Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
die grosse Kunst |
| Kontra: |
hm? |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Die Kunsthalle Wuerth.
Ich glaube, ich muss mich erstmal dick bei euch entschuldigen,....ich habe mir eine riesen Muehe gemacht mit meinem Bericht,...und dann entdecke ich, dass ich ihn gar nicht mehr in die Rubrik Schwaebisch Hall stellen kann,...so ein Mist...aber ich mag ihn doch veroeffentlichen....:( Ich habe gesucht und gesucht...Leider gibt es keine eigene Kategorie zum Thema der Kunsthalle Wuerth bzw ueberhaupt etwas, was mit der Firma Wuerth und Kunst zu tun hat...eigentlich komisch, da die Firma zwar Schrauben herstellt, die Kunstsammlung von 6 1/2 tausend Objekten aber doch nicht einfach so uebersehen werden duerfte....oder? Also: bitte nicht ueberl nehmen, dass dieser Bericht sich nicht soooo richtig um Job bei Wuerth dreht, sondern um seine kleine Kunstsammlung...
Aber: Aber wie ich weiss, bietet die Firma Wuerth Praktika an, die sogar bezahlt werden!!! Es gibt 500Euro im Monat fuer die Arbeit im Museum!!! Ich denke, es handelt sich dabei um Anleitung, wie man in einem Museum arbeitet, die Recherche, Planung, wie man Ausstellungen organisiert, wie auch die Moeglichkeit, Gemaelde vielleicht einfach mal in die Hand zu nehmen,...und wer hat denn schon mal einen Picasso beruehrt:)...
Also: Lest den Bericht vielleicht mit dem Hintergedanken, Euch einfach mal fuer ein Praktikum zu bewerben, Ansprechpartner muesstet ihr unter folgenden Moeglichkeiten finden:
Adolf Würth GmbH & Co. KG
Museum Würth
Reinhold-Würth-Straße 15
D-74653 Künzelsau
museum@wuerth.de
Tel. +49 (0)7940 15-2200
Fax +49 (0)7940 15-4200
Also:
Wie ihr vielleicht wisst, habe ich schon einmal ein bisschen ueber das kleine Staedtchen Schwaebisch Hall zum Besten gegeben, ueber die geschichte und die allgemeinen Moeglichkeiten dort, die Freizeit zu verbringen. Unter anderem habe ich auch die Kunsthalle des Schraubenherstellers Wuerth als eine der vielen kulturellen Moeglichkeiten genannt. Auf diese Kunsthalle moechte ich nun ein wenig mehr eingehen.
Prof. Dr. h. c. Reinhold Wuerth
Dieser Herr, Reinhold Wuerth, der mittlerweile auch schon 69 Jahre alt ist stieg vor rund 55 Jahren in die Firma seines Vaters mit ein. Diese Firma, die eine lange Geschichte, was die Herstellung von Schrauben hat, befindet sich in einer kleinen Stadt, ca. 20 bis 25 Kilometer von Schwaebisch Hall entfernt, mit dem Namen Kuenzelsau. Reinhold Wuerth bildete sich zum Gross- und Einzelhandelskaufmann aus und mit 19 Jahren uebernahm er die Firma seines Vaters. Die Schraubenfirma wurde immer groesser und groesser, agierte mit der Zeit weltweit. Irgendwann zog sich Herr Wuerth aus der aktiven Firmenleitung zurueck, ist mittlerweile Dozent an der Uni Karlsruhe, ist Doktor und Senator an der Uni Tuebingen, traegt das Verdienstkreuzes, und ist ausserdem Ehrenbuerger der Stadt Erstein in Frankreich wie auch der Stadt Kuenzelsau. Aber zusaetzlich zu allem ist Reinhard Wuerth ein ausserordentlich Kunstliebhaber, der es versteht, in aussergewoehnliche und sehr wertvolle Kunst zu investieren. Begonnen hatte er damit in den sechziger Jahren. Zuerst nutze er ein Museum, das Museum Wuerth in Kuenzelsau, welches sich auf dem Firmenterrain befindet, zu Ausstellungszwecken. Einigen von Euch scheint es vielleicht bekannt zu sein, da dort auch vor einigen Jahren Cristo und Jeanne-Claude gewirkt haben, indem sie die inneren Raeume des Baus verpackt haben,...wie sie es auch schon mit dem Reichstag in Berlin gemacht haben. Mittlerweile umfasst die Sammlung Wuerth an die 6.500 Werke der Malerei, Grafik und Bildhauerei aus dem 20. Und 21. Jahrhundert.
Spaetimpressionismus und Expressionismus: Camille Pissarro, Alfred Sisley, Paul Baum, Heinrich von Zuegel, Max Liebermann, Edvard Munch, Ernst Ludwig Kirchner, Gabriele Muenter, Emil Nolde, Max Beckmann...
Abstraktion des Klassizismus: Vor allem die Franzoesiche Schule aus Paris ist hier vertreten. Hierzu gehoeren: Serge Poliakoff, Alberto Magnelli, Augste Herbin, Aurélie Nemours, Sonia Delaunay-Terk, Victor Vasarely, Jean Dewasne, Jean Deyrolle, André Heurtaux, Franišek Kupka, Hans Hartung, Max Bill, Josef Albers, Henryk Stazewski, Robert Jacobsen...
Zeitgenoessische Kunst: Markus Lüpertz, Georg Baselitz, Anselm Kiefer, Bernd Koberling, Rainer Fetting, Jörg Immendorf, Helmut Middendorf oder Dieter Hacker.
Im weiteren sind vertreten: Alfred Hrdlicka, Christo & Jeanne-Claude, José de Guimarães und Robert Jacobsen
Auch sind viele verschiedene Laender vertreten, und mit ihnen ihre Kuenstler, wie beispielsweise Jean Arp, Horst Antes, Max Bill, Anthony Caro, Eduardo Chillida, Bernhard Luginbühl, Lun Tuchnowski...
Viele Namen sind nicht so bekannt wie die von Max Beckmann oder Ernst Ludwig Kirchner, aber ich muss sagen, fuer – um es mal boese zu sagen – solch ein Kaff, wie Schwaebisch Hall ist, kann man nur WOW! sagen. Diese Kunstsammlung kann ohne weiteres mit denen aus Grossstaedten mithalten.
Vor einigen Jahren wurde dann das Projekt „Kunsthalle Wuerth“ in der schoenen Altstadt Schwaebisch Halls ins Leben gerufen. Das Museum Wuerth in Kuenzelsau schien zu klein geworden zu sein...
Das Gebaeude der Kunsthalle enstand:
Dieses Gebaeude ist ein wahres Meisterwerk der Architektur! Es handelt sich hier um einen dreistoeckigen Bau, der an die Huegel, die den Talkessel umfassen, in dem ein Teil der Schwaebisch Haller Altstadt liegt, anschliesst. Wenn man ueber den Hof zum Eingang des Gebaeudes geht, der zur Linken liegt, hat man einen perfekten Blick von erhoehter Position auf die gesamte Schwaebisch Haller Altstadt. In das oberste Stockwerk gelangt man, wenn man links durch den Eingang maschiert. Man stoesst zuerst auf ein Foyer, in dem sich Empfang, Museumsshop und ein kleines Cafe befinden, wie auch ein Saal fuer Veranstaltungen. Der Koerper des Gebaeudes wurde mit Muschelkalk verkleidet, der gebrochen an den Bau angebracht wurde, wodurch interessante Effekte erzielt werden. Im Grossen und Ganzen besteht dieses Gebaeude aus einer Mischung aus Stahl, Kalk und Glas.
Die weiteren Innenraeume kann man erreichen, indem man ueber Treppen in das erste, wie auch das zweite Untergeschoss geht. Das zweite Untergeschoss erstreckt sich bis unter den Vorplatz, ueber den man noch gegangen ist, um das Museum zu erreichen. Das ganze Museum ist schlicht gehalten, um wohl die darin ausgestellten Werke besser betonen zu koennen. Das unter dem gesamten Museum liegende Parkhaus, ermoeglicht es dem Besucher moeglichst nahe zu parken.
Derzeitige Ausstellungen in der Kunsthalle:
Vom 16.10.2004 bis einschliesslich 01.05.2005 finden die Ausstellungen mit den Namen
„ALTE MEISTER - Der ehemals Fürstlich Fürstenbergische Bilderschatz in der Sammlung Würth“ sowie
„LASST TAUSEND BLUMEN BLÜHEN - ANSELM KIEFER“ statt .
In der ersten geht es um den Uebergang vom Spaetmittelalter zur Neuzeit, und wie dieser die Kunst und die Literatur, wie auch die Philosophie und die Geschichte beeinflusste. In der Kunst kam es zu einer Individualisierung des Einzelnen.
Im Spiegel der Kunst war die Tendenz der fortschreitenden Individualisierung der mittelalterlichen Gesellschaft schon Jahre, ja Jahrzehnte vor dem Auftreten Luthers ablesbar gewesen. Nun griff sie auch auf die Religion über, indem sie dem Einzelnen das Recht zugestand, ein persönliches Verhältnis zu Gott zu entwickeln. In der zweiten genannten Ausstellung geht es um einen einzelnen Kuenstler, Anselm Kiefer, der durch seine Installationen und Bilder oftmals sehr stark in die Kritik kam. Der 1945 geborene Kuenstler setzte sich mit Landschaften, germanischem Bildgut, Faschismus, deutschen Helden und nordischem Mythos kritisch auseinander.
Ausstellungen, die das Museum bereits durchfuehrte:
22.05.2004-03.10.2004
„Caro in Focus“ - Skulpturen von Anthony Caro: 1942 – 2003
Land auf, Land ab
03.10.2004
Harmonie und Kontraste in der Sammlung Würth - Von Riemenschneider bis Rabinowitch (Teil 1)
13.09.2003 - 29.02.2004
Abstrakte Realitäten - Bilder und Skulpturen aus der Sammlung Würth
25.01.2003 - 31.08.2003
Art Faces - Künstlerporträts aus der Fotosammlung François und Jacqueline Meyer
Aus der Kunstkammer Würth - Meisterwerke von 1500 bis 1800 (bis 29.02.2004)
Edvard Munch - "Vampir" und die Expressionisten in der Sammlung Würth (bis 29.02.2004)
Aspekte der Sammlung Würth - Drei Bildhauerpositionen und ein Maler (bis 29.02.2004)
Öffnungszeiten:
tgl. 10-18 Uhr, 24. Und 31. Dezember geschlossen, 25./26. Dezember und 1.Januar 12-17 Uhr
Preise:
erstmal ein dickes Entschuldigung fuer meine vorige Aussgae, das Museum sei umsont (siehe anderer Bericht). Dem scheint nicht mehr so zu sein.... pro Nase sind es 5 Euro, ermaessigt sind es 3 Euro und montags sind es doch wirklich sage und schreibe 0 Euro:)
Fuehrungen:
Oeffentliche Fuehrungen sonntags 11, 12.30, 14 und 15.30 Uhr (4 Euro plus Eintritt). Wer eine Fuehrung zur Architektur des Gebaeudes haben moechte, muss sich anmelden unter 07940 151813. Treffen tut man sich zur Fuehrung im Museumsshop. Es gibt auch Audiophone zu einer Gebuehr von 4 Euro. Im weiteren gibt es Fuehrungen fuer Schulklassen und Gruppen nach Vereinbarung, also nicht nur Sonntags, sowie Buchungen, wenn man Buffet oder Menu haben moechte. Dazu muss man sich bei Frau Stefanie Volz unter 07940 151813 telefonisch melden oder per Fax unter 07940 154200 oder per Mail: museum@wuerth.de Die Fuehrungen sind aus meiner Erfahrung richtig gut. Nicht so was zum Gaehnen, wo man nach 5 Minuten am liebsten schon wieder gehen moechte und nur bleibt um so zu tun als wuerde man sich bilden...
Fazit:
im Grossen und Ganzen ist es eine super Moeglichkeit, eine schoene Stadtbesichtigung von Schwaebisch Hall mit dem Museum zu verbinden, sich ein wenig kulturell fortzubilden und danach noch einen schoenen Kaffee zu trinken in Verbindung mit einer Panorama-Aussicht auf die Haller Altstadt. Hierzu laesst sich das neben dem Museum gelegene Cafe Sudhaus nennen, das eine alte Brauerei ist und wo man bei schoenem Wetter oben auf dem Brauerei-Dach sitzen und ueber die Zinnen desselben die Stadt bewundern kann. Preise sind etwas teurer, aber trotzdem noch erschwinglich.