Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
als Aushilfe verdient man gut(den gleichen Lohn, wie die festangestellten nur ohne Abzüge) |
| Kontra: |
das Klima, der cholerische Chef, der Betrug mit dem Reinigungsgeld |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Hallo liebe Leserschaft!
Ich möchte mich heute mal ein wenig einer Kategorie widmen, die ich schon vor einiger Zeit vorgeschlagen hatte.
„Arbeiten für Porta Gaststätten GmbH & Co. KG“ heißt diese Kategorie.
Porta Gaststätten ist ein gastronomischer Betrieb. Man findet Porta Gaststätten als Restaurant Toscana in jedem Porta Möbel Verkaufshaus. Auch sind die Porta Gaststätten Inhaber der Betriebskantinen der verschiedenen Zentrallager der Firma Porta Möbel.
Ich habe seit 3,5 Jahren in so einer Betriebskantine gearbeitet. Im Herbst 1999 verstarb der damalige „Brötchenbäcker“ der Betriebskantine. Der Posten wurde frei, doch wenige gab es, die schon um 5 Uhr früh arbeiten wollten. Die Leiterin der Betriebskantine ist eine Bekannte von uns, und sie erzählte mir, dass der D. nun verstorben ist. Ich arbeitete derzeit noch als Verkäuferin in geringfügiger Beschäftigung bei dem NP in unserer Nähe. Natürlich reizte mich die Arbeit in der Kantine, denn es war näher als der NP und man hatte eine feste Arbeitszeit, damals noch von 5 Uhr bis 7:30 Uhr.
So stellte ich mich beim Chef der Porta Gaststätten GmbH vor, und hatte nach wenigen Tagen die Zusage, dass ich den Posten bekommen würde. Ich kündigte beim NP und fing zum 06.12.1999 bei Porta Gaststätten GmbH & Co. KG an. Ich bekam 3 weiße Arbeitskittel, einen Schlüssel fürs Tor zum Grundstück des Zentrallagers, einen Schlüssel um hinten ins Gebäude zu kommen, wo die Kantine ist, einen Schlüssel für das Kantinenlager und einen für die verschlossenen Schränke.
Die Einarbeitungszeit betrug 2 Wochen, in welchen unsere Bekannte (die Leiterin der Kantine) mir genau zeigte, was ich alles zu tun hatte. Nach zwei Wochen dann war ich jeden morgen ab 5 Uhr alleine. Erst zu 6 Uhr kamen dann die beiden anderen Kolleginnen der Frühschicht.
Meine Arbeit hatte mir Spaß gemacht, und dadurch dass ich so früh arbeitete, hatte ich viel vom restlichen Tag. Da es morgens immer so ruhig war, durfte ich mir auch ein kleines Radio hinstellen, damit ich ein wenig „Stimmung“ hatte. Ich machte meine Arbeit gern und immer gewissenhaft.
Anfangs waren auch die Kolleginnen noch gut dabei, doch gerade unsere „Leiterin“ ließ immer mehr in der Arbeit nach. Zu Beginn meiner Beschäftigung dort hatte ich früh morgens immer schon alles vorbereitet. Ein frischer Müllsack war in der großen Tonne drin, Butter war vorbereitet und musste nur noch aus dem Kühlschrank genommen werden. Wurst war vorbereitet und Getränke in der Kühlung waren aufgefüllt. Somit konnte ich mich wirklich meiner Arbeit widmen. Zuerst wurden die beiden Kaffeeautomaten mit Kaffeepulver befüllt und der Kaffee gebrüht. Dann machte ich den Wärmebehälter an und füllte Würstchen in einen bestimmten Behälter um sie heiß zu machen (ja es gibt Menschen, die so früh am morgen schon heiße Würstchen essen *ggg*). Nun wurden die Brötchenrohlinge und Brezelrohlinge in den Backofen getan, und aufgebacken.
In der Zwischenzeit kam der Bäckerlieferant (meist kurz nach 5 Uhr, ich selber bin oftmals 4:50 Uhr angefangen zu Arbeiten) mit 150 Brötchen 30 Kakao und 20 Milch. Ich stellte den Kakao und die Milch in den Kühlschrank, und bereitete meinen Brötchenschmierarbeitsplatz (was für ein Wort *ggg*) vor, d.h. ein großes Schneidebrett wurde hingelegt, große Bleche hingestellt, Wurst aus dem Kühlschrank geholt und Butter kurz in die Mikrowelle gestellt, damit sie schmierfähig war. Dann noch der Käse aus dem anderen Kühlschrank geholt und es konnte losgehen. Jeweils 18 Brötchen passten belegt auf ein Blech.
Ich schnitt die Brötchen auf, schmierte Butter drauf und belegte sie. In meiner Arbeitszeit musste ich immer 120 Brötchen schmieren und belegen, zwischendrin noch die aufgebackenen Brötchen und Brezeln aus dem Backofen holen, Kuchen aufbacken, Gebäckstücke aufbacken, Mehrkornbrötchen aufbacken.
Wie schon oben erwähnt kamen auf 6 Uhr die beiden anderen Kolleginnen, die dann Teller hinstellten, Joghurt, Quark und Buttermilch sowie Pudding in die SB Kühltheke stellten, die Gebäckstücke verzierten, Die Brezeln auf einen Ständer brachten, die Kasse vorbereiteten. 6:15 Uhr machten wir eine kurze Kaffeepause(da ich ja immer 10 Minuten früher mit meiner Arbeit begann, konnte ich das machen, denn ansonsten stand mir KEINE Pause zu). Ab ca. 6:25 Uhr kamen dann die ersten Kunden, die Brötchen kauften, Kaffee und alles was es schon gab. Mit dem Verkauf hatte ich recht wenig zu tun. Ich musste nur mit darauf achten, dass es genügend Kaffee gab, d.h. wenn eine Seite des Kaffeeautomaten leer war, musste neues Pulver rein, und die Seite wieder angestellt werden.
Wenn ich meine 120 Brötchen fertig hatte, musste noch ein Blech mit 12 Mehrkornbrötchen geschmiert werden und die Getränkekühlung aufgefüllt werden (es wurde ja viel Kakao, Milch und Sprudel von den Fahrern gekauft). Nun musste ich noch meinen Arbeitsplatz sauber machen und konnte dann um 7:30 Uhr gehen.
Nach 5 Monaten bekam ich einen neuen Arbeitsvertrag, in welchem ich weniger Stunden in der Woche zu arbeiten hatte (zu Beginn 12 Stunden da Freitags nur 2 Stunden und nach Vertragsänderung nur noch 9 Wochenstunden, also Montag bis Donnerstag bis 7 Uhr und Freitags offiziell nur eine Stunde was nie realisierbar war). Ich musste nun die gleiche Arbeit in kürzerer Zeit schaffen, und meine Kolleginnen bereiteten kaum noch etwas vor, so dass ich auch noch jeden morgen Butter und Wurst selber vorbereiten musste.
Nun wurde alles ziemlich stressig, und das Getränkeauffüllen wurde mir abgenommen, denn das schaffte ich nicht mehr. In etwa dieser Zeit ging auch das Mobbing einer Kollegin los, weil ich immer auf die Hygiene achtete, und sie auch schon mal abgelaufene Wurst verarbeiten wollte oder offenes Mett vom Vortag (oder noch schlimmer am Monatag offenes Mett vom Freitag zuvor *schüttel*). Ich hatte deshalb einige Diskussionen mit ihr, dass so was nicht zulässig ist, und gegen die Lebensmittelhygienevorschriften verstößt. Sie fing dann an zu mobben, und ich war eine ganze Zeit ihr Opfer.
Nun hatte ich leider das Pech, dass ich nach 3 Monaten der Beschäftigung eine Zysten-Op hatte, und somit 2 Wochen krank geschrieben war. Und noch schlimmer war es, dass ich nach 6 Monaten Beschäftigung dringend an der Galle operiert werden musste, was ich mir sicherlich NICHT selber ausgesucht hatte. Dies war im Jahr 2000.
Im Jahr 2001 hatte ich dann wieder eine dringende OP und war auch zweimal zwischendurch noch krank (als Mutter von 3 Kindern steckt man sich eben doch manchmal an). Und im Jahr 2002 war ich wegen einer Salmonellenvergiftung 9 Wochen nicht arbeitsfähig, davon 7 Wochen krank geschrieben. Und gerade, wenn man mit Lebensmitteln abreitet, sind die Vorschriften ja besonders hart, was auch richtig ist, denn man darf ja nicht mehr Menschen anstecken.
Nach der 3. Woche der Salmonellenvergiftung rief mein Chef mich erbost an, und regte sich auf, weil ich noch weitere 2 Wochen krank geschrieben war. Er meinte nur, dass er nicht glaube, dass ich eine Salmonellenvergiftung hätte, und ob ich es beweisen könnte. Natürlich konnte ich es beweisen, denn ich war ja als Salmonellenfall beim Gesundheitsamt gemeldet, was ich meinem Chef auch sagte. Ich rief dann beim Gesundheitsamt an, und lies meinem Chef da was zukommen. Es war schon eine Frechheit, mir zu unterstellen, dass ich nicht an Salmonellen erkrankt war. Mein Chef sagte am Telefon noch zu mir, er hätte noch NIE gehört, dass man länger als 3 Wochen wegen Salmonellen krank geschrieben sei. Ich meinte dann nur zu ihm, dass ich mir das bestimmt nicht ausgesucht hätte, und auch froh wäre, wenn ich wieder Salmonellenfrei wäre. Gerade, wenn man etwa 22 Gastronomiegeschäfte unter sich hat, müsste man vertraut sein mit solchen Erkrankungen und die gesetzlichen Vorschriften, die bei Salmonellen gelten. Ich empfand seinen ganzen erbosten Anruf als eine Frechheit.
Nun war ich ja in diesem Jahr von Februar bis März im Krankenhaus. Nachdem ich wieder im April arbeiten konnte, musste ich am 3. Tag ins Büro vom Chef. Er stellte mich dann vor die Wahl: Entweder ich kündige selber, oder ich akzeptiere eine Vertragsänderung zu meinen Ungunsten. Die Vertragsänderung hätte dann so ausgesehen: Ich wäre nur bezahlt worden, für tatsächlich geleistete Arbeit, kein Geld, wenn ich Urlaub habe, kein Geld an Feiertagen, kein Geld bei Krankheit und Arbeitseinteilung nach seinem Gutdünken, was hieße, wenn mal einen Monat keine Arbeit für mich wäre, würde ich nichts bekommen, und wenn dann mal einen Monat mehr als 40 Stunden anfielen, würde ich die gesamte Zeit bezahlt kriegen. Und bevor ich dann aus seinem Büro ging kam noch folgender Satz :“Dann können sie meinetwegen noch 3 Mal pro Jahr ins Krankenhaus gehen, das wäre mir dann auch egal!“
Ich habe dann klein bei gegeben und gekündigt. Da ich immer so nett war, wenn Not am Mann war, und Leute gebraucht wurden, dass ich nach meiner Arbeitszeit, sobald ich die Kinder weg hatte (Im KiTa und in der Schule) wieder kam um bis Mittags zu helfen, hatte ich natürlich noch über 4 Wochen Überstunden stehen, so dass ich ab Ostern zu hause bleiben konnte, Überstunden abfeiern konnte und meinen mir für dieses Jahr zustehenden Urlaub. So kündigte ich also zum 15. Juni diesen Jahres. Upps, ich bin ja noch einige wenige Tage Mitarbeiterin dieses Unternehmens, dann darf ich bestimmt nicht verraten, dass ich 7,16 € je Stunde verdient habe, und auch die fest angestellten den gleichen Stundenlohn haben, nur das diese noch die ganzen Abzüge haben, die ich als geringfügig beschäftigte nicht hatte.
Na ja, seit ich dort nicht mehr beschäftigt bin, bzw. nicht mehr dorthin muss, geht es mir richtig gut. Die Spannung, die in letzter Zeit da war, ist bei mir weg. Wie faul meine „Vorgesetzte“ nun in Zukunft ist, soll mir egal sein. Meine eine andere Kollegin, die wegen Unterleibskrebs lange krank geschrieben war in diesem Jahr(über 12 Wochen) wurde auch abgesäbelt. Der haben sie einen Aufhebungsvertrag untergejubelt und die älteste Kollegin, die nur noch bis nächsten Mai arbeiten müsste bis sie Rente bekommt, wollen die derzeit auch mit einem Aufhebungsvertrag abwimmeln.
Ich bin froh, mein Arbeitsverhältnis gekündigt zu haben. Meine Kranktage wurden mir vorgeworfen, aber wie viele Stunden ich freiwillig wieder kam um Überstunden zu machen, das wird nicht angerechnet.
Und 3! Jahre lang wurde ich jeden Monat auch noch auf meiner Abrechnung beschissen, denn bis auf eine Kollegin und ich, bekamen alle anderen, egal ob Aushilfen oder Festangestellte, sogenanntes Reinigungsgeld für die Reinigung der Arbeitsbekleidung, immerhin zu DM –Zeiten noch 50 DM und dann immerhin jetzt noch 26 € jeden Monat. Das Ganze flog im Januar diesen Jahres auf, und ich bekam erst ab Februar dieses Reinigungsgeld. 38 Monate wurde ich um diese 50 DM bzw. seit es den Euro gibt 26 € beschissen, und als Entschädigung gab es 10 € für Waschpulver. Das nenne ich mal Mitarbeiterbetrug im großen Stil, denn immerhin sparte mein Chef bei mir alleine 1250 DM und 338 € ein, durch diesen Betrug, und bei meiner Kollegin auch 750 DM und 338 €. Wenn unser Chef so noch viele andere Mitarbeiter in den 22 gastronomischen Betrieben beschissen hat, hat er gut sparen können.
Empfehlen kann ich diesen Arbeitgeber nicht, aus meiner Sicht. Man hat zwar einen recht guten Stundenlohn als Aushilfe, aber als Festangestellter ist der gleiche Lohn ein Hohn. Der Chef ist ein Choleriker und als Mitarbeiter ist man der letzte Dreck. Ich weiß, dass ich nicht hätte klein bei geben müssen, doch ich hatte einfach keine Lust mehr.
Allen, die das hier wirklich gelesen haben, will ich meinen Dank aussprechen, dass ihr durchgehalten habt. All denen, die mir Vertrauen sage ich nochmals Herzlichen Dank. All meinen Stammlesern sage ich hier noch mal Danke und verabschiede mich dann mit diesem Bericht.
Ganz besonderen Dank will ich hier noch mal Ella und Tom aussprechen, die das gestrige private Treffen von einigen Ciao - Usern bei sich möglich gemacht hatten. So konnten wir den lieben Ron mit seiner Familie kennen lernen. Wir lernten die liebe Petra, ihren Mann Holger und die beiden Kinder kennen. Natürlich lernten wir auch Dich, liebe Ella, mit deiner Familie kennen und die ganz liebe Rita. Einen dicken Knuddler an euch alle, es war ein wundervoller Pfingstsonntag für uns alle ;oD
Vielen Dank, fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.
Einen angenehmen Pfingstmontag wünscht euch allen die Weserhexe
Porta Westfalica, den 09.06.2003 14.35 Uhr
P.S.: Da die Mitarbeiter auch in den vielen Verkaufshäusern ständig wieder gehen, gehe ich davon aus, dass die dort genauso behandelt werden. Einstellungschancen? Gut, weil viele wieder schnell gehen und deshalb immer neue Leute gesucht werden! Aufstiegschancen? Keine, man bleibt ewig eine minderwertige Küchenkraft, oder man muss Popokriechen können und viele Schleimspuren hinterlassen *gg*. Verdienstmöglichkeiten? Als Aushilfe ohne Abzüge ok, als Festangestellter ein Hohn. Sozialleistungen? Ganz normal.