Arbeiten bei ZF Friedrichshafen

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... Arbeiten oder JOBBEN, wie man heute so schön sagt, darf jeder der im Besitz einer Lohnsteuerkarte ist und das 18. Lebensjahr überschritten hat. Die Dauer wird meistens sofort festgelegt, bei Bedarf kann man aber auch z.B. eine Woche dranhängen. Mein Meister war zufrieden mit mir und hat ... Bericht lesen





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Ferienjob bei ZF - ideal für Studenten
Erfahrungsbericht von RonnyHasiBaby1983 über Arbeiten bei ZF Friedrichshafen
31.07.2003


Produktbewertung des Autors:   


Pro: gute Atmosphäre, toller Verdienst, großes multinationales Unternehmen, renomiert,
Kontra: monotone Arbeitsschritte .  .  .

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo zusammen und Grüße von Friedrichshafen am Bodensee, der aufblühenden Industriestadt am größten Binnensee Deutschlands. Ich möchte heute einmal von einer der zahlreichen multinationalen Unternehmen berichten, die hier schon seit langer Zeit ansässig sind und in einem dieser Unternehmen habe ich dieses Jahr einen Ferienjob ausüben dürfen...

Fangen wir aber ganz von vorne an, die Bewerbung. An der Pforte der vielen Werke (1-9), welche in der gesamten Stadt breit verteilt sind können Bewerbungsbögen für Ferienjobber verlangt werden. Diese sollten immer rechtzeitig, also ca. 3-4 Monate vor gewünschtem Arbeitsbeginn ausgefüllt entweder wieder an der Pforte abgegeben werden oder direkt an die ZF zugeschickt werden. Ihr müsst unbedingt ein Passfoto beilegen und ansonsten die üblichen Fragen beantworten, sprich Angaben zu Euch und Eurem Umfeld, lückenloser Lebenslauf, besondere Fähigkeiten und als ganz wichtiger Punkt: Ihr solltet Euch überlegen wie belastbar ihr seid, denn ihr müsst auch angeben, ob ihr lieber im Stehen oder im Sitzen arbeitet, ob ihr Schichten wollt (also Früh,- Spät,- oder Nachtschicht)...und wer hier z.B. überall nein ankreuzt bei dem stehen die Chancen, dass er genommen wird natürlich nicht so gut, von dem her überlegt Euch sehr gut, was ihr hier ankreuzt.

Dann kommen wir mal zu einem Punkt, den die ZF-Angehörigen wahrscheinlich nicht so gerne hören mögen, aber es hat sich nach langer Zeit eingeschlichen, dass Betriebsangehörige weit aus viel größere Chancen haben einen Job zu bekommen als das normale Volk. Dies mag in einigen Fällen zutreffen ist jedoch nicht die Regelmäßigkeit, denn so würde man ja jungen, engagierten und ambitionierten Leuten die Zukunft verbauen, und ZF's Firmenspruch lautet ja: Wir schaffen Zukunft! Wer also Firmenangehörige in der Firma hat, der sollte darauf auch unbedingt hinweisen mit Verwandtschaftsgrad, denn derjenige/diejenige hat erheblich größere Chancen. Ebenso haben die Leute größere Chancen wieder in der ZF zu arbeiten, die schon einmal in der Firma waren bzw. einen Ferienjob im vergangenen Jahr schon einmal ausgeübt haben.

Nun aber zur Arbeit. Mich hat man angerufen ca. 2 Wochen vor Beginn und ich war überglücklich, sollte es doch das erste Mal sein. Ich musste 2 Tage vor Arbeitsantritt in das Verwaltungsgebäude kommen um meine Unterlagen abzugeben, Sozialversicherungsausweis(Kopie), Krankenkassenbestätigung/Nachweis, Kontoverbindung und erhielt allgemeinen Hilfsinformationen als Gegenleistung quasi zum Durchlesen.

Dann war es soweit, mein erster Tag. Um 8:00 Uhr ging es los, oder sagen wir besser, sollte es losgehen, denn wir durften allesamt (alle Neulinge) erst einmal 2 1/2 Stunden warten bis wir uns beim zuständigen Meister melden konnten, da Betriebsversammlung war. Dann war es aber soweit, mein Meister stellte sich vor und zeigte mir dann auch grob die Halle, die einzelnen Arbeitsschritte, gab mir meinen Firmenausweis, mit dem ich in die Firma hereinkam, durch die unzähligen Eingänge und mit dem ich mich beim KOMMEN und GEHEN stempeln musste. Er gab mir meinen Spintschlüssel und dann führte er mich zu meinem Arbeitsplatz, wo noch ein Ferienjobber fleißig war. Dieser lernte mich auch ein und ich merkte sofort, dass diese Arbeit nicht gerade meinen geistigen Horizont beanspruchen würde.

Die ZF stellt hauptsächlich Getriebe weltweit für gängige Autotypen her, in der Halle, in der ich gearbeitet habe wurden vorläufig Getriebe für Marken wie Iveco, DAF Truck oder Renault hergestellt. Es leuchteten zwei verschieden Farben auf Grün und Rot, folglich gab es auch zwei Bänder. Meine Aufgabe bestand lediglich darin die Wägen mit den geforderten Material zu füllen und zur Montage zu schicken, mittels eines vollautomatischen, firmeneigenskreierten Wagen - klingt eigentlich einfach, aber als ich dann mal dran war, merkte ich auch, dass man ganz schön in Stress kommen konnte, denn die Wagen wurden je nach "Takt" (dieser richtet sich immer nach zu produzierender Tagesstückzahl) schnell wieder zu mir, zur Vormontage zurückbefördert und ich musste sie wieder beladen.

Aber bereits nach zwei Tagen hatte ich mein Tempo raus und alles schien zu laufen. Doch dann gab es hin und wieder kleine Problemchen. Mal gingen die Lichter nicht richtig, mal gab es keine Teile und die Montage musste warten...usw. Aber im Großen und Ganzen waren alle nach den 4 Wochen zufrieden mit mir und ich war auch zifrieden als die Arbeitszeit rum war, denn man muss sich erst einmal ans Schichten gewöhnen. Die Schichtzeiten gingen so: Frühschicht ist von 5:00 Uhr morgens bis 12:45 Uhr, Spätschicht von 13:00 Uhr bis 20:30 Uhr und Nachtschicht von 21:00 Uhr bis 3:30 Uhr. Man hat jeweils 1 Stunde Pause, gestaffelt in meistens 3 x 20 min. Pausen und dann stehen einem jeweils 20 Minuten zur freien Verfügung zu. Während dieser Zeit kann man auf's Klo gehen z.B., muss dann allerdings einen sog. Springer rufen, der nur dafür da ist, wenn man klingelt und die oben angesprochene Zeit in Anspruch nimmt.

Man bekommt einen Pauschallohn und muss Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag zahlen, welchen man jedoch beim Lohnsteuerjahresausgleich zurückfordern kann. Gezahlt wird pünktlich per Überweisung auf das Konto in zwei Staffeln. Bei der ersten Überweisung kommt das im Arbeitsvertrag vereinbarte Grundgehalt und im nächsten Monat folgen die Schichtzuschläge bzw. etwaige Überstunden.

Arbeiten oder JOBBEN, wie man heute so schön sagt, darf jeder der im Besitz einer Lohnsteuerkarte ist und das 18. Lebensjahr überschritten hat. Die Dauer wird meistens sofort festgelegt, bei Bedarf kann man aber auch z.B. eine Woche dranhängen. Mein Meister war zufrieden mit mir und hat gemeint, dass ich für nächstes Jahr ihn einfach rechtzeitig anrufen solle und er mich dann vormerken würde. Na dann, werde ich seinem Rat folgen und dies auch machen...schließlich freue ich mich schon drauf auch im nächsten Jahr wieder "so leicht Geld dazuverdienen zu können".

Man darf nicht wirklich nachdenken, was für eine Arbeit man macht. Ich habe mich auch viel mit fest Angestellten unterhalten, die gemeint haben, seh zu, dass du was Vernünftiges studierst, denn all die, die hier in deinem Alter anfangen, sind die großen LOOSER von morgen...Sie müssen 30-35 Jahre Tag ein Tag aus exakt die selben Arbeitsschritte machen, die drehen irgendwann mal durch und wenn sie dann noch ne Familie haben, Gnade Gott...Also, lohnt es sich doch auch wieder einmal so eine Erfahrung gemacht zu haben und ich werde studieren gehen...!!!

Tschüss, ach ja, unter www.zf-group.com bekommt ihr Auskunft über das Unternehmen.

Grüße vom Bodensee sendet Euch allen, Ronny.

Friedrichshafen, den 31.07.2003   

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