Apple Watch: Erfüllt diese Uhr eure Erwartungen?

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Apple Watch: Erfüllt diese Uhr eure Erwartungen?

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Erfahrungsbericht über "Apple Watch: Erfüllt diese Uhr eure Erwartungen?"

veröffentlicht 17.07.2017 | Cosmay
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Es geht nicht darum, das Populäre zu machen, sondern das Richtige zu tun. Und dann muss man dafür sorgen, dass es populär wird. (Guido Westerwelle)
Nichts für mich
Pro Uhrzeit (!), Pulsmesser, Schrittzähler und Kalorienverbrauchsanzeige in einem
Kontra Generation "Gesenkter Kopf", omnipräsente Erreichbarkeit vs. Genervtheit; untersützt Ungeduld
besonders hilfreich

""Du sprichst mit deiner Uhr? So wie bei Knight Rider?""

Bezüglich K.I.T.T. sagenhaft cool ~ in der allzu modernen Welt jedoch (mich) zunehmend erschreckend.

Bezüglich K.I.T.T. sagenhaft cool ~ in der allzu modernen Welt jedoch (mich) zunehmend erschreckend.

Nein, ich selbst besitze keine Apple Watch, bin jedoch arbeitstäglich live dabei, wenn diese "Uhr" gewissermaßen zwangsläufig genutzt wird.

Angefangen bei meiner Fassungslosigkeit ob des Preises - je nach Modell, Kaufort und genauere Version ist scheinbar zwischen 250,-- und 800,-- € fast alles möglich - hat es offen gesagt etwas länger gedauert, bis mir bewusst wurde, dass diese Uhr nicht nur (neben der Anzeige der Uhrzeit) für die Messung des Pulses ausgerichtet ist.

Auf persönliche Vorlieben ist hier durchaus seitens der Hersteller Vielfältigkeit geboten worden; kommt die Uhr in optisch leicht veränderten Varianten und Farben daher, lässt sich mit mannigfaltigen Armbändern kombinieren und dabei insgesamt stets versucht, schlicht und elegant zu wirken.

Wer es gerne noch winziger mag, kann anstatt der üblichen 42-Millimeter-Variante auch die 38-Millimeter-Variante mit kleinerem Display erstehen ~ preislich ähneln sich meiner Recherche nach diese Modelle durchaus, während die Apple Watch Sport in der 42 Millimeter Größe mit Saphir-Glas abgerundet wurde und somit nicht zuletzt Dank des verwendeten Edelstahlgehäuses schnöde 699,-- € kosten kann.

Definitiver Knackpunkt an der Apple-Watch zweifelsohne der Aspekt, das diese für jene Front, der es aus welchen Gründen auch immer nicht möglich ist, diese Uhr mit seinem Iphone (ab Version 5) zu verknüpften, schlichtweg eine Uhr bleiben wird.'

Die Idee, über dieses Produkt nicht nur Musik hören zu können, sondern ebenso Nachrichten über den Facebook-Messenger, die typischen SMS, Emails empfangen sowie überdies sogar telefonieren kann, versetzt mich persönlich in Erstaunen wie auch Fassungslosigkeit. Im Grunde genommen lassen sich über die Apple Watch diverse Apps aufrufen, bedienen und nutzen. Ein Unterfangen, was aus dieser kleinen Armbanduhr nahezu eine winzigen Ipad macht - nur ohne anschließbare Tastatur.

Der integrierte Schrittzähler sowie Pulsmesser mag für die Front sinnvoll erscheinen, die eine solche Funktion zwar auf dem Mobiltelefon zu schätzen weiß, gleichzeitig jedoch damit hadert, dass man im Zuge der Genauigkeit das Telefon eben auch im Haushalt, auf der Arbeit oder der Freizeit ständig am Körper tragen muss, damit dieses auch jeden einzelnen Schritt aufzeichnen kann. Dass eine eine am Handgelenk getragene Variante hier mehr Sinn macht, liegt galanterweise auf der Hand.

Fakt ist:
Es mag vom ein oder anderen als Vorteil angesehen werden, dass man jene Nachrichten via buchstäblichen Augenblick von seinem quasi-Handgelenk ablesen kann, diese via Spracherkennung beantworten kann und eben nicht zusätzlich in der Handtasche fummeln muss, wenn man "mal eben" eine SMS verschicken oder den Facebook-Messenger benutzen möchte.
Der Verzicht auf ein Mobiltelefon ist jedoch nur bedingter Natur gegeben, lässt sich die Uhr wie bereits erwähnt ohne angekoppeltes Iphone nicht nutzen.

Fakt ist ebenso:
Durch die Apple Watch ist der jeweilige Benutzer noch mehr an den Segensfluch Internet gebunden. Es vergeht zwangsläufig immer weniger Zeit, in der man nicht Gefahr läuft, jede Nachricht sofort zur Kenntnis zu erlangen und sich somit unter Druck zu setzen, auf diese auch umgehend zu reagieren.

Der zeitgleich angestrebte Lebenssinn der Entschleunigung wird förmlich jedem aus dem Leib geprügelt, der eine solche apple watch am Handgelenk trägt, ist es hier kaum mehr möglich, eine empfangene Nachricht für auch nur einen Augenblick zu ignorieren.

Ich selbst stehe daneben, wenn während der beruflichen Tätigkeit die Apple watch ein vibrierendes Signal von sich gibt und die Besitzerin automatisch darauf linst, was diese zu melden hat.

ich selbst saß daneben, als im Kino die apple watch mittels kurzem Aufblinken über eine eingegangene Nachricht informiert. Dass dies je nach "Träger" einer wahren Lichtershow gleichkommt, sei an dieser Stelle lediglich der Vollständigkeit halber erwähnt.

Ich selbst saß daneben, als die apple watch während der Autofahrt dazu verleitete, den Blick von der Straße zu wenden und mal eben zu spinzen ~ was ich als definitiven Knack- wie auch Minuspunkt des Produktes erachte.

Soll heißen:
Während viel zu viele während der Autofahrt auf ihr Mobiltelefon schauen, vermochte der ein oder andere Werbetext hinsichtlich der apple watch zu suggerieren, dass hier der umständliche Blick auf ein Handy und die damit einhergehende Ablenkung vom Straßenverkehr minimiert wird.

Statt weiterhin und wesentlich vehementer auf das Leitmotiv zu setzen, dass während der Autofahrt rein gar kein Augenmerk auf Facebook, SMS, WhatsApp & Co gerichtet gehört, um nicht andere dahinzurichten ist die Werbebotschaft hier: mal schnell aufs Handgelenk geschaut ist besser als in der Handtasche nach dem Telefon zu wühlen. Schließlich kann man hier via Seitenblick erkennen, wer anruft - ähnlich wie in einer Freisprechanlage.

Eine Einstellung, die mir persönlich Bauchschmerzen bishin latente Übelkeit verursacht.

Die Frage, ob die apple watch meine Erwartungen erfüllt

, kann somit nur mit einem definitiven
Ja
beantwortet werden ~ dahingehende Erwartungen, dass der Mensch noch mehr mit dem Internet verschmilzt, der ständigen Erreichbarkeit kokettiert und dabei immer unmenschlicher wird.

Wer kennt keinen Kollegen, Bekannten, Verwandten, der beim Eingangsgeräusch einer SMS und / oder einer WhatsApp / Messenger Nachricht ein genervtes Gestöhne von sich gibt, sich lautstark fragt, was denn jetzt schon wieder sei.. .jedoch zu keinem Zeitpunkt dazu übergeht, das entsprechende Gerät schlicht und ergreifend auszuschalten?

Wer hat sich noch nicht selbst dabei ertappt, in der Bahn, im Geschäft, im Kino, im Wartezimmer oder gar inmitten dem botanischen Garten kopfschüttelnd auf die Mitmenschen zu starren, die zombi-esk auf ihren transportablen Bildschirm starren; um nur wenig später selbst "nur mal eben kurz was gucken" zu wollen?

War- es seinerzeit die Generation Gameboy, die auf dem Gehweg beinahe in andere Passanten hineinliefen und damit teilweise amüsierte, teilweise ärgerliche Reaktionen nach sich zog, ist das heutige Bild der Generation gesenkter Kopf allgegenwärtig.

Ein gesenkter Kopf nicht aus Demut ~ ein gesenkter Kopf gen Bildschirm und nun eben auch Handgelenk.

Das ist keine Zukunft, geschweige denn Gegenwart, wie ich sie mir wünsche.

Viele von uns mosern, moppern und jaulen über den zunehmenden Erwartungsdrang eines fast-jeden, in immer kürzer werdenden Abständen immer mehr Aktion und Reaktion des gewollten Ansprech-- respektive Anschreibpartners zu erhalten ~ und gewöhnen sich einen solchen Erwartungsdruck selbst an.

Meiner Erfahrung nach sind die Zeiten, in denen man über eine Woche bewusst oder gar nur gezwungenermaßen auf jedweden Internetkonsum verzichtet, die gehaltvollsten, intensivsten und tatsächlich entspannendsten wie auch bewusst erlebtesten.

Meiner These nach versetzt jedoch die bloße Vorstellung davon, dass man seinerzeit "nur" dann ins Internet konnte, wenn nicht gleichzeitig telefoniert wurde; man schlicht und ergreifend bei jemanden vorbeiging um zu fragen, ob dieser Zeit hätte und man sich vis-a-vis sah, statt zu chatten; die meisten, die in diesem Jahrtausend geborene sind, in eine amüsierte, wenn nicht gar schockierte Stimmung.

Meiner Hoffnung nach wird vielleicht irgendwann, irgendwas drastisches passieren, was die Menschen umdenken lässt.

Meiner Erwartung nach, nicht zuletzt eingedenk Erfindungen wie der apple-watch driften die Menschen jedoch zunehmend auseinander und treiben somit den Ursprungsgedanken des Internets, Persönlichkeiten zu verbinden, ad absurdum.

Die apple watch - eine Uhr, die ich aus meinem Beobachterposten beurteilend in gleich zwei Fällen meines Umkreises meine düstersten Erwartungen obsolet zu erfüllen scheint.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • andreasloy veröffentlicht 08.08.2017
    Die brauch ich nicht. Und zu dem Warnschild: In Augsburg gibt es an der Hochschul-Haltestelle Bompeln, die mit blinkenden Lichtern vor der Tram warnen. Ganz ehrlich, das brauchst nicht. Augen auf im Straßenverkehr ;-)
  • Pensionistin veröffentlicht 02.08.2017
    Ein "Erfahrungsbericht" von jemanden der diese Uhr nicht besitzt ... naja, bei CIAO ist dies wohl Standard, wie man nicht nur an den Bewertungen erkennen kann ...
  • Juke veröffentlicht 01.08.2017
    BH... aber du weisst ja, dass ich Fan bin :-)
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