Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
gute Bezahlung als Ferienjobber, an der frischen Luft |
| Kontra: |
Knochenarbeit, viele extra Tätigkeiten |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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In diesem Erfahrungsbericht möchte ich meine Erfahrung als Mitarbeiter bei der Deutschen Post AG mitteilen. Ich arbeitete dort vom 01.08.07 - 22.09.07 als Briefzusteller in den Ferien zur Urlaubsvertretung.
Die bisher geschriebenen Kommentare sind teilweise sehr alt und es hat sich bestimmt etwas geändert.
1.) Wie kam ich an den Job?
Es gab eine Anzeige bei der Arbeitsagentur das in den Sommerferien Briefzusteller gesucht würden. Nach einem kurzen Anruf und Vorstellung am nächsten Tag war ich eingestellt und konnte bereits zwei Tage später anfangen. Alles lief sehr schnell und problemlos ab, es schien als würden sie jeden nehmen der sich schnell meldet.
2.) Was kann man als Ferienaushilfe verdienen?
Der Stundenlohn beträgt 10,14€. Ich wurde Vollzeit auf Stundenbasis eingestellt und es wurden auch Überstunden bezahlt. Diese sollten sich natürlich im Rahmen halten, aber wenn man mal eine Stunde länger braucht sagt niemand was. Zudem wurden 2,5 Arbeitstage Urlaubsgeld bezahlt, weil man als Ferienaushilfe keinen Urlaubsanspruch hat, desweiteren kleine Zulagen für Samstagsarbeit und "Postwurf - Spezial", sowie den IKEA - Katalog, darauf werde ich später näher eingehen.
Da die Post eine 6-Tage-Woche hat, bekommt jeder Zusteller einen Tag die Woche frei, dieser ist nicht frei wählbar und wechselt sich immer ab. Wer letzte Woche montags frei hatte, hat die Woche darauf dienstags und dann mittwochs frei usw. Dies ist eine faire Lösung da das Postaufkommen unterschiedlich ist.
3.) Die Einführung
Alles beginnt mit einer Einführungswoche. Man läuft eine Woche mit dem Stammzusteller, dessen Bezirk man dann ein paar Wochen übernimmt, mit und lernt dort hoffentlich alles was wichtig ist, den nach dieser Woche ist man auf sich allein gestellt und für alles selbst verantwortlich. Hier ist entscheidend einen netten Kollegen zu haben der einem alles gut erklärt. Man kann auch nachher die Kollegen noch etwas Fragen, doch sind diese auch sehr beschäftigt, man sollte es also nach dieser Woche drauf haben. Das ist auch gut möglich, den allzu anspruchsvoll ist die Arbeit nicht.
4.) Der klassische Tagesablauf
4.1) Im Postamt
Je nach Wochentag (Anfang der Woche später) beginnt man zwischen 5:30 und 6:30 seinen Arbeitstag mit dem Vorsortieren der Post. Jeder Bezirk hat für jedes Haus,einmal für die Großpost (Kataloge, DIN A4 Briefe etc.) und einmal für die Feinpost (normale Briefe), ein eigenes Fach. Diese Fächer sind genau so angelegt wie man den Weg nachher läuft. Also nicht die Straße von 1-86 genau durchnummeriert, sondern mal Nr. 36, dann Nr.41, dann ein paar Häuser von einer Nebenstraße usw. Dies ist unbedingt notwendig da es die Arbeit sehr erleichtert. Die Großpost wird von Kollegen per Hand sortiert und in Kisten gelegt, diese Kisten muss man immer wieder selber leeren und dann die Post in die Fächer "stecken".
Die Feinpost wurde bereits maschinell vorsortiert, so dass das "stecken" der Feinpost nicht viel länger als 45 min. dauert. Auch das muss gemacht werden, weil die Maschine nicht perfekt arbeitet und es immer wieder falsche Briefe gibt und Hausnummern Mit a, b oder c häufig durcheinander sind, dies würde beim verteilen zu sehr aufhalten.
Hat man alle Post "gesteckt", dann scannt man noch die Einschreiben etc. Mittlerweile dürfte es zwischen 8:00 - 9:00 Uhr sein. Dann geht es daran Säcke für die Ablagenfahrer zu machen, die die Post zu bestimmten Punkten (meist Firmen) fahren. Den es passt äußerst selten alle Post in einen Wagen. Hier ist Konzentration gefragt das man die Post nicht falsch aus den Fächern zieht, die Säcke mit der richtigen Ablage beschriftet etc. Hier würde sich jeder Fehler fatal auswirken. Auch ist man hier unter Umständen unter Zeitdruck, wenn der Fahrer kommt sollte man fertig sein, den er kann und will nicht warten, weil die schnelleren Kollegen sonst auf ihre Post warten müssten. Hat man die Säcke gemacht befüllt man noch seinen Wagen und geht los.
4.2) Das zustellen
Hier gibt es nicht viel zusagen. Man läuft seinen Bezirk ab, verteilt die Post und fertig. Je nach Wetter macht das unterschiedlich Spaß :) Je nach Postaufkommen kehrt man zwischen 12 - 16 Uhr zum Zustellstützpunkt zurück.
5.) Was sonst noch dazu gehört
Bis hierhin hört sich mein Bericht hoffentlich so an das die Arbeit in Ordnung ist und teiweise Spaß macht. Leider wird die Arbeit zusätzlich erschwert, würde sich der Job auf das Briefe zustellen beschränken wäre es kein Problem. Leider muss man fast täglich Werbeprospekte mitverteilen. Die Deutsche Post hält bis zu drei!! Prospekte zusätzlich für akzeptabel. Zum Glück kam ich nie in den Genuss, aber auch schon zwei Prospekte halten unglaublich auf. In Stuttgart wird jetzt "Einkauf Aktuell" eingeführt. Der ein oder andere wird es bereits kennen, den in bsp. in Hamburg oder Berlin gibt es das schon. Das ist ein Prospektbund der Deutschen Post mit kostenloser Fernsehzeitschrift. Kollegen die dies verteilen mussten haben einen Berg von diesem Zeug, zusätzlich zur normalen Post.
Im Augst stand auch die Verteilung der IKEA Kataloge an, diese wurden zwar mit 10 Cent pro Stück extra vergütet, machten aber einen erheblichen Mehraufwand.
Im Zuge des fallenen Briefmonopols wird sich das noch verstärken, die Post versucht durch solche Zusatzarbeiten für die Zusteller ihre fallenden Einnahmen aus dem Briefsektor zu kompensieren, somit ist zu rechnen das die Arbeit in den kommenden Jahren noch zunehmen wird.
5.) Fazit:
Als junger Ferienjobber ist die Tätigkeit über 8 Wochen gut auszuführen, zumal die Bezahlung mehr als in Ordnung ist, Dauerhaft würde ich diese Tätigkeit nicht machen wollen, weil es wirklich Knochenarbeit ist!
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