Hartz IV und der Tag gehört dir! - von wegen!
26.07.2010
Pro:
Man hat genug Zeit sich über das Amt aufzuregen
Kontra:
Hilfe bekommt man nur, wenn der Staat davon profitiert .
Empfehlenswert:
Nein
 sisteeer
Über sich:
ich mag das neue Design garnicht. Auch die Bewertungen der User war im alten Design einfach übersi...
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Hallo! Wie viele von euch bereits wissen, mache ich seit August 2008 eine Ausbildung zur Bürokauffrau.
Endlich eine Ausbildung Ich bin 2005 mit meinem Realschulabschluss von der Schule gegangen und habe direkt im Anschluss mit etwas Glück eine schulische Ausbildung zur Erzieherin anfangen können. Nach einem halben Jahr war mir ganz schnell bewusst geworden, dass dieser Beruf zwar ein wunderschöner und zukunftssicherer Beruf ist, mir allerdings keinen Funken Spaß macht. Deshalb habe ich zu meinem 18. Geburtstag gesagt, dass ich mich von der Schule abmelde und somit zum ersten Mal in die Arbeitlosigkeit rutsche. Mir persönlich ziemlich egal, da ich vorher keinen Cent verdient habe und mir deshalb vom Arbeitsamt sowieso nichts zustand. Nach einem Monat kam dann der erste Hammer.Wie vom Amt immer befohlen, habe ich mich Abgemeldet, als ich eine Woche in Urlaub fahren wollte und ihnen erklärt, dass ich bitte in dieser Woche keinen Termin bekommen möchte. Darauf hin erklärte mir die sehr unfreundliche Frau vom Amt, dass das nicht ginge, da ich noch keine drei Monate arbeitslos war und sie mir sofort alle Leistungen streichen würde, wenn ich diese Woche nicht anwesend sei.Welche Leistungen, dachte ich mir und bin -natürlich ohne Konsequenzen seitens des Amtes- in Urlaub gefahren. Danach hatte ich mehrere Termine im Amt und musste erklären warum ich diese Ausbildung nicht mehr machen wollte und was ich nun machen möchte.Nachdem ich dem jungen Herrn erklärt habe, dass ich gerne in den Verwaltungs- oder Tierpflegebereich einsteigen möchte, wurde mir nur erklärt, dass ich mit diesen Noten keine Chance hätte jemals eine Ausbildung zu finden und mein Weg in die Arbeitslosigkeit führe. Hallo?? Sollte dieser Herr wirklich das sagen oder hatte er nicht die Aufgabe mir zu helfen einen Job zu finden? (Übrigens hatte ich einen Realschulabschluss von 2,8 und das letzte Zeugnis meiner Ausbildung stand bei 1,4)Mit viel Glück fand ich wieder eine Ausbildung -sogar im gewünschten Bereich- als Bürokauffrau. Antritt meiner Ausbildung imHerbst 2008 Freitags hatte ich erfahren, dass ich Montag morgens um 8Uhr doch bitte Anfangen solle. Eine Woche früher, als der Ausbildungsvertrag sagte, aber was macht man nicht alles, wenn man eine Ausbildung haben möchte? Immerhin habe ich montags sofort den Vertrag vorgelegt bekommen, den ich unterschreiben sollte. Sogar mit unmöglichen Konsitionen. 25 Tage Urlaub im Jahr, wobei Weihnachten und Silvester jeweils einen ganzen Tag bedeuteten und satte 350 € brutto im 1. Lehrjahr.Besser als nichts, dachte ich mir und unterschrieb den Vertrag. Und schon stand ich mitten in der 40 Stunden Woche. Dort täglich mehrere Stunden alleine habe ich meine Aufgaben so gut wie möglich versucht zu meistern und zeitweise alle Termine für Monteure und Auszubildende des 6 Mann-Handwerksbetriebes gemanaget.Leider bin ich mit meinen 275 € netto nicht wirklich zurecht gekommen. Ich musste mein Auto bezahlen, das Benzin zur Berufsschule und wollte eigentlich ausziehen. Deshalb habe ich mich nach einem halben Jahr auf die Suche nach einem neuen Betrieb gemacht, in dem ich meine Ausbildung fertig machen konnte. Natürlich wurde ich eine Woche später vom Chef angesprochen, was das soll, mich woanders zu bewerben und wenn es mir nicht gefällt, solle ich doch bitte sofort kündigen und man legte mir einen Aufhebungsvertrag vor.
Die Versöhnung Ich versuchte meinem Chef klar zu machen, dass ich mit dem Geld nicht auskommen würde und andere in meinem Beruf das dreifache verdienen. Ab dem 2. Lehrjahr wurde mir versprochen, würde ich 600 € brutto bekommen. Okay, dachte ich. Nicht schlecht, das reicht. Die Zeit verging und ich saß mehr oder weniger täglich alleine oder mit meiner Chefin 8 Stunden am Tag im Büro und merkte schnell, dass ich eigentlich eine vollwertige Arbeitskraft bin, der übel genommen wird, wenn sie in der Berufsschule ist oder einen Tag wegen Grippe zuhause bleibt.
Das zweite Lehrjahr Endlich war es soweit. Ich durfte mich mit 600 € beglücken und arbeitete weiterhin im täglichen Trott. wirklich etwas gelernt habe ich allerdings nie. Wenn ich mir ansehe, was andere in ihrer Ausbildungszeit gelernt haben und ich.... Nunja. Egal, solange ich die Prüfung schaffe, ist das kein Problem. Immerhin verstand ich mich mit allen Mitarbeitern und dem Chef sehr gut.Im Dezember letzten Jahres wurde ich für vier Wochen krankgeschrieben, was mir von der Frau meines Chefs sehr übel genommen wurde. Schon bekam ich erstmal mein normales Ausbildungsgehalt wieder (laut Lohnabrechnung), aber keine Ausbildungsvergütung für Dezember. Als es mir im Januar leider nicht besser ging, wurde ich für weitere 4 Wochen krankgeschrieben.
Der Hammer Mitte Januar wurde ich stuzig, da ich immer mein Geld pünktlich hatte. Nach einem Gespräch mit der Frau meines Chefs hieß es, die Buchhaltung (welche nicht bei uns im Haus war) hätte einen Fehler gemacht, ich solle warten. Mein erster Anruf danach, war in der Buchhaltung, die mir erklärte, dass die Firma XXX GmbH pleite ist und kein Gehalt mehr überwiesen werden könne.Toll... Das wars auch mit Wohnung. Ich musste ausziehen.Einige Tage später bekam ich einen Brief von meiner Firma, die mir meine Zwischenprüfungsergebnisse (die ich schon vor über zwei Monaten von der Handwerkskammer bekommen hatte) und einen Aufhebungsvertrag für meine Ausbildung. An diesem heftete ein Zettelchen, auf dem Stand: Sehr geehrte Frau Sisteeer, aufgrund der aktuellen Situation legen wir Ihnen Nahe den Ausbildugnsvertrag vom 01.08.2008 mit sofortiger Wirkung aufzulösen. Aha. Welche Situation? Das ich krank war oder das ihr nichts mehr bezahlen könnt, es aber nicht zugebt?
Nachdem ich das Ding nicht unterschrieben habe, wollte ich am 01.03.2010 wieder normal zur Arbeit erscheinen, da die Krankmeldung abgelaufen war. Freitags davor erreichte mich ein Brief mit einer Kündigung. Wortlaut:Sehr geehrte Frau Sisteeer, da Sie anscheinend vergessen haben, den Aufhebungsvertrag fristgerecht an uns zurückzusenden, sehen wir den Vertrag hiermit als fristlos gekündigt. Ich, stinksauer, bei meinem Chef angerufen und ihn höflich, aber bestimmt zu einer Stellungnahme gebeten. Er erklärte mir nur trocken, dass für mich keine Verwendung mehr bestehe und er ja nichts dafür kann, wenn ich die Frist verpasse. Dass ich das Teil nie unterschrieben hätte, wollte er nicht glauben. Da ich diese Kündigung als unwirksam betrachtet habe, erschien ich wie gewohnt morgens um 8 Uhr auf der Arbeit. Dort bin ich erst wieder gegangen, als mir schriftlich bestätigt wurde, dass ich mit sofortiger Wirkung von der Arbeit freigestellt bin und eine fristlose Kündigung erfolge. Nach meiner Nachfrage, warum ich fristlos gekündigt werden sollte, habe ich gesagt bekommen, ich hätte Firmengeheimnisse an Kunden weitergegeben und dadurch hätten wir einige Kunden verloren.
Mein Gang zum Amt und zum Anwalt Natürlich musste ich die Kündigung beim Arbeitsamt melden und wurde promt zu einem Termin zur Berufsberatung eingeladen. Nachdem ich den netten Herrn fragte, was ich bitte mit einer Berufsberatung solle, ich möchte meine Ausbildung nur beenden, wusste er auch nicht, was ich hier soll und schickte mich wieder nach Hause.Mein Anwalt hingegen nahm die Sache in die Hand und sorgte über einen gerichtlichen Vergleich dafür, dass ich wieder eingestellt wurde.Ich wieder zum Arbeitsamt und mich nicht weiter Arbeitlos gemeldet. Nach zwei Tagen wurde mir erzählt, die Firma wäre seit Januar als insolvent gemeldet und ich hätte sowieso keine Chance mehr auf Geld etc. Ich also wieder zum Amt und promt wurde ich wieder eingeladen. Dort erklärte man mir, dass man mich als Arbeitssuchend melden kann, arbeitslos, allerdings erst, wenn eine Kündigung erfolgt sei. Eine Woche später stellte mich der Insolvenzverwalter der Firma wieder frei und erklärte mir, ich hätte Recht auf Arbeitslosengeld, da ich ab sofort nicht weiter arbeite und deshalb kein Geld mehr bekomme. Eine Kündigung würde er soweit wie möglich hinauszögern, damit es mit der Berufsschule keine Probleme gäbe...Wieder zum Amt Dort hatte ich immer wieder Termine und versuchte endlich einen kleinen Schimmer Hoffnung einzufangen. Aber man bewilligte mir lediglich ein paar Tage Arbeitslosengeld 2 mit einem Satz von 6€ am Tag. Wahnsinn... Das reicht mit Hängen und Würgen für den Sprit zur Berufsschule.Hoffung Handwerkskammer In der Handwerkskammer wurde mir immer und immer wieder versichert, dass mein Fall sehr ernst genommen werde und man mir so schnell wie möglich eine Ausbildungsstelle vermitteln würde.Nachdem ich meine kompletten Unterlagen abgeschickt hatte, meldete sich ein Herr bei mir, der mir erklärte, er hätte eine Firma gefunden, die mich nehmen würde, er allerdings noch ein Arbeitszeugnis bräuchte. Nach hin und her mit meinem Anwalt, dem Insolvenzverwalter und und und bekam ich -dank Anwalt- ein super Zeugnis und schickte es wieder zur Kammer. Eigenbemühungen Zwischenzeitlich bemühte ich mich natürlich weiterhin selbst um eine Stelle und fand eine Firma, die mit der passenden Förderung vom Arbeitsamt einen zusätzlichen Ausbildungsplatz einrichten könne.Ich -stolze wie Oskar- zum Amt und diese Förderung versucht zu beantragen. Und schwupp die Wupp... bekam meine schulische Ausbildung als Sozialassistentin, die ich während der Ausbildung zur Erzieherin machen musste, eine Bedeutung die die Ansprüche auf Förderung sinken von knapp 700€ auf 100€ im Monat. Somit konnte sich die Firma meine Stelle nicht zusätzlich leisten und ich bekam eine Absage. Deshalb bin ich wieder zur Kammer und fragte nach, ob sich etwas getan hätte. Dort erreichte ich allerdings noch den Kollegen, der mich tierisch anmotzte, dass die Firma immer noch darauf warten würde, dass ich mich bei ihnen melde und meine Unterlagen dort nicht vorlägen und und und. Der Kollege hatte mir keinen Namen genannt, er meinte, er leitet alles weiter.
Mein trauriges Ende Mit Kontakten, die ich durch meinen Großvater hatte, wurde mir in der Firma, in der er früher arbeitete Hilfe angeboten. Dort habe ich letzte Woche einen Ausbildungsvertrag vorgelegt bekommen und diesen auch unterschrieben.Ich bin sehr glücklich darüber, dass diese Firma sich dazu bereit erklärt hat, mich aufzunehmen und mir die Chance geben, das mittlerweile nur noch dritte ausstehende Jahr zu ermöglichen. Die Handwerkskammer meldete sich bei mir nie wieder. Ein Antrag auf Verkürzung der Ausbildung, dass ich im Dezember ausnahmsweise schon Prüfung machen kann, wurde aus folgendem Grund abgelehnt: Man sagt mir, dass ich in meiner Ausbildung zu wenig gearbeitet hätte. Mir also zu viel praktische Ausbildung fehlt. Sehr witzig, deshalb wollte ich die Prüfung shcon früher machen, dass ich überhaupt zugelassen werden kann. Eine Kündigung von meinem Noch-Ausbildungsbetrieb habe ich nun ebenfalls zum 31.07.2010 erhalten. Was bedeutet, hätte ich keine neue Firma gefunden, könnte ich schon im Oktober die Berufsschule nicht weiter besuchen und die Prüfung damit vergessen.
Das Arbeitsamt verbietet mir einen 400€-Job auszuüben, da ich Arbeitslosengeld bekomme und nur 160€ hinzuverdienen darf, versucht mir aber ständig Aushilfsjobs auf dem Bau etc. anzudrehen, bei denen ich erstens körperlich keine Chance habe und zweitens somit meine Ausbildung vergessen könnte. Mein Chef hat sich übrigens in das tolle Nicht-EU-Land Schweiz abgesetzt und will vol all dem nichts wissen. Seine Frau und Hund hat er wohl kommentarlos zurückgelassen. In der Gerichtsverhandlung waren übrigens die Begründungen für die Kundigungen nicht, dass ich Geheimnisse ausgeplaudert hätte, sondern, dass ich von meinem Recht, mich woanders zu bewerben, Gebrauch gemacht habe, was auch der Richterin lächerlich vorkam.
Mein Fazit Ich bin in der Zeit, in der ich Arbeitslos gemeldet war, eigentlich nur von allen hin und her geschickt worden, mein Chef hat mich belogen und vor Gericht behauptet, er verkauft die Firma nur, er ist nicht pleite, die Agentur für Arbeit versuchte mich mit Hängen und Würgen in ein Arbeitsverhältnis zu stecken, welches auf die Dauer für mich nicht MAchbar gewesen wäre und ich den Staat somit weitaus länger und mehr Geld gekostet hätte und in der Handwerkskammer weis anscheinend der Ar*ch nicht, was der Kopf macht. Ich finde es traurig, dass ein Auszubildender keine geregelten Rechte hat, seine Ausbildung weiter zu führen, falls die Firma aus welchen Gründen auch immer schließt. Ebenfalls finde ich es traurig, dass von 217 (!!!) angeschriebenen Firmen in meiner Umgebung keiner die Möglichkeit gesehen hat, mich noch ein Jahr zu nehmen, bzw. viele Absagen nur per Telefon auf Nachfrage kamen.Klasse finde ich auch, dass das Amt, nachdem ich 7 MAL schriftlich darauf hingewiesen habe, dass ich freitags Berufsschule habe, mir promt eine Einladung für Freitag geschickt hat. Also hier kommen wohl auch einige Dinge nicht so an, wie sie es sollten. Auch mein Arbeitslosengeld wurde mir für kanpp 100 Tage zugesichert, da ich nich lange genug einbezahlt hätte, danach können mich ja meine Eltern, die beide arbeiten gehen, finanzieren. Wie man sich das in Deutschland vorstellt, habe ich nun gelernt. Ich wünsche mir, dass ich nie wieder in meinem Leben arbeitslos werden und diese Misere nie wieder mitmachen muss. Wem dieses Schicksal nicht erspart bleibt, dem kann man nur Wünschen, dass er viele viele gute Nerven, viel Gedult und eine Menge Selbstdisziplin für Bewerbungen hat.
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13.06.2011 21:57
Irgendwie gehts ja eigentlich mehr ums insolvente Unternehmen, Ausbildungsplatzsuche und Probleme innerhalb eines Unternehmens, als um die Arbeitslosigkeit an sich. Offiziell gilt auch nicht als arbeitslos, wer sich in einer Aus- oder Weiterbildung befindet, krank geschrieben ist, usw.
26.12.2010 12:00
Ach DU scheißeeeee .... den Schwachbacken vom Amt müsste sowas passieren, dann würde die solche Probleme auch ernst nehmen!!! Denen geht es viel zu gut!
06.12.2010 17:47
Die Arge ist das letzte, hat noch niemanden geholfen wenn man sich nicht zu 100% selbst hilft und dabei wahrhaft nen "Krieg" mit denen anfängt. Man muss als Arbeitsloser schon enorm um seine Rechte kämpfen - nur "Verarsche" bei denen. Und glaubt blos nicht den Mist über Hartz4 Erwerber den das Fernsehen verzapft. TV=Gehirnwäsche