Arbeiten bei Tedi

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Nachdem ich einige Wochen für die Firma TEDI tätig war, möchte ich hier meine Erfahrungen widergeben. 1. Einstellungschancen: Hier im Münchener Raum scheinen waren die Chancen eingestellt zu werden sehr gut zu sein. Auch für mich als langjährige Hausfrau. Das ist einerseits gut, denn so ... Bericht lesen





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Irgendwie müssen die billigen Preise ja zustande kommen ;-)
Erfahrungsbericht von beate111 über Arbeiten bei Tedi
24.10.2010


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Evtl .  schneller Aufstieg möglich, evtl .  gut für Widereinsteiger in den Beruf
Kontra: schlechte Bezahlung, unbezahlte Arbeitszeit usw .

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Nachdem ich einige Wochen für die Firma TEDI tätig war, möchte ich hier meine Erfahrungen widergeben.

1. Einstellungschancen:
Hier im Münchener Raum scheinen waren die Chancen eingestellt zu werden sehr gut zu sein. Auch für mich als langjährige Hausfrau. Das ist einerseits gut, denn so hatte ich als Widereinsteigerin die Möglichkeit beruflich wieder Fuss zu fassen. Auch für Langzeitarbeitslose scheint Tedi ideal, denn auch hier sind die Chancen hoch eingestellt zu werden. Eine Freundin von mir die zu den sog. Lanzeitarbeitslosesn gehörte, konnte bei Tedi endlich wieder beruflich Fuss fassen.

2. Der Vertrag:
Tedi gibt nur Zeitverträge. Gut, das ist heute bei den meisten Firmen auch so üblich.
Eine Ganztagsstelle wird erstmal nicht vergeben und man wird auch meist nicht sofort auf Teilzeit eingestellt. Ich spreche hier vom Münchener Raum in dem ich gearbeitet habe und weis nicht ob es bei allen Tedi-Filialen deutschlandweit so ist!
Erstmal wird man als 400 Euro Kraft befristet eingestellt. Ich weis von den beiden Kolleginnen mit denen ich zusammen gearbeitet habe, das es bei Beiden ebenso war. Nach 1-2 Jahren wurden sie dann als Teilzeitkräfte übernommen.

2. Bezahlung und Stunden:
6 Euro die Stunde als 400 Euro Kraft. 66 Stunden muss man also arbeiten um auf knapp 400 Euro zu kommen.

3. Arbeitszeiten:
Als Teilzeitkraft wurde mir zugesagt, das ich immer mindestens 3 Stunden am Stück arbeiten würde, das sei Tedi Regel. Das wurde bei mir auch eingehalten.
Mit Tagen und Zeiten wurde ich eingeteilt wie ich bei Tedi gebraucht wurde. Flexibilität ist also eine Grundvoraussetzung um dort zu arbeiten. Feste Arbeitstage gab es - jedenfalls in meiner Filiale - nicht! So lassen sich langfristig auch schlecht Termine wie z.B. Arztbesuche planen. Allerdings war es bei mir auch möglich mal zu sagen "da kann ich nicht" und mit einer Kollegin zu tauschen.

Tedi setzt vorraus das man 15 Minuten vor Ladenöffnung im Laden ist, um die Warenständer vor den Laden zu stellen und die Kasse hochzufahren.
Tedi setzt auch vorraus, das man Abends nach Ladenschluss die Kassenabrechnung macht und die Kasse runterfährt. Dafür muss man - je nachdem wie viel Geld man zu zählen hat und wie schnell man ist - zwischen 20-30 Minuten rechnen.
Weder die 15 Minuten VOR der Ladenöffnung noch die ca. 20-30 Minuten NACH Ladenschluss werden von Tedi bezahlt!
Wer also Morgends den Laden öffnet bzw. Abends abschliesst, arbeitet in dieser Zeit praktisch umsonst. Das "ist einfach so" und wird von der Tedi Bezirksleitung mit den Worten "Das wird überall so gehandhabt" kommentiert.

4. Kasse:
Jede Mitarbeiterin bei Tedi bedient auch mal die Kasse. Hat man Fehlbeträge, ist man nicht versichert!
Eine Kollegin hat z.B. bei einer EC-Kartenzahlung nicht aufgepasst. Der Betrag war nicht verbucht, die Kundin gegangen. Meiner Kollegin wurden die 26 Euro vom nächsten Lohn abgezogen.

Die Einnahmen werden von einer Mitarbeiterin zur Bank gebracht. Ich habe das oft gemacht und weis bis heute nicht, wie ich da versichert gewesen wären wenn ich
a) überfallen worden wäre
b) einen Unfall gehabt hätte. Denn ich fuhr mit meinem eigenen Auto zur Bank. Benzingeld oder eine sonstige Vergütung bekommt man dafür übrigends nicht.

5. Arbeit:
Bei Tedi erledigt man im Laden jede Arbeit die anfällt. Also Kunden bedienen, Warenannahme, Einräumen, Kassieren.
Eine externe Putzfirma oder Putzfrau gibt es bei Tedi nicht - die Putzarbeiten werden von den Mitarbeitern erledigt.

6. Arbeitsklima:
Hier bei Ciao habe ich oft gelesen das Arbeitdsklima wäre gut. Das liegt aber dann sicher an den einzelnen Mitarbeiter/Kollegen. Nicht am Konzern Tedi!

7. Eigenheiten:
Wer bei Tedi arbeitet bekommt viele Regeln mit die nicht immer einleuchten. So ist es zum beispiel unerwünscht, dass man Plastiktüten "extra" verkauft. Ist die Ware gekauft und bezahlt und der Kunde möchte noch eine Plastiktüte, wird das nicht gerne sehen. Den Kassenbon muss man dann auch unterschreiben und zu den Unterlagen geben. Anscheinend wird man dann irgendwann von der Bezirksleitung angesprochen, wenn man zu viele solche Bons hat. Was schlimm daran ist Plastiktüten einzeln zu verkaufen bzw. den Kunden nachkaufen zu lassen weis ich bis heute nicht. Es scheint mir auch seltsam aus so etwas einen "Staatsakt" zu machen, aber meine Kolleginen die schon länger bei Tedi arbeiteten haben jedesmal gesagt es wird bald Ärger geben, wenn ich so viele "Tütenbons" habe.

Auch Bonabbrüche und Stornos sind nicht gerne gesehen. Da man Beides ja nicht mit Absicht macht und es zu 99% an den Kunden liegt wenn ein Bonabbruch oder Storno zustande kommt, weis ich nicht was man als Mitarbeiter dagegen machen könnte. Auch hier wurde immer wieder angemerkt, dass das Ärger mit der Bezirksleitung geben könnte.

Dann gibt es noch sog. "Nachtkontrollen". Wenn man also den Laden abgesperrt und die Kassenabrechnung erledigt hat und das Ladenlokal verlässt, kann es vorkommen das unangemeldet der Bezirksleiter oder die Bezirksleiterin da steht und verlangt das man mit ihm/ihr in den Laden geht. Dort wird von der BZL dann eine Kontrolle durchgeführt (ob das Licht aus ist, die Kasse runtergefahren usw.) Das dauert ca. 15-20 Minuten. Auch diese Zeit - man muss als Mitarbeiter ja dabei bleiben - wird nicht bezahlt.

8. Aufstiegschancen:
Wie ich mitbekommen habe, sind die Aufstiegschancen in der Tedi-Hirarchie recht gut. Ich weis von Leuten die als 400 Euro Kraft anfingen und dann innerhalb 1 Jahr zum Teamleiter (=Filialleitung) befördert wurden. Und von der Teamleitung ist der Schritt zur Bezirksleitung nicht weit.
Wie dann die Bezahlung ist, weis ich nicht.

9. Kein Mitarbeiterrabatt:
Als Mitarbeiter bekommt man keine "Prozente" auf die Ware. Allerdings hat man den Vorteil das man immer gleich sieht, wenn Ware reduziert wird und da dann zugreifen kann.

Bitte bedenkt, dass es sich hier um meine eigenen Erfahrungen handelt und das ich nicht behaupte das es in jeder Tedi Filiale so ist, wie in der, in der ich gearbeitet habe.
Der Konzern hat - wie jede Firma - sowohl positive als auch negative Seiten. Jeder muss für sich herausfiltern, ob er mit den Eigenheiten der jeweiligen Firma leben kann und möchte.
Mein persönlicher Kündigungsgrund war, dass ich mich ständig über die unbezahlte Arbeitszeit geärgert habe. Ich finde es nicht richtig, dass ich meine Zeit und Arbeitskraft zur Verfügung stelle ohne dafür die entsprechende Bezahlung zu erhalten. Immer wieder mal 20 bis 30 Minuten unentgeldlich zu arbeiten scheint nicht viel - im Laufe eines oder mehrerer Jahre summiert sich das aber schon gewaltig finde ich!

Mein Bericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine eigene Meinung und meine Erfahrungen wider!

   
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