Herr G. ins Büro! Sofort!

3  13.01.2011 (04.03.2011)

Pro:
bezahlung, weihnachtsgeld, urlaubsgeld, bezahlte krankheitstage, bezahlter urlaub bei minijobbern

Kontra:
Kann psychisch kaputt machen

japanologe

Über sich:

Mitglied seit:13.01.2011

Erfahrungsberichte:1

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Na dann fange ich mal an.

Also, ich habe im April letzten Jahres angefangen bei der Rewe zu arbeiten.
Mittlerweile bereue ich es, nach einem Nervenzusammenbruch während der Arbeit, dass ich eben in dieser Filiale angefangen habe! aber dazu später mehr.

Ich studiere seit Oktober 2008 Japanologie in München, und wollte letztes Jahr endlich mal nach Japan. Also habe ich mich mit meinem Mitbewohner (mit dem ich in einer Beziehung lebe) auf die Suche nach 400€-Jobs gegangen.

Kaum aus der Haustür raus gingen wir die Münchner L.-straße richtung Sendl.-Tor entlang und haben dort einen uns bis dato unbekannten Rewe entdeckt. Und, welch ein Glück, ein Zettel hing an der Glastür "Aushilven gesuht, bitte bei der Martleidung melten" (Genauso stand es dran). Also sind wir beiden rein in den Laden und haben gefragt ob die noch Leute suchen. Man hat uns gesagt, dass wir blos unsere Bewerbungen und die restlichen Papiere abgeben sollten. Gesagt, getan: wenige Stunden später haben wir unsere Arbeitsverträge unterschrieben und konnten gleich am 02.04.10 anfangen.

Das einarbeiten war für mich nix neues, und alle Leute kamen mir sehr freundlich und hilfsbereit vor. Nach diesem Tag durften wir beide selbstverständlich bleiben und ab der nächsten woche für 10Stunden pro Woche arbeiten.

Die ersten 2 Monate waren sehr angenehm zu arbeiten, obwohl man schon gebrüll aus dem Büro gehört hat. Damals habe ich mich davon noch nicht abschrecken lassen, bis zu dem Tag als eine meiner Kolleginnen von meiner Chefin an der Kasse getestet wurde. Es waren größtenteils Obst und Gemüse deren PLU-Nummern man kennen sollte wenn man an der Kasse sitzt. Meine Kollegin konnte eine Kaki nicht von einer Sharon unterscheiden, das ging meiner Chefin gegen den Strich und hat meine Kollegin VOR ALLEN KUNDEN (!) angebrüllt, bis diese in tränen ausgebrochen ist. Am nächsten Tag habe ich wieder mit der Selben Kollegin gearbeitet, bzw. zumindest eine Stunde. Als Sie zur Abrechnung musste hörte ich nur die Bürotür knallen, wenige Minuten später, nachdem die Kasse gezählt wurde, hörte man wieder mal das Gebrüll meiner Chefin. An ihre Worte kann ich mich noch sehr lebhaft erinnern (ja, Sie war so laut, dass man jedes einzelne Wort verstanden hat): "Ich schließe jetzt die Bürotür ab, und Sie schreiben jetzt ihre Kündigung...wenn nicht, lass ich Sie nicht raus, bis ich nach Hause gehe!". Danach hörte man wieder schneuzen und immer wieder das Gebrüll meiner Chefin....Ich, und die Kunden die im Laden waren, dachten wir wären im falschen Film!
Das Ende vom Lied ist, dass meine Kollegin wegen einer Kassendifferenz von -9€ zu Kündigung gezwungen wurde! Danach habe ich Sie nie mehr gesehen.

Nach diesem Tag ging es in unserer Filiale zu wie in einer Irrenanstalt: Wir wurden täglich getestet, und wenn wir nur eine einzige Nummer vom Obst und Gemüse nicht kannten, wurden wir ordentlich zusammengeschissen.

Naja, kurz darauf war ich mit meinem Freund erst einmal in Japan und sind dann nach nem Monat wieder zur Arbeit.

Danach fing das alles erst richtig an: Sie fing an mich und meinen Freund persönlich anzugreifen, weil sie herausgefunden hat, dass wir beide schwul sind.

Immer wieder wurden wir beide als nichts könnende Schwuchteln etc. bezeichnet.
Und immer wieder als wir etwas erwidert haben meinte sie wir wären soooooo schlecht, dass wir ihr den Ladfen kaputt machen würden (obwohl wir regelmäßig getestet werden und unser Laden der Beste in ganz München ist).

Auch als es um das Thema Urlaub ging hat sie uns immer wieder abgewiesen. Alle haben so ihren Urlaub bekommen wie sie ihn wollten, wir beiden haben keinen einzigen Tag zusammen frei. Selbst für wichtige Klausuren gibt sie uns nicht frei, sodass wir eben an diesen Tagen immer Krank machen müssen!

Naja, das waren Sachen aus dem letzten Jahr...Kaum hat dieses Jahr angefangen wurds einfach unerträglich.
Und zwar ging es darum die neuen Kassenrichtlinien einzuhalten. Das haben alle Kassierer schon im November und Dezember zu 100% erfüllt.
Allerdings hat Sie mich wieder einmal getestet, und wollte in 5Metern Entfernung hören, und zwar klar und deutlich, ob ich auch alles so mache wie sie's uns reingeprügelt hat. Schließlich kam sie am Montag diese Woche in meine Kassenkabine reingestürmt und brüllt mich wieder an. Es kamen Sachen wie: "Was kannst du eigentlich? Hier, du sollst dich gefälligst beim Kunden bedanken! Und hast du gefragt ob der Kunde Geld abheben will, wenn er mit Karte zahlt? Ich hab dich hinten an der Tür nicht gehört!" Ich habe ihr darauf geantwortet, dass das alles doch an den Kunden gerichtet sei, und ich es nicht einsehe in der Kasse herum zu brüllen, damit mich irgendein Maktbegeher hört. Und da meinte die, vor den Kunden wohlgemerkt, dass ihr die Kunden scheißegal seien, nur die Bewertungspunkte seien ihr wichtig; also machen wir alles für den sog. "Mysteryshopper".

Mir wars danach genug, und habe ihr gesagt, dass ich die Filiale wechseln werde, weil mir die Arbeit an sich Spaß macht; aber nicht bei ihr! Da ist die voll ausgeflipt und hat die Hand gegen mich erhoben.

Seitdem gehe ich nicht mehr zur Arbeit, bin Dienstag früh nichmal zusammen gebrochen. Der Betriebsrat hat mir allerdings sehr gut geholfen, als ich ihm alles geschildert hab. Meine Chefin wurde nun wegen Körperverletzung von ihrem eigenen Arbeitgeber angezeigt, und fliegt am 01.03. ausm Laden.

Ich habe heute eine neue Filiale gefunden und darf am 01.02., falls es mir wieder gut gehen sollte, dort weiter arbeiten.


Ich muss wirklich sagen, dass es darauf ankommt wie der Marktleiter ist. Nicht jeder ist ein Arschloch...aber leider viele. Aber: Die Rewe hat Betriebsräte! Nutzt Sie!
Die oben freuen sich darüber, wenn jemand, der vorher schon negativ aufgefallen ist scheiße baut, und die Mitarbeiter den Mut finden sich zu wehren!

Also ich muss nun als Fazit sagen: Rewe ist eigentlich ein ganz guter Arbeitgeber, zumindest in der Region in und um München. Wir haben nach 6 Monaten, selbst als 400€-Jobber Kündigungsschutz, nach einem Jahr bekommen wir auch Urlaubs-, und Weihnachtsgeld. Allerdings sollte man sich die Filiale in der man Anfangen will vorher mal anschauen. Damit so etwas, was mir passiert ist nicht noch ein mal vor kommt.

Ich freue mich jetzt auf jeden Fall darüber, dass ich eine neue Filiale gefunden habe, mit jungen Leuten, die zum Teil auch schon schlechte Erfahrungen mit meiner Chefin gemacht haben.

Kurzes Update: Ich habe alles dem Betriebsrat erzählt, woraufhin, per Post, eine schriftliche Entschuldigung meiner Chefin und der kompletten REWE GmbH bei mir eintraf. Der Betriebsrat richtet mir 1. gute Besserung aus, und 2. dass ich nun ruhigen Gewissens weiter in meiner bisherigen Filiale arbeiten kann, da man meiner Chefin den Posten der Marktleitung entzogen hat.


Nachtrag:
ICh habe nun bei Rewe gekündigt.
Mein neuer Arbeitgeber ist "Dean&David" am Sebastiansplatz in München,
Bericht folgt demnächst.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
joanbaez

joanbaez

14.01.2011 14:51

Es gibt immer wieder Vorgesetzte, die es einfach nicht hinkriegen, als Vorbild, Ratgeber und guter Chef zu arbeiten. Sie sollten lieber Kartoffeln erntern. LG

kurtmahr2001

kurtmahr2001

13.01.2011 17:33

heftig

flyingmouse88

flyingmouse88

13.01.2011 16:48

Was soll ich sagen? Unfassbar! So etwas macht mich einfach nur unglaublich wütend und traurig!

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