Aussen hui, innen pfui?
28.07.2004
Pro:
Robuste Schönheit
Kontra:
Kleine Verarbeitungsmängel, Displayfehler, Geschwindigkeit
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Akkulaufzeit
Kontraste
Festplatten-Kapazität
Bedienung/Ergonomie
Software-Ausstattung
mehr
 Zea
Über sich:
Mitglied seit:22.04.2000
Erfahrungsberichte:6
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 28 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Mit einem zwiespältigem Gefühl schreibe ich meine Beurteilung über meinen neuesten Erwerb: der iBook G4 von Apple in der 1 GHz-Variante. Apple selbst bietet diesen bei rund 1.400,- EUR brutto an (Juni 2004). Optisch gibt der iBook in seinem Plastik-Weiss („aus stabilem, stossfestem Polykarbonat Kunststoff“) einiges her. Zweifelsohne fällt der Notebook auf. Mich beschleicht nur das Gefühl ich müsse die weisse Tastatur öfter putzen als mir lieb ist und Kratzer werden sich auf dem glänzenden Gehäuse wohl mit der Zeit der Nutzung sichtbar vermehren.
Apple hat die iBook Modelle (April 2004) klammheimlich revidiert und mit der neuesten Ausgabe um einen kleinen, aber nicht unerheblichen Unterschied verbessert: der Level 2 Cache ist auf 512 KB angewachsen, was sich durchaus in der Geschwindigkeit einiger Applikationen bemerkbar macht. Ich würde dringend anraten, beim Kauf darauf zu achten, da im Markt auch die alten iBook Modelle mit 256 KB L2 Cache herumschwirren. Bei macspeedzone.com wurde ein deutlicher Unterschied mit bis zu 11% besserer Performance zu dem alten iBook Modellen aus dem Jahr 2003 festgestellt. Die Daten des iBook 1 GHz: - Prozessor: 1 GHz PowerPC G4 - Level 2 Cache: 512 KB - RAM: ab Werk mit mickrigen 256 MB, erweiterbar bis 1,25 GB (ausser Frage, dass der Speicher um mind. weitere 256 MB erweitert werden sollte) - HD: 40 GB - Display: 14,1“ TFT XGA - Grafikkarte: 9200 ATI Radeon mit 32 MB Speicher - Combo: DVD -R, CD -R/W, d.h. CD brennen, DVDs nur Lesen - Anschlüsse: FireWire 400 MBit, USB 2.0, S-Video und ext. VGA, Ethernet integriertes Modem, AirPortfähig - Software: die klassischen OS X Pakete und ein ausgereiftes MAC OS X 10.3 Panther - Gewicht: 2,7 kg
Ohne Frage ist das iBook robust gebaut, das Gehäuse wirkt stabil und stossfest. Auf dem ersten Blick gibt sich der iBook wie aus einem Guss, stimmig und rund. Der unvermeidbare zweite Blick offenbart einige Schwächen wie ich finde, und dann weiss ich wieder, warum ich einen iBook gekauft habe: ich habe mir schlichtweg keinen PowerBook leisten können. Irritierend ist das etwas schief eingebaute Trackpad und der klapprige Button. Ebenfalls - und hoffentlich nicht zu kleinlich geahndet - ist die Tatsache, dass die Batterie sich nicht ganz genau in das Gehäuse einpasst. Mit diesen Kleinigkeiten und der Tatsache, dass sich an den zwei Displayleisten an der Seite zwei sehr kleine, aber kaum wahrnehmbare Dellen herausgebildet haben, kann ich leben, etwas ärgerlicher aber stimmt mich das TFT Display. Hell genug, aber nach dem zweiten Tag der Nutzung musste ich sehr feine Helligkeitsunterschiede an den unteren Bildecken feststellen. Im direkten Vergleich zu meinem PC Laptop sind diese Helligkeitsunterschiede augenscheinlich. Ich akzeptiere diesen Umstand, da ich auf den Austauschstress verzichten möchte und ich leise befürchte, dies könnte ein Systemfehler in der iBook Reihe sein... Erfreulich dagegen ist die Akkulaufzeit, die mit 6 Stunden bei einem vollaufgeladenem Akku von Apple angegeben wird. Sicherlich nur in der Theorie, aber dennoch eine erhebliche Verbesserung zu den alten Modellen von Apple. Unterstützt wird die Energiesparsamkeit durch die passive Kühlung. Ein lautes Surren des Lüfters wie bei den meisten PC Laptops, in denen vor allem kein Mobile Processor seine Arbeit verrichtet, gibt es bei den Apple Notebooks nicht. Auch die eingebaute Festplatte arbeitet kaum hörbar.
Mit ca. 2,7 kg Gesamtgewicht und einem leichten Netzteil scheint mir der iBook nur etwas schwerer zu wiegen als die alten Powerbook Titaniums. Jedenfalls ein erträgliches Gewicht. Alle Anschlüsse für Ethernet, Firewire, USB und Modem sind an der linken Seite des iBooks angebracht. Ungünstig für alle Rechtshänder, die mit der originalen Applemaus arbeiten, da das Kabel meist zu kurz ist. Ein USB-Anschluss auf der rechten Seite des iBooks wäre eine tendenziell tolle Sache...
Die iBook 1 GHz kann durchaus mit dem Powerbook 1 GHz mithalten, was die Performance angeht. Die gefühlte Geschwindigkeit beim Arbeiten mit den Standardapplikationen ist durchaus ausreichend. Schwierig wird es natürlich mit Hardcore-Anwendungen und grafikintensiven Programmen, da stösst der iBook an seine Grenzen. Grund dafür ist die mittlerweile veraltete Radeon 9200 von ATI; damit steht das Arbeiten mit 3D-Anwendungen oder Spielen ausser Frage. Der direkte Benchmarkvergleich mit einem G5 PowerMac offenbart schrecklich grosse Performanceunterschiede. Schnell wird bewusst, dass man mit dem iBook nicht den Porsche unter den Apple Notebooks gekauft hat. Somit ist die Zielgruppe der iBook-Käufer festgelegt: der iBook eignet sich hervorragend als Zweitgerät oder für MacUser, die vor allem mit Standardapplikationen (Office, Internet, Datenbank) auch mobil arbeiten müssen. Das kleine 14“ Display und die schwache Prozessorleistung verbieten geradezu das Arbeiten an grafikintensiven Anwendungen.
Der iBook wird standardmässig mit dem installierten MAC OS X 10.3 Panther Betriebssystem ausgeliefert. Als alter MacUser bedeutet dies für mich den Umstieg von MAC OS 9.2 Classic, und im nachhinein gesehen der Einstieg in das Arbeiten mit einem ausgereiften System mit vielen Vorteilen. Quasi „plug-in-play as it best“ ist Panther ein intuitiv einfach zu beherrschendes Betriebssystem mit einer ansehnlichen Benutzeroberfläche und einer deultlich verbesserten Stabilität. Es macht einfach Spass mit Panther zu arbeiten. FAZIT
Der iBook 1 GHz ist ein ausgereiftes Produkt mit kleinen Mängeln. Dabei sind die Helligkeitsunterschiede im Display grobe Schnitzer. Der Eindruck, ein robustes und optisch auffallendes Gerät gekauft zu haben, wird nicht unbedingt geschmälert durch die kleinen Produktionsfehler wie oben beschrieben. Wer Applegeräte jahrelang genutzt und gekauft hat, ist dann doch erfreut über das relativ gute Preis-Leistungsverhältnis des iBooks, muss sich jedoch bewusst sein, dass rechenintensive Applikationen hier eher fehl am Platze sind. Natürlich drängt sich die Frage auf, warum nicht bei gleichem Preis ein leistungsfährigeres und (vielleicht auch besser verarbeitetes) PC Notebook anzuschaffen. Doch als alter MacUser nur ein kurzer Gedanke... Ansonsten macht es viel Spass mit dem iBook und einem sehr benutzerfreundlichem Panther OS zu arbeiten.
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14.10.2004 13:12
Hi! Sehr guter Bericht. Die Verarbeitungsmängel und das Display-Problem kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Eine gute Freundin von mir hat das iBook G4 12". Das Display gehört zu den Besten dieser Preisklasse, und Helligkeitunteschiede sind für mich nicht zu erkennen. Auch die Verarbeitung des iBook ist meiner Meinung nach 1A. Klare Kanten und sehr robuste Materialen - da können sich die meisten PC Notebooks was abschauen. Viele Grüße, Alex
21.09.2004 17:41
Sehr guter Bericht, auch wenn ich die meisten Probleme (Displayhelligkeit, Touchpad nicht eben, ...) bei mir nicht bestätigen kann. Ich hatte aber schonmal davon gehört. Allerdings besitze ich die 12"-Ausgabe (2,1kg). Störend finde ich nur die recht niedrige Helligkeit des Displays, an einem Sommertag ist das draußen arbeiten mühsam. Ansonsten bin ich aber beeindruckt vom iBook!
28.07.2004 17:39
Ein sehr schöner Bericht !