Arbeiten bei LIDL

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Erfahrungsbericht über "Arbeiten bei LIDL"

veröffentlicht 08.05.2007 | Cassiopeia-Original
Mitglied seit : 07.05.2007
Erfahrungsberichte : 16
Vertrauende : 0
Über sich :
Sehr gut
Pro Bezahlung für Azubis überdurchschnittlich
Kontra Zeitdruck
sehr hilfreich
Einstellungschancen:
Aufstiegschancen
Verdienstmöglichkeiten:
Sozialleistungen:

"Bericht eines Azubis"

Das stammt jetzt nicht direkt aus meiner Feder, diese Erfahrungen werden mir gerade von meinem Sohn mitgeteilt. Er ist seit 9/2006 als Auszubildender für Kaufmann im Einzelhandel bei Lidl.

Zu den Details:
Ladenöffnungszeiten von 08.00 Uhr bis 20.00 Uhr
Mehrschichtsystem. Eigentlich gibt es 2 Schichten, bei Bedarf wird eine dritte eingeschoben.
Die 1. Schicht dauert von 6.00 Uhr bis ca. 14/15.00 Uhr, abhängig von der persönlichen Arbeitszeit.
Die 2. Schicht geht von 14.00 Uhr bis ca. 20.30 Uhr. Ganztagsbeschäftigte arbeiten von 12.00 Uhr bis 20.30 Uhr.
Wenn eine 3. Schicht eingeschoben wird, geht die von ca. 10 Uhr bis ca. 18 Uhr.

In der Filiale gibt es 4 Ganztagsbeschäftigte. Das setzt sich hier zusammen aus 1 Filialleiter, 2 stv. Filialleiter und mein Sohn als Azubi. Dann gibt es noch 8 Teilzeitbeschäftigte, die 18,48 Std. pro Woche arbeiten.

Die Ausbildung findet in den ersten Monaten vor allem an der Kasse statt, es wird besonders darauf Wert gelegt, dass man die PLU (Price-Look-Up) Nummern innerhalb kürzester Zeit gelernt hat. Meinem Sohn wurden dafür ein Zeitraum von 2 Wochen eingeräumt. Ferner müssen innerhalb der Probezeit auf jeden Fall 40 Positionen pro Minute am Kassenscanner drübergezogen werden.

Positiv anzumerken ist, dass den Azubis schon sehr früh Gelegenheit gegeben wird, Verantwortung zu übernehmen. Es kommt nicht vor, dass der Azubi den ganzen Tag putzen muss. Sehr schnell werden die Azubis Teilbereiche des Ladens zur eigenen Verantwortung übergeben. Dies kann man an den Ansteckschildern z.B. "Verantwortlicher Obst und Gemüse", "Verantwortlicher NonFood" sehen. Die Azubis werden in alle tätigkeiten des Betriebs eingewiesen und sollte diese innerhalb kürzester Zeit (2 Monate) selbständig ausführen können. Lidl versucht, seinen Azubis möglichst schnell die grundlegenden Pflichten und Fertigkeiten eines Filialleiters zu vermitteln.

Schulungen werden durch Lidl selber durchgeführt. Dies kann dazu führen, dass die Azubis eines Regionalbezirks zusammengebeten werden und ca. 4 mal pro Jahr in einem Hotel untergebracht werden. Das Hotel wird bezahlt und den Azubis werden die neuesten Techniken und Einrichtungen nahegebracht.

Desöfteren werden Azubis auch in andere Filialen abbeordert, um NonFood zu verkaufen. Intern heisst das ganze Raubtierfütterung und ist nicht lustig. Das Kundenklientel bei solchen Abverkäufen bewegt sich in der untersten Einkommens- und Anstandsklasse. Rangeleien zwischen Kunden sind keine Seltenheit. Es herrscht das Gesetz des schnellsten und lautesten. In einer meist stillgelegten Filiale werden die Sonderangebote des letzten halben Jahres, die in den Filialen des Regionalbezirks nicht verkauft werden konnten, nochmals zu extrem reduzierten Preisen angeboten. An sochen "Abverkaufstagen" wird diese Filiale allein durch Azubis geführt, der Ausbildungsleiter ist anwesend.

Für Azubis, die bereits über 18 Jahre alt sind, gibt es verschiedene Projekte, z.B. wird eine ganz normale Filiale eine Woche lang nur von Azubis geführt. Bei diesen Aktionen kann es auch sein, dass Flexibilität verlangt wird. Die ggf. notwendige Unterbringung wird von Lidl veranlasst und bezahlt. Reisekosten werden hierbei erstattet.

Lidl zahlt Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Zudem war mein Sohn sehr überrascht, als kurz vor Weihnachten zusätzlich ein Päckchen ankam mit den besten Wünschen. Es enthielt eine Flasche Sekt, Süssigkeiten und einen Einkaufswagenchip der limitiert ist (daran kann man nun Lidl-Mitarbeiter zuverlässig erkennen). Sind zwar nur Kleinigkeiten, aber es ist eine nette Geste. Sie hättens ja net gemusst ;-)

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass Lidl peinlichst genau darauf achtet, dass bei Minderjährigen die gesetzlichen Arbeitszeiten eingehalten werden. Wär ja sonst auch noch schöner....

Fazit: Keine Ahnung, warum Ver.di so gegen Lidl wettert, wir können (bisher) nicht klagen. Mein Sohn ist zufrieden und plant seine Karriere.

Übrigens darf er auch immer auf Toilette gehen, wenn er muß, entgegen der Aussagen von Ver.di im Schwarzbuch.

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Ergänzung vom 11.07.2007:

Mein Sohn erhielt am 14.06.2007 einen Marschbefehl (Einladung) seiner Bezirksdirektion zu einem Lehrgang. Dieser sollte vom 2.07.2007 bis einschließlich 6.07.2007 dauern und in der hintersten Pampa stattfinden. Als Tagungsort hat LIDL sich ein Anwesen der kath. Jugendfürsorge auserkoren. Die Anreise erfolgte mangels öffentlicher Verkehrsmittel von den Lehrgangsteilnehmern privat bzw. die Teilnehmer wurden von den Eltern oder Bekannten gebracht.

Mein Sohn war vom Ablauf des Seminars sehr angetan. Die Unterbringung war angemessen. Die Lehrgangsteilnehmer wurden nach Geschlechtern getrennt in 2-Bett-Zimmern untergebracht, die jeweils mit Dusche/WC ausgestattet waren und zum Teil einen grandiosen Blick über das Umland boten. Die Ausstattung des Tagungsortes war ebenfalls sehr gepflegt und wurde vorwiegend von Behinderten betreut, die sich sehr um das Wohl ihrer "Schützlinge" sorgten. Als Mittag- und Abendessen stand jeweils ein Buffet zur Verfügung, das neben vegetarischen Angeboten auch 2-3 Fleischspeischen beinhaltete. Es standen ausreichende Freizeitmöglichkeiten wie Tischtennis u.ä. zur Verfügung, auch war es kein Problem, innerhalb des Hauses einen W-LAN Punkt bzw. einen Zugangspunkt zum Internet zu finden.

Die Schulungsinhalte waren von marktwirtschaftlichen Aspekten geprägt. Die Auszubildenden des ganzen Bezirks gaben übereinstimmend an, dass die Schulung wesentlich mehr Inhalte zum Beruf vermittelt hat, als die Berufsschule dies in einem ganzen Jahr geschafft hat.

Mein Sohn ist sehr gespannt und erwartungsvoll, wann der nächste diesbezügliche Lehrgang stattfindet und er wird freuding daran teilnehmen.

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Ihre Bewertung zu diesem Erfahrungsbericht

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • noname_6032 veröffentlicht 24.12.2007
    Dein Bericht war angenehm zu lesen und sehr informativ.
  • Quanah veröffentlicht 09.10.2007
    Sehr informativer Bericht! LG Quanah
  • Love-to-sing veröffentlicht 03.10.2007
    Von der Verdi mag man halten, was man will, aber wenn ich deinen Satz lese "bei Minderjährigen wird die Arbeitszeit eingehalten", ist das sicherlich einer der Punkte, der von der Verdi kritisiert wird. Einmal ganz davon abgesehen, dass Springerkräfte einen großen Radius abdecken müssen und nicht nur die Märkte in der näheren Umgebung. Auch in meinem Unternehmen ist nicht alles Gold was glänzt, aber Lidl oder auch bei Kaufland (gleiche Gruppe) würde ich nicht freiwillig anfangen zu arbeiten. Thomas
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Produktdaten : Arbeiten bei LIDL

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Auf Ciao gelistet seit: 14/12/2004