Der Kunde ist NICHT König, der Mitarbeiter erst recht nicht.

2  28.08.2009 (07.09.2010)

Pro:
Bezahlung nach Tarif, einigermaßen gutes Betriebsklima, Mitarbeiterrabatt von 15%

Kontra:
Null Kundenfreundlichkeit, schlecht geschulte Mitarbeiter, miese Personalpolitik

Empfehlenswert: Nein 

alla_malora

Über sich:

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Erfahrungsberichte:36

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Ich habe mal bei IKEA nur wenige Monate als Aushilfskraft gearbeitet. Damals wurde ein Einrichtungshaus neu eröffnet und man hat massenweise Leute, darunter auch 1/3 auf Aushilfsbasis (v. a. Studenten) eingestellt. Der Vertrag war auf 9 Monate ausgelegt inkl. 3 Monate Probezeit, dass der Vertrag verlängert wird, wenn man sich nicht zu blöd anstellt, wurde einem natürlich in Aussicht gestellt. So etwas nennt man Mitarbeitermotivation. Die wird bei IKEA sowieso groß geschrieben, und ich muss sagen, DAS können sie! Man durchläuft einige Schulungen, in denen man v. a. lernt, wie toll IKEA ist, der beste Arbeitgeber, den man sich vorstellen kann, so umweltfreundlich und immer um die Mitarbeiter bemüht! Pustekuchen!

UMGANG MIT KUNDEN
Ich selbst bin Student, und ich muss sagen, selbst als Aushilfskraft, die ca. 1-2x pro Woche da war, habe ich schnell gemerkt, wie scheißegal bei IKEA die Zufriedenheit der Kunden ist! Ich war im Verkauf tätig, geschult war ich null, mein Chef hat mir auch nach mehreren Nachfragen nichts erklärt, ich habe mir dann alles durch Nachfragen erarbeitet. Dennoch gab es viele, viele Situationen, in denen ich überfordert war - und nicht nur ich, sondern so ziemlich jeder neue Mitarbeiter, ob Vollzeit oder Aushilfe! Das führte oft zu langen Schlangen, weil kaum was ging. Und wir wurden oft so eingeteilt, dass nur Aushilfen oder Neulinge da waren, die dann nicht wussten, an wen sie sich wenden konnten.

Es ist megaoft vorgekommen (Und kommt es auch noch!), dass weder Logistik noch Verkauf wussten, wo Produkte abgeblieben sind. Da stand dann der Kunde, wollte etwas haben, das auch lt. System noch da sein müsste, aber niemand wusste, wo es ist. Logistik und Verkauf haben sich immer gegenseitig gerne die Schuld in die Schuhe geschoben. Und der Blöde ist der Kunde (und evtl. der Mitarbeiter, der nichts dafür kann und vom Kunden runtergemacht wird).
Es gibt keinen Service für Kunden. Selbst wenn die Schuld bei IKEA liegt, dass ein Kunde ein Produkt nicht kriegt, ist es unmöglich, dass etwas zurückgelegt wird oder der Kunde einen Anruf kriegt, damit er nicht auf gut Glück nochmal herkommen muss (und nochmal und nochmal...). Das ist eben nicht vorgesehen bei IKEA, und sie ruhen sich auf dem Argument aus, dass IKEA ja dafür so günstig ist und die Kunden da eben in punkto Service Abstriche machen müssen. Dass die Preise mittlerweile schon gut angezogen haben und es auch öfter Konkurrenz gibt, die sich auch preislich nicht hinter IKEA verstecken muss, ist IKEA egal. Denn IKEA hat einen klaren Vorteil, den es auch zu nutzen weiß: Eine offizielle saubere Weste und einen Namen, den man auf der ganzen Welt kennt!

Das Saubermann-Image ist IKEA bewusst und es nutzt es auch gnadenlos aus. Deshalb ist es auch egal, ob jeden Tag mind. 30 Kunden aus dem Laden gehen und sagen, sie finden IKEA scheiße, weil sie einen miesen Service erlebt haben. Solche Verluste tun IKEA nicht weh, und außerdem wissen wir alle, dass die Leute trotz Genörgel sofort wieder die Bude einrennen, wenn man mit unschlagbaren Angeboten lockt. Und genau deshalb ist und bleibt IKEA trotz miesem Service immer noch so erfolgreich.

Wenn die naiven Neulinge es gut meinten und sich darum kümmern wollten, dass der Kunde sein Produkt doch noch erhält, wurde er vom Chef dumm angemacht. Wir versprechen nichts, die Leute sollen einfach auf gut Glück wieder und wieder kommen, ist ja auch gut für das Geschäft, denn man kauft ja immer spontan irgendwas und sorgt für Umsatz. Dies allerdings widerspricht auch dem "Wir sind ja sooo um die Umwelt besorgt und bemüht"-Gehabe von IKEA - dass die Kunden literweise Sprit rausblasen, um ständig auf gut Glück zum nächsten Haus zu fahren, ist dann auch zweitrangig, wenn's doch um den Umsatz geht!

ARBEITEN BEI IKEA
Zuerst einmal wurde man zu einer Art Assessment Center eingeladen. Wir waren an dem Termin, den man mir zugeteilt hatte, vielleicht so 30 Leute. Später erfuhren wir, dass solche Gruppen schon seit Wochen und mehrere am Tag durchprobiert werden, um die Besten rauszufiltern. War ne richtig große Aktion, immerhin braucht man so ca. 300 Leute. Wir wurden dann erstmal ewig lange von hyperaktiven, jungen Dingern berieselt, wie megatoll IKEA doch ist. Dann sollten wir uns in 4er Gruppen um die Neuvermarktung eines Produktes unterhalten, während zwei Mitarbeiter Notizen machten, wer sich am Besten schlug. Zuletzt führte jeder ein Einzelgespräch mit zwei Leuten. Da wurden dann so Fragen gestellt wie "Wie gehts du mit Stress um?", "Was machst du, wenn ein Kunde dich anschreit?"

Ich hatte wider Erwarten dies Aussiebrunde gut überstanden und wurde nur 2 Tage später angerufen, dass ich dabei bin. Dann kamen wieder Schulungen, die aber wirklich nur darauf abzielten, IKEA als supermegatoll in unser Hirn einzubrennen. Wirklich was Nützliches für unsere Tätigkeit haben wir nicht gelernt.

Da ich nur Aushilfskraft auf Stundenbasis war, hatte ich natürlich keine exklusiven Einblicke in alles, deshalb kann ich nicht zu jedem Bereich etwas sagen.
Die Bezahlung ist ok, es wird nach Tarifvertrag bezahlt, für eine Aushilfskraft verdient man - zumindest in meiner Region verglichen mit anderen üblichen Nebenjobs - ganz gut, ich glaube aber, die Vollzeitmitarbeiter haben ein eher geringes Gehalt. Wenn man NICHT im Verkauf arbeitet, sind die Arbeitszeiten wohl sehr sozial, zumindest habe ich nach 17/18 Uhr meist keinen mehr im Büro angetroffen, wenn ich was brauchte. Im Verkauf ist Flexibilität das oberste Gebot. Allerdings wird anfangs erstmal so getan, als würde man auf die Bedürfnisse der Angestellten Rücksicht nehmen. Das sieht man gut an meinem Beispiel:
Da ich in 1. Linie immer noch ein Student bin, muss ich natürlich auch studieren. D.h. ich habe Kurse und Prüfungen. Alles kein Problem, darauf nimmt IKEA ja Rücksicht! ... Schon vor Erstellen des monatlichen Arbeitsplanes mussten wir dem Chef sagen, wann wir können bzw. wann nicht. Das ist ja auch vernünftig. Nur wurde ich idR dann trotzdem immer dann eingeteilt, wenn ich NICHT konnte, obwohl schon mind. einen Monat vorher mitgeteilt! Manchmal habe ich die Schichten dann doch übernommen, manchmal musste ich jedoch darauf beharren, dass es nicht geht, denn sonst würde ich aus Kursen fliegen! Na gut, kein Problem, wir ändern das!

Am letzten Tag meiner Probezeit wurde mir dann gekündigt. Später erfuhr ich, dass ich zu unflexibel war. Denn ab und an hatte ich am Anfang der Woche Probleme mit den Schichten. Alerdings sollte ich als Aushilfe verstärkt am Wochenende arbeiten, das war so besproche, und da konnte ich IMMER! Ich hatte aber während des Semesters einen fixen Stundenplan, der war eh schon recht großzügig, ich hatte lediglich am Montag ein Problem, denn da hatte ich mehrere Pflichtkurse. Das hatte ich immer und immer wieder gesagt, mein Chef wusste das also. Oft wurde ich aber trotzdem an Montagen im Monat eingeteilt, einmal sogar gleich an 3 von 4, obwohl ich ungefähr 100x gesagt hatte, dass ich an dem Tag Pflichtkurse habe. Außerdem war damals vorab abgesprochen worden, dass ich als Aushilfe v. a. für das Wochenende benötigt werde, und da konnte ich immer!!!

Ansonsten war ich auch an den anderen Wochentagen immer flexibel, bin auch mal für nicht so flexible Kollegen eingesprungen, war im Gegensatz zu anderen, die komischerweise ihren Job behielten, nie krank oder auch nur eine Sekunde zu spät. Die meisten kamen immer so 5-10 Min. nach Schichtbeginn, das wurde scheinbar vom Chef (= mein Abteilungsleiter) geduldet und ich habe mich immer gewundert, wo denn meine Kollegen blieben. Mir wäre es im Traum nicht eingefallen, zu spät zu kommen! Nach Schichtende noch länger zu bleiben, trotz beschissener Busanbindung, so dass ich dann auch noch ewig auf den Bus warten musste, machte mir nichts aus und war für mich Deppen auch selbstverständlich.

Einmal war ich krank, hatte es mit den Bronchien. Mein Arzt sagte, er will mich gerne krankschreiben, denn mit sowas ist nicht zu spaßen, wenn man es verschleppt. Ich sagte aber, dass ich noch in der Probezeit bin und Angst habe, dass das schlecht rüberkommt, wenn ich in den ersten 3 Monaten schon krank bin. Deshalb hat er mir dann halt ziemlich starke Medikamente verabreicht, ich hab die Arbeit gemacht, mein Chef meinte "Du hörst dich nicht gut an, bist du krank?", aber ich hab meine Arbeit ordentlich gemacht und hab's zum Glück nicht verschleppt. Aber jetzt im Nachhinein - Gott, war ich dumm, mich krank auf die Arbeit zu schleppen! Bei anderen Kollegen, auch studentischen Aushilfen, kam dann kurz vor deren Schichtbeginn ein Anruf: "Sorry, mein Auto ist kaputt.", "Sorry, hab jetzt doch in 2h ein Seminar und kann nicht kommen." Sowas hätte ich NIE gemacht, aber diesen Leuten wurde NICHT gekündigt.

Was auch oft vorgekommen ist - ein Großteil der Mitarbeiter raucht. Und in meiner Abteilung war ich zusammen mit einem anderen Kollegen der einzige Nichtraucher. Die anderen haben sich ständig zum Rauchen verzogen, und da es alleine ja zu langweilig ist, sind sie meist zu zweit oder dritt gegangen und haben gemütlich eine geraucht. Ich als Nichtraucher war dann der Arsch vom Dienst, durfte 10 Kunden gleichzeitig bedienen, weil sonst keiner da war, mit dem anderen Nichtraucher hatte ich nämlich selten gleichzeitig eine Schicht. Ich fand das total unverschämt von meinen sog. Kollegen, aber da der Chef selbst Kettenraucher war, war das auch völlig ok.

Wie ich bereits geschrieben habe, wurde mir angeblich wegen meiner Unflexibilität gekündigt. Ich habe aber vom 1. Moment an gegelaubt, dass das nur vorgeschoben war. In meinem Kündigungsgespräch, das von mir unbekannten Leuten durchgeführt wurde (Mein Chef hat sich schön verdrückt.), wurde gesagt: "Du passt nicht zu IKEA." Von Unflexibilität zu dem Zeitpunkt kein Wort. Ich habe daraufhin meinem Chef, der gerade Urlaub hatte, eine lange, freundliche Mail geschickt, in der ich dargelegt habe, wie ich das Ganze sehe, nämlich dass ich kein Fehlverhalten an den Tag gelegt hatte, dass ich mich immer für meinen Job eingesetzt habe und dass selbst WENN ich etwas falsch gemacht hätte, man mir die Chance hätte geben müssen, mich zu verbessern. Mein Chef hat darauf nie geantwortet, als er wieder vom Urlaub kam und es unvermeidbar war, mir gegenüber zu treten, ist er mir immer aus dem Weg gegangen, hat mich nicht angesehen, nicht mit mir geredet. Das ging immer nur: "Können wir dann mal reden?" - "Ja, nachher..." und dann war er nicht mehr zu sehen, bis meine Schicht zu Ende war. Am vorletzten Tag meinte er dann, das lief wohl total blöd mit dem Kündigungsgespräch, er hätte es ja wirklich gerne selbst geführt (Ja klar!), aber er durfte nicht, weil er Urlaub hatte. Was für ein Quark! Tat so, als täte es ihm ja leid, aber ich sei ja so wahnsinnig unflexibel. Dass ich auf dem neuen Schichtplan für den kommenden Monat sah, dass man meine Stunden scheinbar einer Anderen gegeben hat, von der schon in der Abteilung das Gerücht rumging, sie würde was mit dem stellvertretenden Chef haben... Und die im Laufe ihres Jobs einen ekelhaften Ehrgeiz an den Tag legte (Machte sich bei dem kompletten Team - außer den Chefs - sehr unbeliebt, weil sie sehr anmaßend uns gegenüber war, obwohl ja selbst neu.) und sogar ihr Studium scheinbar auf Eis legte für IKEA und sich auch privat mit den Chefs traf. Ich hab das dann auch direkt gesagt, dass ich nicht doof bin und doch sehe, dass man meine Stunden der anderen Studentin gegeben hat. Er meinte dann, nein nein, das stimmt nicht, die hat einfach nur jetzt in den Ferien mehr Zeit und man hat mal vorübergehend aufgestockt. Sicher... und ich bin der Weihnachtsmann!

Das Kündigungsgespräch war im Übrigen auch der Hammer! Ich war natürlich extrem vor den Kopf gestoßen, ich wollte am nächsten Tag in einen zweiwöchigen Auslandsaufenthalt im Rahmen meines Studiums starten, und nun sagte man mir, dass ich meinen Job verliere, dank Probezeit mit einer kurzen Frist, so dass ich nur noch einen Monat lang Geld verdiente und so kurzfrisitg fand sich natürlich nichts (v. a. nicht, wenn man zwei Wochen erstmal im Ausland weilt). Das war auch der letzte Tag meiner Probezeit, da hat man sich schön Zeit gelassen, damit ich bis zuletzt noch motiviert arbeite. Als ich meinte, schön, dass man mich nicht vorgewarnt hatte, jetzt hab ich ja nur das Problem, dass ich meine Miete nicht zahlen kann ohne den Job, sagte diese völlig hirnfreie Personalerin zu mir: "Na jetzt beruhig dich erstmal. Du bist ja noch 4 Wochen hier Mitarbeiter, nutz doch noch mal den Mitarbeiterrabatt aus und kauf nochmal schön ein." Leider war ich zu perplex angesichts dieser Dreistigkeit, um etwas erwidern zu können. Natürlich, ich verliere einen Job, der mir über 300 € im Monat einbringt, weiß nicht, ob ich überhaupt meine monatlichen Kosten noch decken kann ohne, und hier in der Region gibt es kaum Studentenjobs (Deshalb war die Eröffnung von IKEA so willkommen, da man Arbeitsplätze schaffte. Damals schrieb man auf der Homepage, man hätte ca. 6000 Bewerbungen erhalten!), aber hey, ich geh natürlich nochmal ganz fett einkaufen!!! Es ist wirklich Wahnsinn, was für minderbemittelte Menschen in diesem Laden arbeiten. Nicht alle sind so, natürlich, aber einige... da fragt man sich schon... IKEA legt v. a. Wert darauf, ein junges Team zu haben. Schon vor meiner eigenen Kündigung erzählte mir eine ca. 50jährige Aushilfskraft, man hätte seinen gleichaltrigen Kollegen einfach von heute auf morgen rausgeworfen, obwohl er sich nicht erklären kann, wieso. Damals dachte ich, ganz IKEA-Schulungen-verstrahlt: "Na, der wird wohl irgendwas verbockt haben." Ha ha... Für den Aufbau der Filiale waren auch alte Leute willkommen, aber vor den Kunden sollten doch bitte nur junge Menschen zu sehen sein.

Im Nachhinein musste ich erkennen: Die besten Chancen, seinen Job so lange wie möglich zu behalten, hat man, wenn man auf jede IKEA-Party geht, mit den richtigen Leuten herumschäkert, mit den Chefs die Raucherpausen verbringt und sich einschleimt. IKEA hat immer dieses "Wir sind eine Familie"-Gehabe, und es ist wirklich so - wer "nur" seine Arbeit ordentlich macht, sich mit den Kollegen sehr gut versteht, jedoch außerhalb der Arbeitszeiten nur mäßiges Interesse an der IKEA-Familie (So nennen sie sich tatsächlich.) zeigt (d.h. eine IKEA-Party auslässt, zu denen übrigens das Mitbringen von Partnern strengstens untersagt ist, damit die IKEA-Familie unter sich bleibt!), der wird recht bald ignoriert oder gedisst und wird vermutlich auch nicht lange in dem Laden bleiben. Es ist nicht erwünscht, seinen Job anständig zu machen, aber sein Privatleben draußen zu halten! Lieber ein kleiner Stümper am Arbeitsplatz, aber dafür voll und ganz integrieren in die Familie! Ich war nicht der Erste und auch nicht der Letzte, der wohl auch unter Anderem deshalb gehen durfte. Damals bei der 1. Schulung kam ein Personaler und meinte, sie stellen gerne Studenten ein und hoffen, dass diese dann ihr Studium abbrechen und dann ganz zu IKEA gehen.

Und im Übrigen - natürlich darf sich der AG während der Probezeit in punkto Kündigung alles erlauben, aber einen Tag vor der Probezeit zu kündigen ist schon etwas komisch... v. a. wenn man nie auch nur ein einziges kleines Wörtchen Kritik vorher erhalten hat. Ich denke, dass IKEA sich erstmal mit vielen Mitarbeitern zugeschüttet hat und dann hinterhältig ausgesiebt hat, wer es wert ist, bei der IKEA-Familie bleiben zu dürfen. Und zwar nicht unter dem Aspekt von Kompetenz und Eignung. Ausschlaggebend bei mir war vermutlich noch abgesehen davon, dass ich leider mein eigenes Privatleben besaß und für mich IKEA wirklich nur ein Nebenjob war und mein Studium immer noch an 1. Stelle stand, dass ich einen etwas höheren Stundenlohn hatte, da ich bereits kaufmännische Vorbildung besaß und man mich deshalb höher einstufen musste, das ist gesetzlich so geregelt.

Fazit: Wer erfolgreich bei IKEA sein möchte, der sollte sich voll und ganz in die IKEA-Familie integrieren, sein Privatleben und alle anderen Verpflichtungen hintenan stellen, bei keiner Party fehlen und den Kopf ganz tief in den Hintern des Chefs reinschieben. Und dem sollte auch wirklich nicht die Zufriedenheit der Kunden am Herzen liegen, denn sonst ist man seeeeehr schnell sehr unzufrieden mit seinem Job und schämt sich, für solch ein Unternehmen einstehen zu müssen. Anfangs noch stolz, da durch die Mitarbeitermotivation geblendet, habe ich mich wirklich bald ziemlich geschämt, dass ich die Kunden immer abwimmeln musste. Der Laden ist so dermaßen unorganisiert und die Abteilungen schieben sich immer gegenseitig die Schuld iin die Schuhe und es wird gegenseitig abgelästert, was das Zeug hält. Und dann wieder von Angesicht zu Angesicht geschleimt ohne Ende, denn man will ja diese "Wir sind eine Familie"-Farce aufrecht erhalten.

Ich war leider auf den Job damals finanziell angewiesen, deshalb war ich erstmal total schockiert, ihn zu verlieren, auch wenn ich wusste, lange hätte ich hier nicht mehr durchgehalten. Aber davon abgesehen, dass ich dann erstmal einen finanziellen Einbruch hatte durch die überraschende Kündigung, war ich recht bald sehr froh, nicht mehr in dem Laden zu arbeiten! Das war nicht mein erster Job, und ich kenne andere Unternehmen und muss echt sagen, ich habe noch nie bei einem solch inkompetenten Unternehmen gearbeitet! Und ich denke, meine Kollegen hatten danach noch mehr Spaß, da wir vorher schon chronisch unterbesetzt waren... Übrigens wird man auf der Straße von ehem. IKEA-Kollegen nicht mit dem Arsch angeschaut, auch wenn man sich gut mit ihnen verstand, es herrscht dort nämlich die Einstellung, dass Leute, die gekündigt haben oder denen gekündigt wurde, Verräter sind.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
hansi04

hansi04

12.07.2011 12:28

tja, das ist sone Art, Massenproduktion, da kann auf nix und niemanden Rücksicht genommen werden oder da hat man keine zeit auf Mitarbeiter einzugehen der Laden will schliesslich was verkaufen, :-)) LG

turbotisl2

turbotisl2

28.05.2011 21:59

BH ganz klar....

emenius

emenius

26.05.2011 16:14

ja, so läuft es da ab. unfähige Führungspersonen. Es scheint denen wirklich das wichtigste zu sein, sich mit der Ikea Familie bedingungslos zu identifizieren! Die arbeit ist eher zweitrangig. Das ist total krank und gleicht einer Sekte!

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