Fotoverwaltung auf dem Mac
02.01.2010
Pro:
einfache Fotoverwaltung, viele verschiedene Funktionen, intelligente Ordner, etc .
Kontra:
Keine Möglichkeit, Fotos auf eigenen Diensten bzw . eigenem FTP - Server zu veröffentlichen
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Benutzerfreundlichkeit
Stabilität:
mehr
 ViperJP
Über sich:
Schwuppdiwupp... da isser rot. Na endlich! :D
Mitglied seit:24.04.2000
Erfahrungsberichte:110
Vertrauende:37
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 63 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo liebe Leserinnen und Leser, wie ihr euch sicher schon denken könnt, bin ich momentan auf dem Apple-Trip. Kein Wunder, denn mein neuestes Spielzeug zu Hause ist ein iMac. Heute möchte ich euch über ein Programm berichten, welches auf meinem Mac standardmäßig vorinstalliert gewesen ist: iPhoto. Mit iPhoto lassen sich auf dem Mac schnell und einfach alle Fotos verwalten, die man besitzt. Unter Windows kennt man das vielleicht mit weniger Funktionalität vom Ordner „Eigene Bilder“. iPhoto besitzt aber viele Einstellungs- und Verwaltungsmöglichkeiten, die den Windows-Bordmitteln jedoch gnadenlos überlegen sind. Im Folgenden möchte ich euch iPhoto nun genauer vorstellen. Was man alles damit machen kann und welche Funktionalitäten iPhoto für den Privatgebrauch sonst noch bietet.
Ich wünsch wie immer viel Spaß beim Lesen! :-) Inhaltsverzeichnis:
- iPhoto - Grundlagen
- iPhoto - Funktionalität
- iPhoto - eigene Erfahrungen
- Fazit
Grundlagen
iPhoto ist, wie zu Eingangs bereits erwähnt, ein Programm für Macintosh-Computer. Für Windows ist es nicht verfügbar. iPhoto dient primär als Verwaltungsprogramm für Bilder und Videos, wobei das Hauptaugenmerk - wie der Name schon vermuten lässt - natürlich auf Bilder liegt. iPhoto gehört dabei zur Programmgruppe „iLife“, die aber eigentlich auf jedem neuen Mac bereits vorinstalliert ist und nicht erst extra dazu bestellt werden muss. Wer auf seinem Mac iLife noch nicht vorinstalliert hat, kann es bei Apple für 79 Euro separat erwerben, oder für 99 Euro eine Familienlizenz kaufen. Neben iPhoto sind im iLife-Paket auch noch die Programme iMovie, GarageBand, iWeb und iDVD enthalten. Auf diese Produkte werde ich aber an dieser Stelle nicht weiter eingehen.
iPhoto erstellt dabei eine eigene Bibliothek, in der alle Bilder und Videos gespeichert werden. Diese Bibliothek ist auch nur mit iPhoto zu öffnen und erhält, wie bereits erwähnt, wirklich alle Bilder und Videos. Es ist also darauf zu achten, regelmäßig Backups dieser Bibliothek anzulegen. Sonst ist es im Problemfall durchaus möglich, auf einen Schlag seine komplette Fotosammlung zu verlieren! Aber keine Sorge, man kann die in der Bibliothek gespeicherten Bilder natürlich nach wie vor anderen zur Verfügung stellen. Dazu muss man einfach die einzelnen Fotos oder Alben aus iPhoto z.B. auf den Schreibtisch (= Desktop beim Mac) oder einem anderen Medium ziehen. Schon werden die Fotos an den gewünschten Ort kopiert. Weitere Möglichkeiten, Fotos zu exportieren, werde ich im folgenden Abschnitt genauer erläutern.
Funktionalität
Das tolle ein iPhoto ist, dass man mit diesem Programm intelligente Alben erstellen kann. Dies ist auch mitunter einer der größten Pluspunkte
Bilder von Apple iPhoto '09
dieser Anwendung. Dabei gibt es bereits vier voreingestellte Alben:
Ereignisse Bei jedem Import von Fotos, erstellt iPhoto automatisch ein neues Ereignis. Wenn man dieses nicht weiter benennt, ist der Ereignisname automatisch das Aufnahmedatum der Fotos. Bei einem Import von Fotos, die über mehrere Tage verteilt geschossen wurden, passt iPhoto den Namen entsprechend an. Zum Beispiel „31.12.2009 - 02.01.2010“. Natürlich kann man jedem Ereignis auch einen eigenen Namen und eine eigene Beschreibung geben. Innerhalb dieses Albums werden alle Ereignisse einzeln dargestellt. So kann man z.B. schnell und einfach Fotos von einem Bestimmten Datum finden.
Fotos In diesem Album werden alle Fotos, die sich in der Mediathek von iPhoto befinden, angezeigt. Man kann einstellen, in welcher Reihenfolge die Fotos sortiert werden sollen. Ansonsten sieht man hier halt alle Fotos aufgelistet.
Gesichter iPhoto bietet eine automatische Gesichtserkennung. Das Programm erkennt auf den einzelnen Bildern automatisch die Gesichter und markiert diesen Bildabschnitt. Nun kann man den Gesichtern Namen zuordnen. Im Album „Gesichter“ schlussendlich werden die einzelnen Namen (natürlich mit dem passenden Gesicht *gg*) aufgelistet angezeigt. So kann man beispielsweise alle Fotos sich anzeigen lassen, auf denen eine bestimmte Person zu sehen ist. Darüber hinaus macht iPhoto auch selbst Vorschläge, auf welchen Bildern das Gesicht noch zu sehen sein könnte. Je mehr Fotos man von einer Person bereits indiziert hat, desto genauer funktioniert auch diese Funktion. Allerdings sollte man sich nicht blind darauf verlassen. Nicht immer funktioniert die automatische Gesichtserkennung einwandfrei bzw. auf allen Fotos.
Orte Zu jedem Foto kann man den Aufnahmeort angeben. Einige Digitalkameras und Handys benutzen bereits eine GPS-Information, die automatisch den Aufnahmeort in den Bildinformationen speichert. Eine solche Funktion bietet beispielsweise das iPhone 3GS. Wenn man nun auf dieses Album klickt, wird einem standardmäßig eine Landkarte angezeigt. Ähnlich wie bei Google-Maps lässt sich hier über die Karte bewegen und bis zu den einzelnen Straßen hineinzoomen. Auch eine Satelliten und eine Hybridansicht steht zur Verfügung. Die einzelnen Aufnahmeorte werden dabei durch eine Stecknadel symbolisiert. Klickt man auf eine dieser Stecknadeln, werden einem automatisch alle Fotos angezeigt, die an diesem Ort geschossen wurde. Mit der Zeit lässt sich so quasi ein kleine Steckkarte erstellen, auf der man sieht, wo man überall schon Fotos geschossen hat. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch: Wenn man keine automatischen GPS-Daten zur Verfügung hat, kann man nur den Ort auswählen aber keine Straße. Bei einer Kamera, die auch die GPS-Informationen speichert, wird hier auch entsprechend genau auf der Karte die Stecknadel gesetzt. Darüber hinaus lassen sich auch eigene Alben erstellen. Hier kann man ganz normale Fotoalben erstellen (unter Windows würde man einfach einen Unterordner erstellen und da z.B. alle Katzenfotos hinein packen) oder aber ein intelligentes Album. Der Unterschied besteht darin, dass das intelligente Album automatisch Fotos hinzufügt. Dabei lassen sich die verschiedensten Kriterien auswählen. Beispielsweise alle Fotos die an einem bestimmten Ort geschossen wurden. Oder alle Fotos, auf denen zwei bestimmte Personen zusammen drauf sind. Oder Fotos, die in der Beschreibung einen bestimmten Text stehen haben. Ich habe zum Beispiel ein intelligentes Album mit dem Namen „Fun“ erstellt. Hier kommen alle lustigen Bilder hinein, die ich so im Internet gefunden und abgespeichert habe. Erkannt werden diese Bilder anhand der Beschreibung „Fun“, die ich dann manuell noch bei jedem Bildimport von solchen Fotos reinschreiben muss. Das muss man übrigens nicht bei jedem Foto einzeln machen, sondern kann auch mehrere Fotos auswählen und die Informationen gleichzeitig bearbeiten.
Neben der oben bereits erwähnten Funktion, einzelne Fotos oder Alben auf ein anderes Speichermedium zu kopieren, kann iPhoto ausgewählte Fotos auch auf MobileMe, Facebook oder Flickr bereitstellen. Dazu muss bei der ersten Benutzung dieser Funktionalität einfach die Userdaten angegeben werden und alles weitere geschieht dann automatisch. Wenn das Album veröffentlicht wurde, wird automatisch ein entsprechender Eintrag in der Seitenleiste von iPhoto erstellt. Wenn man dann auf einen dieser Einträge klickt, kann man hier auch weitere Fotos dem Album hinzufügen, Fotos löschen oder das komplette Album wieder löschen. Dabei werden die Fotos dann auch auf der entsprechenden Gegenstelle, z.B. Facebook, wieder gelöscht oder verändert. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Fotos direkt aus iPhoto heraus per Mail zu versenden. Aber das ist noch nicht alles, was iPhoto kann. Man kann auch seine Fotos auch an Apple zum Drucken senden. Dort kann man dann von seinen Fotos Abzüge erstellen lassen, Fotos als Buch binden (mit verschiedenen Design-Optionen, die zur Auswahl stehen) oder Kalender oder Post- bzw. Grußkarten mit eigenen Fotos drucken lassen. Leider kann ich nicht sagen, wie gut das funktioniert. Ich habe mir eigentlich noch nie Abzüge von selbst gemachten Fotos machen lassen (kann sie ja auf dem Rechner betrachten), insofern kann ich hier leider nicht mit Erfahrungen dienen. Jedenfalls stellt iPhoto diese Funktionalität zur Verfügung. Allerdings bietet Apple diesen Service natürlich nicht für umsonst an. Eine Auflistung der Preise lässt sich auf der Webseite von Apple einsehen.
So weit so gut, aber iPhoto wäre nicht iPhoto, wenn es nicht noch mehr könnte. Neben den bereits genannten Dingen, kann man mit iPhoto seine Bilder auch bearbeiten. Natürlich weist iPhoto hier keine Photoshop-Qualitäten auf. Für die professionelle Bildbearbeitung gibt es auch aus dem Hause Apple ein Programm (Aperture). Für den normalen Heimgebrauch jedoch sind die vorhandenen Funktionen meist mehr als ausreichend. So lasen sich die Bilder drehen, bestimmte Elemente aus dem Bild freistellen oder das Bild begradigen. Neben einem Filter, der den „Rote Augen Effekt“ mildert, kann man seine Fotos auch leicht retuschieren. Auch kann man verschiedene Effekte hinzufügen (z.B. Verblassen, Sepia-Filter, Unschärfe hinzufügen, etc.) oder verschiedene Eigenschaften des Bildes anpassen wie z.B. die Farbwerte, Sättigung, Rauschreduzierung, Licht- und Schattenwerte usw. Daneben gibt es auch eine Funktion, die das komplette Bild mit einem Mausklick verbessert. Passenderweise nennt sich dieser Button auch „Verbessern“. iPhoto gleicht hier nun Farbe, Sättigung, etc. automatisch an um ein möglicherweise optimiertes Ergebnis zu erreichen. In den meisten Fällen lassen sich die Ergebnisse auch durchaus sehen. Für Otto-Normalverbraucher wird dies wahrscheinlich die am häufigsten gewählte Einstellung sein. Aber wie gesagt, die einzelnen Bildwerte lassen sich auch manuell anpassen. Und, als ob das noch nicht genug wäre, man kann mit iPhoto auch eine Diashow einzelner Fotos oder kompletter Alben anzeigen lassen. Für die Diashow selbst gibt es verschiedene Design-Templates zur Auswahl, die allesamt auch sehr ansprechend wirken. Dazu kann man die Diashow auch noch mit Musik untermalen. Dabei kann man entweder aus vordefinierten Stücken wählen, oder Musik aus seiner iTunes-Bibliothek verwenden. Durch verschiedene Einstellungsmöglichkeiten kann man die Diashow konfigurieren. Beispielsweise wie lange ein Foto angezeigt werden soll oder Sonstiges. Interessant ist die Funktion, die Länge der Diashow der gewählten Musikuntermalung anzupassen. So wird die Dauer der Diashow automatisch an die Länge der Musik-Tracks angepasst, so dass beides gleichzeitig startet und die Musik nicht zwischendrin einfach abgebrochen wird.
Zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass iPhoto über einen separaten Papierkorb verfügt. Wenn man also ein Foto aus der iPhoto-Bibliothek löscht, wandert dieses nicht in den System-Papierkorb, sondern in einen eigenen iPhoto-Papierkorb. Die Bilder werden hier noch so lange aufbewahrt, bis man den Papierkorb manuell leert. Dies ist auf der einen Seite zwar praktisch, falls man mal ein Foto versehentlich löschen sollte, kann aber auch nervig sein, da man nicht immer unbedingt daran denkt.
Eigene Erfahrungen Inzwischen habe ich meine komplette Fotodatenbank in iPhoto importiert und lasse diese auch mit iPhoto verwalten. Im Laufe der Zeit sind bei mir rund 2.000 Bilder zusammengekommen. Die ältesten davon sind vor sieben Jahren geschossen worden.
Ich muss sagen, dass ich mit iPhoto mehr als zufrieden bin. Die intelligenten Alben erleichtern einem das Suchen nach bestimmten Personen ungemein, auch wenn man hier natürlich zu Anfangs erst selbst „Hand anlegen“ muss. Letztens bin ich mit einem Freund mal alle alten Schulfotos durchgegangen und haben uns die Fotos von bestimmten Leuten angeschaut. Ist schon echt nett, wenn man sich mit wenigen Mausklicks die gewünschten Bilder anzeigen lassen kann. iPhoto ist inzwischen zum Zentrum meiner Medienverwaltung geworden, was Fotos anbelangt. Kurze, selbst erstellte Videos, lassen sich ebenfalls in iPhoto importieren. So kann man beispielsweise ein Album „Videos“ anlegen, in dem alle selbst gedrehten Clips zu finden sind.
Die von iPhoto zur Verfügung gestellten Bildbearbeitungsfunktionen sind für den Heimgebrauch mehr als ausreichend. Zahlreiche Bilder konnte ich schon ansehnlich verbessern. Allerdings sind die Ergebnisse natürlich auch nicht immer vollends zufrieden stellend. Aber man darf halt auch keine Wunder erwarten. Schließlich ist iPhoto ein Fotoverwaltungsprogramm und kein Bildbearbeitungsprogramm. Dafür gibt es, wie vorhin schon erwähnt, eigene Software aus dem Hause Apple oder andere Programme wie zum Beispiel Photoshop von Adobe. Insgesamt bin ich von der Funktionalität von iPhoto durchaus angetan. Wie gesagt, war es für mich noch nie einfacher, bestimmte Bilder zu finden. Noch nie war meine Bildersammlung so aufgeräumt. Gut... unter Windows gibt es bestimmt auch Programme mit ähnlichen Funktionen. Allerdings sind diese bei Windows nicht dabei, wie es in meinem Fall bei dem Mac ist.
Wer einen Mac sein Eigen nennt und viele digitale Fotos besitzt, dem kann ich nur zur Verwendung von iPhoto raten. Negative Dinge kann ich an diesem Programm kaum finden. Ein Wermutstropfen ist, dass ich z.B. für die Veröffentlichung von Fotos im Internet keinen eigenen Dienst bzw. einen eigenen FTP-Server auswählen kann. Somit bleibt die Auswahl bei MobileMe, Facebook oder Flickr. Eine weitere Einschränkung mag für manchen sein, dass man mit iPhoto selbst keine Sicherung der Datenbank vornehmen kann. Gut... auf einem Mac macht das nicht unbedingt viel Sinn, denn auf jedem Mac ist die TimeMachine vorinstalliert. TimeMachine ist ein Programm, welches in auswählbaren Intervallen eine komplette Sicherung des Systems auf einem externen Datenspeicher (z.B. eine externe Festplatte) vornimmt. Von da aus ist das für mich persönlich jetzt kein Punkt, wo ich iPhoto für rügen würde.
Kommen wir nun also zum Fazit.
Fazit Alles in Allem bin ich mit iPhoto mehr als zufrieden. Einziger Negativpunkt für mich ist, dass ich keine eigenen Dienste oder einen eigenen FTP-Server zum Veröffentlichen meiner Fotos auswählen kann, sondern auf die vorgegebenen Dienste zurückgreifen müsste. In der Gesamtbewertung fällt dies allerdings für mich persönlich nicht zu sehr ins Gewicht, da ich eh kaum Fotos im weltweiten Netz veröffentliche.
Da ich ansonsten mit iPhoto rundherum zufrieden bin, vergebe ich an dieser Stelle auch die volle Punktzahl. Ich bedanke mich bei euch fürs Lesen und freue mich wie immer auf euer Feedback.
Euer Jan
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10.04.2011 10:46
Ich nutze iPhoto nur um die Bilder für meine MobileMe Gallerie zusammenzustellen, bzw. um alle Bilder, die auf meine Webseite gehören zwischenzu speichern. Für die Große Fotoverwaltung nutze ich Lightroom. Aber schön ist es in iPhoto DiaShows zu estellen mit Musik zu hinterlegen und in Full HD zu exportieren.
03.01.2010 10:18
@vorgegebene Dienste - Willkommen bei Apple! - @Bildbearbeitung - es ist keine! Sondern eine Fotoverwaltung, aus der man zu allem Überfluss die Bilder wieder ganz schlecht heraus bekommt, will man iPhoto nicht mehr verwenden.
03.01.2010 01:01
...ja, zweifellos, die Funktionen sind prima durchdacht, auch bereits bei der 06er Version. Da ich sehr viel mit temporären Bilddateien arbeite, die dann schnell auf der externen Festplatte oder ganz im "Orkus" verschwinden, nutze ich iPhoto aber eher selten... zum Bearbeiten schon gar nicht, das läuft dann doch über Photoshop... aber sehr fundierter Bericht, LG und alles Gute noch für 2010