", "Osceola" und "Tecumseh".
Wie auch in meinen letzten Filmberichten, werde ich interessante Hintergrundinfos zum Thema dazuschreiben. Großen Wert lege ich auf ethnologische Zusatzinformationen zu den Indianervölkern. Nun zum Film: Der spannende und aufwendig inszenierte Western "Apachen" entstand 1973 als achter Indianerfilm der DEFA- ähnlich wie "Weiße Wölfe" als Zweiteiler mit der Fortsetzung "Ulzana".
Das Filmteam um Regisseur Gottfried Kolditz recherchierte gründlich für den Film und griff auf Aufzeichnungen von weißen Siedlern aus Tucson zurück. Hervorzuheben ist, dass der Hauptdarsteller Mitic erstmals mit am Drehbuch schrieb und wesentlichen Einfluss auf die Dreharbeiten hatte.
"Apachen" war die erste Zusammenarbeit von Gojko Mitic mit Regisseur Kolditz.
Diesmal entstanden die Außenaufnahmen in der Steppe Rumäniens und in der Wüste und in den Bergen Usbekistans. Viel Arbeit bekamen Kostümbildner und Maskenbildner, denn es mussten u.a. 180 Mexikaner- und 250 Apachenkostüme originalgetreu hergestellt werden sowie 100 Perücken.
Die Story ''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''
Schauplatz der Filmhandlung ist das mexikanisch-amerikanische Grenzgebiet um 1840. Im nördlichen Mexiko leben Apachen und Mexikaner nahe der Grenze zur USA friedlich miteinander. Alles ändert sich, als US-Minengesellschaften große Silbervorkommen entdecken. Im kleinen mexikanischen Ort Santa Rita wird es turbulent, weiße Glücksritter sorgen für Unruhe. Die Region ist bereits für ihre Kupfervorkommen bekannt, die bislang vom mexikanischen Minenbesitzer Ramon (Leon Niemczyk) auf dem Indianerland gefördert werden dürfen. Ramon entschädigt die Mimbreno-Apachen mit Lebensmitteln dafür. Einmal jährlich gibt Ramon ein rauschendes Fest für Weiße und Indianer.
Das Fest findet wie immer statt, doch wird es überschattet von den wachsenden Spannungen zwischen der US- und der mexikanischen Regierung und zwischen Weiß und Rot. Wird es gar Krieg zwischen Mexiko und Amerika geben? All das Chaos machen sich einige weiße Banditen und Skalpjäger zunutze. Zunächst gelingt es der Bande unbemerkt, den mexikanischen Minenbesitzer gefangen zu nehmen. Inzwischen ist das Fest im Gange. Mittels einer Kanone richten die Amerikaner ein furchtbares Massaker unter den unbewaffneten und wehrlosen Mimbrenos an. Nur wenige überleben, darunter der junge Häuptling Ulzana (Gojko Mitic), der mit einigen seiner Krieger fliehen kann. Von nun an verfolgen die Apachen die Mörder.
Zunächst richtet sich der Zorn der Indianer gegen die mexikanische Mine, deren Vorräte sie vernichten. Aber die Apachen wollen den Tod ihrer Stammesgenossen rächen und verfolgen die amerikanischen Skalpjäger. Schließlich schaffen sie es, den Chef der Bande, den Geologen Johnson (Milan Beli) gefangen zu nehmen und zu fesseln. Ulzana und seine Leute lassen den gefeselten Johnson in der leeren Minenstadt zurück und greifen die Mexikaner an.
Dadurch gelingt einer Militärpatrouille unter Führung von Captain Burton (Rolf Hoppe) die Befreiung von Johnson. Ulzana will Johnson haben und verfolgt diesen erneut. Auf der Suche nach dem Schuldigen gerät Ulzana in die Gefangenschaft von Burton, der den Häuptling foltern lässt. Die amerikanischen Skalpjäger hoffen in ihrem Lager auf Hilfe durch die US-Army, doch die bereitet sich auf den Krieg gegen die mexikanische Armee vor. So können die Apachen unbehelligt deren Lager angreifen, um Ulzana zu befreien. Es kommt zum Showdown zwischen den Hauptakteuren des Films...
Wer war Ulzana? ''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''
Es ist nicht einfach, Fakten über Ulzana zu erhalten. Ich bekam heraus, dass Ulzana ein tapferer und zäher Krieger gewesen sein soll. Für den Filmhelden Ulzana mixten die Filmleute einen Cocktail aus den Lebensläufen und Charaktereigenschaften mehrerer Apachen-Häuptlinge zusammen (Geronimo, Mangas Coloradas, Juan José). Bekannt wurde der echte Kriegshäuptling um 1885 durch einen Rachefeldzug durch den Südwesten der USA. Seine Kenntnisse in Sachen Kriegslist und Taktik hatte er als Scout bei der US-Army gesammelt. Um 1880 schloss er sich der Gruppe um Geronimo an und wurde Indianer-Rebell. Seine Gruppe überfiel Ende November 1885 eine Agentur bei Ft. Apache, wobei über 20 Menschen, meist dort angesiedelte White-Mountain-Apache, getötet wurden. Anschließend spielte er Katz und Maus mit der US-Army, unternahm mit etwa zehn Männern einen 2000 km langen Streifzug durch Arizona und New Mexico. Ständig waren sie auf der Flucht, trotzdem gelang es den Indianern, über 200 Stück Vieh zu rauben etwa 40 Menschen (Siedler und Soldaten) zu töten. Die Soldaten waren den Apachen dank ihrer indianischen Scouts dicht auf den Fersen. Mit letzter Kraft erreichten Ulzana und seine Männer im Dezember 1885 die Chiricahua Mountains und flohen im Schutz eines Blizzards nach Mexiko. Dort schlossen sie sich erneut der Gruppe um Chief Geronimo an. Bis zum März 1886 reichten die Kräfte der Gruppe- dann ergaben sich die rebellischen Apachen dem US-General George Crook. Ulzana wurde eine Zeit lang später nach Florida deportiert.
Informationen zu den Apachen (Inde) ''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''
Die Apachen sind ein nordamerikanisches Indianervolk des Südwestens (Arizona, New Mexiko, Texas, Nord-Mexiko) , die sich selbst Dinneh, Tinneh oder Inde (je nach Dialekt) nennen. In der Pima-Sprache bedeutet Apache Feinde.
Sie hatten eine kräftige, stämmige Figur und eine Körpergröße bis 170 Zentimeter., eine mittel- bis gelblich-braune Haut, das schwarze Haar wurde offen getragen und hing bis zur Schulter. Charakteristisch war ihr Stirnband im Haar. Sie gehören zur südlichen athapaskischen Sprachgruppe der Déné-Sprachfamilie. Zu den Apachenvölkern gehören die Aravapais, die Chiricahuas, die Cocoteros, die Gilenos, die Jicarillas, die Kiowas, die Lipans, die Mescaleros, die Mimbrenos, die Mogollons, die Pinalenos und die Tontos.
Die Apachen stellten im Südwesten die zahlenmäßig größte Volksgruppe, wurden aber durch die Ausbreitung der Weißen immer weiter nach Westen in die Steppen zurückgedrängt. Sie passten sich selbst unwirtlichsten Lebensbedingungen an.
Die Apachen waren Nomaden, deren Vorfahren einst von Alaska aus kamen. Sie wohnten in Strauchhüttren (Wickiups). Teils lebten sie vom Ackerbau, teils vom Jagen und sammeln, aber auch von geraubtem Vieh.
Apachen bekämpften sowohl die Spanier als erste Kolonialherren, später dann die Mexikaner und Amerikaner. Die indianischen Feinde der Apachen waren die Cheyenne, Comanchen und Teton-Dakota. Die gefährlichsten Gegner aber waren die Mexikaner, die für Apachen-Skalpe eine Kopfprämie zahlten. Die Apachen selbst sollen kein Interesse am Skalpieren gehabt haben.
Im Sommer des Jahres 1837 gingen auch Amerikaner auf Skalpjagd, die zuvor von den Apachen durchaus geachtet wurden. Amerikaner und Apachen wurden zu Feinden.Das Massaker von Santa Rita fand tatsächlich statt und leitete diesen Konflikt ein, der auch Grundlage für den Film Apachen wurde. Sowohl die Apache-Krieger, als auch die Frauen, zeigten sich ihren Feinden gegenüber grausam.
Bis zum jahre 1900 dauerten die Kämpfe zwischen US-Truppen und Apachen-Kriegern an- der teuerste und blutigste aller Indianerkriege (Geronimo).
Speziell zu der Gruppe der Mimbreno-Apachen werde ich mich im nächsten Artikel über den Film "Ulzana" äußern.
Meine Meinung '''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''' Mit dem Film "Apachen" gelang Regisseur Kolditz ein großer Wurf. Mit der Co-Regie des Hauptdarstellers Gojko Mitic bekamen die indianischen Figuren einen kräftigeren Charakter , wurden noch mehr zu Akteuren. Schließlich mussten die Indianer in den bisherigen Filmen mehr reagieren, hier konnten sie erstmals das Heft des handelns (gemäß Blutrache) selbst in die Zügel nehmen. Die Leistung der Hauptprotagonisten Ulzana (G.Mitic) und Johnson (Milan Beli ) hebe ich hervor. Atemberaubend die Reit- und Schießkünste von Mitic- vor grandioser landschaftlicher Kulisse einer osteuropäischen Prärie bzw. Steppe. Glaubhaft wurde in filmisch-farbigen Bildern das Bild der Wüste Chihuahua projiziert.
Ansonsten agiert die bekannte Riege der DDR-Westernschauspieler brav wie gewohnt. Rolf Hoppe mimt gekonnt cool den Bösewicht bzw. Johnsons Helfer.
Bemerkenswert wie fast bei allen DEFA-Filmen des Genres die genauen Recherchen der Filmleute zum Stoff. So konnte ich feststellen, dass die Hauptakteure Ulzana, Nana auf indiansicher Seite und Johnson und Gleason auf weißer Seite sehr wohl historische Figuren waren und wirklich gelebt haben. Grundlage des Filmdrehbuchs waren die Aufzeichnungen weißer Siedler aus Tucson. Dem Film zugrunde liegt ein äußerst brutales mexikanisches Gesetz aus dem Jahre 1837, welches Skalpjägern Tür und Tor öffnete (für den Skalp eines Apachen-Kriegers zahlte man100 Dollar, für einen Frauenskalp 50 und für den Skalp eines Kindes 25 Dollar). Dies lockte auch die Abenteurer James Johnson und seinen Partner Gleason, die maßgeblich an dem im Film dargestellten Massaker von Santa Rita beteiligt waren.
Die Film-Kämpfe um die Minenstadt hatten schon etwas- und erreichten teils Hollywood-Niveau. Kulissen und Kostüme machten den Film stimmig in gewohnt hoher Qualität. Wie bei allen DEFA-Filmen kommt der Humor etwas zu kurz, einzig Fred Delmares unfreiwilliges Bad in einer Holzwanne mit Wasser lud zum schmunzeln ein. Die Indianer sind stets die Guten- dabei wird zu sehr der Heldenmythos der edlen Wilden hervorgehoben. Das oftmals brutale Vorgehen der Indianer wird nicht geschildert (nur bei Johnsons Gefangennahme angedeutet).
Das tut dem gelungenem Gesamtkunstwerk keinen Abbruch. Die Filmmusik ist Durchschnitt, aber dramatisch geschickt zu den Filmhöhepunkten eingesetzt. Für mich ist "Apachen" einer der spannensten DEFA-Indianerfilme mit zahlreichen Action-Szenen und schönen Landschaftsaufnahmen.
Die DEFA-Indianerfilme ''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''' Hier noch einmal eine Übersicht über die klassischen 12 DDR-Western, die zwischen 1966 und 1983 in den Babelsberger Studios gedreht wurden. 1. Die Söhne der grossen Bärin 1965 2. Chingachgook - die große Schlange 1966 3. Spur des Falken 1968 4. Weiße Wölfe 1969 5. Tödlicher Irrtum 1970 6. Osceola 1971 7. Tecumseh 1972 8. Apachen- blutige Rache 1973 9. Ulzana- Schicksal und Hoffnung 1974 10. Blutsbrüder 1975 11. Severino- Geheimnis vom Condor-Pass 1977 12. Der Scout 1983
13. Blauvogel 1979 14. Atkins 1985
"Blauvogel" und "Atkins" zählen eigentlich nicht zu den "klassischen" DEFA-Indianerfilmen, kamen beide doch ohne Gojko Mitic aus.
Genre Western Kategorie Spielfilm Land/ Jahr DDR 1973 Originaltitel Apachen Länge: 90 min. Musik: Hans-Dieter Hosalla Drehbuch: Gottfried Kolditz, Gojko Mitic Regie Gottfried Kolditz
Bonusmaterial und Specials ''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''' Auch diese DVD enthält etwas Bonusmaterial, auch sehenswert. Damit entspricht die DVD den heutigen Standards.
Augenzeuge 10/72/4: Gojko Mitic auf der Verleihung der Filmpreise des Jugendmagazins "Neues Leben", Original DEFA-Indianer-Trailer, Bilder-Galerie, Biografie Gojko Mitic, Filmografie Gojko Mitic.
Gojko Mitic ... .Ulzana Milan Beli.....Johnson Colea Rautu…..Nana Leon Nemczyk....Hamon Gerry Wolff........Lagerverwalter Rolf Hoppe…….Captain Burton Else Grube-Deister….Theresa Fred Ludwig……Miguel Fred Delmare……Der Kleine Hartmut Beer…….Gleason
Apachen ist der 8. Film zum Thema nordamerikanische Indianer aus dem Hause Babelsberg aus dem Jahre 1973. Häuptling Ulzana ist eine starke authentische indianische Figur, die glaubhaft und exzellent von Gojko Mitic verkörpert wird. Der Apachen-Krieger will das Massaker von Santa Rita rächen und die Mörder zur Verantwortung ziehen. In eindrucksvollen Bildern wird der Dreiecks-Konflikt zwischen Mexikanern und US-Amerikanern am Vorabend des mexikanisch-amerikanischen Krieges einerseits, und Mexikanern/Amerikanern und Apachen dargestellt. Mitic kann hier sowohl seine schaupielerischen Fähigkeiten als auch sein gestalterisches Können als Drehbuchautor voll zur Geltung bringen. Für mich ein Highlight in Sachen DEFA-Indianerfilme!
Pro: Für Indianerfilmfans ein absolutes muß Kontra: Spezialeffekte wie heutzutage findet man nicht
Apachen ist ein alter DEFA-Indianerfilm ,er so wie noch weitere Filme die alle mit der Geschichte der Indianer zutun hatten entstanden eigentlich als Gegenstück zu Winnetou .Apachen handelt um die Geschichte der Indianer die in Mexiko von den dortigen Min ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich