Ein erfolgreicher Fehlschlag
30.12.2001
Pro:
Spannend, guter Film
Kontra:
keine
Empfehlenswert:
Ja
 Manuela.
Über sich:
Mitglied seit:10.07.2000
Erfahrungsberichte:66
Vertrauende:3
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 35 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Der Traum jedes Astronauten ist ein Spaziergang auf dem Mond. Für Jim Lovell (Tom Hanks) und seine Crew, Ken Mattingly (Gary Sinise) und Fred Haise (Bill Paxton) soll sich dieser Traum bald erfüllen, weil Alan Shepard Mittelohrentzündung bekommen hatte und sein Team daher zurückgestellt wurde. Praktisch in letzter Minute erfährt Lovell, daß Mattingly einen Bluttest nicht bestanden hat. Weil Ken voraussichtlich Masern bekommen würde, wird Lovell vor die Entscheidung gestellt, entweder daheim zu bleiben oder Jack Swigert (Kevin Bacon) als Piloten zu akzeptieren. Lovell entscheidet sich für den Flug, Mattingly muß dem Start vom Boden aus zusehen. Am 11. April um 13:13 startet die 13. Apollomission. Für die Öffentlichkeit ist es nicht mehr wirklich von Interesse, daß zwei weitere Amerikaner auf dem Mond spazieren gehen sollen. Die Direktübertragung aus der Apollo wird von keiner einzigen amerikanischen Fernsehstation geschaltet. Am 13. April passiert es. Swigert aktiviert die Sauerstofftanks. Es gibt zwei Explosionen, und Lovell spricht die berühmten Worte „Houston, we have a problem.“ Die Mannschaft beschließt, die Mondfähre als Rettungsboot zu nutzen. Normalerweise dauert der Umstieg drei Stunden, Lovell erfährt von der Leitzentrale, daß sie für den Umstieg noch 15 Minuten Zeit haben.
Die restlichen knapp eineinhalb Stunden des Filmes handeln davon, wie es gegen jede Wahrscheinlichkeit gelingt, das Leben der drei Männer zu retten. Die spannendsten Minuten sind diejenigen nach dem Wiedereintritt, wo es sich herausstellt, ob die Raumkapsel in der Atmosphäre verglüht ist oder ob der Hitzeschild gehalten hat. Obwohl der glimpfliche Ausgang bekannt ist, nimmt das dem Film keineswegs die Spannung. Ed Harris brilliert als Flight Director, er wurde für einen Oskar für die beste Nebenrolle nominiert. Ironie des Schicksals: Ken Mattingly bekam nie die Masern, dafür erkrankte Fred Haise an Bord der Apollo 13 ernstlich. Ich kann mir vorstellen, daß nach dieser Mission der Fliegerarzt ein ernsthaftes Problem bekommen hat.
Dieser Film bietet neben der Spannung auch Einblicke in die Arbeitsweise der Amerikaner. Ohne Handbuch und ohne Prozedur sind sie einfach aufgeschmissen, Improvisation ist nicht ihr Ding. Diese Feststellung gilt nicht nur für die Weltraumfahrt, sondern auch für andere Bereiche in Industrie und Technik. Was mir ziemlich unwahrscheinlich erscheint, ist der Leichtsinn, mit dem die Astronauten in der Schwerelosigkeit mit umherfliegenden Gegenständen, sogar mit Flüssigkeiten, umgehen.
Erfreulicherweise lassen sich die einleitenden Copyright- und sonstige Hinweise überspringen. Bild- und Tonqualität sind gut. Das leichte Rauschen in den dunklen Bildteilen ist zu verschmerzen, kaum eine DVD hat diesen Effekt nicht. Das Menü ist statisch, hier hätte sich eine schöne Animation angeboten. Die Extras sind alle in Englisch, bei der mir vorliegenden DVD scheint es sich um einen UK-Import zu handeln. Die Auswahl an Sprachen ist umfassend, Untertitel sind ebenfalls reichlich vorhanden. An Extras gibt es Infos zu den Schauspielern, den Filmtrailer und Produktionsnotizen. Als besonderes Highlight gibt es einen gesprochenen Kommentar von Jim Lovell und dessen Frau Marylin höchstpersönlich. Allerdings muß man dafür die Sprache auf Englisch umstellen, auf Deutsch funktioniert es nicht. Die Sprache läßt sich während des Abspielens des Filmes umstellen, bei vielen DVDs muß man dafür das Hauptmenü aufrufen. Die Zahl der Kapitel ist relativ groß, was beim Wiederfinden von Filmstellen hilft. Was ich mir noch an Extras gewünscht hätte: Interviews mit Astronauten, reichlich Infos über das Apollo-Programm, vielleicht sogar originale Aufnahmen von Mondlandungen. Aber vielleicht erscheint ja einmal eine DVD mit derartigem Material.
Hier noch einige Infos zum Apollo-Programm: am 20.7.1969 betrat als erster Mensch Neil Armstrong den Mond, am 7.12.1972 startete die letzte Apollomission, Apollo 17. Die letzte Mondlandeeinheit hieß Challenger. Insgesamt betraten 12 Amerikaner den Mond, Alan Shepard flog mit Apollo 14 zum Mond und landete am 5.2.1971 im Fra Mauro Gebiet, dem für Apollo 13 vorgesehenen Landeort. Apollo 14 brachte 43 kg Mondgestein zur Erde zurück und umkreiste 34 mal den Mond. Es traten Schwierigkeiten bei der Koppelung der Kommandoeinheit mit der Mondlandeeinheit auf. Am Apollo-Programm waren ungefähr 2000 Institutionen und Firmen sowie über 300.000 Beschäftigte beteiligt, die Gesamtkosten betrugen ca. 25 Mrd. $. Alle Informationen aus dem Großen Brockhaus in 12 Bänden, 18. Auflage, 1977. Fazit: ein spannender Film, der viel eher Oskars verdient hätte als das langatmige Epos „Der Stoff, aus dem die Helden sind“, den man praktisch als Vorgänger dieses Films betrachten kann. Der Kommentar von Jim Lovell entschädigt reichlich für die ansonsten mageren Extras. Auf jeden Fall empfehlenswert.
DVD: einseitig, zweischichtig (DVD9) Spieldauer: 134 Minuten Kapitel: 57 Bildformat: 2.35:1 Extras: Interaktive Menüs, Szenenanwahl, Schauspielerinfos, Audiokommentar Sprachen: Englisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, (Dolby Surround 2.0) Untertitel: in 11 verschiedenen Sprachen Regionalcode: 2 FSK: o.A.
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29.01.2002 20:05
Der Film ist wirklich klasse. Vor allem kann man ihn sich immer wieder anschauen, und er wird nicht langweilig. Das ist wohl schon ein grosses Lob für einen Film. Gruss, Manu
30.12.2001 17:59
moin moin :-)))) dann muss ich mir wohl doch mal nen Player anschaffen
30.12.2001 17:50
.......der Film hat mich auch in den Bann gehalten, schöner Bericht, würde ihn auch noch ein weiteres Mal ansehen. Guten Rutsch ins Jahr 2002 wünscht Sellina