Aquarienrückwand selbst gebaut - Tipps & Tricks

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Aquarienrückwand selbst gebaut - Tipps & Tricks

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Erfahrungsbericht von telemo über Aquarienrückwand selbst gebaut - Tipps & Tricks
17.06.2003


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Preiswert, eigene Kreativität
Kontra: Eigentlich Nix

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Nun, sicher habt ihr schon an der Kategorie gesehen um was es heute geht. Die Aquaristik ist nun mal mein Lieblingsthema und ich kann hier auf 3 Jahrzehnte Erfahrungen zurückgreifen. Da fällt es mir nicht schwer, mal schnell einen Bericht über dies oder das andere Thema zu schreiben. Beim durchsuchen der Kategorien fiel mir dann allerdings auf, dass wohl noch niemand hier selbst eine Aquarienrückwand gebaut hat. Also, Produktvorschlag an Ciao. 10 Wochen gewartet und jetzt geht’s los.

Bevor ich aber zu den Einzelheiten komme will ich kurz etwas grundlegendes zu den Rückwänden sagen. Sicher hat jeder von euch schon mal ein Aquarium gesehen. Ob nun groß oder klein sei dahin gestellt. Viele beachten halt nur die Fische, aber was nützt einem der schönste Fischbesatz, wenn man eine schlechte Einrichtung hat. Zu dieser Einrichtung gehört nun mal auch eine Rückwand.

In den Zoofachgeschäften sind die Becken ja meist mit blauer Farbe an den Außenscheiben gestrichen. Nun, hier zählt der Verkauf der Fische und nicht die Optik des Aquariums. Zu Hause allerdings sieht das schon ein wenig anders aus. Zu 90% stehen die Aquarien in den Wohnzimmern und sollen ein Biotop darstellen, welches neben der beruhigenden Wirkung auch eine tolle Optik darstellt. Im Fachhandel gibt es Plastefolien, auf denen Wasserpflanzen abgebildet sind, zu kaufen. Nun, ich will hier nicht verheimlichen, dass diese Folien sicher eine sehr preiswerte Alternative sind. Diese Folien werden an der Hinterfront geklebt und schon sieht ein Becken schon einigermaßen gut aus. Aber da ist ja noch ein, aber.

Gibt es da nicht auch noch besseres? Natürlich gibt es das. Der Fachhandel ist auch mit fertigen Rückwänden gewappnet. Diese werden ins Becken gestellt und täuschen, zum Beispiel, eine Felsenlandschaft vor. Ist schon toll und sieht auch wirklich gut aus. Wäre da nicht der Preis. Für kleine Aquarien kann man hier schon mal leicht und locker so 100 bis 200 € hinlegen. Für größere Becken habe ich allerdings auch schon Preise von 800 bis 1000 Euro gesehen. Ich muß jetzt sagen dass es verschiedene Hersteller dieser Rückwände gibt und die Preise doch recht stark unterschiedlich sind. Eines sei allerdings gesagt. Um so teurer die Rückwand, um so besser sah sie aus.

Also, gegrübelt. Muss man wirklich so viel Geld für eine Aquariumrückwand ausgeben? Ne. Wie wäre es mit selber bauen. Aber wie? Genau dieses will ich euch heute beschreiben. Ihr werdet sehen, dass es nicht schwer ist und man hat mit geringen Aufwand viel Geld gespart.
Meine erste Rückwand sollte in ein Becken von 1,50 Meter Länge und 50 cm Höhe passen.
Was brauchen wir nun an Material?
Dieses werde ich für den Interessierten zum Schluss noch einmal zusammenfassen. Also habt ein wenig Nachsicht wenn ich an die Arbeitsschritte gehe.

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Der Zuschnitt

Um die Rückwand passgerecht und formschön gestalten zu können, brauchen wir Material, welches wir nach unseren Bedürfnissen zuschneiden und gestalten können. Nicht leicht, aber es gibt da was. Styropor, nennt es sich. Jeder von euch hat bestimmt schon mal gesehen wenn an einem Haus eine Fassade gedämmt wird. Meist wird dieses ja mit den Weißen Styroporplatten gemacht. Diese Platten bekommen wir auf dem Baumarkt zu Preisen zwischen 3 bis 6 Euro. Für meinen Fall brauchte ich 2 Stück von einer Stärke von 7 Zentimeter. Diese habe ich dann mit einem großen scharfen Messer auf die Innenmaße des Aquariums zurecht geschnitten. Kleiner Tipp. Macht es nicht in der Wohnung. Die kleinen Krümel sind sonst in der ganzen Wohnung.

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Die Gestaltung

Jetzt wird es interessant. Wie bekomme ich nun eine Landschaft gestaltet. Mit Baumstamm Nachbildung. Oder eine Felsenlandschaft? Auch dieses ist recht einfach. Mit einem ganz normalen Lötkolben. Wer keinen hat fragt mal in der Nachbarschaft. Das Styropor schmilzt durch die Hitzeeinwirkung und schon können wir uns selbst eine Landschaft gestalten. Ich persönlich habe sogar 2 Höhlen eingeschweißt. Meine Zwergbuntbarsche haben es mir gedankt, denn sie bewohnen diese Höhlen und verteidigen sie recht emsig. Mit dem Lötkolben können wir nun nach und nach kleinere oder größere Löcher in der Styropor brennen. Aber Vorsicht. Nicht durchbrennen. Dann hat die Platte ein Loch. Scharfe Kanten müssen ein wenig abgerundet werden. Mit dem Lötkolben kein Prob. Fertig ist erst mal das Grundgestell. Ihr werdet staunen, was man hier selbst gestalten kann. Ich selbst hätte es beim ersten Mal nicht für möglich gehalten, was für ein Talent ich hab. Sah schon richtig aus meine Felsenwand.

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Der Zementanstrich

Dieser ist notwendig, da der Styroper selbst ja noch recht unansehnlöich ist. Außerdem ist Styropor ist nun mal ein weiches und vor allen Dingen leichtes Material. Im Wasser wurde es unweigerlich nach oben treiben. Also beschweren. Aber wie. Mmhh? Zement? Genau das ist die Lösung. Ein Zementanstrich. Also einen Sack Zement gekauft und Zementschlämme angerührt. Diese dann mit einem Pinsel in einer ca. 0,5 bis 1 cm starken Schicht auf die Platte gestrichen. Nach diesem Anstrich sieht unsere Aquarienrückwand schon richtig gut aus. Man kann Strukturen erkennen. Wir sind aber noch lange nicht fertig. Jetzt muss erst mal der Zement trocknen. Ich habe meine Rückwand ein paar Tage in den Keller gestellt und dann war sie richtig ausgetrocknet und sah richtig hellgrau aus. Das austrocknen der Rückwand ist besonders wichtig, denn sonst hält unser Farbanstrich nicht

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Der Farbanstrich

Nun, ob es nun ein Farbanstrich sein muss, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Ich habe mich für eine andere Methode entschieden. Es gibt auf allen Baumärkten Granit Effektspray. Dieses ist in einer Spraydose und lässt sich leicht verarbeiten. Dieses Farbspray gibt es in den verschiedensten Farben. Ich wählte helles grau, welches mit kleinen schwarzen Punkten durchsetzt war. Dieses bildet meiner Ansicht nach einen Farbton, der natürlichen Gestein vom aussehen her am nahesten kommt. Es reicht dieses Spray in einer dünnen Schicht aufzutragen. Wem dieses nicht reicht, der kann es ein zweites Mal tun. Wer jetzt Bedenken wegen der Giftstoffe in den Farben hat, den kann ich beruhigen. Wir sind ja noch nicht fertig. Ich gehe dazu später aber noch genauer ein. Diese Farbe müssen wir nun wieder einen Tag trocknen lassen. Am besten man testet mit dem Finger ob die Farbe wischfest ist. Eine Sache noch abschließend. Macht diese Arbeiten nicht in der Wohnung.

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Das Versiegeln

Der wohl wichtigste Schritt ist das versiegeln der Rückwand. Dieses hat den Grund, dass beispielsweise Welse uns nicht die Rückwand kaputt fressen oder durch Reinigungsmaßnahmen wir uns die Rückwand beschädigen. Wir brauchen also ein Material welches nicht nur ungiftig, sondern auch sehr hart und dauernassbeständig ist. Nach langer Suche im Internet bin ich dann fündig geworden. Es handelt sich hier um Epoxydharz, welcher im Bootsbau verwendet wird. Also kauft nicht irgendwelchen Lack oder ähnliches. Epoxidharz, der im Bootsbau verwendet wird, ist sehr beständig und absolut giftfrei. Also hatte ich mit einer Firma aus dem Internet Verbindung aufgenommen und mir dieses Material bestellt. Nun, wenn ich ehrlich bin, hatte ich anfangs doch meine Bedenken. Dieser Harz ist ja schließlich doch aus allen möglichen chemischen Bestandteilen. Aber meine Angst war unbegründet. Dieses Epoxidharz streichen wir jetzt in einer dünnen Schicht auf unsere Rückwand auf. Nach 24 Stunden das gleich noch einmal. Aber seit vorsichtig. Erstens muss das Mischungsverhältnis (2-Komponenten) genau eingehalten werden und zweitens, streicht wirklich sehr dünn, denn Nasenbildung sieht auf der Rückwand nicht gerade schön aus. Eine Raumtemperatur von 20 Grad wäre am besten. Noch besser ist es aber man verlagert diese Arbeiten nach draußen, denn dieses Zeug stinkt ganz schön. Nach dem letzten Auftragen muss die Rückwand noch 2 Tage trocknen und dann kann der Einbau beginnen.

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Der Einbau

Nun, daß das Aquarium hierzu leer sein muss, versteht sich glaube ich von selbst. Wie stellen unsere Rückwand in das Becken und müssen natürlich sehen, ob sie nicht zu groß ist. Falls ja, müssen wir etwas abschneiden. Wenn unsere Wand nun passt brauchen wir den Aquariensilikon. Dieser Silikon ist speziell für Aquarien und ohne Giftstoffe. Mit diesem Silikon kleben wir nun unsere Rückwand an die Rückscheibe des Beckens fest. Wenn unsere Rückwand, wie bei mir aus 2 Teilen besteht wird sie hier zusammengeklebt. Mehr ist das nicht. Man braucht kein großes Handwerkliches Geschick um diese Arbeiten auszuführen.
Jetzt lassen wir das Becken noch mal 2 Tage stehen und können dann Kies und Wasser einfüllen. Alles weitere wie Pflanzen und Fische einsetzen, ergibt sich dann von selbst.

Abschließend noch ein paar Worte zu den Giftstoffen. Sicher werden einige Bedenken haben und ich hatte sie anfangs auch. Allerdings muss ich sagen, dass durch das versiegeln mit dem Epoxidharz alle Giftstoffe nicht mehr ausweichen können. Bei mir steht diese eine Rückwand jetzt ca. ein halbes Jahr lang und ich konnte weder einen Fischverlust noch ein unnatürliches Verhalten meiner Fische feststellen. Nach diesem erfolgreichen Bau habe ich mich jetzt entschieden weitere Wände zu bauen. Dieses mal in einem Kleineren Becken. Dieses hat 160 Liter. Mal sehen wie es aussieht. Die Rückwand in dem 400 Liter Becken ist jedenfalls sehr gut gelungen und bisher haben mir viele Besucher eine hervorragende Optik für dieses Becken bestätigt. Ich kann euch also nur empfehlen es selbst einmal zu versuchen. Die finanziellen Belastungen halten sich in Grenzen und man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen.


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Welches Material und welches Werkzeug

-Styroporplatten ca. 2 bis 4 €
man braucht ein scharfes Messer zu Zuschnitt
-Aquariensilikon zum verkleben der Rückwand 3 €
hier benötigt man lediglich eine Silikonpresse
-Zement 3 €
einen kleinen Eimer und einen Pinsel zum einstreichen
-Graniteffektspray 12 bis 15 €
-Epoxidharz ca. 25 €
ein sauberes Gefäß und einen mittelgroßen Pinsel

Das war es zum Rückwandbau. Ich hoffe ich konnte dem Interessierten hier ein wenig helfen. Wer Interesse hat, dem kann ich auch ein paar Photos senden, denn ich habe einige meiner Arbeitsschritte für eine Dokumentation festgehalten. Also ganz einfach fragen.

© telemo 17.06.03

   
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