Araber

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Vorab einmal etwas zur Geschichte des Arabers: Ursprünglich kommen wir aus dem Orient, hauptsächlich aus Ägypten *stolzschau*. Klar so eine Rasse wie wir, über den das Volk der Araber sagt, dass es nur zwei Dinge gibt für die man Allah danken muß-die Geburt eines Sohnes und die Geburt eines ... Bericht lesen





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Ein ägyp. Vollblutaraber möchte etwas mitteile
Erfahrungsbericht von SoCute über Araber
12.03.2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Intelligent, ausdauernd, charakterstark, sehr menschenbezogen
Kontra: nichts wenn man den richtigen Umgang kennt oder eine Banane hat; - )

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Vorab einmal etwas zur Geschichte des Arabers:

Ursprünglich kommen wir aus dem Orient, hauptsächlich aus Ägypten *stolzschau*. Klar so eine Rasse wie wir, über den das Volk der Araber sagt, dass es nur zwei Dinge gibt für die man Allah danken muß-die Geburt eines Sohnes und die Geburt eines Fohlens, wird schnell bekannt, so wurden wir wegen unserer immenzen Ausdauer ( fragt mal meine Besitzerin, die steigt nach der Arbeit immer schweißgebadet von mir ab und ich denke noch nicht mal im Traum ans schwitzen hihi ), unseres sanften Charakters und unserer Robustheit in alle Welt exportiert um dort die Pferdezucht zu verfeinern. Dann waren wir nahezu vergessen, doch im Orient hielten sie an uns fest. Irgendwann kam das Phänomen Araber wieder auf. Heute gibt es vielfältige Linien und Züchtungen. Der Originaltyp, von dem ich ein Vertreter bin ist fast nicht bekannt -zumindest werden wir verkannt. Oder wißt ihr warum meine Besitzerin immer gefragt wird ob da Araber drin ist, obwohl ich ein rein ägyptischer Vollblutaraber bin, der in der Ahnenreihe komplett vom schönsten *schwör* Gestüt ElZahraa in Kairo abstammt? *beleidigt die Nüstern zuklemmt und die Nas am höchsten trag und den Kopf wegdreh*.

So, nun zu mir.

Gestatten: C.D. Azeem geb.: 20.06.1997, selbstredend ein Schimmel, die meisten meiner Vertreter sind das, andere Farben gibt es auch, nur Rappen fast keine *schnüff*. Einer der seltenen ist n' Kumpel von mir. Steht immer noch auf ElZahraa und ist der Einzige mit dem ich nie klären konnte, wer schöner und schneller ist. Deshalb laß ich ihm die Schönheit, die Schnelligkeit teilen wir uns, aber springen - das kann ich besser *Nüstern bläh und dem Trompetenrohr alle Ehre mach*.

Mein Leittier (wie soll ich meine Besitzerin denn sonst nennen) hat mich zufällig aufgegriffen, als ich 3,5 Jahre alt war. Sie wollte nie ein Pferd. Laut ihrer Aussage, war es ein "Spontankauf". Ich bin der Meinung, dass Sie sich nicht meiner Ausstrahlung wiedersetzen konnte. Scließlich bin ich gut erzogen, ließ mich als Hengst von einer elfjährigen an den ganzen tollen Zuchtweibsen die da noch standen am durchhängenden Strick vorbeiführen. Klar habe ich Augen gemacht, meinen Hals schön rund gebogen, nur den Schwebetrab habe ich mehr in die Höhe als in die Weite gezogen, sonst hätt ich ja die Kleine geführt und nicht die mich *den Zweibeinern muß man doch das Gefühl geben ein Leittier zu sein*denk*.

Viel Erfahrung mit Pferden, vor allem mit jungen hat se damals nicht gehabt, hach Gott war das schön wie ich sie am Anfang blöffen konnte, als ich so tat, als ob ich mich erschrecken würde und sie mich gleich tröstete und versuchte mich zu beruhigen, was mich dazu bewegte noch imposanter aufzutreten. Schade eigentlich, machte schnell keinen Spaß mehr, als sie meine Anwandlungen einfach ignorierte. Also sparich es bei ihr. Aber wehe mir kommt einer unter, der mich noch nicht kennt. da probier ichs halt, selbstredend alles spielerisch. Ein Tabu habe ich aber. Schwachen Menschen, kleinen Kindern und Menschen die sich nicht so gut mit uns Vierbeinern auskennen, zeige ich immer meine sanfte vorsichtige Seite. Selbst die Stallkatzen und die Hunde lasse ich zwischen mir durchwuseln, mich anbellen, meine Nüstern zerkratzen ohne das ich mich wehre *belämmertschau*.

Ich bin eben selektiv sensibel, ausserdem fürchterlich neugierig und wahnsinnig verspielt. Ja, ich behaupte sogar ne Spur intelligenter zu sein als andere Pferde, wer bekommt denn sonst die Knoten auf, die sich von selbst zuziehn, wenn man unten zieht?! Schön blöd, an der Seite muß man den Knoten sachte mit den Lippen schnappen und dann geduldig schütteln. Ja,ja so ist das, raffiniert bin ich schon immer gewesen, kaum als ich den Kopf als Fohlen über die Türe bekam, trainierte ich meine Lippen am Türriegel;-) Als es mir mit meinen 3,5 Jahren zu langweilig auf der Koppel wurde, weil da nu Warmblütr standen, die schon ihre Zunge vor lauter Atemnot am Boden kleben hatten, bin ich halt über den Koppelzaun von nem Meter Zwanzig gesprungen um meine Besitzerin auf dem Hof zu nerven *mutig und frech wa*. Hat mich selbst verblüfft, dass es geklappt hat. Seitdem mache ich das immer-sogar legal. Mein Leittier lernte mitund stets auf mir (bis auf zwei Meinungsdifferenzen was die Richtung nach dem Sprung anging) das Springen. Für das, dass sie keine Ahnung vom zureiten und schon nahezu 0 Erfahrung beim Springen hatte, haben wir uns recht schnell zusammengefunden. Wir sind uns einer Meinung, dass es an meiner Lernwlligkeit und an meiner Rücksichtnahme lag. Ich will ja nicht, dass ihr was passiert. Mir hat es mal nach 3 Monaten unterm Sattel im Galopp *ich schwöre ich war nicht schnell*, irgendwie die Hufe unterm Körper weggezogen. Ich bin brav liegen geblieben, bis sie sich sortiert hatte und stand. Sie wollte gerade schon anfangen sich Sorgen zu machen ob mir was passiert ist *ist ja lachhaft*, da habe ich mich gemütlich aufgerappelt, mich geschüttelt und sie erst mal sanft angestupst. Nicht auszudenken, wenn ihr oder jemand anderem etwas auf mir passieren würde, selbst wenn Autos neben mir huben, oder Fahradfahrer mich fast streifen, nee da habe ich Nerven wie Stahlseile. Und wenn ich mal in der Box liege und döse, ha da darf jeder dazukommen und mich als Kissen benützen-herrlich ist das.

Fazit:

Ich, bzw. wir, sind keine zu nervösen, für Showzwecken getunte, hyperventilierenden Pferde, wie das leider bei meinen überzüchteten Artgenossen der Fall ist. Ich bin recht groß mit 1,60m Stockmaß ( kommt aber eher vor, beim ägyptischen Typ ). Ein Araber, egal welche Rasse bewegt sich ab 1,40m bis zu meinem Stockmaß. Meist begegnen mir aber immer kleinere Portionen um die 1,53m. Ich habe einen leichten Hechtkopf, schließlich soll mir auch noch jemand auf den knackigen Hintern schaun;-)

Wir sind einfühlsam, intelligent, wahnsinnig meschenfreundlich, noch mehr bewegungsfreudig und sehr verläßlich. Klarwollen wir beeindrucken, aber nicht verängstigen, schließlich braucht man einen Gefährten zum spielen ( okay, beim Fußball ist es unfair, da traut sich keiner mir den Ball abzunehmen, wobei dass auch nicht jeder macht)

Ich eigne mich bestens für Distanz, Reiterspiele (Geschicklichkeits- und Vertrauensparcours), aber auch für den Dressur- und Springsport, sofern man nicht im Fernsehn erscheinen will, auch wenn Ausnahmen die Regel bestätigen.

Typisch istdie Krümmung im Nasenbein, die nicht stark ausgeprägt sein muß (!), die leicht kürzeren Vorderbeine ( daher kommt die Schnelligkeit, aber auch der Nachteil im Dressurgeschehen, da ich mich schwerer damit tue, mehr Last auf die Hinterbeine aufzunehmen um die gewünschte Aufrichtung zu erreichen. Wir haben einen Wirbel weniger als andere Pferderassen und stehen so im Exterieur gesehen im Quadrat ( ein Fohlen steht im aufgestellten Rechteck, wegen der langen Beine und die anderen im liegenden Rechteck). Wir sind also immer ein bischen zu kurz, wenn man es im Vergleich zu den anderen sieht. Leider haben die meisten auch eine recht steile Schulter *ich nicht froi*, die auch den Raumgriff der Schritte und Tritte sozusagen orthopädisch bedingt einschränkt. Wir bevorzugen festes, solides Schuhwerk (Hufe), die eigentlich selten Ärger machen und haben im Verhältnis gesehen ein dünneres Röhrbein ( wiederum ich nicht, bin halt stämmig und kompakt), dass aber sehr robust und sehnig ist. Schließlich sind wir als Lastentiere benötigt worden, die mit den Völkern durchs Land zogen, bis es wie immer mal Krieg gab. Dann waren wir halt auch Schlachtrösser ( war nicht sehr erbaulich). Also, nur zu, wir vertragen auch schon ein bischen Gewicht, ansonsten reklamiert beim Züchter *motz*.

Was ich gar nicht vertrage, ist ne cholerische Art, keine Geradlinigkeit ( man sollte konsequent mit mir umgehn, sonst beute ich es aus, nun wißt ihr warum ich mit Kinern so gut klar komme) und furchtbar nervöse Menschen. Durch meinen guten Draht zum Menschen überträgt sich das nämlich. Mich kann man gut als Spiegel brauchen, was die Ausstrahlung eines Menschen angeht. Man sieht gleich, wo der Lack bröckelt;-) Eine rüde, undankbare Haltung mir gegenüber schätze ich auch nciht besonders, unterschiedliche Tonlagen, die fein abgestimmt sind erzielen eine effizientere Wirkung. Sonst bin ich entweder verstört, irritiert oder schalte auf Durchzug und spiele ne südländische Mischung aus Macho und Zicke.

Also Herrschaften, zusammenraffen und einmal auf Tuchfühlung gehen. Probieren geht über studieren.

*Grußwieher*

Azeem ( arabisch und bedeutet königlich)

P.S. Einer arabischen Überlieferung zu Folge, wurden wir von Allah aus dem Nordwind geschaffen und als Geschenk an die arabischen Völker übergeben, daher sind wir so schnell wie der Wind und ebenso windschnittig. Wer will da noch nach den Kosten fragen. Uns gibt es von günstig über preiswet bis überteuert. Allerdings kann man uns in einem durchaus guten Ausbildungsniveau ( Orientierung Klasse A ), ab 2500 EUR bekommen. Schaut uns halt bitte vorher in Ruhe an und bringt am besten jemanden erfahrenen, der sich auskennt und den Tierarzt mit. Ankaufsuntersuchung ist ein Muß! Erkundigt euch am besten ebenso, nach dem "Lebenslauf", sprich Art der Aufzucht, wieviele Besitzer, schlechte Erfahrungen, Abneigungen. Fragt ruhig nach Bildern. Zumindest hat mein Leittier sogar welche bekommen, als ich noch ein Fohlen war und weiß genau, dass ich als Ableger in eine Jährlingsherde in der wir dei darauffolgenden 2 Jahre nur draussen auf einen riesengroßen Weide zubrachtenund die Menschen jeden Tag kamen um solche Sachen wie Huf aufheben (mußte ich schon als Fohlen), halftern und herumführen, herauslösen aus der Herde etc. zu üben. So hatte ich von Geburt an Kontakt zu Menschen und gleichermassen eine artgerechte Aufzucht in der Herde, in der ich das natürliche Miteinander und die Kommunikation mit anderen Pferden gelernt habe.   

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