Arai Maverick

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Motorradhelm Arai Maverick

4  12.12.2006 (20.12.2009)

Pro:
optimale Passform, ansprechende Optik, hochwertiges Material

Kontra:
Visierrasterstellungen, eingeschränkter Sichtbereich

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

drhuhu

Über sich: Morgens im Dunkeln aufstehen...abends im Dunkeln nach Hause.... Ich sollte mir eine hellere Sonnenbr...

Mitglied seit:02.12.2006

Erfahrungsberichte:35

Vertrauende:24

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 76 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Motorradhelm Arai Maverick:

Gekauft habe ich mir dem Moppedhut via Auktion über eine bekannte Auktionsplattform.

Erfahrungszeitraum:

Meinen Motorradhelm Arai Maverick besitze ich jetzt seit etwas über vier Jahren.
Marktsituation und Modellvarianten:

Mittlerweile ist das Helm-Modell nicht mehr in der aktuellen Produktpalette des Herstellers vertreten. Wer sich für das Modell entscheidet, findet evtl. noch ein paar Restposten im Motorradhandel oder auf den Auktionsplattformen. Während der Produktions- und Vertriebsjahre wurde die äußere Helmform optisch etwas verändert. Das von mir erworbene Modell wurde nach meinem Kenntnisstand in den Farben Silber, antrazit und matt schwarz auf den Markt gebracht. Das Nachfolgemodell gibt es auch in bunteren Farbvarianten.
Arai bietet zu diesem Modell viele Helm-Visiervarianten (G-Type) an (klar, leicht getönt, dunkel getönt, evtl. noch weitere...)
Das von mir erworbene Modell wiegt 1560 Gramm in der L-Größe. Andere Größen variieren leicht im Gewicht.

Sicherheit: (perfekt)

Das von mir gefahrene Modell des Arai Maverick ist nach ECE22-04 geprüft. Bei den Nachfolgemodellen empfiehlt es sich ggf. die vorherige Befragung eines Händlers. Das Prüflabel findet sich bei allen mir bekannten Helmen im Helm-Innenfutter eingenäht.
Der Materialmix der Oberschale besteht aus den für Arai bekannten hochwertigen Stoffen, die für hohe Sicherheit bei geringem Gewicht sorgen.

Zitat: "Die Außenschale aus SLCS (Super Complex Laminate Construction) gewährleistet eine extreme, außerordentliche Festigkeit." (Hersteller-Aussage)

Die Helm-Innen-Polsterung weist einen sehr hohen Sicherheitsstandard auf. Die antrazit-farbige und die schwarze Variante der Helmaußenschale sehen edel aus, bieten aber wenig Signalfarbe, die im Straßenverkehr oft hilfreich ist.
Die Passform: (perfekt)

Für meine Kopfform optimal! Der Helm liegt an allen Kopfbereichen optimal an. Das Polstermaterial vermittelt einen sehr hohen Tragekomfort. Die Polsterung zeichnet sich in ihrer optimalen Härte und in der Materialwahl hervorragend aus. Im Bereich der Wangen ist sie recht breit gehalten, was mir persönlich sehr zusagt. Das verwendete Innenfutter fühlt sich äußerst angenehm an und auch nach längerem Tragen sind keine Druckstellen oder Abdrücke vom Futter im Gesichts- bzw. Kopfbereich zu sehen.
Im Mundbereich ist trotzdem genug Platz und Raum zum Atmen gelassen worden; es entstehen keine Klaustrophobie-Gefühle, die ich bei einigen wenigen Konkurrenz-Produkten bei meinen Helmtragetests empfand.
Der Stirnbereich fühlt sich sehr angenehm an und der Helm liegt im gesamten Kopfbereich sehr gut an.
Die "Aussparungen" im Bereich der Ohren sind sehr gut gelungen. Hier wird nichts eingequetscht. Seine Futteraussparungen in Ohrhöhe dürften sogar noch genug

Bilder von Arai Maverick
Arai Maverick Anthrazitfarbige Variante
Vorgändermodell
Platz für die Ohrhörer einer Gegensprechanlage bieten (ungetestet).
Man kann den Helm über viele Stunden hinweg tragen, ohne dass er Druckstellen hinterlässt oder Kopfschmerzen hervorruft.
Der Vergleich zu meinen bisherigen Shoei-Helmen sei dieser Stelle erlaubt. Beide Shoei-Helme weisen ebenfalls eine sehr gute Passform auf, wobei mir persönlich der Arai Maverick die beste Note einfährt.
In der Langzeitbetrachtung (4 Jahre Nutzung) kann ich bislang nur positive Erfahrungen mit dem Modell weiterreichen. Die Innenpolsterung ist noch immer gut in Schuß und der Helm hat seine gute Passform über die Jahre erhalten. Das untere Abschlußgummi hatte sich einmal etwas gelöst , was ich mit passenden Klebstoff wieder dauerhaft fixieren konnte. Das Visier weist auch nach mehrjähriger Nutzung keine Kratzspuren auf und ermöglicht immer noch einen klaren Durchblick.
Die Belüftung: (sehr gut, mit leichten Abzügen)

Der Arai Maverick zeichnet sich durch eine Vielzahl von Belüftungsschlitzen aus, die gerade an heißen Sommertagen ihrer Aufgabe sehr effektiv gerecht werden. Mein Modell weist 3 große, verschließbare Lüftungsschlitze im Mundbereich auf, die zum einen für frische Atemluft sorgen und zum anderen ein Beschlagen des Visiers vermeiden sollen.
Die Luftanströmung des Visiers ist sehr wichtig für eine klare Sicht, sollte aber nicht im Augenbereich durch Zugluft stören. Hier erzielt der Arai ebenfalls einen gutes Ergebnis. Der zweite Anströmkanal beginnt durch verschließbare Schlitze im Visier, die in Strömungskanäle zum Stirnbereich führen. Die Wirksamkeit erhält auch hier Bestnoten.
Als ein großes Manko empfinde ich, dass diese Lüftungskanäle den Sichtbereich an der Visieroberkante einschränken. Gerade die Fahrer moderner Sportmaschinen wird das eingeschränkte Sichtfeld stören, da durch die übliche sportliche Sitzposition das Blickfeld naturgemäß im oberen Visierbereich liegt.
Auf der Helmoberseite befinden sich zwei weitere Belüftungshutzen mit verschließbaren Luftlöchern. Auch hier ist die Wirksamkeit spürbar.
Zu guter letzt sind im hinteren, unteren Helmbereich zwei Lüftungsausgangsschlitze eingelassen.
Bei der Bedienung der Lüftung bin ich geteilter Ansicht. Vor dem Aufsetzen des Helms sollte man sich die Stellungen für geschlossen/geöffnet verinnerlichen oder am besten vor Fahrantritt einstellen. Selbst mit Handschuhen ist, mit Ausnahme des Schiebers für die im Mundbereich liegenden Klappen, alles leicht zu bedienen. Der Schieber für den Mundlüftungsbereich lässt sich zwar gut schließen, ist aber nur relativ schlecht mit Handschuhen zu öffnen.
Bei Regen sind die geschlossenen Klappen und Lüftungskanäle dicht genug, so dass der Kopf auch bei längeren Regenpassagen trocken bleibt. Selbst nach einem Wolkenbruch erwies sich der Helm als relativ dicht. Das Visier beschlägt sehr selten, was meiner Ansicht nach ein wichtiges Kriterium der passiven Sicherheit ist.
Im Vergleich zu meinen Shoei-Helmen (Modell RF200 Taskfive und das Modell Z-100) stellt der Arai Maverick mit seinem Belüftungssystem einen innovativen Fortschritt dar.
Das Visier: (Qualität hoch, Mechanik verbesserungswürdig)

Das Visier gibt es in drei Tönungsstufen und wird im Versandhandel für knapp unter 60 Euro (völlig überteuert) angeboten.
Im Visier sind 2 Lüftungsklappen eingelassen und an der linken Seite ist ein Öffnungsnippel angebracht. Das Visier ist relativ kratzunempfindlich und auch die Antibeschlag-Innenschicht (Anti-Fog) wird ihrem Namen gerecht. Die Visiermechanik enttäuscht mich etwas, da sie abgesehen von dem geöffneten und geschlossenen Zustand nur eine Rasterstufe kennt, die einen etwa 0,5cm breiten Spalt offen lässt.
Im geöffneten Zustand liegt bei sportlicher Sitzposition die untere Visierkante im direkten Sichtbereich, was aus meiner Sicht schlecht gelöst wurde.
Die Visiermechanik meiner zuvor gefahrenen Shoei-Modelle ist deutlich besser, da viele brauchbare Rasterstellungen selbst bei höherem Tempo nutzbar sind!

Der Kinnriemen:

Den Doppel-D-Ringverschluss des Arai-Helms stufe ich als "altmodisch" ein, da sich im Helmsektor mittlerweile viel modernere Verschlusstechniken durchgesetzt haben.
Ein Riemen wird unter dem Kinn durch zwei Ösen geführt und dann fixiert. Das ist zu Beginn etwas fummelig, dafür hat der Kinnriemen immer den optimalen (engen) Sitz und ist damit sicher. Manchmal versteckt sich eine der Ösen im Futter, was ziemlich nervig sein kann, gerade wenn man es eilig hat.
Bei den von mir jahrelang gefahrenen Shoei-Helmen stellt man einmalig die richtige Länge ein und dann macht man sich keine Gedanken mehr, weil es passt! Den direkten Vergleich mit meinen Shoei-Helmen, die mit gut funktionierenden Klickverschlüssen versehen sind, verliert der Arai Maverick klar. Bei allen drei Helmen ist die Lage und Polsterung der Riemen als gut einzustufen.
Aerodynamik und Fahrgeräusche:

Der Helm liegt gut im Wind und überzeugt auch bei höheren Geschwindigkeiten mit seinem guten Tragekomfort. Es bilden sich wenig Luftturbolenzen und selbst bei Geschwindigkeiten jenseits von 200 Km/h fühlt man sich noch wohl, da bei diesem Helm die Auftriebsneigung, die ich bei den anderen Shoei-Helmen ansatzweise verspürte, nicht wahrnehme.
Er ist aber durch seine Belüftung noch relativ laut, aber trotzdem deutlich angenehmer als die Shoei-Modelle. Ohrstöpsel sind zu empfehlen, wer längere Fahrten bei hohem Tempo vor sich hat! Im direkten Vergleich zu den Shoei-Modellen, wirkt er aber deutlich leiser und überzeugt mich bei diesem Kriterium.

Das Design: (Geschmacksache, mir gefällt es !)

Mich persönlich begeistert das Design der Helmform. Es tendiert mit seiner Form in die Richtung der "Streetfighter-Helme".
Farblich fast "bieder" bzw. klassisch gehalten, kann er nicht mit den durch "Graffiti-Attacken" ausgesetzten Modellen konkurrieren. (es gibt sehr schöne und aufwändige Designs bei den bunten Konkurrenz-Produkten, was oft aber den Preis in die Höhe treibt)
Aktuelle Preise im Versandhandel:

Ersatz-Visiere: ca.60 Euro
Der aktuelle Preis für den Arai Maverick liegt derzeit bei Ebay bei ca. 320 Euro.
Die Preisspanne unterliegt plattformtypisch großen Schwankungen. Gleiches gilt für die Preise bei Händlern.
Preisvergleiche sind dringend angeraten.

Hersteller-Informationen und Links:

http://www.arai.com
http://www.arai.d e (deutsche Seite)

Anschrift des Herstellers in Deutschland:
Arai Helmet (Deutschland) GmbH
Weseler Str. 2
46519 Alpen
Tel.: 02802 94848-0
Fax: 02802 94848-10
Mail: info@araideutschland.de

Fazit:

Der Helm begeistert mich persönlich durch seine hohe Fertigungsqualität, seinen perfekten Tragekomfort u. sein ansprechendes Design.
Auch bei widrigen Wetterverhältnissen überzeugt die hervorragende Belüftungstechnik. Der Helm leistet sich nur minimale Schwächen bei der Visiermechanik. Wer öfter bei gutem, heißem Wetter unterwegs ist und den Preis nicht scheut, hat mit dem Arai Maverick die richtige Wahl getroffen. Ich stelle selbst sehr hohe Ansprüche an einen Motorradhelm und diesen Ansprüchen wird der Arai Maverick gerecht."Vorteile:"
  • optimale Passform
  • ansprechende Optik
  • hochwertiges Material

"Nachteile:"
  • Visierrasterstellungen
  • eingeschränkter Sichtbereich

TIPPS AM RANDE:


Nach welchen Kriterien wählt man seinen Helm aus:
Ich lege euch eine gut gemeinte Empfehlung ans Herz. Bevor Ihr einen Helm kauft, solltet Ihr unbedingt einen Tragetest bei einem ortsansässigen Händler vornehmen. Jede Kopfform unterscheidet sich von der anderen, daher kann u.U. ein anderer Helm, der von vielen als "schlecht" eingestuft wird, gerade bei der eigenen Kopfform ein deutlich besseres Tragegefühl vermitteln. Ein weiterer Grund ist die Wahl der richtigen Helmgröße, wobei die Hersteller meist 3-4 Schalenformgrößen anbieten und die Fein-Abstufungen durch unterschiedliche Polsterdicke erreichen. Ein Helm sollte überall gleichmäßig am Kopf anliegen; er darf nicht "schlackern" und auch an keiner Stelle einen unangenehmes Druckgefühl hinterlassen. Bei geschlossenem Kinnriemen solltet ihr einen "Abstreiftest" (Erläuterung s.u.) machen, um festzustellen, wie sich der Helm im Falle des Falles/Aufschlages verhalten könnte. Entsteht beim 1.Teil des Tests ein zu großer Freiraum zwischen Innenfutter und Kopf, ist der Helm zu groß gewählt.
Wird der Kinnriemen zur "Würgefessel", so wählt ein anderes Modell.
Beim 2.Teil des Abstreiftests (s.u.) sollte sich der Helm nicht zu weit seitlich verdrehen lassen, was im Sturzfall zu einer Verschiebung der Sicherheitspolsterung führen würde.
Ein guter Händler bietet oft die Möglichkeit zur Probefahrt, bei der man die aerodynamischen Eigenschaften und die Fahrgeräusche überprüfen kann. Dieser Service sollte in Verbindung mit der professionellen Beratung angenommen werden und hilft bei der Kaufentscheidung. Zu guter letzt führen Motorradmagazine oft jährlich kostenintensive Tests durch, die bei der Vorauswahl herangezogen werden sollten. Nur wer im Vorfeld genau weiß, welches Modell, in welcher Größe auf dem eigenen Kopf passt, sollte einen Kauf über das Internet in Erwägung ziehen, um den Wunschhelm zu einem günstigeren Preis zu erwerben.
Abstreiftest:

1.Teil: mit den Händen an die hintere Helmkante greifen und versuchen, den Helm nach oben abzuziehen (Simulation eines Frontalaufpralls)
2.Teil: Kopf gerade halten und Helm nach links und rechts bewegen.

Update:
20.03.07 Detailergänzungen
20.12.09 Optische Überarbeitung, Langzeiterfahrung


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
kimpoldi

kimpoldi

22.08.2010 00:31

Motorrad fahren ist auch das Einzige, dass mich dazu bewegt, solch einen dämlichen Helm aufzuziehen ;-) Allerbesten Gruß *~*

KruegerChristine

KruegerChristine

20.04.2010 20:23

Klasse Bericht! Auch wenn mein Sohn der Motorradfan ist! LG Günter :-)

LSR_Online

LSR_Online

09.02.2010 18:28

Schön berichtet, ich brauch meinen Helm nur zum Kartfahren ;-) LG

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