Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Beruhigend, interessant, spannend, vielfältig, nicht ganz presiwert für Einsteiger |
| Kontra: |
da fällt mir nichts ein . . . |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Faszination Aquarium
Seit nunmehr rund 30 Jahren pflege ich jetzt Aquarienfische und habe etliche Aquarien in unterschiedlicher Form und Größe betrieben. Es gibt für Einsteiger in die Aquarienwelt jede Menge Literatur, wie man was macht, was man kaufen sollte und was nicht, wie die Technik funktioniert, was man alles machen kann, um Fischen und Pflanzen ein "biotopisches" Leben zu bescheren, wie die Pflanzen heißen und welche Fische sich wo und wie wohlfühlen. Dazu findet ihr im Anhang ein paar Literaturhinweise.
Ich versuche mit diesem Bericht einen Anhalt zu bieten, wie man in die Welt der Aquarien hineingelangt, ohne die typischen, meist kostenträchtigen Anfängerfehler durchlaufen zu müssen, die einem die Freude am lebhaften Fischetreiben durchaus verderben können.
Dazu vorab etwas Grundsätzliches - Fische, hier sind die unter dem Sammelbegriff Zierfische subsummierten Lebewesen gemeint - fühlen sich am wohlsten, wenn sie in freier Natur in natürlicher, gewohnter Umgebung herumschwimmen können und wenn der Mensch seine Finger aus dem jeweiligen Gewässer dauerhaft heraushält. Alles andere ist eine Einschränkung an Lebensqualität, die der geneigte Aquarianer versucht, durch seine pflegerischen Maßnahmen in erträglichen Grenzen zu halten.
Der Start in die Aquarienwelt
Vorbereitende Tätigkeiten
Wer lesen kann ist klar im Vorteil, heißt es. Und in Sachen Aquarien und Aquarienfische trifft das ganz besonders zu. Es macht viel Sinn, sich über Aquarientechnik, über Fische und Pflanzen, über Lebensbedingungen in einem solchen Becken und über die Kosten, die das Ganze verursacht, lesetechnisch schlau zu machen. Nur wer weiss, was er will, kann das richtige erwerben. Und was man will, kann man nur herausbekommen, wenn man weiss, was es alles gibt.
Beckengröße
Erster Grundsatz in der Aquarienwelt ist, dass die Beckengröße ein wesentlicher Aspekt des Wohlfühlens der späteren Bewohner ist. Je größer ein Becken ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass sich die Fische, die darin herumschwimmen sollen, auch wohlfühlen können. Ein zweiter Grundsatz oder auch Erfahrungssatz lautet: je größer ein Becken ist, umso weniger Arbeit bereitet die Pflege des Beckens im Allgemeinen.
Gerne werden so genannte Anfängersets verkauft, die ein Becken mit den Ausmaßen von etwa 50 x 30 x 25 cm bis 60 x 35 x 30 haben. Das sind dann so zwischen 38 und 63 Litern Inhalt, von dem nach Abzug des Bodenkies- und des Filtervolumens nicht so viel Schwimmraum übrig bleibt. Darin ließen sich schon durchaus ein paar Fische halten, deren Wohlfühlen aber sicher ziemlich eingeschränkt wäre.
Ich rate von solchen Einsteigersets ab, weil man mit durchaus überschaubaren Kosten weitaus bessere Lebensbedingungen für die späteren Schützlinge zusammenstellen kann. Ein Becken mit einer Kantenlänge von 80 cm, einer Höhe von 50 cm und einer Tie-fe/Breite von 40 cm hat etwa 160 Liter Inhalt und bietet schon eine Menge Platz für kleinere Zierfisch-Arten. Ein solches Becken kann man schon für wenig Geld in größeren Zoogeschäften bekommen.
Wo soll es stehen und worauf?
Beachten sollte man im Vorwege, wo man ein Aquarium aufstellen will, bzw. worauf man es stellen will. So ein 160 Liter-Becken hat ja schon ein beachtliches Eigengewicht, das man nicht mal so eben unter den Arm klemmt, um es nach Hause zu tragen. Rechnet man das Becken und den Inhalt aus Kies und Technik zusammen, kommen in der oben genannten Beckengröße schnell 250 Kilo und mehr zusammen. Da ist ein normaler Tisch oft hoffnungslos und in diesem Falle gefährlich überfordert.
Weil es oft schwierig ist, Aquarien im Hause adäquat aufzustellen, wird von vielen Herstellern gleich der passende Unterschrank für ein solches Aquarium mit angeboten. Diese Angebote sind oft ziemlich teuer und man kann durch Vergleiche in den größeren Zoogeschäften durchaus gravierende Preisunterschiede für bestimmte Markenaquarien und passende Unterschränke feststellen. So wird von einem der bekannten Hersteller (Juwel) bereits für knapp 350 Euro ein 180 Liter-Becken mit passendem Unterschrank, inklusive Abdeckung und Röhren, sowie einer Filteranlage geliefert.
Hat man einen festen Unterschrank im Hause oder einen Untergrund, der das Gewicht problemlos aushält, dann macht es jedoch Sinn, ein Glasbecken für sich zu erstehen, für das man dann die einzelnen technischen Ausstattungen, wie Beleuchtung und Filteranla-ge dazu kaufen muss. Markenhersteller geben meist eine Garantie auf Dichtigkeit der Aquarien, wonach man beim Erwerb aber schon den Fachhandel fragen sollte.
Bevor das Aquarium aufgestellt und gefüllt werden kann, sollte es gründlich gereinigt werden, natürlich ohne den Einsatz von Spülmitteln und anderen chemischen Produkten, damit die ersten Fische nicht gleich den Geist aufgeben und Pflanzen unter Umständen nur kümmerlich oder gar nicht wachsen. Grundsätzlich ist mit Chemie im Zusammenhang mit Aquarien äußerst vorsichtig zu verfahren.
Stellen Sie ein Aquarium immer so auf, dass es keine oder nur sehr wenig direkte Sonneneinstrahlung erfährt, denn intensives Sonnenlicht führt in aller Regel später zu schnellem Algenwuchs, der die Freude am Aquarium deutlich mindern kann. Das Becken sollte stets absolut waagerecht aufgestellt werden, um die spätere Statik nach Wasserbefüllung nicht einseitig zu belasten. Da hilft die Wasserwaage besser als jedes vermeintlich gute Augenmaß.
Was benötigt man für die technische Einrichtung?
Wenn das Becken dann gereinigt dort steht, wo es auch stehen bleiben soll (man kann es nach dem Befüllen nicht mehr bewegen, geschweige denn tragen…), dann kann es mit dem Ausstatten losgehen. Dazu benötigt man folgende technische Geräte:
1. Filteranlage mit Filtermaterial
2. Abdeckung mit Beleuchtung oder hängende Lampe für ein oben offenes Becken
3. Pumpe für die Filteranlage
4. eine Stabheizung.
5. Thermometer
Innen- oder Außenfilter
Ob sie einen Innenfilter nehmen wollen, der im Becken entweder an der Scheibe montiert oder in einer der Ecken aufgestellt wird, oder einen Außenfilter, der außerhalb des Beckens (z.B. im Unterschrank) aufgestellt wird, ist Geschmackssache. Ich habe mich stets für Innenfilter entschieden, weil sie sicherer in der Handhabung sind, denn es führen keine Schläuche aus dem Aquarium heraus, die im schlechtesten Falle Wasserschäden an der Wohnungseinrichtung verursachen können, wenn sich z.B. ein Schlauch löst und Wasser ausläuft (es gibt übrigens Aquarienwasserversicherungen die an die Hausratversicherung angeschlossen werden).
Andererseits ist ein Außenfilter leichter zu säubern, denn man muss nur den Schlauch abklemmen und kann den kompletten Filter reinigen, ohne im Becken für Unruhe zu sor-gen. Worüber man letztlich filtern will, ist immer auch Geschmackssache. Jeder schwört da auf etwas anderes. Ich verwende derzeit überwiegend Schwämme unterschiedlicher Porung, hatte aber auch schon erfolgreich kleine Keramik-Röhrchen im Einsatz und Kunststoffbälle, die sich im Filter verhaken und im Praxisbetrieb eine gute Filterung ermöglichen. Da schwört jeder Aquarianer auf etwas anderes. In der Literatur werden oft die kleinen Keramik-Röhrchen empfohlen, die sich in der Tat rasch reinigen lassen und gute Filterergebnisse erzeugen.
Beleuchtung
Wesentlicher Teil der Technik ist die Beleuchtung eines Aquariums. Sie ist verantwortlich für das Wachstum der später einzusetzenden Pflanzen und damit direkt auch für die Chemie des Wassers, die in deutlichem Maße auch von den Pflanzen geprägt wird. Auch Fische haben in aller Regel unterschiedliche Bedarfe an Lichtmengen. Für die oben genannte Höhe des Beckens von rund 50 cm sollte man schon eine Anlage mit 2 x 45 Watt erstehen, damit das Licht auch den Boden des Beckens und damit die jüngeren oder nur niedrig wachsenden Pflanzen erreichen kann. 2 x 30 Watt sind bei 50 cm schon deutlich zu wenig.
Für oben offene Aquarien empfiehlt es sich, hängende Beleuchtung zu nutzen, deren Leuchtkraft auch tiefere Becken (reine Wassertiefen von 50 cm und mehr) versorgen können. Die dort gegebene Vielfalt lässt sich in einem solchen Bericht kaum darstellen. Es macht Sinn, sich über die diversen Beleuchtungsformen lesend zu informieren. In aller Regel muss man für frei hängende Lampen ziemlich viel Geld ausgeben. Ein abgedecktes Aquarium bietet außerdem Schutz gegen die "Flucht" von gelegentlich springenden Fischen.
Die Meinungen zu passender Beleuchtung gehen oft sehr weit auseinander. Zum einen ist es auch eine optische Frage, ob man ein offenes Becken stehen haben möchte mit frei darüber hängenden Lampen oder eben ein oben durch eine Abdeckung geschlossenes Becken. Für einen Anfänger ist eine mit Neonröhren versehene Abdeckung die in jedem Falle preislich günstigere und leicht zu installierende Variante, die ich empfehlen würde.
Wie lange Neonröhren verwendet werden sollen und ob sie tatsächlich so stark an Leuchtkraft verlieren, wie vielerorts geschrieben wird, ist auch unter Experten durchaus strittig (siehe Links).
Pumpe
Um das Wasser aus dem Becken in die Filteranlage zu ziehen und schwungvoll wieder zurück ins Becken zu drücken, braucht man eine leistungsstarke Pumpe. Hier wird oft an der Leistung gespart, was sich dann oft in nicht ausreichender Filterleistung niederschlägt. Mein Tipp: Immer eine Pumpe nehmen, die für mehr als die Literzahl des eigenen Beckens ausreicht. Wenn sie z.B. ein 180 Liter-Becken haben, würde ich immer eine Pumpe nehmen, die 250 Liter pro Stunde durchfiltern kann. Damit ist eine stets ausreichende Durchlaufmenge gewährleistet.
Und die Pumpe sollte natürlich einstellbar sein, um auch einmal die durchlaufende Wassermenge verrindern oder erhöhen zu können, damit man zum Beispiel eine schnelle Wasserreinigung durchführen kann, wenn durch Pflanzeneinsetzung z.B. viel Schwebstoffe aufgewirbelt wurden.
Stabheizung
Dieses kleine technische Gerät sorgt für die richtige Wassertemperatur. Jede Fischart hat Temperaturbereiche, in denen sie sich am wohlsten fühlt. Der Heizstab muss also einstellbar sein. Für ein 180-Liter-Becken empfehle ich eine Stabheizung mit einer Leistung von 125 Watt.
Es gibt auch Bodenheizanlagen, die unter dem Kies eingesetzt werden. Sie sind in aller Regel deutlich teurer, als Stabheizungen und durchaus nicht unumstritten. In einem der unten angegebenen Aquarienlinks ist dieses Zitat zuhause: (Zitat) "Die meisten Aquarien in Deutschland stehen in wohltemperierten Wohnzimmern, und haben dadurch meist Zimmertemperatur. Es ist kaum zu erwarten, dass die Pflanzen dort kalte Füße bekommen, demnach reicht als Aquarium Heizung auch ein einfacher Heizstab." (Zitatende). Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
Die Einrichtung des Beckens kann beginnen
Mit dieser Grundausstattung kann der "Ausbau" des Beckens beginnen. Nachdem das Becken höchst waagerecht aufgestellt wurde, kann nun der Kies eingebracht werden. Dieser sollte vor dem Einbringen ins Aquarium gewaschen werden, um möglichst wenig Schwebteile einzufüllen und um Staubbildungen zu vermeiden. Die Kiesschicht sollte in jedem Falle nicht weniger als 5 cm betragen. Ich empfehle eher etwas mehr, um den Wurzeln der Wasserpflanzen ausreichend Bodentiefe anbieten zu können.
Es gibt jede Menge unterschiedlichen Kies, der sich zum einen in der durchschnittlichen Steinchengröße (Durchmesser) unterscheidet, zum anderen in der Farbe. Manche Fische mögen dunkle Untergründe, manche ganz helle oder auch reinen Sand. Ich empfehle auch jeden Falls einen etwas feinkörnigeren Kies zu nehmen, in dem auch Schmerlen z.B. verletzungsfrei gründeln können (1-2 mm Körnung). Wenn man Sandstellen einbauen will, eignen sich Glasschalen mit höheren Rändern ganz gut, die man in den Kies eindrücken kann.
Es gibt auch immer wieder Hinweise in Literatur und Internet, dass man so genannte Langzeitdünger unter dem Kies ausbringen sollte. Bei einer Neueinrichtung kann das durchaus Sinn machen, um den ersten Pflanzen ausreichend Nährstoffe zu geben, die ein neuer Kies noch nicht enthalten kann und wird. Pflanzen düngen kann man aber auch mit einer CO2-Anlage. Informationen dazu findet man auch in den angegebenen Internet-Links.
Nachdem der Kies auf dem Boden verteilt wurde, kann jetzt die sehr individuelle Biotopgestaltung beginnen. Je nach Fischart, die man pflegen möchte, werden entweder Schwimmraum oder Verstecke und Höhlen benötigt, manchmal auch beides. Viele Zierfischarten lieben Höhlen und Verstecke, die man leicht durch Wurzeln und Steine schaffen kann. Doch halt. Man kann nicht einfach Wurzel aus dem eigenen Garten verwenden oder jeden Stein.
Man sollte nur Wurzeln aus dem Zoofachhandel verwenden, da diese im Wasser keine für die Fische und Pflanzen schädliche Stoffe mehr abgeben. Auch beim Wurzelkauf (geht meist nach Gewicht) sind Preisvergleiche unter/zwischen den Zoogeschäften sehr sinnvoll, denn gerade im aquaristischen Zubehör sind oft horrende Preisdifferenzen zu erleben. Da kann man jede Menge Geld sparen.
Bei Steinen ist darauf zu achten, dass sie im Wasser nicht eventuell vorhandenen Kalk auflösen und ist Wasser abgeben, denn die Wasserqualität und vor allem der PH-Wert des Wassers werden davon deutlich beeinflusst und das kann z.B. zum Absterben von Fischen führen, die in ausschließlich kalkarmem Wasser leben können.
Wenn man Granite oder Gneise oder Basalte verwendet, kann nichts passieren. Man kann mit Silikon Steine auch so zusammenkleben, das sie Höhlen bilden, wenn man die auf den Boden stellt. Man kann Steine mit Lücken so übereinander stapeln, dass sie Zwischen-räume für die Fische lassen. Bei lose übereinander geschichteten Steinen sollte darauf geachtet werden, dass sie nicht durch nachgebenden Untergrund umstürzen und eventuell gegen die Scheibe fallen können.
Ich habe mir im Vordergrund meines Aquariums einen Stein-Tisch gebaut (zwei breitflächige Steine in den Kies drücken oder auch drei und eine lange Schieferplatte darauf legen). Viele Fische, insbesondere Bodenfische wie Welse, aber auch Schmerlen legen sich darauf immer wieder einmal ab und können so sehr schön beobachtet werden. Futterflocken fallen darauf und verleiten insbesondere Welse, darauf zu fressen, so dass man die Nahrungsaufnahme dieser Fische sozusagen auf dem Präsentierteller erleben kann.
Nun kommt die Technik ins Aquarium. Der Filter mit der darin platzierten Pumpe wird am besten in einer Ecke platziert, so dass der Ausströmer an einer der langen Seiten vorbei für einen Rundlauf des Wassers sorgen kann. Es gibt heute schon Filterkästen, in denen ist die Heizung entweder fest installiert, oder aber man kann dieselbe dort ein-bauen. Nachdem der Heizstab mittels Saugnäpfen an einer Scheibe befestigt oder im Filtergehäuse installiert wurde, kommt noch das Thermometer so an eine Scheibe (auch meist mit einem Saugnapf), dass man es problemlos ablesen kann von außen.
Wasser Marsch!
Wenn diese Dekorationsarbeiten und Technikeinrichtungen abgeschlossen sind, kann endlich das Wasser eingelassen werden. Für jeden Aquarianer ist es wichtig, zu wissen, welchen Härtegrad das jeweilige, heimische Leitungswasser hat. Das ist von Region zu Region höchst unterschiedlich und muss bei Bedarf durch ein Wasseraufbereitungsmittel reguliert werden. Es gibt Mess-Streifen, mit denen die gegebene Wasserhärte gemessen werden kann. Diese sind auch im Zoofachhandel zu bekommen. Bei uns ist das Leitungswasser "Gott sei Dank" fast neutral.
Viele Experten unter den Aquarianer meinen, das Leitungswasser totes Wasser wäre und in jedem Falle aufbereitet werden müsste. Dem widerspreche ich zumindest für meine Region. Zum einen verändert der Pflanzenbestand eines Aquariums eingegebenes Leitungswasser relativ schnell. Außerdem wechselt man stets nur einen Teil (1/3 bis ½) des Wassers, mischt also altes und neues Wasser und drittens sind es auch die Fische, die durch ihren Kot das Wasser schnell verändern.
Wenn man also ein Becken neu einrichtet, kann man das Wasser bei erstem Einfüllen unterstützen, ansonsten greift zumindest für mich der Grundsatz, möglichst wenig Chemie einzusetzen. Und meine Fische haben zum Teil biblische Alter erreicht, kann also kein falscher Grundsatz sein. Man sollte eine Platte aus Schiefer oder auch einen Teller auf den Kies legen, um beim Einfüllen des Wassers denselben nicht so stark aufzuwirbeln und Krater zu schaffen.
Beim ersten Mal füllt man das Becken erst einmal nur halb voll. So lassen sich die Pflan-zen besser einsetzen. Es gibt in der Tat Aquarianer, die auch Plastikpflanzen verwen-den. Nun, jeder so, wie er / sie es mag. Ich halte davon nichts. Wer ein richtiges Biotop schaffen will, der setzt lebende Pflanzen und pflegt diese auch. Und wer richtig gelesen hat, weiss auch, welche Pflanzen er setzen sollte und welche nicht zu seinen geplanten Fischen passen (zum Beispiel feingliedrige Pflanzen nicht mit ruppigen Pflanzenfresser zusammenbringen).
Wenn die Pflanzen gesetzt worden sind, wird der Rest des Beckens mit Wasser aufgefüllt. Und zwar so vorsichtig, dass die gerade gesetzten Pflanzen nicht wieder aus dem Kies gewirbelt werden. Die Abdeckung wird auf das Becken gesetzt und die Lampen werden aktiviert. Es bedarf einer Zeitschaltuhr, um die Brennzeiten der Beleuchtung festzulegen. Die Beleuchtung sollte etwa 9-10 Stunden am Tag brennen. Zur richtigen Beleuchtungsdauer gibt es auch sehr unterschiedliche Ansichten, die im Internet oder in der dazu gehörenden Literatur nachzulesen sind.
Nun beginnt die Einlaufphase, wie die Aquarianer sagen. Das Becken wird ins Laufen gebracht, will heißen, dass nun Strom fließen darf. Die Pumpe wird nun das Wasser möglichst zwei Wochen, mindestens aber 8 Tage filtern und bewegen, die Pflanzen haben Zeit, Fuß zu fassen und anzuwachsen, die Wasserchemie wird durch die Pflanzen verändert, bzw. verbessert.
Es gibt viele Aquarienfreunde, die haben nur Pflanzen im Becken und erfreuen sich aus-schließlich an ihrem Unterwassergarten. Man sagt, dass insbesondere die Niederländer diese Form der Aquarienpflege betreiben und wenn man die Literatur wälzt, kann man wirklich herrliche Pflanzenbecken sehen. Aber für mich gehören Fische einfach dazu, weil das mehr meinen Vorstellungen von einem Biotop entspricht.
Fische
Nach etwas 14 Tagen Laufzeit kann man die gewünschten Fische kaufen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass man nur Fische zusammen bringt, die auch zusammen passen. Dabei sollte man nicht nur auf die Ratschläge der Zoogeschäft-Verkäufer hören, denn in den vielen Fällen sind die nur daran interessiert, möglichst viele Fische zu verkaufen. Da sind die Ratschläge erfahrener Aquarianer immer besser, um Fischverluste zu vermeiden.
Barsche sind oft ruppig und bilden oft ausgedehnte Reviere in einem Becken, so dass es zwischen ihnen und anderen Fischen, die in dieses Revier eindringen, zu durchaus ernsten Auseinandersetzungen und Verletzungen kommen kann. Südamerikaner mit Afrikanern in einem Becken zu halten, ist oft auch mit Problemen verbunden, weil die Umfeldbedingungen, die die Fische benötigen, oft sehr unterschiedlich sind.
So leben afrikanische Barsche, die z.B. aus dem Malawisee stammen, in ihrer ursprünglichen Umgebung in felsigem Untergrund fast ohne Pflanzen, während die meisten Südamerikaner in einer ausgesprochen pflanzenintensiven Umgebung leben. Für Schwarmfi-sche (und das sind die meisten Fische) wird meist ein ausreichender freier Schwimmraum benötigt, für Schmerlen, Welse und Barsche dagegen meist Höhlen und Verstecke, zumeist auch dichter Pflanzenbestand.
Ich pflege zwei Schwärme (Trauermantelsalmler und Kongosalmler, die sich gegeneinander sehr friedlich verhalten). Je Schwarm sollte man um die 10 Tiere mindestens halten. Dazu kommen ein paar blaue Schmerlen, drei-vier Welse (für Beginner sind besonders die pflegeleichten blauen Antennenwelse zu empfehlen, wobei man möglichst nur ein Männchen einsetzen sollte, denn bei zweien kann es heftige Revierkämpfe geben), ein großer Engelsantennenwels und ein Paar rote Cicliden (siehe mein Bericht darüber).
Die auch noch in meinem Becken lebenden Goldguramis und blauen Guramis (Fadenfische) vertragen sich mit dem Rest der Fischbande ziemlich gut. Wenn man einen so großen Engelsantennenwels im Becken hat, wie ich, dann kann man allerdings keine kleinen Fische mehr einsetzen, denn die werden dann als großes Lebendfutter von diesem gerne angenommen.
Jeder wird im Laufe seines Aquarianerlebens eigene Erfahrungen mit Fischen machen und, wenn man denn ein Gesellschaftsbecken pflegen möchte und nicht nur eine Art in einem Artbecken, die richtige Mischung der Fische herausfinden. Bedenken sollte man, dass auch bei Schmerlen und kleinen Panzerwelsen immer mehrere Fische eingesetzt werden, denn neben den ausgesprochen schwarmintensiven Fischen wie Salmler und Barben, sind auch die meisten anderen Fische nur so richtig glücklich, wenn es Artgenossen gibt, mit denen man zusammen zanken und sich lieben kann.
Apropos Liebe! Es gibt etliche Fischarten, die auch in einem Gesellschaftbecken durchaus Nachwuchs erzeugen können (Guppys, Barsche, Barben und Salmler). In einem Gesellschaftsbecken mit vielen anderen Arten kommen die meisten Eigelege nicht durch (nachts knabbern z.B. die Welse daran). Und wenn tatsächlich auch kräftigere Barsche ihre Jungen aus den Eiern bekommen, dann dauert es meist nur wenige Tage, bis der Rest der Besatzung den Bestand weggefressen hat. Bei lebend gebärenden Zahnkarpfen, wie Guppys und Platies und Schwerträgern werden die kleinen Fische meist sehr schnell von den anderen aufgefunden und aufgefressen.
Nur wirklich stramm bewachende Barsche haben in einem Gesellschaftsbecken eine Chance, ihren Nachwuchs auch durchzukriegen. Aber solche Barsche (wie zum Beispiel der gern verkaufte Zebrabuntbarsch) sind für ein Gesellschaftsbecken meist ungeeig-net, weil sie die anderen mit ihrer aggressiven Dominanz unterdrücken und ständig Jagden auf Reviereindringliche machen, was für viele Fische auf Sicht zum Tode durch Stress führen kann.
Stress ist für Fische auch immer dann gegeben, wenn der Mensch seine Hand ins Wasser bringt. Fische sind keine Streicheltiere und entwickeln ihre natürlichen Verhaltensweisen immer dann am besten, wenn man möglichst wenig "im Wasser" präsent ist. Läuft ein Aquarium erst einmal richtig, ist die Notwendigkeit, Hände oder Finger ins Wasser zu bringen, auch eingeschränkt. Nicht immer gleich jedes lose Blatt entfernen oder Futterrest absaugen. Die Fische danken es durch langes Leben.
Und eine Reinigung des Beckens ist nur in größeren Abständen notwendig, die auch von der Größe des Beckens und der Anzahl der eingesetzten Fische abhängig ist. Ich pflege ein etwa 360 Liter großes Eckaquarium und reinige es nur alle 2 bis 3 Monate. Dabei ziehe ich etwa 100 Liter Wasser während der Bodenabsaugreinigung aus dem Becken und reinige natürlich die Filterschwämme und die Pumpe. Das bedeutet für mich immer einen Zeitaufwand von rund 1 ½ bis 2 Stunden. Vergleicht man einmal den Aufwand, den Wel-lensittiche, Meerschweinchen oder gar Katze und Hund (und ich hab einen Hund und weiss wovon ich rede) benötigen, dann sind Fische vergleichsweise pflegeleicht und wenig zeitintensiv.
Zubehör
Neben dem schon erwähnten Mess-Streifen für die Wasserqualität, der Zeitschaltuhr und dem Thermometer benötigt man noch einen Scheibenreiniger (z.B. einen magnetischen), einen oder zwei Kescher (klein und größer), eine Saugglocke zum Bodenreinigen des Beckens und natürlich das richtige Futter.
Zum Thema Futter gibt es auch einen Berg an Meinungen und Erfahrungen und jeder wird auf Dauer das Richtige herausfinden und merken, welche Fischart welches Futter priorisiert. Ich werde mich jedenfalls hier an der nicht immer nachzuvollziehenden Fut-terdiskussion nicht beteiligen. Heute werden im Fachhandel Magnetreiniger angeboten, deren "Innenteil" schwimmt, was den Vorteil hat, ihn nicht gegebenenfalls wieder vom Boden herausfischen zu müssen. Natürlich braucht man auch immer einen größeren Wassereimer (10 Liter).
Fischkrankheiten
Gerade beim Neueinsatz von Fischen, also deren Wechsel von Becken des Zoohändlers in das eigene Becken, kann man sich auch Fischkrankheiten einschleppen, deren Symptome nicht immer leicht, will heißen auch frühzeitig zu erkennen sind. Am bekanntesten ist wohl die so genannte Pünktchen-Krankheit (Ichthyophthiriose), die man, wenn sie ausgebrochen ist, durch die kleinen, weißen Pünktchen an den befallenen Fischen erkennen kann. Behandelt man die Fische nicht, so ist die Wahrscheinlichkeit, diese Fische zu verlieren, ziemlich groß.
Malachitgrünoxalat heißt das Zauberwort im Kampf gegen Ichthyo. Es ist äußerst giftig und es gibt durchaus Wissenschaftler, die behaupten, dass es krebsfördernd ist. Man sollte also solche Stoffe nur mit Kunststoffhandschuhen ins Wasser geben und dieselben anschließend vernichten oder sorgfältig reinigen. Wer dieses durchaus erfolgreiche Mittel (jeder Hersteller nennt es anders) einsetzt, muss wissen, dass zum einen die Bakterien, die sich im Filter im Laufe des Filterns bilden und die Wasserqualität sehr positiv beeinflussen, teilweise oder ganz abgetötet werden können und dass es zum anderen auch Fische gibt, die empfindlich auf solche Chemikalien reagieren.
Abgesehen von Wassertieren, die auf Schwermetalle im Wasser negativ reagieren und Kupfer gehört dazu. Ein interessanter Bericht dazu ist dem unten angegebenen link zu entnehmen, der das Wort Pünktchen-Krankheit beinhaltet. Ich habe mit diesem chemi-schen Wunderstoff bereits sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich empfehle dazu, auch alternative Behandlungsmethoden zu lesen und für sich zu bewerten, denn Chemie ist eben nicht alles.
Es gibt unendlich viele Erkrankungsmöglichkeiten für Zierfische, wobei im Leben eines Aquarianers und seiner schwimmenden Pfleglinge meist nur sehr wenige auftreten. Ich habe in den letzten 30 Jahren außer Ichthyo nur noch Fälle von Bauchwassersucht und Lochkrankheit erlebt. Beide Krankheiten ließen die betroffenen Fische relativ schnell verenden. Ich habe in beiden Fällen davon abgesehen, Chemie einzusetzen, sondern die befallenen Fische in einem kleinen Becken isoliert.
Zusammenfassung
Wer sich ein Aquarium einrichten will, sollte erst lesen und dann planen. Die Einrichtung eines solchen Biotops dauert halt rund 14 Tage, ehe man sich seine Wunsch-Fische zulegen kann. Es kostet durchaus viel Geld, wenn man sich gleich zu Beginn eine Ausrüstung zulegt, die den Fischen gerecht wird und längerfristig Vergnügen bereiten soll. Becken und Filter und Pumpe und Abdeckung mit Beleuchtung kosten auch in einem günstigen Falle 250 bis 300 Euro und darin sind noch kein Zubehör, keine Pflanzen und keine Fi-sche enthalten.
Steht ein solches Becken aber erst einmal. Dann ist es ein ständiger Hingucker, ein herrlicher Ersatz für den Fernseher, weil unter Umständen deutlich spannender und es hat beruhigende Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, die sogar wissenschaftlich nachgewiesen sind.
Die Welt der Fische ist für mich zumindest faszinierend und vielfältig und spannend. Das sich erweiternde Wissen um diese Welt lässt Blicke in einen Teil der Wasserfauna zu, den der Nicht-Aquarianer kaum nachvollziehen kann. Fische sind für mich faszinie-rende Wesen, die in Form, Farbe und sozialem Verhalten immer wieder neue Facetten bieten. Ich kann jedem, der sich für das Leben unter Wasser interessiert, empfehlen, sich so eine kleine eigene Unterwasserwelt zuzulegen.
Bjlghs
Literatur und Internet
Hier eine kleine Auswahl von Literatur und Internet-Auftritten, die sich mit dem Thema Aquarium und Fische im Allgemeinen und Speziellen befassen. Mein Auswählen der Bücher und Programme bedeutet nicht, dass ich sie besonders empfehlen würde, ist also keine Bewertung, sie zeigt nur, dass dort bestimmte Themen durchaus verständlich dargestellt werden und dem Neuling viele Infos an die Hand gegeben werden.
Literatur
Es gibt so genannte Standardwerke. Dazu gehört für mich vor allem dieses, dass ich jedem Einsteiger ausnahmsweise nur wärmstens empfehlen kann und das auch Fortgeschrittenen durchaus hilfreich sein kann: (Auszug aus Amazon.de)
Aquarienatlas - Deutsche Ausgabe: Aquarien Atlas 1. Taschenbuchausgabe: 660 Fische, 100 Pflanzen, 140 andere Arten. Das aktuelle Nachschlagewerk der Aquaristik: 1 von Hans A. Baensch und Rüdiger Riehl von Mergus (Broschiert - 2007)
Dazu gibt es auch noch weitere Bände für sich spezialisierende Aquarianer. Hier ein exponiertes Beispiel:
Aquarienatlas - Deutsche Ausgabe: Aquarienatlas, Kt, Bd.2: Bd 2 von Hans A. Baensch und Rüdiger Riehl von Mergus (Taschenbuch - Februar 2008)
Der neue Bildatlas der Fischkrankheiten bei tropischen Fischen und Teichfischen
Autor: Dr. Gerald Bassleer / über 1000 Fotos
Pflanzen im Süßwasseraquarium
1998, Autor: Bernd Greger / 312 Seiten, 596 Farbfotos
Internet
http://www.fisch-hobby.de/Aquarium_Einsteiger.html
http://www.zooprofi.de/cat/43/Haengelampen.html
http://www.hereinspazier t.de/lampen/Leuchtstoff.htm
http://www.assw2006.de/aquariumbeleuchtung/aqu arium-beleuchtung/
http://www.aquariumforum.de/showthread.php?t=10146
htt p://www.aquarianer.at/wasserwerte.php
http://www.aquarienpflanzen-online.d e/
http://www.aquaristik-live.de/welches-mittel-bei-weisser-puenktchen-kra nkheit-t28469.html
http://www.ratgeber-aquarium.de/index.htm
http://www.a qua-magica.de/puenktchenkrankheit.html
http://www.jameros.de/fischkrankhei ten.htm
http://www.aqua4you.de/krankheiten.php
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