Der Kampf um die Lehrstellen
05.09.2002
Pro:
Keins
Kontra:
siehe Bericht
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Verdienst (Ausbildung):
Qualität der Ausbildung:
Sozialleistungen:
Übernahmechancen:
mehr
 Babajaga7
Über sich:
***** Lächeln ist die eleganteste Art einem Gegner die Zähne zu zeigen. (W. Finck) ***** ...
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Wie viele von Euch wissen, bin ich alleinerziehende Mutti eines 17jährigen Sohnes. Schon vor einem Jahr begann für uns beide die Suche nach einer geeigneten Lehrstelle für meinen Sohn. Er machte mehrere Praktiken bei verschiedenen Firmen und landete schließlich bei einer kleinen Firma, die sich bereit erklärten, ihn als Lehrling zu übernehmen. Für uns beide war das wie ein Lottogewinn, denn wie ja alle wissen, ist hier in den neuen Bundesländern eine Lehrstelle schwer zu bekommen. Da die Firma nur klein ist und für die Ausbildung mehrere verschiedene Lehrgänge notwendig sind, die alle bezahlt werden müssen, beantragte die Firma eine Förderung vom Arbeitsamt für meinen Sohn. Die, für diese Förderung notwendigen Voraussetzungen erfüllte die Firma. Sie übernahm auch schon seit mehreren Jahren Lehrlinge (auch ohne Fördermittel). Da sie schon seit mehreren Jahren auch immer für ihre Lehrlinge Fördermittel bekam, machten wir uns in diesem Jahr große Hoffnungen, denn es sollte ja JEDER SCHULABGÄNGER eine Lehrstelle bekommen! Ich sprach also mit meinem Sohn bei der Berufsberatung des Arbeitsamtes vor und ließ ihn als Lehrstellensuchenden eintragen. Nun warteten wir beide auf die Fördermittlvergabe vom ZAH.Nach mehreren Telefonaten mit dem Arbeitsamt unsererseits und des Firmeninhabers erhielten wir Ende August die Antwort, daß die Fördermittelvergabe begonnen hätte. (ziemlich spät, denn Lehrbeginn war der 1. September) Beim Arbeitsamt sagte man mir, ich könne jede Woche anrufen und dort abfragen, ob mein Sohn schon berücksichtigt wurde. Das tat ich auch und bis zum 2. September machte man mir immer wieder Hoffnungen, er könnte ja noch dabei sein, manchmal kommen die Fördermittel ebend etwas später! Am 3. September erfuhr ich dann von dem Firmeninhaber, daß die Fördermittelvergabe wohl beendet sei und es mit großer Wahrscheinlichkeit keine Fördermittel für die Ausbildung meines Sohnes geben wird. Das war für uns wie ein Schlag ins Gesicht! Da erklärt sich eine Firma bereit, einen Lehrling auszubilden und dann hapert es an den Fördermitteln? Ich könnte mir vorstellen, daß diese Firma es sich im nächsten Jahr dreimal überlegt, einen Lehrling einzustellen! Und damit würden für das nächste Jahr wieder weniger Lehrstellen zur Verfügung stehen!Nun ist mein Sohn ohne Lehrstelle, viele andere Bewerbungen sind zurückgekommen, wahrscheinlich wird er nun ein vorbereitendes Jahr absolvieren müssen. Viele Betriebe möchten keine Lehrlinge, denn Lehrlinge bedeuten Arbeit, Nerven und Kosten. Wir bekamen auch Absagen wie: „Nein, wir nehmen keine Lehrlinge mehr, mit denen hat man nur Ärger!“ Ich kann nicht begreifen, wieso Firmen nicht unterstützt werden, wenn sie sich bereiterklären, Lehrlinge zu nehmen! In einem weiteren Gespräch mit der Berufsberatung, machte man mir den Vorschlag, meinen Sohn in eine schulische Ausbildung zu stecken. Diese würde 3 Jahre andauern und mit einer Prüfung vor der IHK enden. Das hört sich ja alles prima an, doch es gibt keine Ausbildungsvergütung bis auf ca. 90 Euro Taschengeld. Die Schule liegt ca. 1 ½ Stunden Fahrzeit von uns entfernt. Die Fahrkosten müssen von den Eltern getragen werden oder es muß BAFÖG beantragt werden. Dieser muß jedoch nach der Ausbildung zum Teil zurückgezahlt werden. Das bedeutet also Schulden! Selbst kann ich diese Fahrkosten nicht tragen, denn ich bin nur geringfügig beschäftigt und beziehe für meinen Sohn nur 70 Euro Unterhalt.Außerdem stelle ich mir die Frage, wieso eine schulische Ausbildung finanziert wird und die Fördermittel für eine betriebliche Ausbildung nicht gezahlt werden. Die Lehrlinge haben doch bei einer schulischen Ausbildung kaum Chancen auf eine Übernahme nach der Lehrzeit, während die Betriebe ihre Lehrlinge doch zum größten Teil behalten wollen. Das bedeutet, daß der größte Teil der Jugendlichen nach ihrer Lehre wieder beim Arbeitsamt vorsprechen muß! Auch könnte ich mir vorstellen, daß eine schulische Ausbildung wesentlich teurer wird als eine betriebliche. Für mich ist das alles ziemlich konfus. Ich werde demnächst noch einmal zur Berufsberatung fahren. Über den Ausgang dieser Angelegenheit halte ich Euch natürlich auf dem Laufenden. Abschließend möchte ich noch sagen, daß die Ursache dieses Problems sicher nicht bei den einzelnen Mitarbeitern des Arbeitsamtes zu suchen sind. Alle Mitarbeiter waren zu uns immer sehr freundlich und bemühen sich wirklich, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, eine Lösung zu finden. Leider passen die Berwertungskriterien nicht so zu diesem Thema. Nehmt sie deshalb bitte nicht so ernst. Für die Vergabe von Fördermitteln kann ich leider kein Sternchen vergeben! Wenn Ihr ähnliche Erfahrungen mit Fördermitteln vom Arbeitsamt gemacht habt, oder Tips für mich habt, wäre ich Euch sehr dankbar für einen Kommentar oder einen Eintrag ins Gästebuch. Vielen Dank für's Lesen. Eure Babajaga7
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25.08.2009 01:37
Was hat das jetzt mit der Ausbildung direkt bei der Agentur für Arbeit zu tun?
05.05.2009 00:14
Immer wenn ich mich auf das Arbeitsamt verlassen habe, dann war ich verlassen. Ich verstehe manchmal unsere Bürokratie auch nicht so richtig und die Logik der Fördermittel war mir schon immer schleierhaft. Der Bericht ist jetzt viele Jahre alt. Wie ist es mit deinem Sohn nun weiter gegangen?. Gruß Doris
12.02.2009 22:09
Ein ausführlicher und sehr guter Bericht von Dir. LG