Global Player oder Saftladen? UPDATE Juni 2003
21.01.2003 (03.06.2003)
Pro:
Global vertreten, sehr gute Entwicklungschancen, immer noch eine Branche mit Zukunft (DC Services)
Kontra:
Recruiting
Empfehlenswert:
Ja
 mck1
Über sich:
Wenig Zeit.
Mitglied seit:29.07.2000
Erfahrungsberichte:92
Vertrauende:43
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UPDATE Juni 2003 Wie ich weiter unten geschrieben habe, wollte sich DCS ab April melden, für den nächsten Einstiegstermin, die im Juni/Juli sein sollte. Da sich natürlich niemand gemeldet hatte, nicht mal per Mail (oder SMS ;-) ) habe ich mal wieder angerufen, also Anfang Juni. "Ja, wir sind noch im Prozess, wir melden uns wieder bei Ihnen, kann aber noch 3-4 Wochen dauern." Herrlich. Ich komme mir fast vor wie Obelix, wo er ein Formular holen soll (in diesem einen Film). "Um das blaue Formular zu bekommen, müssen Sie erst das gelbe haben. Dazu benötigen sie das grüne, wozu Sie wiederum vorher das blaue brauchen." ;-) *Arghhh* Ich halte Euch weiter auf dem Laufenden, wenn ich in meiner Gummizelle Netzzugang bekomme. ;-)
Bericht Zwei Anmerkungen vorab: In diesem Bericht geht es ausschließlich um die Firma DaimlerChrysler Services (DCS), früher als debis bekannt, in der die Finanzdienstleistungsaktivitäten von DaimlerChrysler gebündelt sind. Da DC Services eine Tochtergesellschaft des DaimlerChrysler Konzerns ist, erscheint mir diese Kategorie passend. Ich arbeite nicht bei dieser Firma, es soll vielmehr um die Arbeit der Personalabteilung gehen. Deswegen erscheint mir die Kategorie „Arbeiten bei...“ auch angemessen.
UNTERNEHMENSINFORMATIONEN Sitz des Unternehmens ist der Potsdamer Platz in Berlin, genauer gesagt im Daimler Hochhaus. Schon mal nicht die schlechteste Adresse und Lage. Als einer der größten Finanzdienstleister bietet DCS u.a. Dienstleistungen wie Leasing, Finanzierung und Versicherungen von PKW und LKW, sowie Fuhrparkmanagement für private und gewerblichen Kunden an. Darüber hinaus gibt es die DaimlerChrysler Bank, mit verschiedenen Konten, Kreditkarten und Kreditangeboten, nicht nur zur Fahrzeugfinanzierung. Weitere Informationen findet Ihr unter www.daimlerchryslerservices.com.
MEINE ERFAHRUNGEN Im September letzten Jahres hatte ich mich für ein sehr interessantes Nachwuchsprogramm bei DCS in Berlin beworben. Feste Starttermine sollte es nicht geben, also Anfang monatlich möglich. Das 18-24 Monate lange Programm besteht aus mehreren Projekten, zumindest eines davon im Ausland. Jiipie, Südafrika ich komme! Oder auch USA, Australien, Hongkong... Die Vorteile der globalen Präsenz eines Weltkonzerns. Schön und gut, das Bewerbungstool führt online ganz brauchbar durch die ganzen Menus, noch die restlichen Unterlagen upgeloadet und abgeschickt. Ein kleines Popup erschien, „Ihre Bewerbung wurde verschickt.“ (oder so ähnlich).
1 MONAT SPÄTER Dumm wie ich war hatte ich folgende mathematische Gleichung für die Bearbeitung meiner Unterlagen zugrunde gelegt:
Unterlagen online = schnelle Bearbeitung + schnelle Einladung + schnelle Zusage Einen Monat später hatte ich also immer noch keine Nachricht, so dass ich mich auf die Suche nach einem Ansprechpartner begab. Letzteren findet man auf der Internetseite zwar nicht, dafür aber eine Telefon-Nr. Das Resultat des Gespräches: „Sooo viele Zuschriften, noch in Arbeit, wir melden uns.“ Wann? Man stelle sich als Antwort Dieter Nuhr vor, wie er sprachlos dasteht, die Backen aufbläst, die Schultern hochzieht und so wohlartikulierte Äußerungen wie „Öh, pff, oh, hm“ von sich gibt. Tja, kann man wohl nichts machen außer abwarten und Rotbuschtee trinken.
Nikolaus und Knecht Ruprecht kommen, haben aber keine Nachricht von Daimler. Weihnachten steht vor der Tür, aber der Weihnachtsmann hat nicht mal eine eMail von Daimler dabei. Dreikönig ist vorbei, jetzt wird wohl wieder gearbeitet. Geben wir denen noch ein paar Tage Zeit. Die Reaktionen in meinem Freundeskreis und in meiner Familie während dieser Wartezeit waren geteilt. Während die eine Hälfte das nur absolut unverschämt fand, war die andere Hälfte der Meinung, dass so was „ja wohl unter aller Sau sei.“ ZWEITE JANUARHÄLFTENachdem ich den richtigen Ansprechpartner an der Strippe hatte und dieser auch meinen Namen und meine Unterlagen am Bildschirm hatte hieß es:- die Stellen für 2002 seien besetzt
- das Programm sei momentan gestoppt
- das nächste Assessment Center fände irgendwann im April oder Mai statt und
- der nächste Einstieg sei irgendwann im Juni oder Juli.
Man würde sich bei mir melden, aber nicht vor April.
Den anschließenden Tobsuchtsanfall samt Herzstillstand und Spontanheilung hatte ich in Sekundenbruchteilen hinter mir und fragte höflich nach, wieso ich den KEINERLEI Nachricht bekommen hätte, wo ich mich ja auch für 2002 beworben hätte. „(Dieter Nuhr!) Ja ... viele Bewerber ... blabla ... ich frag mal in der IT...“ Häh?! Habe ich was verpasst. Wie groß ist der Aufwand, alle paar Wochen eine automatisierte Mail an alle Bewerber zu schicken, mit dem aktuellen Stand des Prozesses? Andere Unternehmen machen so was! MEINE GEDANKEN ZU „ARBEITEN BEI DAIMLERCHRYSLER“
Zuerst mal ganz unverblümt: Dieses Verhalten ist absolut unter aller Sau, jenseits von Gut und Böse, geht auf keine Kuhhaut, schlägt dem Faß die Krone mitten durchs Gesicht.“ Wer diese Reihe fortsetzen möchte, ich bin offen für Vorschläge. Was ich mich jetzt ganz ernsthaft frage ist, wenn so einem Unternehmen hochqualifizierte potentielle Mitarbeiter so etwas von egal sind, dass man Ihnen nach geschlagenen VIER MONATEN immer noch keinerlei Feedback zum Bewerbungsprozess gibt, was ist dann erst, wenn man da arbeitet? Mentoring und regelmäßiges Feedback gehören übrigens zu dem Programm dazu, zumindest letzteres gehört meines Erachtens auch zu einer normalen Arbeitsumgebung. Steht das dann auch nur auf dem Papier? Ist die Personalabteilung chronisch zu klein? Überraschen darf einen Großkonzern eine riesige Anzahl von Bewerbungen nicht. Sind dann grundsätzlich viel zu wenig Mitarbeiter da, so dass die vorhandenen Mitarbeiter total überlastet sind? Und das nicht nur in der Personalabteilung so, sondern im ganzen Unternehmen?
Genauso wie der Internetauftritt die Visitenkarte eines Unternehmens ist und demnach entweder wirklich professionell oder ansonsten besser gar nicht vorhanden sein sollte, ist die Personalabteilung die Visitenkarte des Unternehmens gegenüber neuen Mitarbeitern. Diese Visitenkarten hat einen ähnlich „guten“, vor allem aber nachhaltigen Eindruck hinterlassen, als wenn ich meinen Namen im Büro des Chefs auf den Teppich gepinkelt hätte. Vor ein paar Jahren hatte ich die Gelegenheit bei einem Recruitingworkshop debis im Rahmen einer Fallstudie kennen zu lernen. Der Fallstudienleiter schien sowohl an der Fallstudie wie auch an uns Kandidaten, die ja evtl. für debis hätten arbeiten wollen, völlig desinteressiert zu sein. Der ganze Ablauf der Fallstudie war auch höchst unprofessionell. Mein Eindruck damals: „Was für ein Saftladen!“
FAZIT Jetzt ist der Bericht doch viel länger geworden als geplant, aber ich fühle mich entschieden besser. Nach diesen Erfahrungen kann ich wohl nur dazu raten, zumindest alle vier Wochen bei den Unternehmen nachzufragen, wie es um die Bewerbung steht. Wenn es denn so lange dauert. Die Aussage eines Lidl-Verantwortlichen war, dass Bewerbungen bei ihm nach spätestens 4 Tagen vom Tisch seien, d.h. dann erhält der Bewerber entweder eine Absage oder eine Einladung. In der Unternehmensberatung folgt der Prozess einem fest vorgegebenem Prozess. Von der Bewerbung bis zur Unterschrift unter den Vertrag vergehen normalerweise 6 Wochen. Man sieht, es geht auch flott. Ach ja, die richtige Gleichung muss wohl heißen:
Bewerbung bei DaimlerChrysler Services = Ja + öh + pff + hm PS: Erklärung zu den Bewertungen unten: Einstellungschancen: Offensichtlich mittelmäßig, da es sich ewig hinzieht. Aufstiegschancen, Verdienst udn Sozialleistungen bewerte ich als sehr gut, wenn man denn mal drin ist. Empfehlenswert: Ja, da sehr gute Chancen. Bewertung: Sehr schlecht, bezieht sich aber nur auf die hier geschilderten Erlebnisse.
© Marco 2003
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28.02.2006 20:21
Sehr interessant gerade für mich als Angestellte dieses Konzerns
05.08.2004 17:14
Ehrliche Schilderung einer persönlichen Erfahrung, gute Begründung für die eigene Bewertung des "Produktes", Autor bemüht sich, auch die (wenigen) positiven Aspekte zu nennen und bei seiner Gesamtbewertung zu berücksichtigen (und zeigt, dass er sich beim Schreiben des Berichtes für uns Leser nicht nur vom verständlichen Frust leiten lässt). Deshalb für mich: besonders hilfreich! Da ich vor exakt 2 Wochen das wohl bescheuerste "telefonische Bewerbungsgespräch" seit meinem Eintritt ins Berufsleben mit DC geführt habe, schliesse ich mich auch dem Contra-Punkt an. Viele Grüße, Nicole
18.01.2004 18:43
sowas ist echt die Härte, kommt aber wohl in den meisten Großkonzernen vor. Naja ... ich kenn nur das ehemalige debis Systemhaus, da die seit 3 Jahren zu uns gehören. Aber über die Abläufe dort kann ich auch nichts sagen da ich eher selten mit diesen Einheiten zu tun habe. LG Bärenkind