Arbeiten bei Aral - Alles super?
21.09.2010
Pro:
Gutes Arbeitsklima, faire und püntkliche Bezahlung, Flexible Arbeitszeiten
Kontra:
Keine Pausen, oft schwierige Kundschaft
Empfehlenswert:
Ja
 DaLakesAngel
Über sich:
Mitglied seit:19.09.2010
Erfahrungsberichte:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 17 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo zusammen, ich möchte heute mal über meine Erfahrung als Aral-Mitarbeiterin berichten. Ich bin Studentin und arbeite seit 4 Jahren als Aushilfe in einer Aral-Filiale in Regensburg, war zwischen Abitur und Studium auch einige Monate lange fest in Teilzeit angestellt. Die Gehälter bei Aral Tankstellen sind anscheinend recht unterschiedlich, in der Filiale in der ich tätig bin bekommen die Festangestellten 7,50 Euro brutto, wenn Mitarbeiter jedoch besonders positiv auffallen (z.B. super Ergebnisse bei Testkäufern erzielen, zuverlässig sind oder schon längere Zeit arbeiten), dann kann es individuell nach Verhandlung auch mehr geben. Aushilfen verdienen 7 Euro pro Stunde. An einer 24-Stunden-Tankstelle wird natürlich Schicht gearbeitet. Frühschicht: 6 bis 14 Uhr Spätschicht: 14 bis 22 Uhr Nachtschicht: 22 bis 6 Uhr Zwischenschicht (2.Kasse, Sonn-und Feiertage): 10 bis 15 Uhr oder 15 bis 20 Uhr
Bei uns an der Tankstelle arbeitet je nur ein Mitarbeiter pro Schicht, außer an Sonn-und Feiertagen, da wird man aufgrund des Andranges von einer "2. Kasse" unterstützt, die hauptsächlich Waren nachfüllt und sich ums Bistro kümmert und bei Warteschlangen zusätzlich kassiert. Ich persönlich finde es sehr angenehm, die meiste Zeit alleine zu arbeiten, obwohl ich mich mit allen Kollegen gut verstehe und insgesamt ein schönes Arbeitsklima herrscht. Trotzdem kann ich den Ablauf der Schicht dann so gestalten wie ich es möchte und habe bei Leerlauf niemanden, mit dem ich mir die Arbeit teilen muss. Die Hauptaufgabe bei als Verkäufer bei Aral ist natürlich das Kassieren. Das Kassensystem ist relativ einfach und auch wenn man mal danebentippt gibt es meist eine Lösung, um einen Vorgang wieder rückgängig zu machen. Außerdem hängen neben den Kassen Tableaus, in denen nicht nur die Preisverzeichnisse für Bistro-Produkte, Kaffee und Autowäschen zu finden und die dazugehörigen EAN-Nummern abzuscannen sind, sondern auch die genauen Anleitungen zu bestimmten Aktionen oder z.B. die Einlösung einer Aral Super-Card angegeben sind. Gleichzeitig ist das Kassieren aber meiner Meinung nach der anstrengendste Part. Jeder, der im Dienstleistungsbereich arbeitet oder Erfahrung hat weiß, wovon ich rede. Der Großteil der Aral-Kunden ist freundlich, die meisten wollen eben nur schnell ihr Benzin bezahlen oder eine Schachtel Zigaretten und sind schneller wieder aus dem Laden draußen als sie reingekommen sind. Es gibt auch viele Stammkunden die man mit der Zeit richtig lieb gewonnen hat und mit denen man sich auch mal nett unterhalten kann, während sie ihren Kaffee im Steh-Bistro trinken. Es kommen auch viele Stammkunden öfter einfach nur mal um sich ein bisschen unterhalten wollen, weil ihnen langweilig ist oder aus sonstigen Gründen :-) Aber natürlich gibt es immer wieder schwarze Schafe, und man muss auf jeden Fall ein dickes Fell haben. Anfangs war ich richtig erschrocken darüber, wie manche Leute mit einem umgehen. Wenn man hinter der Kasse steht, dann behandelt einen so mancher wie einen Menschen dritter Klasse. Außerdem sind die Kunden oft recht anspruchsvoll, verlangen von einem dass man jede Straße in der Stadt kennt oder ihnen genau den passenden Wein zum Abendmenü empfehlen kann. Das ist natürlich schwierig, wenn eine Kollegin gerade erst fürs Studium in die Stadt gezogen ist, oder ein anderer Kollege keinen Alkohol trinkt und sich somit mit Wein nicht auskennt ;-) Ich bin grundsätzlich zu jedem Kunden überaus freundlich, weil man somit manchmal auch Diskussionen abwenden oder Eskalationen verhindern kann. Es gibt aber natürlich auch Kunden mit so hohem Aggressionspotenzial, bei denen man nichts mehr machen kann außer hoffen dass sie so schnell nicht wiederkommen. Neben dem Kassieren spielt das "Petit Bistro" eine wichtige Rolle. Es gibt dort: Brötchen (Kaisersemmeln, Baguette, Laugengebäck, Mehrkornsemmeln usw...) Süßes Gebäck (verschiedene Croissants, Donuts, Kuchen usw....) Herzhafte Snacks (SuperSnacks, belegte Brötchen, Flammkuchen, kalte Pizza usw...) und natürlich Kaffee in allen Variationen. Dazu kommen noch warme Snacks: warme Leberkässemmel und heiße Bockwürstchen. Das Bistro nimmt viel Zeit ein, nicht nur dass man jedes nachgebackene und jedes abgelaufene Teil (jedes Teil muss nach einer gewissen, vorgegebenen Standzeit weggeworfen werden) aufschreiben muss, das Bistro muss auch sauber gehalten werden. Alle Waren sind tiefgefroren, und ständig frisch nachzubacken. Meiner Meinung nach sind die Waren aus dem Bistro sehr gut, und erfreuen sich auch bei der Kundschaft höchster Beliebtheit. In einer Frühschicht am Wochenende werden auf ein paar Stunden schonmal locker 300-400 Brötchen und Brezen verkauft, was eben Nachbacken im Akkord bedeutet.
Falls der Kaffeeautomat mal streikt, gleicht das einer mittleren Katastrophe. Es gibt bei Aral auch des öfteren Sammelheftchen für den Kaffee, die sich vor allem für die Stammkunden wirklich lohnen. 9 Kaffee sind schnell getrunken, und den 10. gibts gratis dazu. Dieses Angebot gibt es übrigens auch bei der Autowäsche. Außerdem gibt es ständig Aktionen, z.B. ein Los zum Kaffee dazu, bei dem man dann SuperSnacks oder einen Gratis-Cappucino gewinnen kann. Oder man bekommt eine CD oder Fußball-Pins, wenn man ein paarmal getankt hat und die Belege in einem Sammelheftchen sammelt. Das ist alles sehr schön für die Kunden, jedoch für die Mitarbeiter nicht wirklich....denn natürlich passiert es, dass der Ansturm auf die Prämien so groß ist, dass sie ständig bereits weg sind und die Nachbestellung sich verzögert, außerdem gibt es die Prämien eben auch "nur solange der Vorrat reicht." Glücklicherweise kann man die Kunden meist beruhigen, indem man ihnen ein Formular mitgibt, mit dem sie die Prämie direkt bei Aral Deutschland anfordern können und dann auch bekommen. Ist zwar etwas umständlich, meiner Meinung nach aber doch noch ein Entgegenkommen und zumindest eine Alternative. Payback-Prämien werden in der Filiale in der ich arbeite relativ selten eingelöst, diese sind daher auch grundsätzlich auf Lager vorhanden. Laut Vorschrift muss man jeden Kunden nach seiner Payback-Karte fragen und ihm zusätzlich noch ein Angebot machen, z.B. ob er einen Kaffee zum mitnehmen dazu möchte. Man kann eigentlich alles anbieten, je nach Situation. Wenn ein Kunde zwei Schoko-Croissants möchte und man einen Kaffee dazu anbietet, ist das logisch und wird vom Kunden wenn dann auch meist höflich abgelehnt. Oder ein Kunde etwas aus dem Bistro will und man ihn darauf hinweist, dass momentan z.B. die Leberkässemmel im Angebot ist. Dieses ständige Anbieten wird nicht immer von jedem konsequent durchgeführt. Es raubt Zeit beim Kassieren und viele Kunden reagieren genervt. Ich mache eine Zusatz-Angebot wenn die Situation gut dafür ist, aber ganz sicher ist, wenn schon jemand den Shop mit dem pampigen Satz "das Benzin ist bei euch 2 Cent teurer als bei der Tankstelle gegenüber" betritt, werde ich mich hüten, ihn zu fragen ob er vielleicht noch einen SuperSnack für günstige 2,65 Euro dazuhaben möchte. Das dient dann einfach auch dem Selbstschutz. Es gibt monatlich bestimmte Angebote, von denen eigentlich eine bestimmte Anzahl pro Schicht verkauft werden muss. Gut ist es, wenn es Sachen sind, die sowieso gut verkauft werden, z.B. bestimmte Schoko-Riegel oder Leberkässemmeln. Am Ende der Schicht muss man sein Ergebnis in eine Liste eintragen. Allerdings gab es noch nie Konsequenzen wenn man schlechte Ergebnisse erzielt hat, wenn man überaus gut verkauft hat wird ebenfalls nichts dazu gesagt. Man muss allerdings auf die Testkäufer aufpassen, die alle paar Wochen vorbeikommen. Nach einiger Zeit erkennt man diese aber relativ schnell, weil sie auffällig interessiert vorm Bistro rumstehen und direkt darauf warten, dass du ihnen irgendwas anbietest. Dann muss man das Standard-Programm abspulen: Was ist im Angebot, darfs noch ein Kaffee dazu sein (Zusatz-Angebot), wollen sies mitnehmen oder hier essen, haben sie noch einen Wunsch, sammeln sie Payback-Punkte, wenn nein haben Sie vielleicht Interesse mit einzusteigen, ich wünsche ihnen einen guten Appetit und einen schönen Tag. Wenn man nichts vergisst und dazu natürlich sympathisch und freundlich rüberkommt, erreicht man volle Punktzahl und kriegt sogar ein Lob vom Chef. Die Sache mit den Testkäufern sollte man nicht unterschätzen, eine Kollegin wurde gekündigt weil sie unfreundlich und "nicht bei der Sache" war, weder nach Payback gefragt hat noch irgendein Angebot gemacht hat. Zu den weiteren täglichen Aufgaben bei Aral gehört das Auffüllen von Ware, das Auffüllen der Getränke-Kühlung (meistens mehrmals pro Schicht, vor allem am Wochenende und an Feiertagen), das Auffüllen von Zigaretten (auch sehr häufig), das Sauberhalten der Fahrbahn (Mülleimer ausleeren, Diesel-Handschuhe und Papiertücher nachfüllen, Zapfsäulen abwischen) sowie das Reinigen der Kunden-und Personaltoiletten. Letzeres wird natürlich vom einen mehr, vom anderen weniger sorgfältig ausgeführt ;-). Wichtig ist, dass immer Seife im Spender und genügend Toilettenpapier vorhanden ist. Da manche Kunden lange Finger kriegen und die Klopapier-Rollen klauen, ist auch dies 1-2x pro Schicht zu kontrollieren. Für jede einzelne Aufgabe muss man im Plan unterschreiben. Zusätzlich bekommt jeder Mitarbeiter pro Schicht noch eine Extra-Aufgabe, wie z.B. das Auswischen bestimmter Regale oder das Säubern der Kassenzone. Dies ist meistens in ein paar Minuten erledigt und manchmal, wenn wenig los ist, ist man auch ganz froh über solche "Zeitfüller". Bei Aral gibt es einen Sozialraum, in dem die Mitarbeiter sich umziehen können, dort wird die Kassenabrechnung gemacht und es gibt Schließfächer für private Sachen. Außerdem gibt es dort eine Kaffeemaschine und einen Wasserkocher für die Mitarbeiter, sowie einen Kühlschrank. Rauchen kann man bei uns in der Filiale auch, das ist auch gut so da es keine Pause in der 8-Stunden-Schicht gibt. Dazu geht man in den kleinen Hinterhof, wo sich die Mülleimer und Papiertonnen sowie die leeren Getränkekisten befinden. Wenn man die Türe offenlässt, hört man es sobald ein Kunde den Laden betritt und muss dann eben seine Raucherpause unterbrechen. Auch sonst geht es in der Filiale in der ich arbeite relativ locker zu, man kann problemlos mal zwischendurch eine Tasse Kaffe mit an die Kasse nehmen oder schnell was essen. Dass es keine Pause gibt, ist aber trotzdem ein Minuspunkt. Die Pause gibt es übrigens auch nicht, wenn man eine "2. Kasse" hat und zu zweit da ist.
Zweimal in der Woche kommt Lieferung, das heißt Zigaretten, Süßigkeiten, Getränke, Tabakwaren und Zutaten sowie Tiefkühlkost fürs Petit Bistro. Dies muss dann alles ordnungsgemäß verräumt und bei Bedarf gleich aufgefüllt werden. In der Tankstelle ist es meist so dass es schubweise extrem zugeht und die Leute Schlange stehen, und zeitweise ist dann wieder Leerlauf und überhaupt nichts los. Alles in allem arbeite ich recht gerne bei Aral und werde vermutlich auch während meines Studiums weiterhin dort arbeiten. Einen Pluspunkt als Studentin vergebe ich auch deshalb, weil man relativ flexibel eingesetzt werden kann, man die Arbeitszeiten vor Prüfungen auch mal runterschrauben kann und aber gleichzeitig die Möglichkeit zur Mehrarbeit in den Semesterferien besteht.
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21.09.2010 17:34
toller Einstand! LG Michael
21.09.2010 17:28
Ein wirklich schöner Erstbericht. GLG