Neon Bible Archives...
14.04.2009
Pro:
Spannende, andersartige(r) Konzertfilm bzw . Doku . . .
Kontra:
Experimentelle Filmart, eher für Fans . . .
Empfehlenswert:
Ja
 MauriceAC
Über sich:
t.b.a.
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 41 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
>Intro Arcade Fire sind schon recht großartig. Da kann man jetzt gar nicht mehr lange drüber diskutieren, dem ist einfach so. Oder doch? Wahlweise ist die Band auch anstrengend bis nervig. Kann man jetzt nicht nachvollziehen, aber jedem eine Meinung. Und entweder ganz großartig oder ganz schön schwierig ist auch "Miroir Noir"...
>Kritik Diese erste DVD Veröffentlichung der Band ist eine Art Konzertfilm, entstanden auf der "Neon Bible" Tour unter der Regie von Vincent Morisset. Morisset wird von Vincent Moon unterstützt, der sich als Regisseur mit seinen kurzen und überaus intimen "Take-Away Shows" einen Namen gemacht hat und auch schon Größen wie R.E.M. filmisch begleitet hat.
Neben Liveperformances der Band zeigt "Miroir Noir" aber noch viel mehr, der Film ist gleichzeitig ein Blick hinter die Kulissen: wer Arcade Fire und die beiden verantwortlichen Filmemacher hinter dem Projekt kennt, weiß das hier keine lineare Dokumentation erfolgt, kein Bericht entsteht, der tatsächliche Fakten und Informationen aneinander reiht; stattdessen gibt "Miroir Noir" in grobkörnigen, gerne verwackelten Bildern atmosphärisch einen Eindruck der Band und ihrer Schaffens wieder. Eben diese rund 70 Minuten Film nun zu beschreiben fällt nicht leicht: mal sieht man einzelne Songfragmente, mal die Band bei den Aufnahmen zum zweiten Album im Studio, mal Ausschnitte eines ihrer Videoclips, dann wiederum einen Livemitschnitt einer ihrer Shows. Und zwischendurch bemerkt man lauter kleine Details, etwa das Régine Chassagne die Orgel auf "Intervention" Barfuss eingespielt hat oder das Arcade Fire scheinbar gerne in Aufzügen spielen. So vervollständigt "Miroir Noir" das Bild der Band für den Zuschauer und -hörer zusehends, dessen Idee von Arcade Fire bzw. ihrer Musik sich formt und weiter, jedoch stets nicht wirklich greifbare, Gestalt annimmt. Dieses Unkonkrete auf "Miroir Noir" entsteht in erster Linie durch die Collagentechnik die Morisset und Moon hier verwenden, die vielen Schnitte, Brüche, das Aneinandersetzen von Fragmenten und das Einschieben von Filmmaterial und Audioschnipseln. Lässt man sich auf diese doch eher experimentelle Art des Films ein, ist "Miroir Noir" eine Entdeckungsreise und ein Erlebnis zugleich; wenn man dies nicht kann, so könnte sich die DVD als anstrengend erweisen…
Um es an dieser Stelle abermals klar zu sagen: dies ist weder ein Konzertmitschnitt noch eine reine Musik-DVD, wie sie andere Künstler denn abgeliefert hätten (zwar lassen sich auch die einzelnen Songs der DVD anwählen, jedoch wird fast kein Lied wirklich zu Ende ausgespielt). Arcade Fire wollen dies erst gar nicht. So ist "Miroir Noir" ein bisher doch einzigartiges Dokument über eine faszinierende Band, die stets überrascht und sich wohl nie um irgendwelche Konventionen großartig kümmern wird… >Extras auf DVD 2
Neben der regulären DVD Veröffentlichung hat sich die Band auch etwas Besonderes einfallen lassen. "Miroir Noir" erscheint des weiteren als Doppel-DVD in einer speziellen Verpackung: zwischen zwei in Leinen gebundenen Deckeln ist eine Art Buch, dessen Seiten sind zunächst wie ein Arkodion gefaltet und lassen sich zu einem kunstvollen Panorama aufklappen. Sieht entsprechend zehnmal besser aus als die schlichte Verpackung der normalen DVD Variante. Inhaltlich hat die zusätzliche zweite DVD natürlich auch einiges zu bieten. Bei ihrem "Saturday Night Live" Auftritt spielt die Band mit "Keep The Car Running" und "Intervention" zwei Songs aus der "Neon Bible". "Keep The Car Running" kann man anschließend abermals bewundern, diesmal bei "Friday Night With Jonathan Ross". Ein kleines Highlight: Sänger Win Butler schien hier leicht schlechte Laune zu haben und lässt diese gegen Ende an einer TV-Kamera aus. Ein drittes Mal findet man "Keep The Car Running" dann unter "Arcade Fire at the BBC", gefolgt von den "Neon Bible" Tracks "No Cars Go", "My Body Is A Cage", "Neon Bible", "Intervention" als auch den Stücken "Power Out" und "Rebellion (Lies)" vom Debütalbum "Funeral". Abgerundet wird die DVD mit den "Neon Bible" Infomercials, zwei Werbeclips im trashigen 80er-Jahre-TV-Commericial Stil.
>Fazit Das Timing für die Veröffentlichung ihrer ersten DVD haben Arcade Fire nicht ganz glücklich gewählt: "Neon Bible" ist schon leicht in Vergessenheit geraten nach zwei Jahren und von einem neuen Album ist bisher auch noch nicht die Rede. Kurz: Arcade Fire sind gerade nicht so wirklich in aller Munde, die neue DVD könnte also leicht übersehen werden. Und so richtet sich "Miroir Noir" wohl auch in erster Linie an die Fans der kanadischen Band, eben an die Komplettsammler. Was schade wäre, denn mit "Miroir Noir" liefert die Band eine völlig andere Idee einer Musik-DVD ab, vielleicht am ehesten noch mit Radioheads audiovisuellen Collage "Meeting People Is Easy" zu vergleichen. Weder Doku noch Konzertmitschnitt, irgendwo dazwischen platziert ist diese DVD teilweise verwirrend, teilweise vielleicht anstrengend, aber stets spannend und völlig anders als bisherige, ähnliche Veröffentlichungen...
>by MauriceAc '09 (zuerst erschienen auf splashmusik.de)
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07.05.2010 16:09
klingt sehr unkonventionell und daher durchaus sehenswert.
15.04.2009 21:26
Hört sich interessant an.
14.04.2009 16:57
danke für den tipp. ich finde es super, wenn man bei ciao auch mal über bands abseits des mainstreams informiert wird....und unkonventionelle musid-dvds interessieren mich sowieso:)