Harter, aber lohnenswerter Weg

4  31.05.2010

Pro:
Angestelltenverhältnis mit guten Arbeitgeberleistungen

Kontra:
Man muss sich ein gutes Gehalt hart erarbeiten

Empfehlenswert: Ja 

topsysdad

Über sich:

Mitglied seit:27.05.2010

Erfahrungsberichte:1

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 19 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

* Einstellung:

Ich wurde vor nunmehr 8 Jahren als sogeannter Quereinsteiger eingestellt, ohne Vorerfahrungen im Bereich "Versicherungen",allerdings mit kaufmännischen Kenntnissen. Zunächst genoss ich einen sogenannten "Schnuppertag". Diesen Tag verbrachte ich mit einem erfahrenen Mitarbeiter und diente dazu, mir ein Bild von der Arbeitsweise im Aussendienst machen zu können. Gleichsam empfahl dieser Mitarbeiter meine Einstellung.

* 1. Arbeitsjahr: Probejahr

Klar war von Beginn an, dass es sich hierbei um ein gestaffeltes Probejahr handeln würde, in der ich im Prinzip meine Tauglichkeit für den Job nachweisen musste. Die ersten 3 Monate bestanden hauptsächlich aus Sachschulungen, um sich mit den fachlichen Grundsätzen und den entsprechenden Produkten vertraut zu machen. In dieser Zeit stand mir ein sogenannter "Pate" zur Seite, der mit mir Termine vereinbaren und gestalten sollte. Learning-by-doing ergänzte somit die Schulungsgrundlagen.
Diese Zeit war sicherlich nicht einfach. Die Ziele definierten sich durch eine gewisse Antragsanzahl, die zunächst für die ersten drei Monate, dann fürs Halbjahr und schliesslich fürs Restjahr zu erreichen waren.
In dieser Zeit erhielt ich einen kommissarischen Kundenstamm mit Kunden, die entweder schon recht ausgelutscht schienen oder mit unbedeutenden Mini-Tarifen ausgestattet waren.
Hier hieß es, sich durchzubeissen und die Ziele im Auge zu behalten, was letztlich dann auch funktioniert hat. Nach 4 Monaten nahm ich dann bereits die ersten Termine ohne den Paten war, der sich in der Folge immer mehr in den Hintergrund begab.
In diesem Jahr erhielt ich ein Festgehalt von ca. 2100 Euro brutto. Am Ende des Jahres erhielt ich dann einen unbefristeten Festvertrag und die Überschussprovisionen (die das Festgehalt überstiegen) wurden mir gleichfalls ausgezahlt.

* Arbeiten im Angestelltenverhältnis

Mit der Festeinstellung bekam ich einen festen Kundenkreis, den sogenannten Bezirk. Die Abgrenzung erfolgt hierbei nicht regional sondern nach Arbeitgebern. Man betreut in der Regel eine Behörde des öffentlichen Dienstes bzw. deren Mitarbeiter.

* Gehalt

Man erhält ein Grundgehalt von ca. 2.100 Euro brutto, dazu 40 Euro VL und den Arbeitgeberanteil an einer Pensionskasse (2/3).
Das zu erbringende Mindestgehalt über Provisionen liegt bei ca.1450 Euro, der Rest sind feste Gehaltsbestandteile.
Erreicht man das Mindestgehalt nicht in einem Monat, nimmt man das Manko mit in den Folgemonat.
Es werden 14 Gehälter gezahlt.
Darüber hinaus gibt es diverse Wettbewerbe, Quartals- und Jahresprämien je nach Erreichen von Sonderzielen.
Für Krankheits- und Urlaubstage erhält man eine Ausgleichszahlung nach dem Durchschnittsverdienst.
Da es sich um ein Angestelltenverhältnis handelt, beteilt sich die Debeka hälftig an den Sozialversicherungen, was natürlich ein enormer Vorteil im Vergleich zu den selbständig tätigen Kollegen ist.

Diese "sozialen" Nebengeräusche lassen die geringeren Provisionssätze verschmerzen.

Laptop/ Drucker werden von der Firma gestellt.
Werbekataloge u.ä. müssen in Eigenregie geordert und bezahlt werden.
Die Fahrkosten trägt man (abgesehen von einer Reisekostenpauschale) selber, man kann sich aber einen Großteil über die Einkommenssteuer zurückholen.

Zur Einschätzung der Provisionswerte: Mit einer Krankenvollversicherung und 2 "normalen" Altersvorsorgen ist das monatliche Mindesteinkommen längstens erreicht.
Mit entsprechendem Einsatz kann man gutes Geld verdienen.


* Arbeitsumfeld/ Arbeitsklima

Hier habe ich wohl mit der Wahl meiner Geschäftsstelle großes Glück gehabt, ließ man mich von Anfang weitestgehend selbständig "in Ruhe" arbeiten. Sicherlich ist mir zu Ohren gekommen, daß dies in anderen Geschäftsstellen durchaus anders aussehen kann. Klar ist: Ein dickes Fell schadet nie.
Sehr wohl hatte ich in diesen Jahren auch "Kriesengespräche" als es mal nicht so gut lief, letztlich ist man halt selber dafür verantwortlich, sich aus solchen Situation durch höheren Arbeitseinsatz herauszuziehen.
Der Ton im Verhältnis zur Führungsebene ist sicherlich etwas rauer, damit muss man leben können.
Dafür ist das Kollegenverhältnis unter den Aussendienstlern hervorragend, man unternimmt auch gerne privates miteinander.

* Verkauf/ Produkte

Die Debeka-Produkte, gerade in den höher provisionierten Sparten Krankenversicherung bzw. Altersvorsorge geniessen höchste Anerkennung und werden oft hervorragend geratet. Die Produkte sind somit sehr gut "verkaufbar". Die Kunden sind treu und zumeist in gehobenen Verhältnissen anzusiedeln. Die Stornoquote ist äußerst gering. Das Image der Gesellschaft ist konservativ aber (oder deshalb) enorm zuverlässig.

* Schulungen/ Informationen

Turnusmäßig finden Besprechungen statt, um Statistiken bzw. relevante Themen zu erörtern. Nach Bedarf gibt es Sonderschulungen, beispielsweise nach Gesetzesänderungen, Produktneuerungen etc.

Zur Verfügung steht einem über ein internes Datensystem ein Nachrichtendienst, der über Markt- oder Produktneuerungen informiert und zudem tatsächlich alle Informationen der Debeka-Versicherungsprodukte beinhaltet.

* Aufstiegschancen

Diese sind durchaus gegeben, in erster Linie natürlich durch Leistung, leider aber auch durch ein besonders gutes Verhältnis zur Führungsebene. Speichellecker habens eben (fast) überall leichter und machen den schnelleren Karriereweg.


* FAZIT: Ein Job bei der Debeka ist nichts für jedermann, eine gewisse "Schmerzfreiheit" ist sehr hilfreich. Ein wenig Glück mit der Konstellation seiner Vorgesetzen bzw. seiner Geschäftsstelle sollte auch nicht fehlen, aber ich denke, dass das bei jedem Job so ist. Wenn man sich nicht so schnell verrückt machen läßt, kann man sehr alt werden bei der Debeka. Dann tut einem wohl kaum noch etwas weh, denn bezüglich Altersvorsoge wird man auch intern von der Gesellschaft "gepampert".

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
topsysdad

topsysdad

03.06.2010 13:48

In etwa sieht die Rechung so aus Feste Gehaltsbestandteile: Grundgehalt, Sozialzulage, Steigerungsbetrag, Reisekostenpauschale,VL, Zusatzversorgung ergeben in Summe ca. 600 Euro Hierzu kommen Provisionen und Prämien. Erreichen diese nicht den Wert des Minesteinkommens von ca. 1500 Euro, wird das Mindesteinkommen angesetzt, was dann zum Gesamtbrutto von ca. 2100 Euro führt. Das Manko (erreichte Provisionen u. Prämien + ggfs. Ausgleichszahlungen) zum Mindesteinkommen transportiert sich in die Abrechnung des nächsten Monats als "Minusprovision". Möchte ich also mehr als das Mindesteinkommen verdienen, muss ich in einem Monat mindestens 1500 Euro erarbeiten plus ggfs. die Höhe des Mankos aus dem Vormonat.

Magistix

Magistix

01.06.2010 11:59

Ich verstehe die Zahlungs-Darstellung nicht. Was bedeutet "Man erhält ein Grundgehalt von ca. 2.100 Euro brutto, dazu 40 Euro VL und den Arbeitgeberanteil an einer Pensionskasse (2/3). Das zu erbringende Mindestgehalt über Provisionen liegt bei ca.1450 Euro, der Rest sind feste Gehaltsbestandteile." in der Praxis?

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