Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Flexible Arbeitszeiten, Tarifvertrag, Abwechslungsreich, Schulungen und Seminare . . . |
| Kontra: |
Übernahme max . 2 Jahre in Zeitarbeit |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Das Unternehmen:
Die Berliner Wasserbetriebe (BWB), ein Unternehmen von Berlinwasser, gehören zu den größten Unternehmen der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Deutschland. Sie sind eine Anstalt des öffentlichen Rechts, das heißt 50,1 Prozent der Anteile sind im Besitz des Landes Berlin, den Rest halten Firmen des Privatrechts.
Die Berliner Wasserbetriebe versorgen rd. 3,5 Millionen Menschen in Berlin und Umgebung mit Trinkwasser und entsorgen das Abwasser von diesen.
Die Berufsausbildung:
Die BWB selbst sehen die Ausbildung und Übernahme junger Menschen als zentrale Aufgabe des Unternehmens. Wie schon in den letzten Jahren, stellt die perdie.net GmbH (die Tochterfirma der BWB, die für Ausbildung und spätere Vermittlung zuständig ist) in den Jahren 2006 bis 2008
jeweils 120 Ausbildungsplätze für die Berliner Wasserbetriebe zur Verfügung.
Gegenwärtig wird in 18 verschiedenen kaufmännischen bzw. technischen und akademischen Berufen ausgebildet. Diese sind u.a.: Bürokauffrau/mann, Industriekauffrau/mann, Informatikkauffrau/mann, Fachangestellte/er für Medien- und
Informationsdienste, Koch/Köchin, Vermesungstechniker/in, Fachkraft für Abwassertechnik, Mechatroniker/in, Bauzeichner/in, Bachelor of Arts (BA)....
Die Voraussetzungen, die für den jeweiligen Beruf erfüllt werden müssen, sind unterschiedlich.
Vor der Ausbildung:
...muss man sich natürlich erstmal bewerben. Es folgt ein Einstellungstest und wenn der positiv ist auch eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Vor dem Vorstellungsgespräch bei den Berliner Wasserbetrieben hatte ich schon etwas Angst, die aber völlig unbegründet war. Alle Teilnehmer des Gespräches (Personalrat, Frauenvertretung, Jugendvertretung, Ausbildung) waren super nett. Das war mein erstes Gespräch, bei dem ich mich mal richtig wohl gefühlt habe.
Hat man es geschafft, muss nur noch die Untersuchung beim Betriebsarzt hinter sich gebracht werden und schon kann man sich Azubi bei den BWB nennen.
Die Ausbildung selbst beginnt mit einer Kennenlernwoche im Brandenburgischen Blossin, mit allen Azubis des neuen Lehrjahres. Hier trifft man sich zu verschieden Seminaren, die u.a. eben dem Kennenlernen dienen, lernt aber auch interessantes über die Ausbildungsberufe, Ausbilder, Jugendvertetung, seine Rechte .... Und macht Sportwettkämpfe und Schnitzeljagden etc.
Es folgen noch ein paar Seminare in den Wochen darauf, aber au die komme ich weiter unten zurück.
Berufsausbildung zur Industriekauffrau:
Ich selbst habe im August 2004 hier meine Ausbildung zur Industriekauffrau begonnen un im Januar 2007 bestanden.
Voraussetzung für diese Ausbildung bei den Berliner Wasserbetrieben ist das Abitur bzw. mindestens Fachhochschulreife, da die Ausbildung von vornherein auf 2,5 Jahre festgesetzt ist.
Wie die Agentur für Arbeit so schön sagt, befassen sich "Industriekaufleute in Unternehmen aller Branchen mit kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Aufgabenbereichen wie Materialwirtschaft, Vertrieb und Marketing, Personal- sowie Finanz- und Rechnungswesen. Beschäftigt sind Industriekaufleute in den Verwaltungsabteilungen von Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche."
Bei den BWB bedeutet dies im konkreten, dass man während der Berufsausbildung zum/zur Industriekaufmann/frau verschiedene Abteilungen wie Rechnungswesen, Kundenmanagement, Einkauf, Personalmanagement und Controlling durchläuft. Hier lernt man hauptsächlich die Tätigkeiten eines "Sachbearbeiters" in der jeweiligen Abteilung kennen und sollte sie am Ende der Zuweisungszeit natürlich auch beherschen.
Zudem wird man während der gesamten Ausbildungsdauer geschult, z.B. in:
- SAP
- Word
- Powerpoint
- Präsentation
- Kommunikation
- Erste Hilfe
- Brandschutz
- und natürlich Wasserkreislauf ;-)
Parallel dazu findet der Berufsschulunterricht im OSZ für Industrie und Datenverarbeitung an 2 Tagen in der Woche statt. Unterrichtet werden hier die Fächer Datenverarbeitung ("Enterprise Ressource Planning"), Kommunizieren-Präsentieren-Arbeitstechniken, Englisch, Wahlpflicht, Steuerung und Kontrolle, Industrielle Geschäftsprozesse und Wirtschafts- und Sozialkunde. Die drei letzten sind die Prüfungsfächer zur IHK-Abschlussprüfung.
In der Mitte der Ausbildungszeit findet über die IHK eine Zwischenprüfung statt. Diese dauert 60 Minuten und besteht uas Multiplecoice-Fragen rund um den Berufsschulstoff der gesamten Ausbildung. Klar, dass man da nicht alle Fragen richtig beantworten kann. Das soll man auch nicht, vielmehr ist die Zwischenprüfung eine Überprüfung des Wissenstandes.
Am Ende der Ausbildung zum Industriekaufmann steht wie immer die IHK-Abschlussprüfung. Geprüft werden hier im theoretischen Teil an 2 Tagen die Fächer Steuerung und Kontrolle, Industrielle Geschäftsprozesse und Wirtschafts- und Sozialkunde.
Den praktischen Teil bildet eine Fachaufgabe, die man im Ausbildungsunternehmen, also den BWB, ausführen muss. Auf Grundlage dieser Aufgabe, die eine Tätigkeit / einen Prozess den man in seiner Ausbildung ausgeübt hat sein kann, basiert ein max. 5 Seiten umfassender Fachbericht, den man der IHK vor der mdl. Prüfung vorlegen muss.
Zu diesem Bericht muss dann in der mdl. Prüfung ein 15minütige Präsentation gehalten werden, im Anschluss daran fülgt ein 15minütiges Fachgespräch. ... Das klingt schlimmer, als es ist. Im Endeffekt hat mir die mdl. Prüfung sogar Spaß gemacht :-)
Nach der Ausbildung...
... werden die Azubis je nach Ausbildungsnote (setzt sich zusammen aus Berufsschule und Noten der Fachabteilungen) für 6, 7 oder 13 Monate in die Perdie.net GmbH übernommen. Da es sich um einen Zeitarbeitsvertrag handelt, kann diese auf maximal 2 Jahre verlängert werden.
Hier wird man meistens in Abteilungen eingesetzt, in denen man vorher schon etwas gearbeitet hat.
Die Bezahlung ist auch hier nach Tarif.
Mein Fazit:
Die Ausbildung bei den Berliner Wasserbetrieben ist nach Ansicht der Ausbilder sehr angesehen. Ich muss zugeben, dass was ich hier gelernt habe, hätte ich nicht überall lernen können. Meine Freunde haben es mit ihren "Azubiaufgaben" in anderen Unternehmen doch teilweise schlechter getroffen.
Außerdem ist die Ausbildungsvergütung dank Tarifvertrag sehr fair (bei mir im 1. LJ 420€ netto, im 3. LJ 550€ netto), auch dieses Glück hat nicht jeder.
Ich fand die Ausbildung abwechslungsreich und meistens interessant.
Dass man keinen unbefristeten Arbeitsvertrag mehr nach der Ausbildung bekommt, wurmt zwar etwas, aber 13 Monate Berufserfahrung sind doch auch schon was.