Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
tolle Showeinlagen, tolle Licht und Sound Effekte |
| Kontra: |
. . . |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Heute möchte ich euch über ein besonderes Highlight welches ich an Oster erlebt habe berichten.
Ich bin ja begeisterte Reiterin seit 16 Jahren und habe ein eigenes Pferd. Somit interresiere ich mich auch für alles rund und mit dem Pferd. So darf es einen nicht verwundern dass ich auch super gerne auf Tuniere oder andere Pferdeveranstaltungen gehe.
Zu Weihnachten 2005 bekam ich nun 2 Karten für die Pferdegala in Passau im April 2006 über welche ich euch nun berichten werde
*** Apassionata 2006- Hommage Tour******
dabei handelt es sich um eine etwa 2 Stündige Pferdegala mit über 40 Pferden.
Diese Pferdeshow tourt derzeit durch Deutschland.
Das Programm „ Hommage“ besteht seit 2005, die 2 Jahre vorher hiess das Motto der Show „ Ovations“, die habe ich aber nicht gesehen.
Wie gesagt, 2005/2006 heisst das Motto der Show „ Hommage- eine Verneigung vor den edelsten Pferden der Welt“. Eine Show der Extraklasse.
Mit dabei einige sehr gute Reiter aus aller Welt, sowie natürlich sehr gut ausgebildete Pferde.
Unter anderen natürlich auch Pferde die bereits den höchsten Ausbildungsstand erreicht haben den ein Pferd in etwa erreichen kann.
*** Programm*****
Die Show ist in verschiedene Showbereiche eingeteilt.
Die Show beginnt mit der „ Hommage- der Begegnung“
Ein reinrassiger Hengst aus Andalusien aus dem Gestüt in Jerez wird in die Arena gelassen, dazu traumhafte Landschaftsbilder auf der riesengrossen Leinwand die die Arena vom hinteren Teil der Halle abtrennt. Untermalt wird die komplette Show zudem von tollen Licht und Soundeffekten.
Der Hengst gallopiert in der Halle umher und wird danach von seinem Reiter gesattelt und aufgetrenst. Der Reiter heisst Manolo Olivia und reitet danach den Hengst in allen Gangarten durch die Halle.
Die Frau die neben mir sass, dachte wirklich es handelt sich um ein ungerittetens Wildpferd welches in der Show gezämt wurde... das wäre dann doch etwas schnell gegangen und ich musste der Guten Dame erst mal erklären dass es sich um eine perfekte Showeinlage handelte.
Es schliesst sich die „ Feria de Jerez „ an
Ein Showbild in welcher verschiedene spanische Reiter die Reiterlichen Elemente der Doma Vaquera, Doma Clasica und Alta Escuela vorstellen. Dabei handelt es sich um typische spanische, bzw andalusische Reitweisen, die seit Jahrhunderten gepflegt und auch tuniermässig dort geritten werden. Für jemanden der sich mit der Reiterei nicht auskennt wirken diese Reitweisen sehr anmutig, feurig, spanisch und natürlich total beeindruckend. Es wurde natürlich viel Wert auf Showelemente gelegt, die Pferde zeigen sehr viele Figuren, steigen, drehen Piouretten, zeigen den spanischen Schritt, knien sich nieder ( wobei dies schon eher zu den Zirkuslektionen zählt) etc... Daneben tanzen Flamenco Tänzerinnen und die Musik kommt logischerweise ebenfalls aus Spanien.
Die Showleitung hat sehr viel Wert darauf gelegt dass die Reiter der verschiedenen Showeinlagen auch aus den betreffenden Ländern kommen und dort schon jahrelang diese Reitweise pflegen, so sieht man in den spanischen Showbildern natürlich spanische Reiter.
Nach diesem Showbild schliesst sich das Showbild
„ Wild West und Cowboys“ an.
Langsame Countrymusik, Landschaften der Usa auf der Leinwand und dazu 2 einsame Cowboys in der Prärie, begleitet von einem Sprecher der etwas über die Entstehunggeschichte der Amerikanischen Pferderassen erzählt.
Danach werden 3 Rinder in die Halle gelassen, die Reiter zeigen wie man Rinder treibt und in der Gruppe hält. Allerdings finde ich hätte man das etwas beeindruckender machen können, die Rinder wirkten sehr gelangweilt, standen fast nur auf dem selben Fleck rum und liessen sich zum Laufen kaum animieren.
Da ich selber Westernreiterin bin legte ich mein Augenmerk natürlich auf die Einlagen die diese beiden Reiter zeigten und empfand sie als sehr gelungen,.
Ansschliessend an dieses Showbild sollte eine Western Reining gezeigt werden, dabei handelt es sich um eine typische Westerndiziplin, die Westerndrressur, die ausschliesslich im Galopp geritten wird. Laut Programm sollte dies ein recht bekannter Westernreiter zeigen, geritten ist aber eine mir unbekannte Reiterin, die zudem doch einige recht offensichtliche Fehler in ihre Darbietung eingebunden hat... möglicherweise musste sie einspringen.
Von diesem Showbild war ich dann doch eher entäuscht, klar wer nicht aus der Westernreitszene kommt für den war es trotzdem eine rasante Vorstellung, aber wenn man weiss woraufs ankommt weiss man dass dies nicht Weltklasse war.
Als nächstes sprangen einige entflohene Häftlinge in die Arena und versteckten sich vor den Tribünen. Der auserhohrene Sherriff, Jörk Pasternak, die Nummer 1 der Cutting Weltrangliste, Europameister und amtierender Deutscher Meister in dieser Disziplin hatte die ehrenvolle Aufgabe dem Publikum zu zeigen dass sein Pferd sehr wohl auch in der Lage war Häftlingen den Weg abzuschneiden indem es wild herumsprang, den Weg abschnitt und keinen Unterschied zwischen Mensch oder Kuh machte.
Cutting, für alle die es nicht wissen ist die Rinderdisziplin des Westernsports in welcher mit dem Pferd versucht wird, eine Gruppe Rinder aufzutrennen um ein bestimmtes Rind heraus zu sondieren. Dies geschieht unter spektakulären schnellen Bewegungen des Pferdes, der Reiter aber wohlgemerkt mit im Sattel. Dazu benötigt man spezielle Pferde die einen Besonderen Sinn für diese Technik haben.
Jörk Pasternak hatte dies hier hervorragend demonstriert.
Nach diesem rasanten Spektakel folgt der Pas De Deux ( eine Kür von 2 Reitern) zweier portugisischer Reiter. Unter dem Sattel 2 edle Lusitano Hengste aus einem portugiesischem Reitzentrum. Die Reiter zeigen klassische Lektionen auf höchstem Niveau untermal von live gesungener klassischer Musik einer Opernsängerin.
Bei der Viva Mexiko, zeigen mexikanische Lassowerfer was alles mit dem Lasso möglich ist, springend auf dem Pferd, tanzend auf der Erde. Ich persönlich fand es zwar nicht so schön auf dem Pferderücken rumzuspringen, aber es sollte halt eine atembereubende Unterhaltung sein. Nunja, ich als Pferdefreund sehe das mit gemischten Gefühlen, dem Pferd gefällt es sicherlich nicht so wie es zum Anschein gemacht wird.
Das Iberische Finale schliesst den ersten Teil der Show ab und alle bisherigen Teilnehmer kommen noch einmal in die Halle und zeigen einige Höhepunkte ihrer Einlagen. Dies soll auch dazu dienen zu zeigen dass es sehr wohl eine Verbindung wischen der Europäischen Reitkunst und der amerikanischen Reitkunst gibt.
Der zweite Teil beginnt mit der Ísland Show Ragnarök. Zuerst werden auf der Leinwand einige fasziniertende Bilder aus Island gezeigt, untermalt durch die Stimme einer isländischen Opernsängerin. Ein Wikingerschiff wird in die Arena geschoben umringt von dichten Nebel. Danach stürmen rasante Islandpferde mit ihren Reitern die Arena.
Unter diesen Reitern auch der zweifache amtiernde Weltmeister im Fünfgang und Gesamtsieger Stymir Arnason. Gezeigt werden die zusätzlichen Gangarten des Islandpferdes Tölt und Pass. Natürlich eingebunden in eine Kür um dem Zuschauer einen grossflächigen Einblick in das Können der kleinen Pferde zu geben.
Danach schliesst sich „ The Rumble“ an, hierbei wird die Westside Story auf pferdisch umgesetzt, zwei Strassengängs zu Pferde „ streiten“ sich, dabei zeigen die Pferde „ Kampfattacken“ es geht rasant zur Sache.
Die Musik ist aggressionsgeladen und schnell.
Das Fest der Berber mit ihren arabischen Pferden bildet eines der Schluss Showeinlagen. Rasante Trickreiter stürzen sich von ihren Pferden und springen gleichzeitig wieder auf, rasante Gallopaden durch den Arenasand , Schüsse aus den Gewehren und tanzende Bauchtänzenrinnen entführen in den Orient.
Die Pferde sind wunderbar geschmückt und Schrecksicher.
Die vorletzte Showeinlage nennt sich „ Black and White“.
2 Friesen und 2 weisse Lipizanner zeigen eine schön einstudierte Quadrillie( 4 Reiter bewegen sich synchron auf ihren Pferden) zur klassischen Musik. Dabei werden auch hier teilweise höchste Lektionen der Reiterei vorgeführt, auch wenn sie bei einer Reiterin ab und zu nicht so recht klappen wollen... aber nicht jeder Tag ist eben gleich.
Danach zeigen verschiedene Pferde an der Hand einige Lektionen , unter anderem sollte der Friesenhengst Freddy eine Capriole springen ( hinten und vorne gleichzeitig in der Luft ausschlagen) , was ihm leider an dem Tag an dem ich die Show besucht habe nicht so recht klappen wollte.
Dafür zeigte das kleine Shetlandpony Rasputin mit seinen 62 cm Stockmass lustige kleine Sprünge wie ein dressierter Hund.
Die Ponys werden in der Show mehrmals gezeigt, klein Rasputin zeigt ebenso wie das Pony Lady Dressurlektionen an der Hand und Klein Mexiko springt durch einen Reifen mit Feuer.
Vor dem Finale schliesst sich das Showbild „ Louis XIV“ an in welchem pompäse Kostüme, klassische Musik und Dressurpferde der höchsten Lektionen ihr können zeigen.
Ich fand das zwar etwas übertrieben aber es gehört halt zur Show und ist gerade für Nichtreiter und nicht Pferdebesitzer ein Spektakel.
Das Ende von Apassionata bildet wiederum Manolo Oliva indem er seinen Hengst wieder die Freiheit schenkt, in Absattelt und Abzäumt und ihn mit einer Verbeugung verabschiedet. Der Hengst galoppiert stolz durch die Arena und verlässt dann die „ Bühne“.
*** Fazit*****
Ich habe die Show sehr genossen, fand sehr viele Einlagen gut gelungen, imposant, atemberaubend, wobei ich aber nicht jedem Reiter Weltklasse zusprechen würde, das liegt aber wohl halt daran dass ich mich etwas auskenne und somit einige Fehler auch gesehen habe die normal nicht vorkommen dürften. Auch waren einige Pferde dabei die noch nicht Weltklasse ausgebildet waren.
Trotzdem hat die Show ihren ganz besonderen Reiz, sie ist halt in erster Linie Entertainment und Unterhaltung für die gesamte Familie und es geht nicht um Wertnoten oder Erfolge.
Wer Pferde liebt und ihnen gern zusieht ist in der Show bestens aufgehoben. Es gibt verschiedne Preisklassen so dass es auch für mehrköpfige Familien durchaus noch erschwinglich ist.
Die Tribünenenplätze sind allesamt so konzipiert dass man auch von hinten sehr gut sehen kann.
Die Ton und Lichteffekte umrahmen die gesamte Einlage wunderbar, es ist ein Klangerlebnis der Superlative, dazu die Einspielfilme auf der grossen Kinoleinwand, wirklich wunderbar.
Ich kann die Show wirklich nur allen empfehlen!! Geht hin und schauts euch an wenn ihr ein klein wenig an Pferden interessiert seid.
Mamafabian