Das Leben als Tagsmutter
18.03.2004
Pro:
vereinigung von beruflich und privat
Kontra:
vermischung von beruflich und privat
Empfehlenswert:
Ja
 fit24-7
Über sich:
Ich bin Mutter von einem 3jährigen Lausbuben und einer 1jährigen frechen Maus...ich liebe Kinder und...
Mitglied seit:02.03.2004
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Vertrauende:4
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°°° Einleitung °°° Wie versprochen kommt nun hier der praktische Erfahrungsbericht meines Berufes. In dem ersten Teil meiner Berichtreihe könnt Ihr Euch darüber informieren, WIE man Tagesmutter wird, mit welchen Vorraussetzungen und was man dabei verdient. Wenn man Tagesmutter werden will reicht aber dieses Wissen alleine nicht aus. Es ist zudem von Vorteil, wenn man Erfahrungen anderer Tagesmütter kennt, weiß wie der Tag geplant wird und was für Probleme auftreten können. Dies und noch viel mehr ist Thema des 2. Teils: „Das Leben als Tagesmutter“°°° Aufhebung eines Vorurteils °°°Leider ist es weit verbreitet, dass der Beruf der Tagesmutter allzu oft ein Schwarzarbeitsjob ist. Natürlich gibt es auch hier diverse schwarze Scharfe, die es nicht für nötig erachten, das Einkommen der Kinder anzugeben, doch die Regel ist es zum Glück nicht mehr. Der Verband der Tagesmütter kämpft für die Ehrlichkeit und Akzeptanz dieses Berufes und besteht somit natürlich auch auf die Versteuerung der Einnahmen, sofern sie über einem gewissen Limit drüber sind. Seid einiger Zeit ist es sogar kaum noch möglich Eltern zu finden, die eine schwarzarbeitende Tagesmutter unterstützen werden. Warum ist einfach zu erklären: Nach dem neuen Gesetz können Eltern das bezahlte Betreuungsgeld von der Steuer absetzen, wenn es mehr als 1500 Euro im Jahr beträgt. Für die Eltern bedeutet das, dass sie grob über dem Daumen dann ca. 30% des bezahlten Betreuungsgeldes wieder zurückbekommen. Das ist natürlich nur möglich, wenn die Tagesmutter auch offiziell arbeitet. Ich kämpfe ebenfalls um die ehrliche Arbeit der Tagesmütter, denn es ist keinem nützlich, wenn jede 2. Tagesmutter schwarz arbeitet und das noch ganz bewusst. °°° Wie finde ich Tageskinder °°° Es gibt, wie in meinem anderen Bericht schon angedeutet, verschiedene Möglichkeiten, dass Tagesmütter und Tageskinder sich finden. Die wohl effektivste Art und Weise ist es, sich ans Jugendamt zu wenden. In diversen Städten, unter anderen hier in München, gibt es so genannte Betreuungsbörsen, wo man Angebote und Gesuche ansehen und auswählen kann. Falls es diese Börsen nicht gibt, hat aber auf jeden Fall das zuständige Jugendamt eine Kartei, wo Tageskinder und Tagesmütter gelistet sind. Das Jugendamt hilft sehr kompetent und freundlich weiter und es kommt somit so manch gute Vermittlung zustande. Sehr gute Erfahrungen habe ich zudem mit dem deutschlandweit arbeitenden Familienservice gemacht. Die Seiten sind zu finden unter: www.familienservice.de Neben vielen anderen Angeboten bietet der Familienservice auch die Vermittlung von Tageskindern und Tageseltern an. Der Familienservice arbeitet zumeist mit sehr renommierten Unternehmen, wie z.B. BMW zusammen, die daran interessiert sind für Berufstätige Mütter ein Betreuungsangebot der Kinder zu bieten. Hier in München gibt es des weiteren R.U.F., ein kleinerer, aber genau so professioneller Service der Betreuungsvermittlung. Zu finden sind sie unter: www.ruf-muc.de Die meisten seriösen Vermittlungsstellen sind für Tagesmütter kostenlos. Es gibt sicher auch welche, die auch für Tagesmütter eine Gebühr erheben, doch davon rate ich ab. Meist zahlen bei diesen Agenturen nur die Eltern und meistens dann auch nur für die zustande gekommene Vermittlung. Die Preise hierbei sind ganz individuell und sehr verschieden. Man hat zudem noch die Möglichkeit, im Internet Werbung zu machen, oder nach Gesuchen von Eltern zu schauen. Bewährt haben sich hierbei unter anderem: www.babysitter.de ; www.tagsmutter.de ; www.laufstall.de ; www.tamu.de; www.babynews.de (für Münchner Raum); www.kurzundfuendig.de ; usw. Es gibt sicherlich noch viele andere kostenlose Foren, doch die sind über Suchmaschinen im Internet schnell gefunden. Viele Tagesmütter bieten zur eigenen Werbung auch eine Homepage an, wo man sich als Eltern dann schon im Voraus ein genaues Bild machen kann. Ihr könnt Euch gerne mal meine anschauen, so kann, muss es aber nicht aussehen: www.knbm.de Zu guter Letzt hat man noch die Möglichkeit in Kindergärten, Mütterzentren, Kirchengemeinden usw. Zettel aufzuhängen oder ganz einfach über Mund zu Mundpropaganda.°°° Der erste Kontakt °°°Der erste Kontakt geschieht zumeist per Telefon. Man wird als Tagesmutter vielleicht angerufen oder auch umgekehrt und man stellt die Frage, ob das Gesuch noch aktuell ist. Falls dies der Fall ist, werden genauere Daten aufgenommen. Für mich sind folgende Fragen sehr wichtig: - Wie alt ist das Kind - Junge, oder Mädchen - Für welche Tage wird eine Betreuung gesucht - Zu welcher Zeit wird eine Betreuung gesucht - Wird die Betreuung langfristig oder für Kurze Zeit benötigt - Name und Telefonnummer - Ich von meiner Seite aus erzähle den Eltern folgende Dinge, damit auch auf anderer Seite erstmal keine Fragen offen bleiben: - Wie viele Kinder ich betreue (bei mir sind es mehrere, oft wünschen Eltern Einzelbetreuung) - Was für Erfahrungen/Referenzen ich vorweisen kann - Was ich die Stunde verlange Es kommen sicherlich noch andere Fragen auf, die aber meistens nicht gleich beim ersten Kontakt geklärt werden. Sind oben genannte Fragen zur Zufriedenheit geklärt, d.h. z.B. habe ich zu den gewünschten Zeiten noch einen Platz frei, macht man einen Termin aus, an dem die Eltern mit dem Kind zur Tagesmutter nach Hause kommen. Ich hatte auch schon die Frage, ob die Tagesmutter nicht zum Gespräch zu den Eltern kommen möchte, doch davon rate ich ab. Das Gespräch sollte immer unbedingt in den Räumen stattfinden, in denen das Kind auch betreut wird. Somit ist sofort geklärt, ob sich das Kind und die Eltern wohl fühlen und wie sich das Kind in fremder Umgebung verhält.°°° Das erste Treffen °°°Zu 99% entscheidet sich schon beim ersten Treffen und dem persönlichen Kennen lernen, ob Tagesmutter, Eltern und Kind zusammen passen. Nur wenn alle Betroffenen mit einem guten Gefühl aus diesem Treffen heraus gehen, kann ein Betreuungsverhältnis zustande kommen. Als Tagesmutter finde ich beim ersten Treffen natürlich ganz wichtig, wie das Kind sich gibt und ob es in die Gruppe passt. Auch die Eltern haben ihre Fragen und da gibt es einen ganzen Katalog an Dingen, die beim ersten Gespräch geklärt werden sollten. Hier alle aufzuführen, würde den Rahmen sprengen, daher nur ein kleiner Auszug: - Welche Schlafgewohnheiten hat das Kind - Welche Essgewohnheiten hat das Kind - Ist das Kind eine andere Betreuung, andere Kinder gewohnt - Hat das Kind Allergien - Welchen Erziehungsstil haben die Eltern - Welchen Erziehungsstil hat die Tagesmutter - Hat die Tagesmutter genug Betten, Essplätze und einen Kinderwagen - Welche Erfahrungen hat die Tagesmutter - Was macht die Tagesmutter in Extremfällen - Geht die Tagesmutter regelmäßig mit den Kinder raus - Wie stehen Eltern und Tagesmutter zum Thema fernsehen Usw. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Wichtig ist hierbei, dass jeder für SICH selber seine Fragen beantwortet hat, denn nur so kann man sich einigermaßen sicher sein und bei erfolgender Betreuung dann Probleme verhindern. Beim ersten Treffen ist es zudem sehr wichtig, dass man nicht nur mit den Eltern spricht, sondern auch mit dem Kind spielt und sich beschäftigt. Nur so kann man als Tagesmutter sehen, ob das Kind zu einem passt und die Eltern können erkennen, wie man als Tagesmutter mit dem Kind umgeht. Sicherlich kann das im Alltag dann wieder ganz anders aussehen, doch bei guter Menschenkenntnis zählt oft der erste Eindruck. Wichtig NACH dem ersten Treffen ist, dass man nicht gleich überstürzt handelt und einen Vertrag unterschreibt. Eltern sowie Tagesmutter sollten sich für die Entscheidung, ob eine Betreuung zustande kommen könnte ruhig ein paar Tage Zeit lassen.°°° Vertrag °°°Unerlässlich für die seriöse Arbeit einer Tagesmutter und auch zur Absicherung ist der Betreuungsvertrag. Einen Vordruck des Vertrages bekommt man jederzeit ganz Problemlos vom Jugendamt, vom Tagesmutterverband, vom Familienservice oder auch runter zuladen bei: www.laufstall.de Der Vertrag ist ganz individuell gestaltbar, je nach Absprache mit den Eltern. Folgende Daten darin erfasst: - Genaue Kontaktdaten - Umfang der Betreuungszeiten - Betreuungsgeld - Urlaub/Krankheitstage - Versicherung - Vollmacht für den Arztbesuch - Kündigung Da diese Dinge ja verschieden geregelt werden könne, gehe ich da nicht bis aufs Detail drauf ein. Es gibt Tagesmütter, die lassen sich 4 Woche Urlaub im Jahr, sowie Krankheitstage bezahlen, andere wieder (so wie ich) rechnen nur die tatsächlich betreuten Stunden ab. Der Vertrag wird 2 mal ausgefüllt und unterschrieben, so dass Eltern sowie Tagesmutter je ein Exemplar davon erhalten. Ich persönlich finde den Vertrag enorm wichtig, da so verhindert wird, dass Probleme entstehen. Anfangs hatte ich auch Kinder ohne Vertrag auf Vertrauensbasis betreut und leider gab es da viele Probleme, wie nicht bezahlte Betreuung, kurzfristige Kündigung usw. Der Vertrag ist für beide Seiten eine Sicherheit! °°° Eingewöhnung °°° Es ist für mich unverständlich, wenn immer wieder mal Eltern anrufen und ihr Kind gleich bei mir abgeben wollen. Das ehrt mich natürlich in Ihrem Vertrauen zu mir, wird den Kindern aber absolut nicht gerecht. Die Kinder haben zumeist noch keine Betreuung durch eine fremde Person erfahren und sollen sich dann von heute auf morgen in einer anderen Umgebung zurecht finden. Das ist für die Kinder eine enorme Umstellung und eine sehr hohe psychische Belastung. Um den Druck für die Kinder möglichst gering zu halten, finde ich eine Eingewöhnung unerlässlich!!! Die Eingewöhnung erfolgt natürlich auch individuell je nach Kind, sieht aber in etwa so aus: - die ersten 2-3 male (oder auch mehr) kommt die Mutter zu uns und bleibt beim Kind dabei. Das Kind kann s in aller Ruhe die neue Umgebung kennen lernen, ohne gleich auch noch den Verlust der Mutter erfahren zu müssen - Wenn ich den Eindruck habe, das sich das Kind gut zurecht findet, und auch schon mal ohne Sichtkontakt zur Mutter die Räume erkundet, wird das Kind für kurze Zeit alleine bei mir gelassen. Das fängt mit ca. 15 Minuten an, steigert sich dann auf 30 Minuten und bis zu einer Stunde in wenigen Tagen - Wenn das innerhalb einer Woche gut läuft, wird die Zeit immer mehr ausgedehnt, bis wir bei der gewünschten Betreuungszeit angelangt sind - Wenn wir merken, es geht dem Kind zu schnell, wird das Tempo verlangsamt und das alleine sein bei der Tagesmutter erst erhöht, wenn das Kind Sicherheit ausstrahlt. Meiner Meinung nach ist nur so gewährleistet, dass das Kind gerne und ohne Verlustängste zur Tagesmutter geht.°°° Tagesablauf °°°Auch der Tagesablauf setzt sich bei vielen Tagesmüttern unterschiedlich zusammen, daher beschreibe ich jetzt einfach mal meinen: Derzeit betreue ich meist 5 Kinder zur gleichen Zeit (davon 3-4 Tageskinder und 1-2 eigene). Die ersten Kinder trudeln morgens um ca. 8 Uhr bei uns ein und nach einer herzlichen Begrüßung meinerseits und der Verabschiedung der Eltern frühstücken wir alle gemeinsam. Da die Kinder alle zwischen 4-13 Monate alt sind, hat jedes Kind seinen eigenen Hochstuhl (Klemmstuhl) und bekommt sein individuelles Frühstück. Nach dem Frühstück haben wir meistens dann ca. eine Stunde Zeit zum Spielen oder rausgehen (was ich lieber morgens mache…) und dann halten alle Kinder um ca. 10.30 Uhr ihren Mittagsschlaf. Jedes Kind hat sein eigenes Bett und alle schlafen im selben Raum. Die Kinder schlafen nach 5 Minuten Unruhe sofort ein und wachen erst nach 1-2 Stunden Schlaf wieder auf. Die Schlafenszeit wird sich erfahrungsgemäß in 3-6 Monaten von 10.30 Uhr auf ca. 12 Uhr verschieben, aber von gleicher Dauer sein. Die 1-2 Stunden Zeit nutze ich immer dazu, um zuerst meinen Haushalt zu erledigen und dann für die Kinder das Mittagessen vor zubereiten. Wenn die Kinder zwischen 11.30-12.30 Uhr wieder aufwachen, ist das Essen meistens fertig und keiner muss wegen Hunger anfangen zu quengeln. Nach dem gemeinsamen Mittagessen machen wir eine ruhigere Spielrunde, mit Vorlesen, Reimen und Singen und gehen dann oft noch 2 Stunden auf den Spielplatz. Um 16 Uhr werden die ersten Kinder abgeholt und um 19 Uhr die letzten. Zum Abholen warten wir entweder in unserer Wohnung oder dann mit gepackten Taschen bei schönem Wetter unten im Hof… Zum Tagesablauf lässt sich noch soviel sagen: Die Tageskinder werden bei mir ganz normal ins Familienleben integriert. Ich habe keinen Kindergarten eröffnet, sondern biete den Kindern einen wohlbehüteten Platz in meiner Familie an. Das bedeutet, dass ich nicht nur Vollzeitprogramm mache, wie z.B. in den Zoo gehen usw., sondern auch mit dem Kindern meine Hausarbeiten mache, Einkaufen gehe und Termine wahrnehme. Die Kindern werden dabei wie meine eigenen Kinder in den Ablauf mit einbezogen und sind so auch automatisch beschäftig und langweilen sich nie. So lasse ich es mir natürlich auch nicht nehmen, mit den Kindern Freunde zu besuchen oder Besuch zu empfangen, zumal diese ja auch meistens Kinder haben. °°° Umgang mit dem Tageskind °°° Tageskinder gehören zur Familie, zumindest während des Aufenthaltes bei der Tagesmutter und sollten auch so behandelt werden. Der Umgang mit Tageskindern ist mitunter nicht ganz leicht, da es sicher schwer ist, alle Kinder gleich oder gerecht zu behandeln. Auch Tageskinder sollten wie eigene Kinder mit Ihren individuellen Bedürfnissen wahrgenommen werden, gefördert und unterstützt werden. Sie brauchen Nähe, Kuscheleinheiten, wollen lachen und toben und sich bei Ihrer Tagesmutter geborgen fühlen. Eigentlich alles Dinge, die keiner Erwähnung bedürfen sollten, dich möchte ich hiermit nahe bringen, dass der Beruf als Tagesmutter MEHR als nur ein Beruf ist. Man nimmt die Tageskinder für eine gewisse Zeit wie seine eigenen Kinder auf und gibt ihnen den Schutz einer Familie, den sie bei Ihren Eltern zeitweise nicht finden können, da sie arbeiten gehen müssen. Trotz alledem ist man „nur“ Tagesmutter und nicht Mutter und muss das klar unterscheiden und trennen. Es gibt Belange des Kindes, die mich nichts angehen und es gibt Dinge, in die ich mich nicht einmischen sollte. Der Umgang mit dem Tageskind ist also emotional gesehen Schwerstarbeit, denn es ist wohl das schwerste der Welt, ein Kind aufzunehmen, wie ein eigenes, es aber es nicht als eigenes Sehen dürfen und wieder nach ein paar Stunden loslassen zu müssen.°°° Freiräume einer Tagsmutter °°°Ich habe meine eigenen Freiräume in letzter Zeit sehr vernachlässigt und daraus gelernt. Ich liebe diesen Beruf sehr und ich liebe Kinder über alles und das hatte anfangs zur Folge, dass ich mich übernahm und mir selber keine Freiräume mehr gönnte. Ich war eine superflexible Tagesmutter: Die Eltern durften ihre Kinder bringen und holen wann sie wollten, ich nahm Kinder am Abend, über Nacht und am Wochenende. Es gab Wochen, da hatte ich fast jede Stunde des Tages mindestens ein Tageskind bei mir. Das fand natürlich regen Anklang und ich war „Überlaufen“ mit Anfragen, zumal hier in München eh zu wenig Betreuungsangebote vorhanden sind. Doch so schön diese Teilweise 80 Stunden Woche auch war, ich vergaß darüber hinaus mich und meine Bedürfnisse. Ich wurde plötzlich öfter krank und hielt nicht mehr so viel aus, mir fehlte die Zeit alleine nur mit meinen eigenen Kindern und mir fehlte die Zeit nur für meinen Mann und nur für mich alleine. Zeitweise hat mir meine Arbeit nicht mehr so viel Spaß gemacht. Ich habe das zum Glück rechtzeitig gemerkt. Nun habe ich feste Arbeitszeiten, die nur nach Absprache flexibel sind und Kinder nehme ich am Wochenende oder über Nacht zwar noch, aber nur, wenn es für mich auch wirklich in Ordnung ist. Ich lege daher jeder Tagesmutter nahe, sich seine eigenen Freiräume zu bewahren, da man sonst wirklich sich selbst und die Lust an der Arbeit verliert. °°° Probleme °°° Alleine über dieses Thema könnte ich ein ganzes Buch schreiben. Ich betreue zwar „erst“ seid ca. 3 Jahren Kinder, doch habe ja schon recht früh gleich mehrere gehabt. Ich habe am Anfang durch Unerfahrenheit einige negative Erfahrungen machen müssen und diese bleiben natürlich bis heute nicht aus und werden sicher immer wieder mal vorkommen. Ich kann hier nur von den Problemen aus meiner Sicht als Tagesmutter berichten und nicht aus Sicht einer Mutter. - Am Anfang meiner Zeit als Tagesmutter musste ich die die schmerzliche Erfahrung machen, dass ich ein Kind betreute und die Eltern aber nie dafür bezahlten. Als ich das Geld für die bezahlten Wochen verlangte, passte den Eltern die Betreuung plötzlich nicht mehr und ich sah mein Geld nie wieder. Machen kann man da nicht viel, zumindest nicht ohne Rechtschutzversicherung und vor allem nicht, wenn bei den Eltern gar nix zu holen ist. Ich sichere mich seid dieser Erfahrung natürlich nun vorher ab: Ich berechne, wie viel Euro die Eltern für den Monat bezahlen müssten und lasse mir dieses im VORAUS bezahlen. Falls dann mehr oder weniger betreute Stunden zusammen kommen, schreiben wir das auf und das wird dann mit dem nächsten Monat verrechnet. - Ein anderes Problem, was hin und wieder mal auftritt ist, dass das Kind einfach nicht „Tagesmuttertauglich“ ist. Es gibt Kinder, die hängen sehr an ihren Eltern und schaffen es einfach nicht, sich in so jungen Jahren schon von Ihnen zu lösen. Trotz langer und intensiver Eingewöhnungsphase haben sie sich nicht bei mir zurechtgefunden. Die Gründe waren verschieden und gingen von :Angst vor anderen Kindern, über mangelnde Soziale Kontakte, bis dahin, dass sich Kinder einfach überhaupt nicht von der Mutter lösen konnten. Ich bin ein geduldiger Mensch, aber solche Kinder zu einer Betreuung zu zwingen ist für niemanden von Vorteil. Die Kinder leiden dann darunter und das ist nicht mein Anliegen. Daher ziehe ich, sowie auch die Eltern dann in solchen Fällen die Konsequenzen und beenden das Betreuungsverhältnis wieder, was dann meistens auch nicht bei jemand anderen weiter geführt wird. - Ich habe nun schon zweimal Erfahrungen mit Kindern gemacht, um die sich die Eltern nicht gut gekümmert haben. Das erlebt man leider immer wieder .Das fängt damit an, dass mir Kinder im Winter ohne Jacke gebracht wurden und hörte bei krassen Dingen auf, wie das ein Kind in einem von Katzen voll gepieselten Katzenkorb gebracht wurden. Nicht alle Eltern kümmern sich so um ihre Kinder, wie es sein sollte. Bei banalen Dingen kann man mit den Eltern darüber reden, wenn es allerdings heftiger Dinge sind sollte man sich einfach mal Rat beim Jugendamt suchen. Probleme können natürlich noch viel mehr entstehen… wichtig hierbei ist eine gut funktionierende Kommunikation zwischen Eltern und Tagesmutter, da man vieles aus der Welt räumen kann. Sind die Konflikte zu groß, ist es für alle Beteiligten dann auch manchmal besser, das Betreuungsverhältnis zu beenden. °°° Fazit °°°Der Beruf Tagesmutter kann ein sehr erfüllender und schöner Job sein. Für viele Mütter ist es die ideale Verbindung von eigener Familie und Beruf, da die Tageskinder in die Familie integriert werden und nicht ein Sonderprogramm aufgestellt bekommen. Der Beruf ist sehr individuell gestaltbar und lässt den ag somit flexibel gestalten, was ein großer Vorteil ist. Der Beruf ist jedoch auch anstrengend und fordert Geduld und so sollte man als Tagesmutter nicht vergessen, eigene Freiräume einzuplanen.
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22.02.2008 00:02
Das nenne ich einen Bericht-jawoll! Bin selbst Tagesmutter und selbständig, allerdings bin ich "fliegende" Tagesmutter :-)) also, ich betreue im Haus der Erziehungsberechtigten. Daher komme ich in dem Fall zu den Eltern. In Deinem Fall ist es natürlich genau richtig, dass sie zu Dir kommen, um sich A vertraut zu machen und B das Verhalten des Kindes beobachtet. Auch diese Probe/ Eingewöhnungszeit ist vedammt wichtig, gerade für Kinder, die noch keine Betreuung durch Fremde hatten. Besonders Käse ist es,wenn Eltern ihre Kinder in der Fremdelphase abgeben *leichter Schauer überm Rücken* :-)) aber machbar. Und einige Webseiten kamen mir verdaaaaaaaaammt bekannt vor :-)) KLasse Bericht und Patschehändchen von TaMu zu TaMu (Thüringen) :-D
28.08.2006 21:05
Finde ich toll was du machts. Weiter so. gruß muddled
20.04.2006 09:25
Sehr schöne Einblicke in den Beruf, hab mein Kind auch bei ner Tagesmutti. Hier in Dresden ist das paradiesisch geregelt: wenn beide Eltern Arbeit haben und keinen Krippenplatz finden (und den findet man nur, wenn man im August / September anfängt und sich am besten über 1 Jahr vorher anmeldet), bekommt man die Tamu-Stelle gefördert, d.h. ich zahle nicht mehr als für einen städtischen Krippenplatz (knapp 180€ pro Monat für täglich bis zu 9 Stunden + Essengeld - die Tamu bekommt sicher mehr, sonst könnte sie nicht davon leben), bezahlt wird per Einzugsermächtigung direkt an die Stadt, welche dann die Tamu bezahlt und ein Vertrag nach städtischem Formular ist sowieso Standard. Meine Tamu fängt 7:15 an - bis dahin muss sie erstmal ihre zwei Großen (7 und 4) und den Mann aus dem Haus bekommen und hat offiziell bis 16:30 auf, über alles andere kann man reden. Sie betreut zur Zeit 5 Kinder: zwei Kleine (so um 1 Jahr, davon ein eigenes) und 3 Große (um 2 Jahre, wie meiner auch, der dabei ist, seit er 11 Monate ist). Ich bin sehr zufrieden mit ihr und auch mein Zwerg fühlt sich bei ihr wohl. LG und weiterhin viel Spaß, Az