Arbeiten bei TipAuto (früher Autotip)

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... Schuld daran war einzig und allein Herr Hilmar Bauer, der uns ja von der wichtigen Arbeit, zu der wir extra zwei Stunden früher gekommen waren, für unwichtigere Arbeiten abzog. Gegen Ende vom Freitag teilte mich der Chef der Ölverkaufsabteilung zu, meine Schicht wurde erneut angepasst (9:30 ... Bericht lesen





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Meine Erfahrung bei Tipauto als "Programmierer"
Erfahrungsbericht von Freihut über Arbeiten bei TipAuto (früher Autotip)
27.11.2006


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Kollegen waren in Ordnung
Kontra: 54 Stunden Woche, Arbeitsvertrag nur über Zeitarbeitsfirma, Willkürbehandlung durch den Chef

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

[Vorgeschichte / Bewerbung / Probetag]

Am 31.10.2006 fand ich bei uns in der Zeitung eine Annonce von Tipauto, sie suchten 5 Programmierer unter anderem auch noch Fachinformatiker/IT-Systemeolektroniker/IT-Kaufmänner - IT-Leute eben. Können sollte man: HTML, PHP, C, C++ oder JavaScript. Meine Bewerbung habe ich noch am selben Tag verschickt und noch in derselben Woche (03.11.2006) einen Anruf erhalten, dass ich zum Eignungstest vorbei kommen könne. Es wurde kein Termin ausgemacht, ich könne zu den Öffnungszeiten vorbeikommen, brauchte bloß zu sagen, dass ich angerufen worden bin und zum Einstellungstest kommen sollte.
Am Montag dem 06.11.2006 war ich dort auch zum Eignungstest, abgefragt wurden die persönlichen Daten, Frage nach Krankheiten, die Raucherfrage (Raucher/Nichtraucher) und dazu kamen vier Matheaufgaben, zwei Zahlenreihen, zwei Sachaufgaben und etwa eine Handvoll allgemeiner Fragen (Einwohnerzahl von Deutschland et cetera). Im Grunde ein sehr einfacher Test, nur hatte er keine Fragen aus dem IT-Bereich.
Nach dem Test sollte ich dann noch meinen Lebenslauf im Computer schreiben, also sprich in einem Worddokument einen einfachen Lebenslauf erstellen (obwohl der bei der Bewerbung natürlich dabei war), damit man sehen konnte, "ob ich mit dem Computer klar kam".

Danach kam es zu einer Art Vorstellungsgespräch mit dem Personalverantwortlichen (zu dessen Händen ich auch die Bewerbung geschickt hatte). Er erklärte mir, dass es einen Schichtbetrieb gäbe und ich die Spätschicht (11 Uhr - 20 Uhr) bekäme. Zusätzlich sollte ich samstags arbeiten und nach zwei Monaten bekäme ich einen Ausgleichstag.
Er sagte auch, dass ich nicht bei Tipauto direkt angestellt werden würde, sondern bei einer internen Zeitarbeit.
Wenn mir das zusage, könne ich zu einem Probetag kommen, der auch mit 50€ vergütet werden würde, meinte er.
Nun gut, ich willigte ein und wir machten einen Termin für den folgenden Donnerstag aus (09.11.2006).

Für den Donnerstag hatte ich mich schon passend vorbereitet, ich hatte meine ganzen Programmsourcen dabei, um mein ganzes Können präsentieren zu können.
Aber anders als gedacht, musste ich den Tag am Empfang verbringen und Kundenkarten drucken. Das läuft in etwa so ab: Kunde kommt in den Laden und muss aufgeklärt werden, dass er ohne Kundenkarte nicht rein kommt. Entweder geht er dann oder er lässt sich eine Karte ausstellen, also muss man dann die Kundendaten in den PC eintragen, ein Foto schießen und die Karte ausdrucken. Zusätzlich sollte ich am Telefon die ankommenden Anrufe in die entsprechenden Abteilungen weiterleiten.
Meine Pausenzeit betrug übrigens 30 Minuten, der Probetag ging von 11 Uhr bis 20 Uhr.
Gegen Abend schaute der Chef (Hilmar Bauer) beim Empfang vorbei und unterhielt sich einige Minuten (nicht mehr als 2) mit mir, was ich bisher gemacht hätte und was ich an Programmiersprachen könne.

Als der Probetag nun fast rum war, kam der Personalverantwortliche (er hat nicht wirklich Verantwortung, aber da ich keine Mitarbeiternamen nennen will, ist das hier sein Alias) und erzählte mir, dass der Chef (Hilmar Bauer) einen guten, ersten Eindruck hätte und wann ich anfangen könnte.
Ich sagte natürlich gleich zu Montag (dem 13.11.2006) zu. Der Personalverantwortliche gab mir dann eine Visitenkarte der Zeitarbeitsfirma (Allbecon), wo ich beschäftigt werden sollte. Ich sollte dort anrufen und einen Termin ausmachen, wann ich den Vertrag unterschreiben konnte.

Zuhause suchte ich dann im Internet nach dieser Firma und fand einige wohlwollende Berichte.
Am nächsten Tag rief mich Allbecon schon um kurz vor 9 Uhr (bevor ich anrufen konnte) und wir vereinbarten einen Termin für denselben Tag zur Unterschrift. Von Allbecon erfuhr ich auch, dass ich für 54 Stunden die Woche von Tipauto angefordert würde, das hatte mir der Personalverantwortliche nicht gesagt. Okay, ich hätte ihn auch fragen können...
Der Vertrag war ein wirklicher Knebelvertrag, man bekommt regulär ~5,60€ die Stunde, als ITler aber noch einen Zuschlag von ~4,70€, so dass man knapp auf etwas über 10€ die Stunde kommt. An Krankheitstagen fällt der IT-Zuschlag weg und wenn man für Allbecon keine Stunden leistet (kein Kunde oder keine Arbeit), bekommt man gar kein Geld. 10 €/H sind eigentlich ein mieses Gehalt, besonders im IT-Sektor, aber... Na ja.
Ich unterschrieb.

[Tag 1]
Am Montag (dem 13.11.2006) fing ich pünktlich an und machte dasselbe, wie an meinem Probearbeitstag, außer, dass ich schon um 10:30 Uhr anfing und bis 20:15 bleiben musste. Die Pausenzeit war gleich (30 Minuten).

[Tag 2]
Auch am Dienstag war es dasselbe. Gegen Abend saß ich mit dem Chef und dem Personalveranwortlichen zusammen und der Chef fragte mich erneut, was ich früher schon so alles gemacht hätte und könne. Das war um "zu sehen, wo ich eingesetzt werden könne" und beschränkte sich ausschließlich auf meine Programmiererfahrungen und Projekte.

[Tag 3]
Mittwoch um etwa 12 Uhr wurde ich vom Empfang zum Haustechniker (oder so) versetzt, bei dem ich mitarbeiten sollte. Er baute Regale auf und sollte den Batterieverkaufsstand umsetzen. Die Regale und der Verkaufsstand sind aus demselben Material, irgendwelche Metallteile, die sich zusammensetzen lassen. Mitunter sind die ziemlich schwer, echte Knochenarbeit sieht zwar anders aus, aber leicht ist es auch nicht. Hinzu kommt, dass ich ja vorher beim Empfang war und auch entsprechend gekleidet war (Anzug). Arbeitskleidung gab's von Tipauto nicht. Jedenfalls nicht für mich.
Meine Arbeitszeit wurde dem Haustechniker angepasst (8:30 - 18:30, 30 Minuten Pause), jedoch musste ich an diesem Tag noch bis 20:15 Uhr bleiben.
Nachdem der Kollege dann in den Feierabend ging, kam der Chef erneut zu mir und wollte den Batteriestand, den wir gerade halbfertig aufgebaut hatten, anders haben. Ich hab dann alleine umgebaut.

[Tag 4]
Am Donnerstag wurde die Arbeit fortgesetzt, jedoch bin ich schlauerweise nicht mehr im Anzug erschienen. Ich hatte am diesen Tag früher aufstehen müssen und nicht mehr ganz so viel Schlaf (5h) abgekriegt, wie am Vortag, doch da wir am Freitag die Kasse+PC vom alten Batterieverkaufsstand zum neuen umziehen wollten/mussten, wollte der Kollege Haustechniker zwei Stunden früher anfangen, damit wir alles schafften.
Obwohl er es auch alleine hätte schaffen können, wollte der Chef, dass ich dabei war.

[Tag 5]
Also war ich am Freitag um 6:30 da (Schlaf: 4h) und wir bauten bis um 9 Uhr fleißig um (um 11 Uhr war Deathline, bis dahin sollte der Batterieverkaufsstand wieder funktionieren). Jedoch kam der Chef eben um 9 Uhr an und beauftragte den Kollegen Haustechniker mit irgendeiner anderen Aufgabe und mich mit dem Transportieren von Motoröl auf Paletten (mit Hubwagen) von der Warenannahme bis zum Ölverkaufsbereich (einfache Strecke etwa 250 Meter). Damit war ich auch bis zum Ende des Tages beschäftigt, der Kollege schaffte es unter Hochdruck gerade noch so, die Kassen + Computer anzuschließen, jedoch erst um 12 Uhr, die Batterieabteilung konnte bis weit nach 13 Uhr nicht arbeiten und ein Teil der wichtigen Unterlagen kamen durcheinander. Schuld daran war einzig und allein Herr Hilmar Bauer, der uns ja von der wichtigen Arbeit, zu der wir extra zwei Stunden früher gekommen waren, für unwichtigere Arbeiten abzog.

Gegen Ende vom Freitag teilte mich der Chef der Ölverkaufsabteilung zu, meine Schicht wurde erneut angepasst (9:30 - 19:30).

[Tag 6]
Als ich am Samstag jedoch bei Tipauto um 9:15 auftauchte, war mein ehemaliger Kollege Haustechniker verwundert, warum ich so spät erschien. Der Personalverantwortliche hatte auch schon versucht, bei mir zuhause anzurufen, weil sie geglaubt hatten, dass ich nicht mehr kommen würde.
Dass der Chef mich in eine andere Abteilung versetzt und meine Zeiten geändert hatte, war nicht bis zu den Beiden durchgedrungen.
Nach kurzer Verwirrung versetzte mich der Chef wieder zum Kollegen Haustechniker und es hieß erneut Regale aufbauen/umbauen und die Bauteile für die Regale zu sortieren.
Zum Glück hatte der Kollege Samstags nur 7 Stunden Dienst, so dass meine Schicht nur bis 16:30 Uhr ging.

[Tag 7]
Am Montag (20.11.2006) war meine glorreiche Aufgabe, das Lagerregal zu sortieren, Bauteile für Regale zu sortieren und letzte Reste der Batterieabteilung umzuziehen.
Ich beendete den Tag mit dem Sortieren der Regalbauteile.

[Tag 8]
Am Dienstagmorgen (21.11.2006) fuhr ich mit der letzten Arbeit des Vortages fort.
Gegen 9:35 Uhr erschien der Chef (Hilmar Bauer) bei mir und fragte mich, was ich da tat. Ich war doch der Batterieabteilung unterstellt worden. Das erfuhr ich natürlich erst zu diesem Zeitpunkt und durch seinen 'Vorwurf', ansonsten hätte ich wohl kaum eigenmächtig irgendeine Arbeit angefangen, denn eigenständiges Handeln gefiel Herrn Bauer überhaupt nicht.
In der Batterieabteilung wurde ich angewiesen, die Bauteile für die Regale wegzubringen (einige davon lagen immer noch hinter der neuen Abteilung rum).
Also hab ich die Bauteile in das Regalbauteillager einsortiert und war damit wieder bei der Arbeit vom Ende des Vortages und vom Morgen. Also einmal im Kreis gedreht...
Zehn Minuten später fuhr mich der Chef an, warum ich die Teile (ins Lager) einsortieren würde. Ich sei ja kein Lagerarbeiter. Ich sollte sie gefälligst neben die Batterieabteilung legen. Es sind etwa 15 Meter vom Ort hinter der Batterieabteilung bis zum Ort neben der Batterieabteilung und weitere 15 Meter bis zum Lager! Aber okay, er ist schließlich der Chef.
Und ich kein Lagerarbeiter. Nur Programmierer.
Weitere zehn Minuten später (ich war natürlich noch nicht fertig) kam der Chef erneut an und teilte mir eine andere Aufgabe zu:
Ich sollte in der Autozubehörabteilung ein Schild anbringen - Mit Angelsehne an der Decke, damit das Schild 2 Meter über dem Boden hing. Die Decke war etwa 3,30 Meter hoch.
Aufgrund meiner wirklich schlimmen Höhenangst ist es mir nicht möglich, höher als bis zur 4. Stufe einer Leiter zu kraxeln. Das wäre etwa anderthalb Meter.
Also bat ich einen Kollegen, die Sehne an der Decke zu befestigen und ich versuchte das Schild dann in der zwei Meter Höhe anzubringen. Irgendwie schaffte ich es auch (ich bewegte mich an der Grenze meiner Fähigkeiten, wegen der Höhenangst). Das Schild war aber immer noch zu tief, also fragte ich den Kollegen erneut um Hilfe.
Als wir fast fertig waren, kam der Chef zu uns und fragte, warum ich nicht auf der Leiter sei.
Es gibt ein paar Höhenproblemchen, untertrieb der Kollege freundlicherweise.
Ich sagte zum Chef, dass ich starke Höhenangst hätte.
Er sagte "oh" und verschwand ganz jäh.
Eine Minute später erschien ein Mitarbeiter, den ich nur vom Sehen her kannte und mit dem ich nichts zu tun hatte.
Er bat mich, mal mit ihm 'mitzukommen' und sagte mir dann, dass Herr Bauer entschieden hätte, dass ich nicht zum Team passen würde. Ich solle meine Sachen packen und den Laden verlassen. Augenblicklich.
Er geleitete mich noch durch den Laden, damit ich meine Sachen holen konnte und brachte mich dann zur Tür. Dort erteilte er mir Hausverbot und Anrufverbot.

Auf die Frage, was ich falsch gemacht hätte, sagte er nur: "Ich weiß es nicht, wir haben eine ziemlich hohe Mitarbeiterfrequenz." Dazu gab es ein hilfloses Schulterzucken.

Damit endete meine kurze Zeit bei Tipauto, aber meine Erfahrungen sollen nicht ganz umsonst gewesen sein und anderen helfen, die sich auch dort bewerben möchten.
Von all den Schikanen steht in der Zeitungsausschreibung nichts drin und auch von Zeitarbeit schreiben sie nicht immer etwas. Von 54 Stunden pro Woche ganz zu schweigen.
Über Google gibt's noch ein bisschen mehr über Tipauto zu erfahren, auch über die Willkür von Hilmar Bauer. Bei diesem Chef kann man wirklich jederzeit mit einem Rauswurf rechnen.   

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