Arabella

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... | ° Vorgeschichte | Wie wir überhaupt darauf gekommen sind uns die Talkshow Arabella (läuft werktags auf Pro 7, ab jeweils 14 Uhr und beinhaltet in der zweiten Hälfte immer eine Folge der "Doku-Soap" "Die Abschlussklasse 2004") mal im Studio anzusehen? Gute Frage, denn selbst ... Bericht lesen





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Der Wishmaster im Talkstudio...
Erfahrungsbericht von The-Wishmaster über Arabella
05.10.2003


Produktbewertung des Autors:   

Kultstatus: hype 
Unterhaltungswert durchschnittlich 
Moderation: mittelmäßig 
Durchhaltevermögen: noch sehr lange 

Pro: .  .  . interessante Erfahrung, hat Spaß gemacht, Karten waren kostenlos .  .  .
Kontra: .  .  . nicht alles ist authentisch, wirkt in echt total klein, junge Zielgruppe, meist belanglose Themen, fehlende Nähe von Arabella zum Publikum .  .  .

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo liebe Leserinnen und Leser!


Da ich mit meinem Schatzi wieder aus dem Urlaub zurück bin, möchte ich natürlich auch den ein oder anderen Bericht über die vergangenen Tage zum Besten geben. Den Anfang mache ich hierbei mit unserem spontanen Ausflug am letzten Dienstag, welcher uns kurzerhand in die SZM-Studios von Pro 7 führte. Aber lest am besten selbst...


| ° Vorgeschichte
|____________________

Wie wir überhaupt darauf gekommen sind uns die Talkshow Arabella (läuft werktags auf Pro 7, ab jeweils 14 Uhr und beinhaltet in der zweiten Hälfte immer eine Folge der "Doku-Soap" "Die Abschlussklasse 2004") mal im Studio anzusehen? Gute Frage, denn selbst kucken wir diese Show eigentlich gar nicht, kennen sie aber natürlich. Jedenfalls hatte mein Schatzi am Montag die Idee, dass wir vor unserer Abfahrt doch mal ganz spontan nach Karten fragen könnten, vielleicht würde in dieser Woche ja die ein oder andere Sendung aufgezeichnet werden. Schnell wurde auf der Internetseite nachgekuckt und siehe da - dort fand sich doch tatsächlich die Nummer des Kartentelefons. Dort erfuhr ich dann, dass es diese Woche auch wirklich noch Aufzeichnungen gab - und zwar gleich am Dienstag! Plätze waren auch noch zu bekommen und da wir nicht aus München kamen, waren diese sogar kostenfrei (dass man sonst 8,- pro Karte berappen muss, erfuhren wir erst, als wir die Karten dann vor Ort in der Hand hielten und den aufgedruckten Preis sahen). Ich hinterlegte noch eben meinen Namen, eine Rückrufnummer und die Mailadresse, an die mir der Mitarbeiter am Telefon die Wegbeschreibung schicken wollte (was dann nach einem Anruf seinerseits und mehrmaligem Buchstabieren der Adresse - "circleofgrief" ist aber auch zu kompliziert! *g*) doch noch geklappt hat. So konnte es losgehen und am nächsten Tag machten wir uns mit der U-Bahn kurz vor 13 Uhr auf den Weg in Richtung Unterföhring...

| ° Vor der Sendung
|____________________

Mit der U-Bahn fuhren wir bis zum Marienplatz, dort war ein Umstieg in die S8 in Richtung Flughafen nötig, um nach Unterföhring zu kommen. Anfangs war die S-Bahn noch relativ leer und wir konnten uns lediglich an einem typischen Businessman mit Handy und Börsennachrichten sowie wichtigem Getue "erfreuen", bald belästigten uns aber auch (mehr oder weniger) hippe Teenies, die nach Schulschluss die neuesten Handyklingeltöne vorzeigen mussten. Ein Glück, dass ich keine Axt in greifbarer Nähe hatte... In Unterföhring angekommen mussten wir erst einmal über eine improvisierte Bahnbrücke stolzieren, wo wir dann auch gleich die angebrachten Hinweisschilder sahen, die uns zum Studio führen sollten. Nach guten fünf Minuten Fußmarsch vorbei an einer weiteren Baustelle erreichten wir dann auch die Studios - nur wohin musste man nun genau? Premiere, Sat 1, Kabel 1, Pro 7 - überall waren Studios, aber in welchem genau wurde nun Arabella aufgezeichnet? Eine ältere Dame mit böhmischem Akzent an der Straßenecke und eine Dame an der Rezeption eines der Gebäude halfen uns weiter und so fanden wir dann doch relativ schnell das richtig Studio.

Dort warteten auch bereits einige Zuschauer und nachdem wir den Security Check hinter uns gebracht und unsere Karten abgeholt hatten, ging es ins Foyer. Obwohl es inzwischen schon 14 Uhr war, hatten wir doch noch gute 15 Minuten Zeit bis die Aufzeichnung beginnen sollte und konnten uns ein wenig umsehen. Neben uns war noch eine Schulklasse anwesend und was uns dabei am meisten erschreckte war die Tatsache, dass wenn diese nicht von Lehrern begleitet worden wäre, wir mit Mitte 20 die mit Abstand ältesten Besucher gewesen wären. Da macht man sich schon mal so seine Gedanken, was für eine Zielgruppe Arabella eigentlich hat. Wir gingen noch einmal auf die Toilette, tranken einen Schluck (0,5 Liter Spezi für 2,10 waren denk ich ganz in Ordnung) an der Bar, ließen noch schnell ein Foto von uns knipsen, die ein Mitarbeiter kostenlos mit der Sofortbildkamera machte und dann hieß es auch schon "Ab ins Studio!"

Und dann staunten wir nicht schlecht, denn das Studio war wesentlich kleiner, als man es im TV vielleicht vermuten würde. Die drei Tribünen für die Zuschauer waren gerade einmal vier Reihen hoch und boten etwa Platz für maximal 50 bis 60 Zuschauer. Schlimmer aber noch war die "Bühne", auf welcher ein Podest aufgebaut war. Hier hat man meiner Meinung nach im TV immer die Meinung, dass dort mindestens drei bis vier Meter Abstand zum Publikum wären, dem ist aber nicht so. Keine zwei Meter sind Freiraum zwischen dem Podest und der Tribüne und dort wuselten auch schon die ersten Kameramännern samt Kabelträger herum. Auch der Weg von den Showtreppen hinab zur Bühne vorne sieht immer so weit aus - alles anders, es sind nur wenige Stufen. "Einmal hinfallen reicht schon, dann ist man da" würde man bei uns sagen.

Inzwischen hatten wir jedenfalls Platz genommen, rutschten auf Anweisung eines Mitarbeiters noch ein wenig hin und her, um alles voller besetzt aussehen zu lassen und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Das war erst einmal der Warm-Upper, namentlich Max und junge 23 Jahre alt. Mit blondierten Haaren und lässiger Sonnenbrille erklärte er uns nun, wie das Ganze denn ablaufen würde, wenn gleich die Sendung aufgezeichnet wird. Es gab Anweisungen, wie und wann zu klatschen wäre, denn man unterscheidet zwischen einem normalen, "warmen" Applaus und einem donnernden Power-Applaus, bei dem dann mit den Füßen getrampelt, gejohlt und gekreischt wird. Glaubt mir, spätestens an dieser Stelle kamen wir uns irgendwie ziemlich blöd vor, aber was lässt man nicht alles über sich ergehen? *g* Dann kam noch die Anmerkung, dass man sich ruhig auch lautstark in die Sendung mit einmischen könne und mit einem Mal ging es auch schon los...


| ° Die Aufzeichnungen
|____________________

Die Bühnendeko - zwei blaue Sofas und ein Sessel in derselben Farbe - war bereits aufgebaut und ein Pärchen nahm dort Platz. Arabella betrat das Studio - angefeuert von einem tosenden Power-Applaus natürlich - und widmete sich auch sofort ihren Gästen. "Arabella testet Deine Liebe" lautete das Thema der Sendung und nach kurzen Problemen mit ihrem Funkmikro konnte es auch endlich richtig losgehen. Die Namen der beiden Gäste habe ich vergessen, aber nennen wir sie einfach "Steffen" und "Sonja". Die beiden waren schon einmal bei Frau Kiesbauer gewesen, da Sonjas Eltern gerne einen Akademiker an der Seite ihrer Tochter gesehen hätten und hatten damals den IQ von Steffen testen lassen. Das Ergebnis muss zufriedenstellend gewesen sein, denn Steffen war noch mit Sonja zusammen. Aber ein neues Problem bahnte sich an, denn die beiden waren sich der Liebe des anderen nicht mehr sicher. Also stellte das Arabella-Team jedem seinen möglichen Wunsch-Partner zum Blind Date zur Verfügung und am Ende mussten sie sich entscheiden, ob sie die "Alte Liebe" oder das "Neue Glück" wählen würden.

Zwischendurch wurden dazu immer wieder Beiträge eingespielt, die den Gästen auf kleinen Monitoren gezeigt wurden und die auch wir im Publikum mitverfolgen konnten. Nach den Beiträgen "kamen" wir auf Anweisung des Regisseurs immer "mit einem warmen Applaus wieder zurück". Sonja wurde ein Germanistikstudent zum Blind Date geschickt, den sie zu sich nach Hause nahm und dort mit ihm kochte. Das passte ihrem Steffen natürlich gar nicht und er wollte schon entrüstet das Studio verlassen, doch Arabella schritt ein und konnte ihn zum bleiben bewegen. An dieser Stelle verlasse ich mal die Schilderung der Sendung an sich, denn spätestens hier hat man deutlich gemerkt, dass alles nur inszeniert war. Steffen "spielte" seinen Part einfach zu künstlich, um überzeugend zu sein. Und als dann sein Blind Date Vroni die Bühne betrat und sich wie ein billiges Sexmäuschen um ihn schlang und ständig an ihm herumfingerte, dachte ich mir wie doof man sein muss, um diesen Mist zu glauben. Letztlich entschied sich Sonja für ihre alte Liebe, Steffen wählte aber das neue Glück - die beiden hatten sich also tatsächlich während der Sendung getrennt! Skandal - wären mein Schatzi und ich nicht noch zur nächsten Aufzeichnung geblieben und hätten dabei an der Bar sitzend gesehen, wie Steffen und Sonja Hand in Hand mit einer gemeinsamen Reisetasche vergnüglich schwatzend etwa 20 Minuten nach Ende der Aufzeichnung aus der Tür zum Backstagebereich kamen, während Steffens "neues Glück" Vroni seit mehreren Minuten mit einem Jüngling an der Bar flirtete...


Auch zur zweiten Sendung möchte ich noch ein paar Worte verlieren. Hier war das Thema "Junge Mütter", entsprechend hatte man auch auf der Bühne für einen zusätzlichen kleinen Tisch mit zwei Stühlen sowie jeder Menge Spielzeug gesorgt. Warm-Upper Max erklärte uns, dass diesmal der Applaus nicht so donnerd ausfallen sollte, weil die beiden kleinen Kinder der Gäste sonst vor Schreck gleich wieder aus dem Studio rennen würden. Dann wurden noch die Eltern einer jungen Mutter in der ersten Reihe positioniert und auch hier konnte es dann losgehen. Der erste Gast war die jüngste Mutter Deutschlands aus Nürnberg, die bereits mit 13 Jahren ihre Tochter Leonie bekam. Ihre Mutti schien eine Art Talkshow-Hopping zu betreiben, da mein Schatzi sie bereits in allen möglichen Pro 7-Sendung wie Avenzio oder Sam gesehen hatte. Den Talk an sich haben wir hier auch ehrlich gesagt weniger verfolgt, sondern eher Leonie beobachtet, wie sie in ihrer putzigen, leicht tollpatschigen Art von der Bühne kletterte, die Stühle umräumte und die Puppen mit Wachsmalkreide bemalte. Die Einspielungen vom Familienleben waren - soweit vorhanden (viele waren leider noch nicht fertig) - auch recht interessant, was man von den restlichen Gästen - allesamt junge Mütter - nicht unbedingt behaupten konnte. Wir mussten uns einfach vorstellen, dass wir die MAZ gesehen hatten und kamen brav auf Anweisung des Regisseurs "zurück mit einem warmen Applaus in 5...4...3...2..1..." - Arabella selbst blieb die ganze Zeit zwar durchaus freundlich, suchte aber auch nicht direkt den Kontakt zum Publikum, selbst nach den Aufzeichnungen nicht, was ich etwas schade fand...


| ° Am Rande bemerkt...
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Zwischen den beiden Blöcken der zweiten Aufzeichnung wurde von Max eine Art kleines Musik-Quiz veranstaltet, bei dem jeweils ein Vertreter aus jedem der Zuschauerblöcke ausgewählt wurde. Aus den mittleren Block hat's - wie sollte es anders sein? - natürlich mich erwischt und ich durfte nicht nur nach vorne treten, sondern mich auch von Max nach meinen musikalischen Vorlieben befragen lassen. Seinen Ausführungen über harten Rock 'n' Roll *hüstel* wie ihn Metallica *röchel* spielen ließ ich über mich ergehen und auch seinen Erlebnisbericht aus einer Disco, in welcher er falsch abgebogen war und dann vor lauter Leuten stand, die mit weiß geschminktem Gesicht und nach vorne gebeugtem Oberkörper ihre Haare schüttelten *sterb* quittierte ich nur mit einem Lächeln und einem zynischen "Jaja..." - Er ließ sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen und startete sein Spielchen, bei dem ich gegen zwei andere Zuschauer antreten und Melodien aus Fernsehserien erraten durfte. Lange Rede, kurzer Sinn, ich danke hiermit meinem Uropi und meiner Uromi, die mich damals ab und an mal vor die Glotze gelassen haben, so dass ich die Titelmelodien der Biene Maja und von Löwenzahn mit Peter Lustig erkannte und somit mit zwei Punkten den Sieg davontragen konnte. Den Preis sollte es später geben...

Doch irgendwie schien daraus nicht zu werden, denn Max stand nach der zweiten Aufzeichnung erst einmal an der Bar und machte keine Anstalten, mir den gewonnenen Preis zu besorgen. Vom Barkeeper hatten wir mittlerweile erfahren, dass im gegenüberliegenden Studio 8 heute Talk Talk Talk aufgezeichnet wurde und mein Schatzi hatte es auf einmal sehr eilig, sich dort in der Nähe der Eingangstür zu positionieren. Renitent wartete er dort und wollte als riesiger Fan unbedingt Moderatorin Sonya Kraus begegnen, war durch nichts davon abzubringen. Immer wenn ein Mitarbeiter das Studio betrat und die Türe öffnete, lugte mein Schatzi aus den unmöglichsten Positionen ins Studio, um eventuell einen Blick auf die Kulissen erhaschen zu können und war ganz happy, als er dabei einmal sogar Moderatorin Sonya Kraus höchstpersönlich erspähte.

Ich habe schon überlegt, ob ich ihn nicht lieber an einem Barhocker festbinde, damit er nicht in einem unbeobachteten Moment ins Studio huscht, aber womöglich hätte er noch in seiner überschwenglichen Begeisterung die halbe Bar mit sich gerissen. Nachdem mein Schatzi dann scheinbar endlos auf mich eingeredet hatte (eine gewisse Frau B. aus S. am M. kennt dieses Wunderwerk der menschlichen Ohrenatmung nur zu gut), fragte ich dann schließlich bei Max nach, ob wir statt dem Preis nicht einfach ein Treffen mit Sonya bekommen könnten um mal kurz "Hallo" zu sagen. Er ließ sich auch darauf ein, nur dummerweise war die hübsche Blondine gerade raus aus einer Besprechung und in der Garderobe verschwunden, aus einem Treffen wurde also nichts. Aber sie ließ uns liebe Grüße ausrichten und eine Assistentin brachte und sogar noch zwei handsignierte Autogrammkarten von ihr samt Widmung. Mein Schatzi war zufrieden und so konnten wir dann gegen 18 Uhr den Heimweg antreten...


| ° Fazit
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Letztlich war es natürlich schon eine interessante Erfahrung und wenn man mir die Chance geben würde, so würde ich mir sicher auch noch einmal eine Aufzeichnung im Studio ansehen. Alleine schon um den Ablauf so einer Aufzeichnung mal mitzuerleben hat es sich schon gelohnt, vom Autogramm mal ganz zu schweigen. Nur hat man generell eben auch gemerkt, dass nicht alles bei Arabella auch wirklich authentisch ist. Gut, das konnte man sich zum Teil auch vielleicht schon denken, aber nun haben wir die Gewissheit. Unter diesem Aspekt kann ich die Talkshow generell nicht unbedingt empfehlen, auch aufgrund ihres doch sehr jungen Publikums, wer aber die Gelegenheit dazu hat, sollte aber vielleicht mal eine Aufzeichnung davon mitmachen.

In diesem Sinne...

Stay Dark!

The-Talkmaster

PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen sich in den Studiokomplexen verlaufen... ;)


PPS: Die beiden Sendungen werden laut meiner Info am 09. & 10.10. ausgestrahlt... *g*

Shake Heads - Für den Grief!

   
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