Hallo meine lieben Leserinnen und Leser,
heute möchte ich mich dem Thema widmen welches mich am meisten beschäftigt und manchmal schon an Grenzen gebracht hat an denen ich nie wieder stehen möchte. Dieser Bericht wird meine persönliche Abrechnung mit einigen Firmen sowie dem Arbeits- und Sozialamt Pankow sein. Meine persönlichen Erfahrungen habe ich in kleine Geschichten gepackt, damit die Sache übersichtlicher wird. Alles auf zu schreiben würde wohl einen 600seitigen Roman füllen, also beschränke ich mich auf den wesentlichen Teil der wirklich unglaublichen Geschichten die mir in meinen jungen Jahren wieder fahren sind.
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*~*~*~*~*~* Erstmals arbeitslos mit 16, die Ausbildungssuche beginnt *~*~*~*~*Angefangen hatte die Misere schon bei der Ausbildungssuche. Ursprünglich wollte ich als Hotelfachfrau eine Lehre machen, das wollten 1997 aber irgendwie auch alle anderen in meinem Alter und somit weitete ich meine Suche aus und wollte als Reiseverkehrskauffrau anfangen. Mit einem Notendurchschnitt von 2,5 dachte ich wäre es wohl kein Problem eine solche Ausbildungsstelle zu finden. Doch es gestaltete sich schon damals alles sehr schwer. Bis ich eines Tages zum Probearbeiten in einem Hotel eingeladen wurde. Dort sollte eine große Abi- Abschluss- Fete statt finden und der Chef dachte sich, dies wäre eine gute Möglichkeit um mich auf Herz und Nieren zu prüfen.
Als mich meine Mutter nachts um 02.00 Uhr vom Hotel abholen wollte, setzte sich der Lehrausbilder mit uns beiden zusammen und schwärmte meiner Mutter vor wie zufrieden er mit mir sei und das er mich unbedingt als Azubi haben möchte. Welch eine Freude nach ca. 100 vergeblichen Bewerbungen und bereits Mitte September wo die meisten schon längst eine Lehrstelle hatten. Es gab jedoch eine Bedingung ich müsse nach Wensickendorf ziehen, sprich ca. 20 Autominuten von meinem zu Hause. Sogar die Wohnung wurde gestellt. Dummerweise befand sie sich direkt gegenüber vom Hotel, so dass man uns bei einem Engpass jeder Zeit hätte rufen können. Aber egal Hauptsache Lehrstelle.Ohne einen Ausbildungsvertrag oder entsprechenden Mietvertrag in der Hand musste ich mich nun in Wensickendorf wohnhaft melden, damit das Hotel die finanzielle Unterstützung vom Arbeitsamt Oranienburg auch geltend machen kann. Zum damaligen Zeitpunkt hatten sie jedoch schon 3 Azubis und somit kein Anrecht auf weitere Unterstützung von Amtsseiten. Also meldete ich mich wie gewünscht um und wohnte offiziell in einer Wohnung die ich noch nie zuvor gesehen habe. Es waren nur noch wenige Tage bis Ausbildungsbeginn und ich hatte immer noch keinen Ausbildungsvertrag. Also riefen wir an und wurden prompt zur Chefin hin bestellt. Diese meinte das sie den Vertrag erst aus stelle, wenn sie die Zustimmung zu meiner Förderung vom Amt bekäme. Wir fragten was wäre, wenn sie keine Förderung bekommt und darauf meinte sie. Kein Problem ich stelle sie mit oder ohne Förderung ein, sie könnte uns dies auch schriftlich geben.
Wir vertrauten ihr und verlangten keine schriftliche Bestätigung. Die Tage vergingen wie im Flug und einen Tag vor Ausbildungsbeginn klingelte morgens um 07.30 Uhr das Telefon. Ein netter junger Mann vom Arbeitsamt Oranienburg meldete sich und teilte meiner Mutter mit, das sich die Chefin anders entschieden hätte und von einer Einstellung absieht. Meine Mutter fragte wie das sein könne, sie hat uns das doch zugesichert. Der junge Mann meinte daraufhin, die Chefin hätte behauptet mein Vater wäre ins Hotel gekommen und hätte sie sprechen wollen. Als die Azubis ihm mitteilten das die Chefin nicht da sei wäre er wohl völlig ausgetickt und hätte dort wild um sich geschlagen und die Azubis beschimpft. Das ist natürlich völliger Blödsinn, da mein Vater nie in diesem Hotel war und auch keinen Grund gehabt hätte so etwas zu tun. Bei Nachforschungen stellte sich dann heraus, das besagte Chefin keine Förderung für mich bekommen hätte und diesen Blödsinn als Begründung beim Arbeitsamt angab um einen Grund für die Nichteinstellung zu haben.Ende vom Lied war, das sich mein Vater so große Vorwürfe machte, das er schon ausziehen wollte. Es gab nur noch Zoff und viele Tränen. Was wäre denn bloß gewesen hätte ich sogar schon Möbel für die Wohnung gekauft? Nein, lieber gar nicht weiter darüber nachdenken.
Durch einen Riesen Zufall hatte ich im Dezember 1998 dann das Glück eine Ausbildung zur Bürokauffrau in der Brandenburg Klinik machen zu dürfen. Die Arbeit hat mir Riesen Spaß gemacht. Ich kam mit allen Mitarbeitern gut klar und ging bei der Arbeit mit den Patienten richtig auf. Nichts wünschte ich mir sehnlicher als im Anschluss übernommen zu werden. Die IHK- Prüfung schaffte ich dank monatelangen Büffeln natürlich mit Bravour. An meinem letzten Arbeitstag sprach kaum Jemand mit mir und ich wartete die ganze Zeit sehnsüchtig darauf das die Personalleiterin mir endlich mitteilt das ich zumindest noch ein halbes Jahr bleiben darf. Aber auch sie sprach kein Wort mit mir. Ich hatte zum Abschluss einen Kuchen gebacken und dachte, wenn ich ihr ein Stück anbieten würde, müsste sie sich ja äußern. Ich sagte ihr das ich einen Kuchen gebacken habe weil heute mein letzter Tag ist. Sie meinte nur "Danke und viel Glück für ihre Zukunft". Seit diesem Tag hat sich mein Leben um 180 Grad gedreht und nun zur eigentlichen Geschichte. ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
*~*~*~*~*~* Wie ADECCO mich zum Sozialfall machte *~*~*~*~*Ja Adecco was für eine tolle Firma und so mitarbeiterfreundlich.
Es war die erste Firma die mich nach meiner Ausbildung fest einstellte. Ich hatte einen für mich damals bombigen Vertrag jeden Monat bekam ich meine 1200,00 DM ausgezahlt und das, wo ich noch zu Hause wohnte. Sprich ich hatte das Geld zu meiner freien Verfügung und nach bestandener Fahrschulprüfung wollte ich natürlich auch ein eigenes Auto haben um nicht mehr auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen zu sein. Also kaufte ich mir einfach eins, ich hatte ja das Geld. Was für eine tolle Zeit bis.... ja bis wir uns dem Winter näherten. Schon im Dezember drohte man mir eine Kündigung wegen Auftragsmangel an machte mir jedoch gleichzeitig den Vorschlag auf einen Weihnachtsmarkt als Verkäuferin zu arbeiten.
Ich bin zwar als Bürokauffrau eingestellt aber egal, bevor ich gekündigt werde mache ich das natürlich. Der Weihnachtsmarkt ging ca. 6 Wochen. Dann sollte ich bei der Firma vorsprechen. Meine sog. Betreuerin versuchte mir zu erklären das ich schwer vermittelbar sei, da ich außerhalb von Berlin wohne. Entweder ich ziehe so schnell wie möglich nach Berlin oder aber sie müsse mich kündigen und das wäre doch schade um mich.OK, mit 19 Jahren konnte ich mir gut vorstellen in meinen eigenen Vier Wänden zu wohnen. Also suchte ich mir eine Wohnung aber nahe meiner Eltern, weil ich es nicht so weit zu meiner Familie haben wollte. Eine Woche bevor ich den Mietvertrag unterschrieb fragte ich meine Betreuerin ob ich wirklich übernommen werde, denn es waren nur noch 3 Wochen bis zum Ende der Probezeit. Sie sicherte mir zu "unterschreiben sie den Vertrag, sie werden 100prozentig übernommen, sie sind doch unser bestes Pferd". Also unterschrieb ich den Mietvertrag und zog bei meinen Eltern aus.
Nur eine Woche nach dem ich dort eingezogen war, rief mich die Betreuerin von Adecco an sie hätte einen neuen Auftrag für mich ich solle sofort vorbei kommen. Ich war schon am Anziehen und freute mich riesig das es wieder bergauf zu gehen schien. Nur 5 Minuten später rief sie nochmals an, sie meinte sie hat mich verwechselt aber ich solle trotzdem schnell vorbei kommen, es gäbe was zu klären. Mmmhhh eigenartig, na ja ich fuhr hin. Sie legte mir meine Kündigung wortlos auf den Tisch und ging. Ich konnte es nicht fassen und grinste zunächst weil ich dachte es wäre ein Scherz. Danach kam eine andere Mitarbeiterin und drückte mich. Es tut ihr leid die Auftragslage ist so miserabel das ihnen nichts anderes übrig blieb, ich wäre der 50. Mitarbeiter an diesem Tag der entlassen wurde. Na klasse, sollte mir dieser Satz etwa Trost spenden?Wozu habe ich mir dann die Wohnung genommen? Aber noch viel schlimmer wie bezahle ich die denn jetzt? Wovon soll ich leben? Also ging ich zum Arbeitsamt und beantragte Arbeitslosenhilfe. Es vergingen Wochen ohne jegliche Antwort vom Arbeitsamt. So fuhr ich noch mal hin um zu fragen warum noch nichts bearbeitet wurde. Es gab ein Problem, denn durch meinen Umzug musste meine Akte erst vom Arbeitsamt Bernau angefordert werden. Und da dies nicht über den normalen Postweg erfolgt, sondern über Umwege durch spezielle Arbeitsamtboten, dauert das eben. Mein letztes Gehalt war aufgebraucht, wie sollte ich denn nun die nächste Miete bezahlen? Ja da konnten mir die Mitarbeiter vom Arbeitsamt Pankow auch nicht weiter helfen und mir schien, es war Ihnen auch völlig gleich.
Anfangs konnte mich meiner Mutter noch unterstützen, aber nun ging es schon in den dritten Monat ohne Geld. Ich fürchtete nichts mehr als Mietschulden und rannte fasst täglich zum Amt. Jedes mal hieß es sie können mir nicht helfen die Akte ist noch nicht da. Dann rief ich in Bernau an dort hieß es jedoch die Akte wäre schon vor zwei Monaten rausgegangen. Ich brach in Tränen zusammen. Demnach war sie wohl verloren gegangen. Mit dieser Auskunft ging ich dann wieder zum Arbeitsamt Pankow. Diese verwiesen mich ans Sozialamt. Nach 6 Stunden Warterei beim Sozialamt Pankow zwischen alkoholisierten Pennern in einem kalten dunklen Gang sitzend, wies mich das Sozialamt ebenfalls ab. Sie bräuchten einen B... noch was, den bekomme ich vom Arbeitsamt ausgestellt. Der bestätigt dem Sozialamt das ich keine Ansprüche gegenüber dem Arbeitsamt habe und mittellos bin.Also, wieder zum Arbeitsamt welches mir dieses B...noch was nicht ausstellen wollte, da meine Akte ja jeden Augenblick eintreffen könnte. Ich war junge 19 Jahre, hatte nie Geldsorgen, immer Arbeit und saß nun völlig mittellos und verzweifelt auf der Straße. Ich saß vor dem Arbeitsamt und weinte bitterliche Tränen. Mir waren die Hände gebunden und es war wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis ich die Wohnung verlieren würde. Überschuldet war ich bereits, da die Miete von meinem Dispo abgezogen wurde. Irgendwie musste ja alles bezahlt werden. Irgendwann sah ich statt zweistelligen Minuszahlen nun schon dreistellige Minuszahlen auf dem Konto. Wie konnte das nur geschehen, ich habe doch alles richtig gemacht. Ich bin nach Berlin gezogen wie man es von mir verlangt hatte. Warum sitze ich jetzt da mit einem Berg voll Schulden und nicht mal nen Cent für ein Brötchen in der Tasche????
Sogar der völlig besoffene Penner der pöbelnd durch das Sozialamt stiefelte hatte Geld bekommen. Die vermummten Ausländer die neben mir mit ihrer kompletten 12köpfigen Familie saßen alle haben ihr Geld bekommen nur ich nicht, weil meine Akte auf dem Weg von Bernau nach Berlin verloren gegangen war. Ein Verschulden des Amtes und trotz allem ließen sie mich sitzen und keiner half mir weiter. Auch welche Möglichkeiten es in meinem Fall geben würde, wurde mir gänzlich vor enthalten. Wer nichts weiß kann auch keine Ansprüche stellen!!!!!!!!!! So einfach ist das beim Amt. Hätte ich zum damaligen Zeitpunkt meine Eltern nicht gehabt, hätte ich wohl schon vor 5 Jahren auf der Straße obdachlos gesessen und mich den Drogen gewidmet. Meine Mutter unterstützte mich nicht nur finanziell, sondern setzte sich auch mit Briefen an den obersten Direktor des Arbeitsamtes für meine Rechte ein. Ihr habe ich es wohl zu verdanken das ich heute noch unter Euch weile, ich weiß nicht was ich sonst getan hätte. Aber das soll längst nicht alles gewesen sein. Nach 3 Monaten bekam ich eine kleine Unterstützung vom Sozialamt, so dass ich mir zumindest etwas zu Essen kaufen konnte. Auch die Akte traf nach 4 Monaten endlich ein und so bekam ich ca. 200 € vom Arbeitsamt und den Rest für Miete und Unterkunft vom Sozialamt. Ich war nun also zum sozialen Härtefall geworden.
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++*~*~*~*~*~* Verfolgt von der Mafia *~*~*~*~*
Nachdem ich nun das Leben als sozialen Härtefall kennen gelernt hatte, war ich bereit jeden nur erdenklichen Job zu nehmen der mir geboten wurde. Ich bewarb mich auf jede Stelle egal als was ich wäre auch Toiletten putzen gegangen. Aber soweit sollte es nicht kommen, zumindest noch nicht erst einige Monate später. Ich bewarb mich als Bürokauffrau bei einem Entsorgungsbetrieb. Da ich noch immer Angst vor Konsequenzen habe, da ich über ein großes Wissen der Machenschaften dieser Firma verfüge, nenne ich hier jetzt keine Namen.Es war kurz vor Weihnachten als mich der Chef des Entsorgungsbetriebs anrief und mitteilte das ich eingestellt werde. Ich kann Euch nicht beschreiben welch eine Freude in mir auf kam nach dieser Mitteilung. Ich fuhr sofort hin, sollte aber erst mal enttäuscht werden. Denn er bot mir einen 165€ Job an und würde den Rest unter der Hand vergüten. Aus Verzweiflung nahm ich den Job an, mit der Aussicht später mit richtigem Arbeitsvertrag übernommen zu werden.
Was folgte mag für Euch unglaublich klingen. Zunächst einmal befand sich diese Firma mitten im Wald, niemand hätte auch nur vermutet das es dort noch Menschen geben könnte. Das gesamte Gelände war unterbunkert. Wer sich dort nicht aus kannte hätte wohl nie wieder heraus gefunden. In diesen Bunkern wurden Elektroartikel gelagert die illegal ins Ausland gehen sollten. Außerdem befanden sich kleine Wohnungen in den Bunkern, dort wohnten Ausländer die dort arbeiteten jedoch illegal in Deutschland waren. Sie arbeiteten für 16 € am Tag, was für sie sehr viel Geld war. Ein Mitarbeiter erzählte mir er müsse nur noch ein Jahr durch halten dann könnte er seiner Frau von diesem Geld ein Häuschen bauen. Es liefen viele Sachen illegal in dieser Firma, aber das sollte mich nicht interessieren. Ich wollte nur Geld verdienen und endlich Aussicht auf eine normale Zukunft haben. Doch eines Morgens kam der Chef auf mich zu und wollte mir von einem neuen Projekt in der Tschechei erzählen. Er wolle ein Bordell eröffnen und ich solle die Mädels dafür aus suchen. Er legte mir mehrere Fotos von blutjungen Mädchen auf den Tisch. Ich schaute ihn völlig entsetzt an und meinte das kann ich nicht, die sind doch nicht älter als 16. Er lachte nur und meinte zu mir, er bietet diesen Mädchen eine Zukunft denn so hätten sie ausreichend Geld um ihre Familien zu ernähren und später einmal studieren zu können. Ohne ihn würden sie obdachlos auf der Straße sitzen und betteln müssen. Er spielte also Gott und führte sich auf als wäre er der Retter der Welt.
Viele wussten von seinen Machenschaften und er hatte somit auch viele Feinde. Doch niemand traute sich auch nur in seine Nähe, da er sehr gute Beziehungen zur russischen Mafia hatte. Viele warnten mich vor ich solle immer tun was er sagt, er hat auch schon Menschen verschwinden lassen die bis heute nicht wieder aufgetaucht sind. Ein Mädel schloss er mal 3 Wochen lang in seiner Wohnung ein. Einmal die Woche kam er vorbei und brachte ihr etwas zu essen. Dann wurde sie nie wieder gesehen. Es gab noch einige andere Geschichten die ich nicht wirklich wieder geben möchte.Ich sprach ihn immer wieder auf den versprochenen Arbeitsvertrag an, aber er vertröstete mich nur, er habe jetzt keine Zeit ich solle morgen noch mal fragen. Das Spielchen zog sich hin und als ich eines Tages beim Arbeitsamt vorsprechen sollte, legte man mir Nahe diesen Betrieb umgehend zu verlassen. Man wisse mehr über die Machenschaften als ich mir vorstellen kann. Dieser Betrieb wird wohl auch schon einige Monate obsolviert und das ich dort nicht nur 165 € verdiene sei auch klar. Ich fragte was die Anspielung soll und der Arbeitsvermittler meinte lächelnd. Frau ... es reicht doch völlig wenn ich dort in ihrem Büro einmal morgens, einmal mittags und abends nochmal anrufe. Wenn sie alle drei male ran gehen wissen wir das sie unmöglich unter 15 Stunden die Woche dort arbeiten können. Machen sie das sie da weg kommen.
Ich erzählte dies dem Chef damit er die Dringlichkeit dieses Vertrages versteht, aber er ließ sich weiter Zeit und vertröstete mich. Als ich einem Mitarbeiter gegenüber erwähnte das ich kündigen würde. Schaute er mich völlig verängstigt an und meinte das kannst du nicht tun, wenn du die Arbeit hin schmeißt und gehst, wird es dir wie dem Mädchen ergehen welches bis heute spurlos verschwunden ist. Er wird sich an dir rechen und du kennst doch seine Kontakte, er müsse sich nicht einmal die Finger dabei schmutzig machen. Ich hatte ziemlich Angst bekommen und kannte ja bereits seine Kontakte. Er wusste auch wo ich wohne, was sollte ich nur tun? Ich gab ihm eine letzte Frist und meldete mich den nächsten Tag krank. Ich war die Einzige in der Firma die über die buchhalterischen Sachen bescheid wusste und wusste wo wichtige Unterlagen zu finden sind. Ohne mich wäre er völlig aufgeschmissen gewesen, weil er sich um solche Sachen nie kümmern musste und überhaupt keine Ahnung über die verwalterischen Dinge in seiner Firma hatte. Aber es war mir egal ich blieb zu Hause und kündigte einige Tage später. Nur hatte ich ja noch die Schlüssel und das Betriebshandy das heißt ich müsste ja doch noch einmal hin. Ich zog sogar kurzfristig bei meinen Eltern ein, weil ich solche Angst hatte das er mir etwas antun könnte oder antun lässt. Die Firma existiert heute noch und das Bordell in der Tschechei ebenfalls. Die Angst ihm mal über den Weg zu laufen besteht bis zum heutigen Tag.
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++*~*~*~*~* Nächster Versuch als Putzfrau *~*~*~*~*
Nun war es also soweit aus Verzweiflung suchte ich nach einem Putzjob. Da ich sehr ordnungsliebend bin stellte ich mir das auch gar nicht weiter schlimm vor und stellte mich in einem italienischen Restaurant mit Pension vor. Der Chef machte auf mich einen sehr sympatischen Eindruck und wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut. Er erklärte mir kurz das Aufgabenfeld und gab mir zu verstehen, das er sich auf eine Zusammenarbeit mit mir sehr freuen würde. Allerdings hatte die Sache mal wieder einen Haken. Es sollte wieder nur ein Schwarzjob sein und ich müsse von Montag bis Sonntag durch arbeiten ohne auch nur einen Tag frei zu haben. Als Gegenleistung würde er mir täglich 20,00€ auf die Hand zahlen und das Trinkgeld könnte ich behalten. Naja wenigstens Geld in der Tasche dachte ich mir und stimmte diesem Angebot zu.Ich stand jeden Tag pünktlich um 5.30 Uhr auf der Matte. Machte den Arbeitern welche die Pension bewohnten jeden Morgen Frühstück und säuberte die drei Restaurants, die Toiletten und im Anschluss die Zimmer die teilweise wirklich in einem brechreizerregenden Zustand waren. Wie beispielsweise vollgeschissene Windeln auf dem Teppich von einer russischen Familie mit 6 Kindern. Aber ich machte die Arbeit unheimlich gerne, ich glaube mittlerweile das war mein bisher bester Arbeitsplatz. Ich bekam jeden Tag meine 20 € in die Hand und durfte das Trinkgeld behalten. Ich habe in dieser Zeit viele nette Leute kennen gelernt und mich trotzdem ich jeden morgen um 03.45 Uhr aufstehen musste, jeden Tag aufs Neue gefreut dort meine Arbeit verrichten zu dürfen.
Aber.......
Ich war immer noch abhängig vom Arbeitsamt und wollte lieber gar nicht erst darüber nachdenken was wäre wenn die Leute vom Amt raus bekämen das ich dort schwarz schaffe. Diesen Job habe ich fast ein Jahr lang ausgeübt Tag für Tag ohne auch nur einen Tag frei gehabt zu haben. Aber ich machte es gerne und würde es wohl in jeder Notsituation wieder tun.
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*~*~*~*~*~* Dank EDEKA zum zweiten mal verschuldet *~*~*~*~*Ich bewarb mich natürlich auch weiterhin und fand mich mittlerweile schon damit ab wohl nie wieder in meinem eigentlichen Beruf arbeiten zu können, da es einfach eine viel zu große Auswahl an arbeitssuchenden Bürokauffrauen gab. Also nahm ich mir einen Stapel Bewerbungen und lief den Kudamm einmal hoch und runter. Überall gab ich bei Bedarf meine Bewerbung persönlich ab, bis ich bei EDEKA vorbei kam. Die Filialleiterin meinte ihr Bruder hätte ebenfalls eine Filiale in der Friedrichstraße, dort solle ich mal nachfragen die suchen eventuell Aushilfsverkäufer.
Also fuhr ich zur Friedrichstraße und gab meine Bewerbungsunterlagen ab. Kaum zu Hause, klingelte auch schon das Telefon. Wenn ich noch Interesse hätte, könnte ich morgen gleich den Vertrag unterschreiben kommen. Also bringt es doch was wenn man sich gleich persönlich den Firmen vorstellt. OK den nächsten Tag gleich hingefahren es wurde ein Teilzeitvertrag geschlossen 30 Stunden die Woche für 1200 €, das ist eine ganze Menge Geld für eine Aushilfe die Teilzeit arbeitet. Also habe ich ohne zu überlegen natürlich unterschrieben. Es wurde ausgemacht, das ich zunächst an der Kasse eingearbeitet werde und im Anschluss in einem separaten Lindt- Shop der sich direkt daneben befand anfange zu arbeiten. Also Schokolade verkaufen. Da ich kein Schokoladenfanatiker bin störte mich die Versuchung auch nicht.Von Einarbeitung konnte allerdings keine Rede sein. Mobbing war dort an der Tagesordnung alle spielten sich gegeneinander aus. Eine Mitarbeiterin wurde vor kurzem entlassen die Ärmste hatten sie so fertig gemacht das sie aus Angst auf Arbeit zu gehen einpullerte. Das sollte ich aber alles erst später erfahren. Man setzte mich ohne Kenntnisse an die Kasse. Die Türen wurden geöffnet und wie es in einem Bahnhofsgebäude so üblich ist bildeten sich blitzschnell lange Schlangen vor den Kassen. Ich fragte wie die Kasse funktioniert, da meinte man trotzig zu mir das musst du schon selbst heraus finden. Einfach rüber ziehen und fertig dachte ich mir. Na gut das bekam ich auch noch hin, aber es dauerte natürlich nicht lange bis zum ersten Storno. Der Kunde völlig nervös, pöbelte mich an er hätte es eilig ich solle mich beeilen. Die Kassiererin neben mir zuckte nur mit den Schultern und reagierte nicht auf meine Bitten zu helfen. Es gab keine Pausen, es wurden 9 Stunden durch gezogen. 9 Stunden deshalb weil ich ja noch Abrechnung machen musste. Also nix mit 30 Stunden die Woche arbeiten. Es war ein Vollzeitjob, aber ich wäre die Letzte gewesen die sich darüber beschwert hätte.
Nachdem ich nun jeden Tag weinend nach Hause ging, weil Niemand dort mit mir sprach, mir niemand Antworten auf meine Fragen geben wollte und die Kunden mich nicht nur einmal ausschimpften, war endlich alles überstanden ich hatte mich durch gekämpft und durfte in den Lindt- Shop nebenan. Die Arbeit war viel relaxter und bis auf eine Schönheitskönigin waren auch alle sehr lieb und nett zu mir. Es war Weihnachten und ich wickelte die verkauften Schokoladen in Geschenkpapier ein, das machte richtig Spaß weil ich kreativ sein durfte. Aber .... es vergingen die Wochen, das Weihnachtsgeschäft neigte sich dem Ende und ich hatte noch nicht einen Groschen auf meinem Konto eingehen sehen. Alle anderen sicherten mir zu bereits ihr Geld erhalten zu haben nur ich nicht. Auf Nachfragen reagierte Niemand und der Chef war eh niemals zu sprechen. Das konnte doch nicht sein EDEKA ist deutschlandweit vertreten, die bezahlen doch ihre Mitarbeiter pünktlich! Aber es war bereits mal wieder der zweite Monat ohne Geld.Wieder stand ich davor meine Miete nicht zahlen zu können und das, wo ich bis tief in die Nacht dort täglich geschindert habe. Ende vom Lied? Entlassen ! Weil sie eigentlich nur Leute für die Weihnachtszeit gebraucht haben und niemals vor hatten mich längerfristig zu beschäftigen. Ausserdem stand ja nun noch mein Gehalt aus und da ich damals noch der Ansicht war einen Rechtsanwalt zu brauchen wenn ich gerichtliche Schritte einleiten wollte, fand ich mich damit ab wohl nie mein ausstehendes Geld zu bekommen. Da mein damaliger Freund meine Resignation nicht dulden wollte, nahm er mich an die Hand und ging mit mir persönlich zu EDEKA. Schon in der S- Bahn meinte er zu mir, wir würden den Laden nicht verlassen bevor ich mein Geld bekommen habe. Er hatte einen sehr bösen Gesichtsausdruck dabei und ich hatte richtig Angst dort hin zu gehen weil ich befürchtete, das er dort evt. Dummheiten machen würde da er solch eine Wut auf diesen Filialleiter hatte.
Wir gingen also rein und liefen gleich zum Büro durch dort wurden wir jedoch erst mal abgewimmelt. Wir erklärten dem Securitymann das ich da wäre um mein Gehalt ab zu holen. Wir würden nicht gehen bevor wir nicht den Chef gesprochen haben. Mein Freund tickte natürlich aus, als man uns unverrichteter Dinge nach Hause schicken wollte und drohte den Laden auseinander zu nehmen, wenn er uns nicht durch ließe. Schlussendlich wurde mein Freund aus dem Laden geworfen und gebeten draußen zu warten, ich wurde zum Chef geführt welcher auf mich einen verängstigten Eindruck machte. Er hatte wohl nicht damit gerechnet mich noch einmal wieder zu sehen.Ich forderte ihn freundlich auf mir sofort mein Geld aus zu zahlen, schließlich hätte ich nun schon drei Monate für ihn gearbeitet und noch keinen Cent für meine Leistung gesehen. Er behauptete kein Geld zu haben und das wo neben ihm eine Kassiererin die Hunderteuroscheine aus der Kasse zählte. Ich machte ihm begreiflich das ich den Laden nicht verlassen würde ohne das er mich vorher ausbezahlt hat. Er machte mir den Vorschlag zunächst 400,00 € aus zu zahlen. Der Rest würde später auf mein Konto überwiesen werden. Ich nahm das Angebot an, da ich zu diesem Zeitpunkt wirklich kein Geld mehr auf Tasche hatte und in meinem Kühlschrank schon seit Tagen gähnende Leere herrschte.
Die 400,00 € bekam ich, vom Rest habe ich allerdings bis heute nichts gesehen. Das heißt ich habe 3 Monate durch gearbeitet für einen Verdienst von 400,00 €. Das Konto war wieder überzogen und das wo ich es mit dem Verdienst vom Italiener grade erst ausgeglichen hatte. Jetzt stand ich wieder da ohne Job, ohne Geld und der Job beim Italiener wurde mittlerweile natürlich anderweitig besetzt.
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*~*~*~*~*~* Als der Chef über Nacht ins Ausland verschwand *~*~*~*~*Also, wieder Bewerbung schreiben. Mittlerweile hatte ich schon Übung darin und auch Bewerbungsgespräche gehörten zu meinen Alltag und ließen mich völlig kalt. Ohne Erwartungen ging ich zu den Vorstellungsgesprächen, weil ich mich damit abgefunden hatte, das ich eh nur verarscht werde. So auch dieses mal.
Eine Reinigungsfirma schrieb aus, das sie Reinigungskräfte sucht. Ich bewarb mich immer öfter auf solche Stellen da ich in meinem Beruf eh chancenlos da stand. So rief ich diese Reinigungsfirma an und fragte ob die Stelle noch frei wäre. Der nette Herr am anderen Ende des Telefons war sehr erfreut und meinte das er nach wie vor fleißige Mitarbeiter sucht. Außerdem fragte er was ich bisher gearbeitet habe. Ich zählte auf BSR in der Debitorenbuchhaltung, Daimler Chrysler im Empfang, Siemens in der Datenverarbeitung, Karstadt und EDEKA als Verkäuferin und schlussendlich ja geputzt habe ich auch schon, ein Jahr bei einem Italiener. Mein Gott was ich bis dahin schon alles an Berufserfahrung gesammelt hatte.Der Mann am anderen Ende meinte, ach das trifft sich ja gut ich habe nämlich grad meine Sekretärin entlassen das wäre doch eine viel bessere Position für sie. Endlich ein Lichtblick und so fuhr ich hin um mich auch persönlich vor zu stellen. Zunächst war ich etwas skeptisch, denn das Büro befand sich bei ihm zu Hause. Wir gingen in den Keller und dort war es, ein dunkles kleines Büro mit einem uralten Rechner und viele, viele Aktenordner die lange Zeit nicht abgestaubt wurden. Er machte mir den Vorschlag mich auf 600€- Basis als Bürokauffrau ein zu stellen natürlich wieder für eine Vollzeittätigkeit. Aber egal dachte ich mir alles besser als beim Amt zu betteln. Außerdem machte er mir das Angebot nebenher seine Objekte zu putzen und das Geld für diese Tätigkeit schwarz zu bekommen. Da war es wieder Schwarzarbeit, ich hätte nie gedacht das im Bürobereich soviel schwarz gemacht wird. Ich dachte das trifft eher auf die Baubranchen zu.
Aber gut ich willigte ein, mein Wochenablauf sah wie folgt aus:
Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr im Büro arbeiten zusätzlich Montag, Mittwoch und Freitag einen kompletten Bürotrakt säubern (insgesamt 5 Etagen) und Dienstag sowie Freitag drei 12Geschosser Treppenreinigung. Kurz um: 12 Stunden am Tag manchmal auch mehr. Bekommen habe ich jedoch immer nur die 600 € bzw. was davon übrig blieb also knapp 400 €. Es gab immer mehr Beschwerden von Mitarbeitern die ich bearbeiten musste. Er hatte ausschließlich Türken eingestellt die für ihn putzten, sie bekamen ebenfalls nur 165€ oder 365 €. Die türkischen Mitarbeiter waren alle Verwandte von Hanife. Wer Hanife ist? Seine Freundin, sie war auch Türkin aber man hätte es ihr nicht angesehen, da sie blond und hellhäutig war. Ausschließlich an ihrer Aussprache erkannte man das sie wohl nicht aus Deutschland stammt. Mit ihr verstand ich mich sehr gut, da sie ungefähr in meinem Alter war, der Chef jedoch war über 40. Doch eines morgens rief sie mich an und meinte, ich solle sofort zu "Munte" fahren, das war der Bürotrakt den ich immer gesäubert habe. Dort wären Unterlagen verschwunden. Ein Mitarbeiter hätte wohl einen Stapel Bauzeichnungen auf den Mülleimer gelegt und ich habe diesen Mülleimer gelehrt. Und? Dachte ich mir, was war daran jetzt falsch, das gehörte doch zu meinen Aufgaben? Nein, meinte sie ich solle sofort dort hin fahren und die Unterlagen aus dem Container holen. Ich lachte und fragte sie wie ich das machen sollte die Container wurden erst gelehrt ich komme doch mit den Armen garnicht soweit runter um dort nach Unterlagen zu suchen.
Sie wurde böse und meinte "Du fährst dort sofort hin, kletterst in den Container und holst die Unterlagen wieder raus". Jetzt machte sie mir wirklich Angst, das konnte doch nicht ihr Ernst sein. Ich wäre doch alleine weder in den hohen Container rein noch raus gekommen. Ausserdem befanden sich an den Containerwänden Essensreste, das könne sie unmöglich von mir verlangen. Ich legte wütend auf und ärgerte mich eine Runde. Nachdem ich eine Frustzigarette geraucht hatte, bekam ich ein schlechtes Gewissen und fuhr nach Spandau (ca. 1 Stunde entfernt). Ich hatte Glück ein Mitarbeiter von CleanGarant (unser Auftraggeber) und der Chef von Munte standen bereits draussen und haben auf mich gewartet. Man mein Herz raste vielleicht wo ich auf die beiden zu lief. Sie lachten nur und meinten, es habe sich alles erledigt und noch was. "Sie glauben doch nicht im Ernst das wir sie in den Container gesteckt hätten". Ach wie witzig, nur nach Lachen war mir nun gar nicht mehr zu mute.
Freizeit gab es in diesem Job eigentlich gar nicht für mich, sogar an den Wochenenden musste ich ab und zu arbeiten und wenn ich mal etwas Freizeit hatte, verbrachte ich diese in meinem Bett und schlief mich mal richtig aus. Aber auch diesmal sollte alles noch ein böses Ende nehmen. Die türkischen Mitarbeiter belegten mein Bürotelefon im Dauereinsatz und beschwerten sich bisher keinen Lohn erhalten zu haben. Sie verlangten von mir das ich mich darum kümmern sollte. Das Problem war nur mein Chef war verschwunden. Die Postfrau klingelte und beschwerte sich das mein Chef sein Namensschild vom Postkasten entfernt hatte, so könne sie keine Post zustellen. Dann verschwanden seine Möbel auf mysteriöse Weise. Jedes mal, wenn ich zu ihm fuhr und ins Büro ging fehlte wieder etwas aus seinem Haushalt. Das kam mir alles sehr mysteriös vor, der wollte sich doch wohl nicht absetzen? Auf dem Betriebskonto gingen keine Geldeingänge mehr ein und Rechnungen konnten nicht bezahlt werden. Kein Wunder das sich die Türken beschwerten, ich hatte ihnen sonst immer das Geld pünktlich überwiesen aber wo nichts ist kann auch nichts ausgegeben werden. Dann war es soweit und ich konnte mein eigenes Gehalt nicht mehr anweisen. Ich war es ja schon gewohnt, mein Geld erst zwei Wochen später überweisen zu dürfen, aber es war mittlerweile schon wieder ein ganzer Monat ohne Geld. Was sollte ich tun? An sein Handy ging er nicht ran und so fuhr ich jeden Tag wieder ins Büro erledigte dort meine Arbeit und ging anschließend putzen wofür ich im übrigen nicht ein mal Schwarzgeld bekommen habe. Aber aus Angst wieder arbeitslos zu werden machte ich alles was man von mir verlangte. Es vergingen Wochen bis ich dann zum Arbeitsamt fuhr, wo ich dann erfahren habe das die Firma längst Konkurs wäre und der Chef sich auch schon lange ins Ausland abgesetzt haben musste. Ohne mich weiter zu fragen nahm mich das Arbeitsamt sofort aus dieser Firma raus, da der Fall eindeutig war. Ich war wieder arbeitslos aber bekam kein Geld vom Amt, da mir ja noch Gehälter zu standen. Nur sie wussten doch selbst das die Firma Konkurs war und ich kein Geld zu erwarten hätte. Sie wollten ihn erst ausfindig machen und das Geld von ihm einfordern bis ich einen Anspruch beim Arbeitsamt geltend machen könnte.
Was soll ich sagen? Ja mein Konto war zum dritten mal überzogen, da ja keine Finanzspritzen auf mein Konto eingingen und das Amt auf stur stellte. Und ja ich war wieder zu einem sozialen Härtefall geworden. Nach Wochen des Forschens bemerkte wohl auch das Amt, das es keinen Sinn mache weiter nach dem Firmeninhaber zu suchen. Sie baten mich eine schriftliche Stellungnahme zu diesem Fall ab zu geben, was ich auch tat und so im Anschluss wieder Arbeitslosenhilfe bekam.
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*~*~*~*~*~* Von der Bürokauffrau zur Altenpflegerin *~*~*~*~*~*Es gab für mich nur noch einen Ausweg. Ich musste umschulen auf einen Beruf der mehr gefragt ist und mir auf Dauer einen Arbeitsplatz sichert. Also wollte ich eine Umschulung zur Altenpflegerin machen. Alte Leute wird es immer geben und wenn die Zivis erst mal abgeschafft werden, sind Altenpfleger sehr gefragt. Nur das Amt schaltete auf stur. Ich habe einen anerkannten Beruf der in jeder Branche gefragt ist also bekomme ich keine Umschulung. Schluss und Ende der Diskussion. OK, es gibt ja noch den Pflegepass der würde mir ja auch erstmal reichen so hätte ich wenigstens die Möglichkeit in diesen Beruf rein zu kommen.
Aus meinem Bekanntenkreis wusste ich das, das Arbeitsamt einem sowas gerne mal aufdrückt so zu sagen als Beschäftigungstherapie gegen die Langeweile die sich bei Arbeitslosen einstellt. Viele sollten diesen Pass machen, obwohl sie garnichts damit anfangen konnten. Noch dazu kostet der Spaß zwischen 600€ und 800€ die das Amt in die Arbeitssuchenden investierte ohne das diese später jemals in diesen Beruf arbeiten wollen würden. Ich jedenfalls meldete mich freiwillig für diesen Pass beim Arbeitsamt bekam jedoch wieder zur Antwort: "Nein Frau ... sie haben einen anerkannten Beruf der überall gesucht und ausgeschrieben wird, sie bekommen die Maßnahme nicht von uns finanziert, bewerben sie sich erst mal in ihrem Beruf da werden sie schon etwas finden, Berufserfahrung können sie ja schließlich vorweisen. Oder aber sie fragen einfach ihre Eltern ob sie ihnen den Pflegepass finanzieren". HALLO??? Ich habe mich freiwillig gemeldet, ich möchte nichts sehnlicher als endlich einen festen Arbeitsplatz und wo andere diese Maßnahme aufgedrückt bekommen ohne Interesse an diesem Beruf zu haben, soll ich alles selbst finanzieren??????? Das Arbeitsamt verschwendet Millionen Gelder in Maßnahmen mit denen die Arbeitssuchenden am Ende gar nichts anfangen können und mich lassen sie im Regen stehen obwohl ich wirklich arbeiten möchte. Muss ich mich erst auf Faul stellen um diese Maßnahme finanziert zu bekommen?
Es folgte ein monatelanger Kampf mit dem Arbeitsamt immer wieder sprach ich vor und bat mich bei meinem Vorhaben zu unterstützen. Immer wieder wurde ich nach Hause geschickt bis.... ja, bis ich bei einer Schule anrief die diesen Pflegepass anbot. Jene Mitarbeiter haben sich mit dem Arbeitsamt in Verbindung gesetzt und sich für mich eingesetzt, da sie mein Vorhaben sehr lobenswert fanden und mich unterstützen wollten. Und siehe da auf einmal stellt die Finanzierung kein Problem mehr dar und ich durfte einen sog. Ausbildungsvertrag für ein halbes Jahr unterschreiben. Einzige Bedingung, ich muss auch an den anderen Schulungsmaßnahmen für unter 25jährige teilnehmen. Kein Problem dachte ich mir, bis ich in der ersten Deutschstunde laut vorlesen sollte. Eine Leseübung, weil einige aus der Gruppe eine Lese- und Rechtschreibschwäche haben. Das ist doch wohl nicht ihr ernst dachte ich mir. Ich bin 23 Jahre alt und gelernte Bürokauffrau und jetzt soll ich ihr etwas vorlesen damit sie sieht ob ich das schon gelernt habe???? Das war wohl mehr als erniedrigend und ich kam mir vor wie in der ersten Klasse. Ich ratterte der Lehrerin also den Text runter und alle staunten mich nur an, wie ich das wohl gemacht habe. Sowas habe ich noch nie erlebt, die Schüler waren alle zwischen 18 und 25 aber niemand konnte lesen geschweige denn schreiben. Ich war in ihren Augen viel zu intelligent für diese Klasse. Intelligent? Nur weil ich mit 23 Jahren lesen und schreiben konnte?
Aber OK im nachhinein habe ich mich mit der Lehrerin sehr gut angefreundet, da sie ebenfalls eine Wandlitzerin war wie ich. Ab da an hat sie mich als zweite Lehrerin eingesetzt und ich habe den Jugendlichen beibringen dürfen wie man eine anständige Bewerbung schreibt. Denn die meisten hatten davon überhaupt keine Ahnung sie kamen aus sozial schwachen Familien und ihr Leben war eigentlich schon vorprogrammiert. Viele hatten mit 16 schon Kinder, keinen Schulabschluss, keine Lehre und hatten mit ihrem Dasein schon längst abgeschlossen. Ich half so gut ich konnte und nach drei Monaten durfte ich endlich den Pflegepass machen. Was mich allerdings verwunderte, alle wie sie dort saßen hatten gar kein Interesse an diesem Fach. Es wurde ihnen wie vielen anderen auch, einfach aufgezwungen und somit waren sie nur krank geschrieben, weil sie mit dieser Thematik ja gar nichts anfangen konnten. Es waren 1€- Jobber die teils Gärten pflegten und teils als Altenpflegehelfer ausgebildet werden sollten. Versteht da einer den Sinn? Ich jedenfalls nicht. Ich schien die einzig interessierte Person in dieser Gruppe zu sein und niemand konnte verstehen warum ich mich mit soviel Begeisterung in den Unterricht einbrachte.
Nach der Theorie folgte die Umsetzung in Praxis und so suchte ich mir einen Praktikumsplatz. Sogar das sollte sich eher schwer gestalten. Da biete ich meine Leistung nun schon kostenlos an und werde trotz allem abgewiesen mit den Worten wir haben schon einen Praktikanten, keine Zeit, melden sie sich in einem Jahr nochmal, wir bieten keine Praktikumsplätze an. Dann endlich eine Zusage direkt vor meiner Haustür eine Rheumaklinik bot mir einen Praktikumsplatz an. Mein erster Tag gestaltete sich wie die folgenden auch so: Ich ging zur Frühschicht zog mich um und ging ins Schwesternzimmer, daraufhin rannten alle Schwestern und Pfleger los und ich stand alleine da und wusste nicht was ich tun soll, denn ich hatte ja noch nie zuvor in einem Krankenhaus gearbeitet. Also lief ich den einzelnen Schwestern hinterher und fragte mich durch ob ich helfen könnte, sie schüttelten nur mit dem Kopf und meinten ich soll warten. Aber worauf denn? Also fing ich an die Zimmer sauber zu machen, na wenigstens die Patienten waren nett. Ich habe mich mit einigen unterhalten und ihnen Mut zugesprochen, das sie bald wieder gesund werden und mir ihre Lebensgeschichte angehört. Da ich jedoch auch nach mehrmaligen fragen einfach keine Arbeit zugeteilt bekam und sich auch niemand mit mir unterhalten wollte, da ich ja nur eine Praktikantin war, schloss ich die Sache von mir aus ab und bewarb mich in einem Altersheim ca. 45 Autominuten von mir entfernt.
Dort wurde ich mit offenen Armen begrüßt und durfte gleich voll mit anpacken. Es war ein sehr kleines und familiäres Heim und ich durfte die gleichen Arbeiten übernehmen wie die voll ausgebildeten Altenpfleger auch. Mir wurde anfangs sogar die Frage gestellt ob ich mir vorstellen könnte, im Anschluss dort fest zu arbeiten. Natürlich habe ich sofort "ja" gesagt denn das wäre ja meine Erfüllung gewesen. Mit diesem Hintergedanken im Anschluss übernommen zu werden, leistete ich natürlich besonders gute Arbeit. Es war eine wunderschöne Zeit wir haben uns viel und intensiv mit den Patienten beschäftigt wir haben zusammen gespielt, sind spazieren gegangen, haben gegenseitig vorgelesen und natürlich auch die unangenehmen Dinge wie Windeln, Waschen, Füttern, Spritzen etc durfte ich alle eigenständig übernehmen. Nach diesem Praktikum wusste ich in diesem Beruf liegt meine Zukunft. Ich bin voll und ganz in dem aufgegangen was ich dort getan habe und es tat unheimlich gut anderen Menschen denen es schlech
16.09.2012 11:09
Vielleicht hat der völlig besoffene Penner der pöbelnd durch das Sozialamt stiefelte ähnliche Sachen, wie Du erlebt und ist deshalb so geworden?
25.05.2012 10:11
BH. Ein wirklich beeindruckender Bericht, bei denen ich an manchen Stellen wirklich den Kopf schütteln musste, da es mir unbegreiflich ist, dass solche Zustände in Deutschland möglich sind. Respekt vor deinem Durchhaltevermögen.
26.07.2010 03:32
Dein Bericht fertig lesen zu können, hätte mi Spaß gemacht, da fehlt doch noch was? Und ganz ehrlich? Wenn ich mal ne eigene Firma haben sollte, stell ich dich zu normalen Konditionen ein, eine solche Mitarbeiterin wünscht man sich doch?!