Aquariumskauf - Tipps & Tricks

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Aquarium - ja oder nein

5  05.07.2004

Pro:
Nett anzusehen, sehr beruhigend, tolle Sache

Kontra:
Gefahren wie Wasserschaden

Empfehlenswert: Ja 

PandaSven

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:94

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 45 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wie viele andere, so spielte ich auch schon seit vielen Jahren mit dem Gedanken mir ein Aquarium zuzulegen. Man hat ja dann immer so Bedenken oder ggf. auch diverse Platzprobleme und und und ... da tuht sich schnell die Frage auf "Soll ich mir nun ein Aquarium kaufen, oder besser lieber doch nicht".

Die Frage ist nie leicht zu beantworten. Und vorallem sollte man sich bei der Beantwortung nicht unbedingt von Nicht-Aquarianern beraten lassen, denn diese erzählen meiner Erfahrung nach auch viel Quatsch.

In jedemfall sei eines vorweg gesagt, es handelt sich bei einem Aquarium um ein vollkommenes Biotop - man ist da für das komplette Leben im Wasser verantwortlich. Wer ein Aquarium nur zur Dekoration will, der sollte sich überlegen ob ein Picasso nicht gescheiter wäre.

IST EIN AQUARIUM LAUT?
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Oft wird mal etwas gesagt von wegen lautem Geblubber der Filteranlage. Daß das Geblubber von Sprudlern kommt die erstens garnicht für ein Aquarium notwendig sind und zweitens aufgrund ihres sehr geringen Nutzwerts ohnehin schon out sind, das verursacht einfach einen Irrglauben. Ich selbst habe einen EHEIM Innenfilter der Aquaball-Serie die praktisch völlig lautlos arbeitet. Hier braucht man also keine Bange haben.

IST EIN AQUARIUM AUFWENDIG?
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Aus Erfahrung kann ich sagen, daß die Haltung eines Meerschweinchens deutlich mehr Zeit pro Tag kostet, als die zur Pflege eines Aquariums. Meist reicht es bei einer kurzen Fütterung und eben der Beobachtung der Tiere (man sollte dabei immer eine viertel Stunde pro Tag den Tieren widmen können um auch zu sehen ob irgendwas nicht mehr stimmt um rechtzeitig zu reagieren bevor man schon die ersten Kandidaten dann bald im Keramik-Express weg zu spülen).

Die Bodengrundreinigung und der Wasserwechsel ist im Prinzip auch eine schnelle Sache. Je nach Art der Bodenabsauger ist ein Eimer ruckizucki voll und das wars. Ansonsten die Filterreinigung ist auch eine Sache von nur ein paar Minuten. Alles andere als wirklich zeitaufwendig!

Den eigentlichen Zeitaufwand hat man eigentlich nur am Anfang wo man sich wirklich ein paar Stunden Zeit nehmen soll. Beispielsweise der Kies muß kräftig durchgewaschen werden bevor man ihn ins Aquarium tuht (ansonsten hat man eine schöne braune Brühe). Bis man ein Aquarium voller Wasser hat, das braucht auch ein paar Durchgänge mit Eimern (ein herkömmlicher Eimer hat etwa 15 Liter Fassungsvermögen) und dann eben noch die Dekoration die vorher ausgekocht werden sollte (oder besser noch auswässern, also schon rund 2 Wochen vorher kaufen und im Wasser ruhen lassen - dies soll wohl noch gescheiter sein, wobei ich das noch nicht gemacht habe). Also im Prinzip ist es nur die erste Einrichtung des Aquariums die lange Zeit braucht plus natürlich die Zeit des Einfahrens die mindestens 2 Wochen lang dauern sollte. Wundermittel die den Einsatz schon am nächsten Tag versprechen sind da mit Vorsicht zu geniessen.

WIE SIEHT ES MIT WASSERSCHÄDEN AUS?
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Auch wird man immer mal wieder von erschreckt wenn man etwas hört von wegen Wasserschäden. Das kann verschiedene Ursachen haben, zu dünnes Glas weil das Aquarium von einem Nichtfachmann zusammen geklebt wurde, Klebenaht läßt Undichtigkeiten zu, da falsche Technik angewandt, oder Außenpumpen die das ganze Wasser ins Zimmer transportieren weil sie bzw. ein Schlauch davon undicht ist. Sicher muß man mit den Gefahren auch leben aber ich höre eher von Leuten die schon sogar 10 Jahre lang das selbe Aquarium betreiben ohne irgendeiner Undichtigkeit als von Leuten wo es zum Malleur gekommen ist.

Vieles kann man schon im Vorfeld eingrenzen. Beim Kauf der Filterpumpe kann man auch eine Innenfilterpumpe kaufen, diese nimmt natürlich Platz weg und sieht etwas unschön aus, aber diese Pumpe wird garantiert niemals unbeabsichtigt das Wasser nach draussen befördern. Und Aquarienbecken sollte man nach dem Kauf erstmal im Badezimmer austesten ob diese auch dicht sind (ich empfehle auch einen Bodengrundsauger oder Meßbecher in der Nähe zu haben womit das Wasser wieder nach dem Test raus kann, denn ein 1 Liter wiegt grob auch etwa 1 kg - was bei einem 60 Liter Aquarium etwas ins Gewicht geht)

WIE GROSS SOLL MEIN AQUARIUM SEIN?
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Ich empfehle zu erst einmal einen Besuch in der Zoohandlung und sich die vielen Fische anzusehen. Dann sollte man sich informieren - bei manchen Zoohandlungen ist das aber mit Vorsicht zu geniessen, da manche nur die Eurozeichen in den Augen sehen - lieber sachte. Ich empfehle da die Seite WWW.ZIERFISCHVERZEICHNIS.DE - dort findet man reichlich Informationen, auch zur Haltung und man kann sich dann schnell ausrechnen, daß ein Goldfisch der knapp 28 Jahre alt wird und bis zu 35 cm lang wird in einem Goldfischglas sicher nicht artgerecht gehalten werden kann wie jedem einleuchtet. Man muß grob rechnen, daß 1 cm Fisch ca. 2 Liter Wasser als Freiraum haben sollte, hinzu sollte man daran denken, daß die Fische in der Zoohandlung meist Jungtiere sind und auch wenn sie so ca. 1-2 cm groß sind dann in 2 Jahren auch schon rund 6-8 cm lang sein können. Dekoration nimmt im Übrigen auch Platz im Aquarium weg.

Generell sollte man beim ersten Aquarium nicht zu arg sparen und sich auf die kleinen 54-60 Liter beschränken. Es sei denn man beschränkt es wirklich nur auf wenige Fische, aber da Aquaristik Spaß macht, so wird man all zu schnell schon zu viele Fische haben. Und gerade bei kleinen Becken kann schnell etwas schief gehen. Je mehr Wasser, desto eher werden Giftstoffe verdünnt und sind daher weniger gefährlich, das leuchtet ein.

Es gibt Meinungen, daß man bei so einem Aquarium folglich auch besser lernt, da die Auswirkungen schneller sichtbar sind. Doch auf der anderen Seite sollte man daran denken, daß man für das Leben mehrerer Lebewesen in einem Biotop verantwortlich ist und es keine Versuchstiere wie in einem Labor sind. Außerdem soll man doch auch Spaß an seinem neuen Hobby haben und den hat man sicher nicht beim ständigen Herausfischen von toten Fischen.

Zur Größe kann so allgemein also nichts gesagt werden, aber ich würde dem Anfänger eher ein 72 Liter Aquarium ans Herz legen, denn es bietet mit Länge 60 cm x Breite 30 cm die selben Bodenmaße wie die 54 Liter Aquarien, jedoch mit seiner Höhe von 40 statt 30 cm hat man auch eine deutlich größere Bildfläche die knapp 70 cm diagonal ist, bietet den Fischen mehr Schwimmraum.

Das Volumen rechnet man übrigens wie folgt aus: Länge x Breite x Höhe in cm geteilt durch 1000. So ergibt sich bei einem Standardaquarium von 60 x 30 x 30 cm = 54 Liter (manche Schlauberger verhökern im eBay solche Aquarien als 60 Liter was aber schlichtweg nicht stimmt und in Realität paßt noch viel weniger Wasser rein mit Kies, Dekoration, Glasdicke noch abgezogen, usw).

KANN ICH JEDE GRÖSSE EINES AQUARIUMS NEHMEN?
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Grenzen hat das Ganze eigentlich schon und man muß bedenken wenn man in einem großen Becken mal Algen hat, dann hat man einiges an Glasfläche zu reinigen. Auch wenn die Algengefahr in einem kleineren Aquarium deutlich größer ist, doch auch kleine Fehler wie zu viel (oder auch zu wenig) Licht können zu Algen führen, genauso wie eine Überfütterung der Tiere wo dann die Algen am ehesten gedeihen.

Je größer ein Aquarium wird, desto dicker sollte auch das Glas sein. Entsprechend wird das Ganze auch nochmal unproportional etwas schwerer. Und das Gewicht kann durchaus auch bei älteren Gebäuden eine tragende Rolle spielen.

Die tragende Rolle kann übrigens ein Vermieter auch als Grund nehmen, größere Aquarien zu verbieten, auch wenn dies nach dem Vermietrecht sonst nicht möglich ist da Kleintierhaltung generell erlaubt werden muß. Denn bei statischer Gefahr des Gebäudes gilt erstmal die Sicherheit des Gebäudes zu gewährleisten.

Man kann übrigens grob rechnen mit 1,5 kg x Literanzahl. Dann ist man etwa auf der sicheren Seite. Dann hat man zur Not auch eine Argumentation wenn der Vermieter mit der Statik droht.

WAS BRAUCHT MAN SONST NOCH ALLES FÜRS AQUARIUM
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Einen stabilen Untertisch sollte man haben. Dazu eignen sich für einige Aquarien bereits gute Fernsehtische oder Kommoden. Mit einer Styroporplatte als Unterlage kann man übrigens vermeiden, daß sich Spannungen am Aquarium negativ auswirken und dies letztendlich zum Auseinanderbersten zwingt.

Manche Händler wollen einem auch noch gleich eine Dekor-Folie für die Rückwand anbieten die dann nach Pflanzen aussieht. Das ist aber meist Geldmacherei und nicht zwingend notwendig, da sie hauptsächlich nur einen optischen Reiz bietet und außerdem man die Fische verarscht daß irgendwo Pflanzen sind bei denen sie sich verstecken können.

Bei einem Aquarium sollten in jedemfall auch ein Deckel mit Neonröhre sein (diese sollte man jedes Jahr austauschen) und ferner noch Filterpumpe mit Filterwatte/Filterschwamm und einen Heizer. Die Temperatur sollte je nach Fisch eingestellt werden, bei den meisten ist man mit ca. 27 °C am besten aufgehoben, aber hier gilt sich in jedemfall vorher zu informieren.

Weitere wichtige Utensilien wären dann noch ein 15 Liter Eimer (oder größer) und ein Meßbecher mit ca. 1-1,5 Litern (zur einfacheren Entnahme des Wassers).

Ein Bodensauger mit Schlauch sollte ebenso dazu gehören. Nach eigener Erfahrung lieber ein etwas größeres Gerät nehmen, dann ist es einfacher und vorallem schneller gemacht (nur den Blick in den Eimer beim Wasserwechsel nicht vergessen, sonst hat man schnell die Soße auf dem Boden).

Ein Multifunktionstool was ich bei Fressnapf gesehen und gekauft habe möchte ich auch ans Herz legen, damit kann man sehr einfach vorne verschiedene "Geräte" anstecken wie eine Schere oder einen Halter. Man muß dann nicht mehr mit den Händen ins Aquarium was schonmal positiv ist weil dann der pH Wert nicht in die Höhe geht weil man erst die Hände vorher gewaschen hatte - ferner behält man trockene Hände. Und außerdem habe ich festgestellt, daß Bündelpflanzen sich mit dem Halter-Tool viel besser einpflanzen lassen als zwischen zwei Fingern.

Dies sind eigentlich so die Utensilien die man immer haben sollte. Und man sollte daran denken, daß man absolut NIEMALS irgendwas von all den Sachen mit Seife waschen darf (gilt übrigens auch fürs Aquarium selbst!). Säure und Lauge schädigt die Schleimhäute an den Kiemen eurer Schützlinge.

UND WIE DEKORIERE ICH?
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Da liegen dem Geschmack kaum Grenzen, ich selbst würde auf Plastik verzichten und lieber etwas natürliches hinein tun wie eine spezielle Aquarium-Wurzel die nicht vermodert oder zum Beispiel Kokosnußhälften die auch in der Terraristik verwendet werden (da aber drauf achten noch weitere Löcher einzubohren um eine Wasserzirkulation zu ermöglichen). Kokosnußhälften können auch als Versteck für Fische gelten und Welse die dran beissen kriegen so ihre notwendigen Holzanteile die sie brauchen.

Ein Rosenquarzstein ist auch schön anzusehen, aber nimmt im Prinzip auch nur Platz weg. Und bitte nicht den Kieselstein aus Mamas Garten reinlegen, diese können das Wasser hart machen oder andere Auswirkungen auslösen.

Was sonst noch fehlt sind die Pflanzen. Am Anfang wenn man Bodengrund verwendet was weniger sinnvoll ist wenn man mal mit dem Bodensauger tief reingeht (da feine Teile langsamer wieder zurück fallen als schwere Teile wie Kies, so ist der Bodengrund am Ende ganz oben - sehr sinnvoll), in dem Fall sollte man am Anfang auch schnell wachsende Pflanzen verwenden. Aber ansonsten würde ich eher auf dunkelgrüne großblättrige Pflanzen zurück greifen, am besten als Topfpflanze, diese sind widerstandsfähiger und werden auch von Apfelschnecken wenn man sich mal so ein Monster in das Aquarium holt nicht gleich aufgefressen.

FAZIT
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Man muß einiges bedenken, man muß sich vorher informieren und hat Verantwortung. Ein Aquarium ist ein schönes Hobby und wenn alles glatt läuft macht es auch Spaß. Gewisse Anfangsfehler sind unvermeidlich und vieles kriegt man erst nach und nach raus weil die Aquaristik meist auch über Meinungen und Eindrücke geprägt ist und nicht wirkliches Wissen. Man kann 100 Aquarianer fragen und bekommt auch ebenso viele verschiedene Empfehlungen

Aquarium ist auch Arbeit, Wasserwechsel müssen sein und sind unumgänglich. Je nach Fischbestand kann man aber auch bis zu 1 Monat Zeit haben, oder man macht jede Woche einen kleinen Wasserwechsel.

Manche Fische wie Welse sind Algenfresser und putzen den Grund auf, genauso auch diverse Schnecken die somit auch nicht ganz unnütz sind. Es gibt auch noch "normale" Zierfische wie Guppies, Platies und Schwertträger die jedem Anfänger ans Herz zu legen sind und die ebenfalls Algen gerne fressen und man gerade am Anfang nicht ganz so schnell ein großes Algenproblem bekommt. Die richtige Beleuchtung auch vorausgesetzt (mit 2x 4 Stunden Licht fahre ich am besten).

Es ist nicht einfach, aber auch nicht schwer. Andere Tiere sind weitaus zeitaufwendiger als Fische, lauter und dreckiger ;o)

Ich hoffe ich konnte mit diesem Bericht ein wenig Eindrücke vermitteln und auch die Entscheidung ob man sich nun für ein Aquarium entscheidet oder besser nicht helfen.

Empfehlen kann ich es allemal, denn es macht tatsächlich Spaß, besonders wenn man auch jemanden aus dem Freundeskreis hat der ebenfalls Fische hat wo man sich austauschen kann ggf. sogar Fische austauschen kann (z. B. wenn man Guppies hat, dann empfiehlt es sich die bei der Zucht auch mal auszutauschen damit wieder frisches Blut rein kommt und die Inzucht vermieden wird die zu Fehlbildungen führen könnte).

Außerdem ist es sehr beruhigend Fische zu beobachten, hat also auch einen psychologischen Vorteil.

Bei der Wahl des Platzes soll man übrigens einen möglichst schattigen Platz wählen. Genauso wie zu lange Dauer des Neonlichts, so schadet auch direkte Sonneneinstrahlung dem Aquarium - Algen können sich schneller bilden und können je nach Art sehr hartnäckig sein wo man jeden Spaß verliert.

So, ich hoffe alles Notwendige gesagt zu haben und es ist sehr schwer etwas allgemein zu sagen, jede Fischart hat ihre Besonderheit und man kann daher nicht alles pauschalisiert sagen.

Wie bereits erwähnt empfehle ich die Seite www.zierfischverzeichnis.de zu besuchen, dort stehen jede Menge Informationen für Aquarianer und die die es werden wollen, denn auch die richtige Fischart gehört ins richtige Becken und auch die korrekte Menge. Es gibt Gruppentiere, Schwarmtiere und Einzeltiere. Dann muß man aufpassen mit Männchen und Weibchen - bei Lebendgebährenden ist es besser mehr Weibchen zu haben , usw.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Lowsux

Lowsux

02.08.2006 15:26

Sehr aufschlussreich und gut strukturiert !!! Gruß Low

Apicula

Apicula

21.09.2005 14:50

Interessant.

AnnaHaeberle

AnnaHaeberle

20.11.2004 12:04

Danke, dein Bericht ist sehr informativ!

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