Nach vierzig Jahren Öffentlicher Dienst

1  30.04.2008

Pro:
Die Erinnerung

Kontra:
Der Abschied

Empfehlenswert: Ja 

jr4478

Über sich: Ich bin wieder Daheim. * Aber heftiger Baulärm lässt zurzeit kaum den häuslichen Aufenthalt zu. Ja u...

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Ganz aktuell, heute geschehen:

Hier über die Polizeiarbeit zu schreiben, ist nicht mein Anliegen. Die ist so vielfältig, dass es kaum genug Platz geben würde. Mir geht es hier nur um eines. Um :

~~~~~~~~Der letzte Arbeitstag eines Kollegen.~~~~~~~~~
~~~~~~~~~~40 Jahre im Dienste der Polizei~~~~~~~~~~~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Da arbeitest Du nun 40 Jahre bei der Polizei und gehst heute in Rente. Du bekommst einen Laufzettel der Dich verpflichtet, bestimmte Dinge bestätigen zu lassen und was macht der Arbeitgeber?

Irgendwann vor einem Monat hat er festgestellt, Mensch, da haben wir doch glatt das vierzigjährige Jubiläum vergessen. Klar, peinlich ist es dem Arbeitgeber nicht. Warum auch. Soll doch der betroffene Mitarbeiter sich doch rechtzeitig melden.
Das war Mitte März.

Immerhin eine "nette" Geste ist es schon, dann den Jubilar anzurufen und ihn zu fragen, ob er nun das tarifliche Jubiläumsgeld haben möchte, oder aber die Gold - Münze. Beides müsste aber versteuert werden. Bis morgen 10 Uhr möge sich der Jubilar bitte entscheiden.

Das ist schon über einen Monat her.

Gesehen hat der Mitarbeiter, der heute nach über 40 Arbeitsjahren bei der Polizei in Rente geht, nichts. Keine Urkunde, keine Gold Münze. Warum auch?

Es ist schon peinlich und beschämend, hier einen Kollegen in Rente gehen zu sehen, der immer mit viel Humor und Fröhlichkeit seine Arbeit gemacht hat. Trotz einer Schwerbehinderung war immer auch zu zusätzlichen Aufträgen bereit. Mit seinem Fachwissen konnte so manche Hürde gemeistert werden.

Jetzt 30.04.2008) geht unser Kollege XYZ in Rente. Und dafür wünschen wir in wirklich alles Gute. Und ganz besonders viel Freude auch bei einem Wunsch, den er sich jetzt erfüllt hat. Mit einem Wohnmobil durch Europa zu reisen. Und vor allem, dass er weiterhin auch als Rentner gute Laune verbreiten kann. Als Kollege konnte er das! Ihm gebührt unser Dank.

Die versprochene Gold Münze muss er sich dann als Rentner irgendwann selbst abholen. Gegen Unterschrift natürlich. Die Urkunde dazu kann er sich ja selbst malen. Mit Sicherheit aber kann er auf den Händedruck seines Arbeitgeber verzichten.

XYZ , ich schäme mich.
Name


Übrigens, mein 25 jähriges Jubileum wurde auch auch vergessen. Nur mit einem Unterschied. Ich wurde angeschrieben, dass mir das tarifliche Jubileumgeld in dem Monat des Jubileums ausgezahlt wird. Leider ist dann aber NICHTS geschehen. Erst 3 Monate später dann gab es die Kohle. Ohne Zinsen!
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
mariosedlak

mariosedlak

05.04.2009 15:32

Dein Bericht gehört meiner Meinung nach eher in ein Weblog.

kreuzbergerkuechenmeister

kreuzbergerkuechenmeister

06.06.2008 23:41

Kommt mir sehr bekannt vor, nicht Polizei aber auch ÖD (Senat v. B, DRK), aber wehe die Chefetage feiert! (Am besten im Adlon) Gruß

argoni

argoni

26.05.2008 22:36

Arbeit und was danach kommt, ich denke, auch dieser Bericht paßt gut hier hinein, Ciao kann ja auch Themen neu hinzunehmen, dann wäre die Auswahl größer.Motto für neues Thema: Der heutige Betrug an den arbeitenden Menschen...

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