Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
nettes team, schicke mädels |
| Kontra: |
darf man alles nicht zu ernst sehen |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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ich habe im laufe der jahre bei diversen tv-sendern reingeschnuppert und konnte reichhaltig erfahrungen sammeln.
hier meine erfahrungen in einem rtl regionalstudio:
die zeiten, in denen man nur über ein studium, gute kontakte, viel vitamin b und dem besetzungssofa beim fernsehen arbeiten kann, die sind schon lange vorbei.
es genügt eigentlich keinerlei vorbildung, um fernsehen zu machen. kann eigentlich jeder.
das wichtigste: motivation, gute laune, ein bischen naiv wäre vom vorteil
der beste berufseinstieg erfolgt über ein praktikum. dies dauert in der regel 3 monate, ist unbezahlt. hier kann man nach kurzer zeit als vollständiger redakteur/in und kameramann/frau arbeiten. motivierte leute, die nicht nach dem sinn fragen und sofort ein "ja, mach ich" auf den lippen haben, die haben beste berufschancen, nach dem praktikum als freie mitarbeiter und später als fester redakteur eingestellt zu werden.
die tägliche arbeit:
morgens um 9.00 uhr fängt der alltag an. erst werden die aktuellen tageszeitungen gelesen, die wichtigste zeitung ist in der regel die bildzeitung. was dort drin steht ist eigentlich überall das aktuelle tagesthema. ansonsten werden noch andere mögliche themen in den zeitungen gesucht, ausgewertet.
in der redaktionskonferenz werden die aktuellen themen des tages besprochen und den einzelnen redakteuren zugeteilt. von nun an gehts an die arbeit.
mögliche betroffene anrufen, recherchieren, termine machen.
da das geld sehr knapp ist gibt es eigentlich kaum noch kamerateams. gefilmt wird mit handesüblichen kleinen mini-dv kameras, die es in jedem media markt gibt. diese arbeiten vollautomatisch und man muss sich eigentlich um fast nichts kümmern. nur den aufnahmeknopf drücken. belichtung, schärfe etc. macht die kamera alleine. die qualität ist toll und den unterschied zu den großen kameras sieht kein zuschauer. dies macht das arbeiten auch viel lockerer und flexibler, da man keinen neunmalklugen kameramann im schlepp hat, der große kunst machen will und irgendwas zum nörgeln hat. auch hat der sender dadurch mehr geld und man kann prima in den semesterferien einige euros dazu verdienen.
in nächster zeit wird sich in der nachbearbeitung des videomaterials einiges ändern. hier sind dann creative menschen gefragt. der cutter, der sonst immer die filme schneidet, wird immer mehr wegrationalisiert. bald wird jeder redakteuer die beiträge selber auf einem laptop schneiden. dies wird die arbeit auch wesentlich flexibler machen.
wenn der ganze beitrag geschnitten und vertont ist wird er vom chef abgenommen und genehmigt. dann gehts auf sendung. alle mitarbeiter gucken sich das produkt gemeinsam an.
zur kohle:
als praktikant bekommt man in den ersten 3 monaten kein geld, arbeitet dafür viel. ich würde das eher so als "grundausbildung" sehen. danach stehen einem eigentlich alle türen offen.
als freier mitarbeiter bekommt man so 100,- € am tag.
die arbeitszeit ist von 9:00 bis 18:30. wochenende frei.
was man als festangestellter redakteur bekommt weiß ich leider nicht so genau. dies wird wohl einzeln verhandelt. in der regel bekommen neue leute viel weniger als die vorgänger, da oft damit argumentiert wird, das man keine journalistische ausbildung, oder abgeschlossenes studium hat. allerdings fällt mir jetzt auch kaum einer ein, der dies hat und dort arbeitet.
alles in allem ein spaßiger, lockerer job. man erlebt viel, arbeitet sich nicht zu tode, hängt in einem lockeren team ab. ich kann es nur empfehlen. zudem können sich studenten hier nebenbei einige euros dazu verdienen