Ein attraktiver Arbeitgeber

4  23.05.2002

Pro:
gute Bezahlung, international aufgestellt, gute Fort - und Weiterbildung

Kontra:
viele Hierarchiestufen, Beamtenladen

Empfehlenswert: Ja 

jojoclemm

Über sich:

Mitglied seit:14.05.2002

Erfahrungsberichte:29

Vertrauende:2

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 22 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo,

ich möchte Euch heute einen der größten Arbeitgeber in Deutschland vorstellen. Ich selber habe in dem Stammwerk in Ludwigshafen eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht und war dann 7 Jahre Freier Mitarbeiter.

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Firmenporträt

Die BASF ist ein internationales Unternehmen der chemischen Industrie, das prinzipiell folgende Geschäftsbereiche abdeckt: Chemikalien, Kunststoffe, Farbstoffe und Pigmente, Dispersionen, Fahrzeug- und Industrielacke, Pflanzenschutzmittel, Feinchemikalien sowie Erdöl und Erdgas.
Die Firma kennt man kaum, da sie wenig Endprodukte herstellt. Bekannt war BASF vor ca. 20 Jahren, als sie begannen Audiokasetten in großem Maße zu produzieren, d.h. Kassetten für Video und Hifi. Eines der letzten typischen Endverbraucherprodukte ist das Kühlerfrostschutzmittel Glysantin, das die Autofahrer von Euch sicherlich kennen: grün und schützt den Kühler im Winter. Man glaubt kaum, daß die BASF weltweit ca. 90.000 Mitarbeiter hat, wovon ca. die Hälfte noch in Deutschland arbeiten. Große Werke gibt es außerdem Stammwerk Ludwigshafen noch in USA,China,Belgien und Brasilien.Heute ist das BASF-Werk Ludwigshafen der größte zusammenhängende Chemiekomplex der Welt. Alle 350 Betriebe sind mindestens über ein Produkt oder eine Prozessstufe mit anderen Betrieben verbunden. Diese Verbundstrategie kennzeichnet den gesamten Konzern.

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Ausbildung

Genau in diesem Stammwerk in Ludwigshafen habe ich 1993 angefangen zu arbeiten. Als AZUBI (Industriekaufmann) lente ich ein Unternehmen kennen, das eine eigene Stadt darstellt. Über 50.000 Mitarbeiter in einem riesigen Areal mit eigenen Buslinien und Verkaufshops.
Ich durchlief insgesamt 5 Abteilungen, in denen ich jeweils zwischen 6 und 10 Wochen einen Einblick in das Tagesgeschäft gewinnen sollte:

- Einkauf
Ich war zuständig für den Einkauf von Büromaterialien,d.h. Briefumschläge, Prospekte, usw.
Ihr lacht jetzt sicherlich, aber da die Leute in der Abteilung witzig waren, hat mir das ne Menge Spaß gemacht.

- Logistik
Abwicklung von Aufträgen nach Saudi-Arabien und Jemen. Hier mußte ich mich um die Dokumente kümmern, die man für den Export braucht.

- Marketing
Hier durfte ich mich um die Marketingaktivitäten von Polystyrol und anderen tollen Kunststoffen kümmern, da ich mitten in der Rezession da war, nichts spannendes

- Vertrieb
Da habe ich Benzinadditive an die großen Mineralölfirmen vercheckt. Sowas ist schon witzig, man lernt andere Unternehmen kennen

- Strategische Planung
Sehr spannend, Fragestellungen betrafen die Absatzmärkte in 10 Jahren, wie sieht die Firma in 20 Jahren aus

Die Abteilungsphasen wurden durch Schulblöcke unterbrochen (Duales System), d.h. nach 6-10 Wochen Betrieb geht’s ab auf die Wirtschaftsschule. Theorie wird vermittelt: BWL,VWL,Buchführung,EDV, Mathe, Englisch, Sozialkunde und Industriebetriebslehre (war das anspruchsvollste Fach). Wer direkt nach dem Abi in die Berufsschule kommt, sollte gar keine Probleme dort bekommen. Neu sind so Sachen wie Buchführung und Schreiben eines Geschäftsbriefes.
Ich fands in der Penne recht locker und habe mich wohl gefühlt.

Zum Gehalt: Ich weiß leider nicht mehr genau wieviel Kohle es gab, schätzungsweise 1300 DM im ersten Lehrjahr und dann knapp 150 DM mehr.
Nähere Ausführungen gibt’s auf der Homepage der BASF und der IHK Pfalz

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Die BASF als genereller Arbeitgeber

Die Unternehmensgröße ist sicherlich auch ein Nachteil, da der Bürokratismus überproportional wächst. Als Arbeitnehmer, der nicht im TOP-Management arbeitet, ist man auf mehrere Vorgesetzte angewiesen, d.h. es gibt eine Menge an Hierarchiestufen, die es einzuhalten gilt. Dadurch erhält man selber das Gefühl, nicht der kompetenteste zu sein bzw. ärgert sich über ständiges "Absegnen lassen" eigener Entscheidungen.
Im Gegenzug hat man natürlich Möglichkeiten ins Ausland zu kommen oder relative einfach den Arbeitsplatz zu wechseln, ohne die Stadt und damit den Freundeskreis verlassen zu müssen. In andere Firmen, insbesondere Tochterunternehmen, kommt man zudem auch einfacher rein.

Die Weiterbildungsmöglichkeiten sind enorm, BASF hat diverse, eigene Schulungszentren, bei denen das gesamte Spektrum an Fortbildungsmaßnahmen angeboten wird.

Meine Erfahrungen waren, daß sich insbesondere Fremdsprachenkenntnisse positiv auf den Werdegang ausgewirkt haben.

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FAZIT:
Ich würde wieder die Ausbildung bei der BASF anfangen. Sie hat mir einen sehr guten Eindruck ins Arbeitsleben vermittelt, ich konnte mir endlich was hinter den Schlagwörtern der Abteilung (z.B. Marketing) vorstellen. BASF ist ein attraktiver Arbeitgeber. Wenn man sich selber aber als karrieregeil einschätzt ist man hier am falschen Ort. Eine Stufe in der Hierarchie hoch zu fallen geht meist nur über den Faktor Zeit
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
OlliGeissen

OlliGeissen

07.08.2002 12:20

BASF haben wir hier auch.

00Wotan

00Wotan

23.05.2002 13:41

Mal sehen, vielleicht interessant, wenn ich in ein paar Jahren mit meinem Chemiestudium fertig bin... Gruß 00Wotan

schorschl

schorschl

23.05.2002 12:01

gelungener Bericht zur 'onnilin'. Die BASF ist allerdings aufgrund der gewachsenen Strukturen manchmal mit einer Bank zu vergleichen. Hier und da auch ein wenig unflexibel. Weiter hat sich die Mitarbeiterorientierung in den letzten 10 Jahren deutlich verschlechtert, so werden z.B. Fortbildungslehrgänge, welche durch die BASF gesponsert wurden, heute nur durch Eigeninitiative und eigenes Tragen der Kosten besucht. Grüße aus Edigheim, Michael

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