Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
ein gutes Zubrot für Familien, oft gesucht |
| Kontra: |
es gibt auch schwarze Schafe unter den Arbeitgebern |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Immer wieder habe ich in meinem Leben auf Minijobbasis gearbeitet. War es früher als Schülerin neben der Schule oder nun später als Hausfrau und Mutter. Meistens war die Arbeit im Verkauf oder im Service, die ich angenommen habe. Eben die Jobs, in denen die Minijobber gern gesehen sind und vielfach gesucht. Die Einkommensgrenzen haben sich mit den Jahren verändert, das Prinzip ist geblieben.
Was ist ein Job auf 400 Eurobasis?
Man arbeitet auf der Basis von 400 Euro, wenn man diesen monatlichen Lohn nicht übersteigt. Dabei kommt es auf die Gesamtsumme von 400 Euro an. Man kann diese Summe also auch auf mehrere Jobs bei verschiedenen Arbeitgebern verteilen. Beachten muss man dabei nur, dass man die erlaubte Grenze nicht überschreitet.
Dieses ist der wichtigste Faktor für den Arbeitnehmer. Was nun letztlich an Stundenlohn gezahlt wird, ist von Arbeitgeber zu Arbeitgeber verschieden. Es ist auch abhängig von der Region, in der man arbeitet. In Dithmarschen sind die Löhne für Minijobber relativ gering. Man muss also stellenweise eine Menge Stunden arbeiten, um an die 400 Grenze zu kommen. Auch wird das Arbeiten auf 400 Eurobasis von Arbeitgeber zu Arbeitgeber oftmals anders ausgelegt. Viele Arbeitgeber erlauben sich in der Beziehung Spielräume, wohl wissend, dass der Arbeitnehmer nicht aufbegehrt, um den Job nicht zu verlieren. Denn meistens sind es Bereiche, die schnell zu besetzen sind, in denen 400 Euromitarbeiter eingestellt werden. Wenn einem dann der Job lieb ist, nimmt man einiges in Kauf.
Was bedeutet ein 400 Eurojobber für den Arbeitgeber?
Für den Arbeitgeber bedeutet der Angestellte auf 400 Euro eine relativ günstige Arbeitskraft. Er muss für diesen Mitarbeiter wenig Abgaben zahlen und muss lediglich geringe Pauschalabgaben zur Renten-, Krankenversicherung und einen Pauschsteuerbetrag abgeben, sowie minimale Umlagen in Bezug auf Insolvenz, Mutterschaft und Krankheit.
Dieses macht einen 400Eurojobber für viele Betrieb interessant, da die Kosten geringer sind als bei einem fest angestelltem Mitarbeiter.
Was sollte der Arbeitgeber leisten?
Gesetzlich ist ein bezahlter Urlaub für den Minijobber vorgesehen. Ebenso eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Der Minijobber hat ein Anrecht auf einen Arbeitsvertrag. Ebenso hat er eine festgesetzte Kündigungsfrist, die gültig ist, wenn im Arbeitsvertrag nichts anderes festgesetzt wurde. Sie beträgt vier Wochen zum 15. eines Monats oder Monatsende.
Leider halten sich nicht alle Arbeitgeber an diese Regelungen. Doch dazu später mehr.
Verschiedene Formen des Minijobs:
Ich habe nun schon einige 400 Eurojobs angenommen und meine Erfahrungen darin gesammelt. Und ich kann sagen, dass das Bild sehr unterschiedlich sein kann. Der Einsatzbereich eines 400 Eurojobbers kann sehr vielfältig sein.
Hatte ich in früheren Tagen als es sich noch um eine Job auf der Basis von 630 DM handelte eine Arbeit, die sehr selbstständig gehandhabt werden musste, als zeitweilige alleinige Führung eines Geschäftes, mit Einarbeitung von neuen Mitarbeitern, Dekorationen und Kassenverantwortlichkeit, habe ich auch anderes erlebt. Doch bleiben wir erst einmal bei diesem System. In besagtem Betrieb hatte ich meine 630 DM als Festgehalt. Darin enthalten waren schon Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und es gab eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wie es auch vom Gesetzgeber vorgesehen ist. So habe ich in dieser Firma alle Annehmlichkeiten erfahren wie auch ein Angestellter, der auf Karte angestellt gewesen ist. Dieser Arbeitgeber hat den Lohn gleich so angesetzt, dass Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld auf das Jahr umgelegt wurden und somit den Stundenlohn hochgesetzt, aber so, dass man natürlich nicht im Monatslohn über den erlaubten Satz kam. Insofern ein vorbildlicher Arbeitgeber, was Minijobber angeht. Ich habe mich in dem Betrieb immer sehr wohl gefühlt und bin damals mit Bedauern ausgeschieden, als ich mein Abitur in der Tasche hatte und meine Ausbildung beginnen wollte. Bis dahin habe ich in diesem Geschäft gutes Geld neben der Schule verdient und damit das eine oder andere zurücklegen können für die Zukunft.
In diesem Geschäft waren derzeit nur Minijobber beschäftigt, die alle die gleichen Aufgaben zu erledigen hatten. Es gab eine Chefin als Ansprechpartnerin, die aber nicht im Laden arbeitete als Verkäuferin, sondern lediglich die Formalitäten erinnerte. Eine Art Zwischenstation für uns, die zwischen den Verkäuferinnen im Laden und dem eigentlichen Chef vermittelte, der seine Hauptfiliale in einer größeren Stadt in einem anderen Bundesland hatte. Die für uns zuständige Chefin war seine Schwiegermutter, die in der Nähe lebte und so war man als Angestellte nie mit irgendwelchen Problemen allein. Telefonisch hatte man Kontakt mit dem eigentlichen Chef und in dringenden Fällen war die Schwiegermutter persönlich ansprechbar und in wenigen Minuten in der Filiale. Dieses war ein schönes Arbeiten als Minijobkraft. Man fühlte sich dort als vollwertige Angestellte, hatte den Verkauf vollständig unter sich, nach einer Einarbeitungszeit vollkommen alleine in der Filiale auf seiner Schicht. Die Arbeitszeiten waren so eingeteilt, dass ich den Job auch neben dem Gymnasium locker managen konnte und keine Probleme mit der Schule bekommen habe. Einen freien Tag hatte ich dann, wenn ich Nachmittagsunterricht hatte und ansonsten musste ich jeden Nachmittag bis Ladenschluss arbeiten, auch an den Wochenenden. Zumindest im Sommer gab es in dem Ort auch ein Öffnungsrecht am Sonntag. Doch da war dann ein Wechsel mit den anderen Mitarbeiterinnen angesetzt, damit man auch mal einen freien Sonntag hatte. Das ist natürlich auch wichtig.
Stellenweise kam der Chef zur Aufsicht in die Filiale, meistens um neue Waren mitzubringen und dann wurde an dem Tag gemeinsam mit ihm gearbeitet, was immer ein nettes Erlebnis war. Man hat gemeinsam die Schaufenster gestaltet und wurde nach neuen Ideen gefragt, die dann erfreulicherweise auch umgesetzt wurden, wenn sie sein Gefallen finden konnten. Ein Traumjob, an den ich mich gern zurückerinnere.
Natürlich gehörte zum Job nicht nur das Verkaufen, das Einräumen der Regale, Papierkram etc. Es musste auch geputzt werden, vom Fensterputzen, über das Staubsaugen bis zum Wischen des Fußbodens der Ladenpassage. Aber auch das hat Spaß gemacht und vor allem die Selbstständigkeit, die man in dem so geführten Laden genossen hat, hat mir gefallen. Das Vertrauen, dass der Chef in einen gesetzt hat und die Achtung, mit der er uns Minijobber entgegengekommen ist. Das ist nicht selbstverständlich. Ich habe da auch anders in anderen Jobs erlebt.
Meine erste Erfahrung als Minijobber war also durchaus positiv besetzt. Es wurde sich an alle Regeln gehalten, es herrschte ein tolles Klima und die Arbeit machte unheimlichen Spaß.
Später habe ich dann als Minijobber gearbeitet als ich schon verheiratet war. Mit Kindern ist es so eine Sache mit der Berufstätigkeit. Zumindest haben mein Mann und ich für unsere Familie entschieden, dass es so sein sollte, dass immer einer von uns beiden im Hause ist. Auch dann, wenn wir beide arbeiten wollen. Lange Zeit als die Kinder klein waren, war mein Mann Alleinverdiener und ich war einfach nur Hausfrau und Mutter. Gearbeitet habe ich dann immer erst wieder, als die Kinder aus dem „Gröbsten“ raus waren wie man immer so schön sagt.
Inzwischen war dann der Euro gekommen, der es für mich als Minijobber grundsätzlich schwerer gemacht hat. Die Grenzen für das Einkommen, das hinzu verdient werden durfte, waren höher gesetzt worden. Doch die Arbeitsbedingungen grundsätzlich sind für den Arbeitnehmer den Bach runter gegangen. Zumindest hier in meiner Region in Schleswig-Holstein. Das Geld, was ich nun mehr hinzu verdienen durfte, musste in all meinen Jobs seit dem Euro härter erarbeitet werden. Sprich, der Stundenlohn war gewaltig gesunken.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich in einem Job über 70 Stunden im Monat arbeiten musste, um dann nicht einmal die 400 Euro komplett ausgezahlt zu bekommen. Man kann sich dann den Stundenlohn ausrechnen, auch wenn ich keine konkreten Zahlen nenne. Ebenso war es in dem Betrieb so, dass man die Regelung mit der Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall einfach ignoriert hat. Ich habe nur Geld bekommen, wenn ich die Stunden geleistet habe, habe ich das nicht durch Krankheit, wurden mir diese Stunden auch nicht ausgezahlt, ganz entgegen dem, was der Gesetzgeber für einen 400-Eurojobber vorgesehen hat. Auch die Lohnfortzahlung im Urlaub wurde nicht komplett eingehalten. Hier wurde der ohnehin schmale Lohn noch einmal halbiert, so dass ich aus dem Urlaub mit Minusstunden in mein Arbeitsverhältnis zurückkehrte. Diese musste ich dann im Folgemonat wieder aufarbeiten, wenn mir für die Zeit mein voller Satz berechnet worden war oder aber ich ging einfach mit weniger Geld im Urlaubsmonat nach Hause. So einfach war das.
In diesem Betrieb wurde für mich als 400 Eurokraft auch kein Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld etc veranschlagt, sprich gleich in den Stundenlohn mit einberechnet, den ich erhielt, wie ich es an anderer Stelle erlebt hatte. Dieses war nicht für mich vorgesehen. Geführt wurde ich in dem Betrieb ausschließlich als Aushilfe, obwohl ich der gleichen Tätigkeit nachging wie das Stammpersonal und auch nicht ausgeschlossen war von verantwortungsvollen Posten wie dem Tätigen von Bestellungen, Erledigung von Papierkram, Kassenabrechnung etc. Ich war, was die Arbeiten anging ein vollwertiges Mitglied der Firma, aber abgerechnet wurde ich wie eine einfache Aushilfe.
Monatlich hatte ich einen Stundenzettel auszufüllen, in denen meine geleisteten Stunden aufgeführt wurden. Dann bekam ich meinen Lohn korrekt nach diesen aufgelisteten Stunden ausbezahlt. Einen Arbeitsvertrag habe ich hier auch nach mehrmaliger Anfrage nicht gesehen. Nie habe ich irgendwo meine festgesetzte Stundenzahl schriftlich niedergelegt gesehen, noch ein Dokument über meinen Urlaub und die damit verbundene Kürzung meines Stundenlohnes für diese Zeit. Letztlich war es sogar so, dass ich einen kompletten Monat nach Hause geschickt wurde ohne jegliche Vergütung, weil die Filiale, in der ich tätig war, kurze Zeit einen andern fest angestellten Mitarbeiter anstelle meiner aufnehmen musste aus firmentechnischen Gründen.
Arbeitsbedingungen, die der Gesetzgeber so für einen 400 Eurojobber nicht vorgesehen hat.
Da die Arbeit aber bei uns in der Region nicht auf Bäumen wächst, nimmt man einiges in Kauf als Arbeitnehmer und ist froh, eine Stelle gefunden zu haben, die man mit der Familie unter einen Hut bringen kann. Für mich zählte am Ende die Summe von knapp 400 Euro auf dem Konto und den Weg dahin habe ich als Erfahrung verbucht. Ganz einfach.
Nebenbei bemerkt war es auch noch so, dass man im ersten Monat in diesem Betrieb, sich seine Arbeitskleidung kaufen musste. Dieser Betrag wurde einem gleich nach Erhalt der Kleidung vom Lohn abgezogen. Dazu kam dann noch eine Belehrung, die man auf eigene Kosten durchführen lassen musste und schon war ein guter Teil des ersten Lohnes einfach weg. Ich kann mich noch genau erinnern, wie enttäuscht ich von der ersten Gehaltsauszahlung war. Denn für die Arbeitskleidung hatte ich alleine knappe 6 Stunden arbeiten müssen, für die Kosten der Belehrung ebenso. Man lernt in solch einer Arbeitssituation vieles in Arbeitsstunden aufzurechnen.... Und kann dann kaum glauben, dass man für dieses oder jenes so und so viele Stunden im Betrieb arbeiten muss. Dann lernt man das Geld zu schätzen, so meine Erfahrung.
Aber es geht auch anders. Es gibt auch Arbeitgeber nun in den Zeiten des Euros, die anders mit ihren Mitarbeitern umspringen. In einem anderen Betrieb habe ich zwar auch die Kosten für Arbeitskleidung tragen müssen, aber wenigstens einen Arbeitsvertrag erhalten. Im Übrigen war mein Lohn dort fest. Ich habe immer meinen Satz ausgezahlt bekommen. Denn in diesem Lohn waren Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld etc schon enthalten. Die Stunden, die ich dort arbeiten musste, waren auch um einiges geringer und somit lag ich im Stundenlohn deutlich höher. Auch war meine Tätigkeit in diesem Betrieb eher dem einer Aushilfe angemessen. Ich war zwar auch hier im Verkauf tätig, aber nur für eine kürzere Zeit, durfte den Titel „Abendkraft“ tragen und war in erster Linie mit dem Aufräumen und Wegpacken von Waren beschäftigt. Es war hier also ein großer Unterschied zu merken zwischen den Tätigkeiten der Festangestellten und uns Minijobbern, was ich aber auch als okay betrachtet habe. Das Verhältnis zu den Festangestellten, war aber dennoch gut, auch wenn wir nur im Urlaubsfall oder Krankheitsfall mit ihnen gemeinsam gearbeitet haben, da sonst zu meiner Arbeitszeit nur geringfügig beschäftigte Abendkräfte im Geschäft weilten. Aber das war eine Arbeit, die man auch wirklich als Aushilfsarbeit definieren konnte.
Des weiteren wurden auch wir Abendkräfte zu Weihnachten mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedacht wie auch das Stammpersonal. Floß zwar kein Extraweihnachtsgeld, denn das war ja im Monatslohn bereits enthalten, bekamen wir doch die Einladung zu einem großen Betriebsfest mit Partner wie auch die übrigen Angestellten und einen Gutschein für einen Weihnachtsbaum als kleine Gratifikation. Ich muss sagen, dass hier in diesem Betrieb die Regelung für Minijobber hervorragend umgesetzt wurden und man sich in jeder Form daran gehalten hat. Die Arbeiten waren auf Aushilfen zugeschnitten, obgleich man dieses nie vom Fachpersonal her hat spüren müssen, dass man „nur“ als Minijobber tätig war. Wirklich vorbildlich und nachahmenswert.
Nun habe ich also schon einige Zeit als Minijobber mal so mal so durchlaufen. Ich habe viel Erfahrungen gesammelt und diese verbuchen können.
Dennoch möchte ich anmerken, dass für mich als Ehefrau diese Minijobs, seien sie auch noch so schlecht ausgeführt vom Arbeitgeber her, immer noch lohnenswerter waren als eine Anstellung auf Karte, wenn man mal von der Rente absieht.
Da mein Mann als Hauptverdiener für unsere Region relativ gut verdient, wäre für mich als Angestellte auf Lohnsteuerkarte selbst bei einem Bruttolohn von 8 Euro eine saftige Steuernachzahlung gekommen. Ich habe dieses als mir das Angebot gemacht wurde, von meinem Steuerberater prüfen lassen. Aus den mir angebotenen 800 Euro Brutto hätte ich gerade mal etwas über 500 Euro herausbekommen für knappe 30 Stunden Mehrarbeit als auf 400 Eurobasis. Dazu wäre dann eine saftige Steuernachzahlung gekommen, die meinen Stundenlohn in Netto dann deutlich unter das katapultiert hätte, was ich als 400Eurojobber als Stundenlohn verdiene. Kurz, wollte ich dazu arbeiten, hatte ich keine andere Wahl als die 400Euro in Angriff zu nehmen, denn sonst hätte ich nur für Vater Staat gearbeitet und im Endeffekt noch weniger verdient als mit dem schlechtesten Angebot als 400 Eurojobber, das ich zuvor dargelegt habe. Man sollte sich also schlau machen als zweiter Arbeitnehmer innerhalb einer Familie, ob es sich wirklich lohnt (die Rente außer Acht gelassen) auf Karte zu arbeiten. Und selbst die Einzahlung in die Rentenkasse, die ich dann getätigt hätte, hat mein Steuerberater als so gering abgetan und mir empfohlen doch weiter als Aushilfe tätig zu sein, um mehr Verdienst zu haben.
Ob Vater Staat dieses System nun so richtig durchdacht hat, ist nicht meine Aufgabe in Frage zu stellen. Aber ich habe doch einige Bauchschmerzen dabei. Denn eigentlich möchte der Staat doch gern, dass in die Rentenkasse eingezahlt wird, wovon sollen denn sonst die vielen Gelder gezahlt werden und dann gestaltet er den Verdienst für Doppelverdiener (in der niedrigen Einkommensstufe) so unattraktiv, dass man auf den Minijob als bessere Lösung zurückgreift? Das sollte doch so eigentlich nicht sein... Meiner Ansicht nach wäre das Handlungsbedarf seitens der Regierung angesagt.
Im Übrigen möchte ich noch anmerken, dass man auch als 400 Eurojobber in die Rentenkasse einzahlen kann, wenn man möchte. Dazu gibt es von den Versicherungen verschiedene Programme. Man kann dann seine Stunden aufstocken und das, was man mehr erarbeitet hat geht dann in ein Programm der Versicherung, aus deren Topf man dann später die Rente kassiert. Genaues können einem da die Versicherer sagen. Ich für meinen Teil habe aber so einen Vertrag nicht abgeschlossen, weil er für mich nicht unbedingt lohnend war, da ich aufgrund des geringen Stundenlohnes sehr viele Stunden mehr hätte gehen müssen und das wäre nicht mit der Familie zu vereinbaren gewesen. Die Möglichkeit besteht aber, am besten bei der Versicherung mal nachfragen. Es ist zwar so, dass einem eine gute Firma dieses Angebot selbst machen sollte, wenn man dort als Minijobber beginnt, aber das habe ich leider noch nie erlebt und diese Möglichkeit nur von meinem Versicherungsagenten erfahren.
Der Minijob bringt also vielerlei mit sich. Ich habe bunte Erfahrungen gesammelt und kann sagen, dass er gerade heutzutage nur selten so umgesetzt wird, wie ihn das Gesetz vorgesehen hat. Vielmehr werden die Arbeitnehmer in den einigen Betrieben mit abgespeckten 400 Eurojobberregeln konfrontiert. Und die Firmen können es sich leider erlauben, denn hinter den meisten 400 Eurojobs steht schon der nächste Arbeiter, wenn man sich auf Diskussionen mit der Betriebsleitung einlässt und auf sein Recht als Arbeitnehmer pochen möchte. Das ist leider vielfach so und so ist man ruhig, wenn man den Job behalten möchte und macht gute Miene zum bösen Spiel. Denn in den meisten Betrieben ist es so, dass man wenn seine rechtmäßigen Forderungen stellt, diese nicht durchgesetzt bekommt durch ein normales Gespräch, sondern schon gezwungen wäre, den Rechtsweg zu gehen und das steht meines Erachtens nicht auf ein 400-Eurojobverhältnis, zumal man mit Sicherheit danach im Betrieb, auch wenn man es ausgefochten hat, Spießruten laufen müsste. Ich für meinen Teil habe, wenn ich die Arbeit aufnehmen wollte, die Bedingungen immer akzeptiert, mich im Stillen zwar darüber geärgert, aber am Ende den Blick auf die um und bei 400 Euro auf dem Konto am Ende des Monats gerichtet...
Und wie meine Erfahrungen bezeugen, die ich hier geschildert habe, gibt es ja nicht nur schwarze Schafe unter den Betrieben, die 400 Eurokräfte einstellen. Manches Mal hat man richtig Glück dabei und alles wird so umgesetzt wie es gedacht ist.
Im Übrigen kann man auch als Arbeitnehmer in einem Festangestelltenverhältnis zusätzlich einen 400 Eurojob ausüben. Das möchte ich hier nun noch schnell erwähnt haben. Allerdings bedarf es dann der Zustimmung des Arbeitgebers, dass man sich noch weiterhin beschäftigen darf. Für viele Berufe mit einem geringen Einkommen, ist das sicherlich auch eine gute Lösung.
Ist man aber nur auf 400 Eurobasis beschäftigt, darf man diese Grenze nicht überschreiten.
Hausfrauen, Schüler (ab einer gewissen Altersgrenze), Rentner und eben Vollzeitarbeitnehmer können als 400Eurojobber tätig sein. Gearbeitet werden kann in gewerblichen Betrieben und auch in privaten Haushalten (für Privathaushalte gelten andere Regelungen für den Arbeitgeber).
Aufstiegeschancen als Minijobber hat man in der Regel keine. Dazu bedarf es dann meistens schon einer Festanstellung. Zumindest habe ich es so noch nicht erlebt. In der Regel ist und bleibt man Aushilfe, oder wird zumindest als solche deklariert.
Trotz allem möchte ich das Arbeiten auf 400 Eurobasis empfehlen. Es ist für viele Familien ein gutes Zubrot, gerade in der heutigen Zeit. In den Medien hört man ab und an, dass darüber gesprochen wird, die Grenze nach oben zu verschieben und den 500 Eurojobber zu schaffen. Sicherlich auf einer Seite ein verlockendes Beispiel. Ich hätte natürlich auch gern 100 Euro mehr im Monat verdient gehabt. Allerdings ist es auch so, dass ich mir sage, dass es eher so sein müsste, das Einkommen für den normalen Arbeitnehmer auf Karte attraktiver zu gestalten. Denn hätte mich mein Angebot mit den 800 Euro brutto nicht soviel an Abgaben gekostet, dass ich mit einem noch geringeren Stundenlohn ausgestattet gewesen wäre als auf 400 Eurobasis, hätte Vater Staat in mir einen weiteren Einzahler in die Rentenkasse bekommen. Doch für einen Betrag unter 5 Euro arbeiten zugehen, wenn ich als Geringverdiener dann doch über dieser Stundenlohngrenze liege, wäre doch absurd gewesen. Ich denke, hier sollte man ansetzen und die 400 Euro 400 Euro sein lassen.