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Das Arbeitsamt und eine sinnlose Maßnahme für mich

2  16.11.2003

Pro:
für mich gab es nichts Positives

Kontra:
unsinnige Themen

Empfehlenswert: Nein 

Meerfrau

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:150

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Das Arbeitsamt und eine sinnlose Maßnahme für mich

Die Arbeitslosigkeit macht vor keinem Halt, auch nicht von einer qualifizierten Fachkraft. Es ging alles recht schnell. Der Chef schmiß das Handtuch und eine staatlich geprüfte Sekretärin mit 23-jähriger Berufserfahrung war arbeitslos.

Ich bin jetzt seit dem 01.01.2003 arbeitslos und bitte, schreibt mir keine Kommentare von wegen, ach wie traurig usw., denn ich bin nicht traurig. Meine Tage sind ausgefüllt und ich arbeite schreibend für mein Arbeitslosengeld, auch wenn es nur ein Hobby ist.

Aber der Grund für diesen Bericht ist ein ganz anderer.

Wie einigen bestimmt bekannt ist, müssen Arbeitslose ab und zu beratende Maßnahmen besuchen und davon wurde auch ich nicht verschont.
Im Oktober diesen Jahres wurde ich eingeladen zu einer zweiwöchigen Maßnahme mit dem Namen „Beratung von Arbeitslosen“. Bei solch einer Einladung stellen sich immer meine Nackenhaare auf und Zorn sprüht aus meinen Augen.

Da wie immer weitere Informationen fehlten und auch die Anschrift des Maßnahmeortes nicht zu erlesen war, blieb mir nicht anderes übrig, als zum Telefonhörer zu greifen, um mich zu informieren. Das Schlimme daran ist, ich habe selbst 23 Jahre im Büro gearbeitet und empfinde mangelnde Information als sehr störend. Wer bezahlt mir die Telefonate? Warum kann das Arbeitsamt nicht effektiver arbeiten? Haben sie keine Lust oder gar vergessen, wozu sie auf der Welt sind?
Die Dame beim Arbeitsamt war zwar nett, aber unzureichend informiert. Den Veranstaltungsort konnte sie mir nicht nennen – nur die Telefonnummer. Ins schwitzen brachte ich sie mit der Frage, was denn wohl zwei Wochen lang beraten wird. Scheinbar schien es außer mir, keinen zu interessieren. Ich hasse vertane unnütze Zeit und daraus resultierte auch meine Frage. Für das Arbeitsamt unwichtig, denn eine Antwort konnte man mir nicht geben. Nach weiteren drei Telefonaten hatte ich die Dozentin am Telefon, die mir dann auch bereitwillig Auskunft gab. Mir wurde schlecht, als ich die einzelnen Themen hörte.

Ein Wegbleiben ist zwecklos, irgendwann kriegen sie dich doch und prügeln dich zur Maßnahme oder entziehen dir mit einem hämischen Lachen das Arbeitslosengeld.

Was hat man mir vermittelt?

Meine Pflichten als Arbeitsloser.
Ich kenne meine Pflichten zu genüge, aber kennt das Arbeitsamt seine Pflichten ebenfalls?

Wie arbeiten Arbeitszeitfirmen?
Von ihrem schlechten Ruf in unserer Gegend wußte ich bereits und alle anderen Teilnehmer ebenfalls.

Wie ist die Arbeitsmarktsituation in Deutschland (Video)?
Für wie blöde halten die mich eigentlich!

Schwarzarbeit (Video)
Sollte das ein Abschreckungsmittel sein oder ein Aufruf?

Informationen über die Arbeitsamtszentrale in Nürnberg
Im Vergleich dazu – die Zentrale in Dänemark (Video):
Ich schreibe dazu nur – schickt das deutsche Arbeitsamt komplett nach Hause. Sie sparen, wo sie können, aber aus meiner Sicht am falschen Ende. Sie lassen sich ausnehmen und der wirklich Bedürftige schaut nur noch in das leere Finanzloch. Ihre Struktur sollte gründlichst geändert werden. Es fehlen Menschen und ich schreibe bewußt Menschen, die mitdenken und auch in der Lage sind, richtige Entscheidungen zu treffen. Menschen, die den Arbeitslosen wirklich und ernsthaft beraten und keine unsinnigen Sprüche klopfen.

Anzeigen in der Zeitung – Stellenangebote – Stellengesuche - Warnungen
Sinnvoll oder Unsinn! Wenn ich Arbeitslosenhilfe beziehe, habe ich kein Geld für eine Anzeige.

Analyse von Zeugnissen
Sollte man mal gehört haben.

Wie verhalte ich mich beim Vorstellungsgespräch?
Wir sind alle erwachsen und verfügen über eine Menge Lebenserfahrung. Warum muß ich mich verstellen, um einen Job zu bekommen? Warum kann ich nicht so auftreten, wie ich bin? Jeder hat Fehler und auch kein Personalchef ist fehlerfrei. Was sucht er – Wundermenschen?

Bewerbungen und Lebensläufe aufsetzen, Bewerbungsmappe erstellen
Für einige von Vorteil bei der ersten Maßnahme.

Surfen durch die Arbeitsamtsseiten im Internet
Für einige von Vorteil, die die Möglichkeit haben, täglich beim Arbeitsamt vorbei zu schauen oder einen PC zu Hause ihr eigen nennen.

Internet – Computer
Ein Stolperstein für 10 Teilnehmer aus unserer Gruppe (12 ingesamt). Was sollte das?
In mühseliger Kleinarbeit erklärte die Dozentin die ersten Schritte am PC und gab eine kurze Einführung ins Schreibprogramm.
Am nächsten Tag sollte der Lebenslauf geschrieben werden. Für zwei Teilnehmer kein Problem, für den Rest ein Suchen und Finden der Buchstaben und dazu noch die Textgestaltung.
Am dritten Tag – eigene Bewerbung schreiben – das AUS für ZEHN. Die Dozentin setzte sich an den PC und schrieb selbst.

So vergingen zwei Wochen. Oftmals mußte wir aufpassen, nicht einzuschlafen, obwohl unsere Dozentin sich große Mühe gab, uns zwischendurch mal wach zu rütteln.

Was hat es mir gebracht?

Absolut nichts. Mich würde interessieren, was das Arbeitsamt für meine Zwei-Wochen-Maßnahme bezahlt hat.

Computer!

Vertane Zeit für mich. Das Arbeitsamt sollte sich mal die Mühe machen und überlegen, wen sie wo hinschicken.
Was macht der Arbeitslose, der vom PC überhaupt keine Ahnung hat, geschweige denn, keinen eigenen PC besitzt.
Das Geld hätte man sich sparen können und dafür lieber einen PC-Kurs organisieren sollen – kostenlos. Er muß nicht viele Wochen dauern, sondern einen intensiven Kurzeinblick in das Schreibprogramm und Internet geben.

Die PC-Stunden fallen übrigens in nächsten Lehrgang raus. Eigentlich schade, denn gerade das hielt ich für Nichtkenner besonders von Vorteil.

Grausam!

Alle sechs Monate wird diese Maßnahme wiederholt. Natürlich mit der gleichen Thematik. Einige Teilnehmer kannten sich bereits bestens mit den einzelnen Themen aus. Soll der Arbeitslose es wie ein Gedicht auswendig beherrschen? Für mich ein großer Quatsch!

Was ich hier geschrieben habe, sind meine ganz persönlichen Eindrücke und Erfahrungen. Ich bin ganz ehrlich, ich fühlte mich bei dieser Maßnahme fehl am Platz und habe den Sinn nicht verstanden. Vielleicht bin ich ja auch nicht intelligent genug.

Ein Lob an die Dozentin, die sich wirklich große Mühe gegeben hat. Doch sollte sie sich mal mit dem Arbeitsamt zusammen setzen und den Themenbereich überdenken.

Ich wollte mit diesem Bericht einmal darstellen, wie unsinnig solche Maßnahmen sind. Sie bringen den Teilnehmer keinen Schritt weiter. Zum Glück wurde eine eintägige Exkursion in einen Betrieb abgesagt. Die zu besuchende Firma hat sich geweigert. Richtig so. Wir sind doch nicht in einem Kindergarten. Alle Teilnehmer waren sehr froh darüber.

Meine Meinung mag nicht jedem gefallen. Eventuell hat diese Maßnahme ja mal jemandem geholfen. Die Themenvorgabe empfand ich jedenfalls als unsinnig und die Videos waren nicht gerade aufbauend für einen Arbeitslosen. Aus einer Zwei-Wochen-Maßnahme hätte man bequem eine Woche machen können.

Die Bewertung bezieht sich auf die Themenvorgabe.

Die Meerfrau


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Tahija

Tahija

07.11.2008 15:37

Hallo, ich bin gerade bei der Suche nach *Bewertung für einen Maßnahmeteilnehmer* über deinen Bericht gestolpert und fand ihn sehr hilfreich. Hilfreich insofern, als das er mir sagt, dass es anscheinend überall das Gleiche ist. Du hast noch Glück gehabt, dass du nur 2 Wochen in eine solche Maßnahme musstest. Ich bin sofort für 3 Monate zwangsverpflichtet worden, in der es darum gehen soll, eine Arbeit zu finden und Bewerbungen zu schreiben und so weiter. Eine Gruppenförderung ist schon allein deshalb nicht möglich, weil die PC-Kenntnisse wie du schon berichtet hast, sehr unterschiedlich ist, für eine Einzelförderung steht nicht genügend Personal, weder qualitativ noch quantitativ zur Verfügung. Wir werden behandelt wie Kinder oder Bittsteller, obwohl wir doch sogenannte *Kunden* sind. Entschuldigt, Leute ich schweife aus. Ich glaube, meine Maßnahme ist nach Abschluss einen eigenen Bericht wert. Vielen Dank nochmals für deinen, Meerfrau.

modschegibbchen

modschegibbchen

17.02.2005 16:00

von effektiver arbeit oder gar arbeitsvermittlung sind deutsche arbeitsämter heute weiter entfernt als je zuvor. dein bericht ist sehr gut und sachlich. bewerbungstrainig ja bitte, aber nicht generell und ständig. jemanden mit 23 jahren und mehr berufserfahrung als sekretärin muss man nicht mehr beibringen, wie ie sich zu bewerben hat. auch die anderen "themenschwerpunkte" sind das viele geld nicht wert, das für solche maßnahmen an die betreiberfirmen gezahlt werden. statt solchen mist zu vermitteln und sich über eine neuen traumhaften behördennamen den kopf zu zerbrechen (und unser aller geld zum fenster rauszuschmeißen), sollten sie sich die zeit nehmen und sich die unterlagen ihres klientels genauer ansehen um dann am ende auch konkretere hilfe, wenn schon keinen job anbieten zu können. ich kenne niemanden in meinem bekannten- und freundeskreis, der durch solche beschäftigungstherapie auch nur in die nähe eines neuen jobs gekommen wäre. was die zeitarbeitsfirmen betrifft kann ich nur aus eigener erfahrung sagen: es sind nicht alle schlecht. ich hatte da ein paar mal überbrückt um nicht arbeitslos zu sein. die großen marktführer kann man vergessen, da zählt der mitarbeiter nichts, aber die kleinen unternehmen kümmern sich eigentlich sehr gut um ihr personal. lg. heike

Radar

Radar

16.06.2004 12:34

Noch Fragen? Armes Deutschland.

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