Steve Jobs' Geniestreich
23.07.2002
Pro:
Stabil, komfortabel und einfach schön
Kontra:
Geschwindigkeit auf älteren Rechnern
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Geschwindigkeit
Stabilität:
Installation
Benutzerfreundlichkeit
mehr
 steska
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:64
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 43 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
"Never touch a running system!", sagt man so schön. Mit Einführung von Mac OS X hat dieser gut gemeinte Ratschlag wohl an Wert verloren. Ehrlich gesagt, war ich eigentlich ziemlich sauer, als Apple verkündet hat, dass OS X ab sofort im Mittelpunkt steht und das gute alte Mac OS zu Grabe getragen werden soll. Schließlich hat das zur Folge, dass man einen Haufen Geld zu investieren hat, um seinen Mac wieder auf einen aktuellen Stand zu bringen – Vorteile des neuen Systems hin oder her. Die Hard- und Softwareindustrie dürfte heftig frohlockt haben angesichts dieser genialen Strategie... Ich habe deshalb auch versucht, die neue Entwicklung zu boykottieren – es funktioniert aber eigentlich nicht; auf Dauer kommt man um OS X nicht herum, da es sich hier nicht mehr nur um ein simples Update handelt, sondern dem Mac eine völlig neue Systemarchitektur verpasst wird. Also entschloss ich mich, in den sauren Apfel zu beißen. Da mir 130 Euro für eine aktuelle System-CD zu teuer waren, habe ich bei Ebay zugeschlagen und eine OS X 10.0-Version inkl. aller Updates ersteigert – für ca. 60 Euro. Letzten Samstag war es dann soweit – OS X sollte ab sofort auf meinem G4/400 laufen.
~~ Installation ~~ Zuerst musste die Firmware meines Rechners aktualisiert werden, was aber reibungslos über die Bühne ging. Anschließend wird die System-CD eingelegt, der Installer aufgerufen und der Rechner von der System-CD neu gestartet. Die Installation läuft dann im Wesentlichen sehr einfach ab. Man sollte sich nur vorher überlegen, auf welchem Volume das neue System installiert werden soll – entweder gemeinsam mit OS 9 auf einem Volume oder auf einem eigenen; beides ist möglich. Bei mir liegen die Systeme jetzt auf zwei verschiedenen Volumes. Im beiliegenden (sehr schmalen) Handbuch ist das ebenfalls noch einmal erklärt. Nach der Installation werden einige Informationen zur Grundkonfiguration abgefragt: Benutzername und Passwort einrichten, Internetverbindung über DSL einstellen – alles kein Problem. Nach ca. 20 Minuten präsentierte sich mein Mac im coolen Aqua-Design. Erster Eindruck: Einfach nur schön. Zweiter Eindruck: Ziemlich schwerfällig. Grund: Im Unterschied zum herkömmlichen Mac OS scheint das neue System sehr hohe Ansprüche an die Rechenleistung zu stellen, um all die netten grafischen Effekte wie transparente Fenster, animierte Icons etc. zu bewältigen. Das Aufziehen eines Fensters funktionierte manchmal ziemlich stockend. Ich habe mich dann aber mit der Version 10.0 nicht weiter aufgehalten, sondern die "Update-Orgie" auf 10.1.5 gestartet.
~~ Updates ~~ Die Updates bis hoch auf 10.1.5 ließen sich ebenso reibungslos installieren. Ich hatte vorher in einige Foren gelesen, dass es zu Abstürzen bei der Installation gekommen sei – bei mir passierte das nicht. Den letzten Schliff bekommt das System dann durch die eingebaute Softwareaktualisierung, die das aktuelle System online mit den verfügbaren Updates bei Apple vergleicht und notwendige Software herunter lädt und installiert. ~~ Die Folgen der Installation ~~ Problem bei OS X ist: wenn man es einmal erlebt hat, möchte man es nicht mehr missen. Deshalb versucht man mit aller Macht, das System und sämtliche Peripheriegeräte wieder zum Laufen zu bekommen. Nächstes Problem: Ich arbeite mit verschiedenen USB-Geräten wie CD-Brenner, Zip-Laufwerk und Scanner, die mittlerweile das stolze Alter von gut 2 Jahren erreicht haben. Wer erwartet, dass die Hersteller freudig entsprechende OS X Treiber für diese Geräte anbieten, wird in vielen Fällen enttäuscht. Die wollen natürlich ebenfalls vom neuen System profitieren und ihre neuen Geräte verkaufen...
Zum Glück läuft jetzt bei mir fast alles wieder unter OS X. Ausnahme ist der Scanner von Epson. ~~ Stabilität ~~ Mac OS X soll ja angeblich nahezu "unkaputtbar" und fast frei von Abstürzen sein. Betonung liegt auf "fast". Da ich gelegentlich mal Faxe aus meinem Rechner versende, habe ich auch für mein ISDN-Modem einen aktualisierten Treiber installiert. Das funktionierte ungefähr für 10 Minuten. Anschließend gab es einen Totalcrash bei OS X: Der Monitor wurde schwarz, und wie unter MS DOS erschienen in Systemschrift ellenlange Fehlermeldungen. Der UNIX-Kern lässt grüßen... Der Totalcrash hatte außerdem zur Folge, dass mein USB-Grafiktablett nicht mehr vom Rechner erkannt wird – weder unter OS X noch unter OS 9. Es sieht so aus, als wenn das Tablett durch den Crash komplett "zerschossen" wurde :-(( Auch ein paar andere USB-Geräte verhalten sich seitdem manchmal eigenartig. Zum Beispiel bricht der CD-Brenner beim Schreiben einer CD ab und meldet, die USB-Verbindung sei nicht stabil. Da wird doch wohl kein Hardware-Fehler entstanden sein...?
~~ Geschwindigkeit ~~ Nun ja, es ist nicht gerade ein Renner... Anwendungen, die für OS X geschrieben wurden, laufen dennoch zufrieden stellend. Ich werde trotzdem mal in den Zeitschriften blättern. Ich habe beim Überfliegen schon einige Tipps gesehen, mit denen man das System noch etwas beschleunigen kann. Mehr Geschwindigkeit ist immer gut. ~~ Fazit ~~ Für den Standardanwender macht OS X macht einfach Spaß. Für Neueinsteiger in die Apple-Welt ist es ideal, für Umsteiger anfänglich gewöhnungsbedürftig. Viele Einstellungen findet man jetzt an anderer Stelle, manch mitgelieferte Software – z.B. "Mail" – könnte noch etwas mehr Zusatzkomfort vertragen, wie man es vielleicht von Outlook Express gewöhnt ist. Vor dem Umstieg sollte man sich auf jeden Fall informieren, ob die Hersteller der Peripheriegeräte aktualisierte Treiber anbieten. Man kann zwar immer noch die Classic-Umgebung hochfahren, um ältere Software zu nutzen – aber wer will das schon?
Ansonsten freue ich mich bereits jetzt auf OS X 10.2, das Ende August lieferbar sein soll. Versprochen wird ein spürbarer Geschwindigkeitszuwachs, da viele der Grafikoperationen vom Prozessor auf die Grafikkarte verlagert werden sollen. Hoffen wir mal, dass sich die Erwartungen erfüllen. Für noch mal ca. 150 Euro muss schon etwas passieren...
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
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29.04.2003 10:10
Hi Steska, ich will kurz meine Bewertung kommentieren, keine Frage, der Bericht ist nützlich, aber leider nicht sehr nützlich, da noch einige Sachen fehlen und vorallem nicht alles so ist wie Du schreibst. Ein großer markel, den ich aber überall anpranger ist : Steve Jobs oder Bill Gates haben nichts mit den Systemen am hut, die nicken nur noch, ob oder ob nicht. Aber warum schreibst Du nichts über die Programme von MacOS 9 ? oder habe ich das überlesen ? Gruß J_II
21.11.2002 20:09
Guter ausführlicher Bericht! Haste echt gut hinbekommen. Bis dann mfg HoopNation
22.10.2002 14:06
Achja, für Deine "Absturzsammlung": ich hatte versehentlich beim lokalen netzwerk die eigene IP angegeben - das fand der Mac nicht gut; Der Bildschrim wurde schwarz und in einem weißen kasten wurde ich aufgefordert, den Rechner neu zu starten. des weiteren zog ich mal versehentlich meine Digicam aus dem USB-slot. Da lief gar nichts mehr.