Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Stabil, hat einen Rekorder vomselben Hersteller, Adapter ermöglicht auch Aufnahmen ohne die Cam |
| Kontra: |
Wenig Einstellmöglichkeiten, geringe Lichtempfindlichkeit, dunkelt schonmal ab, Stirnband fummelig |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Die Archos Helmkamera Gen 5 ist ein Zusatzgerät für die Multimediaplayer 405/605 und die 5er Geräte von Archos. Die Kamera ist 7,5cm lang und hat 2cm Durchmesser, ist also etwa so groß wie mein Zeigefinger (daher wohl auch Fingerkamera genannt), wiegt 100g, hat ein stabiles Metallgehäuse und ein in das 1,25m lange Verbindungskabel eingearbeitetes Mikrofon. Die Kamera wird über den sogenannten Traveladapter (liegt bei) mit dem Archosplayer verbunden, in meinem Fall mit einem 605 Wifi mit 30Gb, zu dem auch ein Bericht von mir existiert. Für diese Fingerkamera gibt es also einen direkt passenden Rekorder, den/die oben erwähnten Archosplayer. Das ist nicht selbstverständlich, Hersteller von Helmcams liefern in der Regel keinen passenden Rekorder dazu, den muss man sich dann z. B. aus einem Camcorders und entsprechenden Kabelverbindungen zusammenbasteln.
Ich habe die Cam für 30€ bei einem Media Markt in Düsseldorf bekommen, die UVP liegt allerdings bei 119€, man bekommt sie aber schon für etwas weniger Geld im Internet (guenstiger.de usw.).
Um es vorweg zu nehmen, mehr als 50€ würde ich für die Cam nicht ausgeben da es doch an Einigem mangelt.
Die Auflösung ist mit 640x480 Bildpunkten (VGA, 0,3 Megapixel sozusagen) gerade noch in Ordnung. Das Gehäuse scheint äußerst stabil und man kann die Aufnahme über eine in das Verbindungskabel integrierte Taste bedienen. So kann man ohne den Player in der Hand zu haben Aufnahmen starten. Somit ist die Kamera grundsätzlich für den sportlichen Einsatz geeignet, dafür ist sie auch in erster Linie gedacht. Das beiligende effektive 60cm lange Stirnband mit Klettverschluss ermöglicht es die Cam so auszurichten dass man in etwa das filmt was man sieht. Zu beachten ist jedoch das recht geringe Sichtfeld von 72,5°. Verrutscht die Kamera etwas, oder man hält den Kopf zu tief oder zu hoch filmt man entweder den Boden oder den Himmel. Man muss lernen die Cam richtig zu positionieren, es ist auf jeden Fall möglich, notfalls indem man in die Kamerahalterung (siehe Foto) z. B. dünne Stifte schiebt und so den Winkel der Cam verändert. Desweiteren sind nur im Bereich von 1,5 -10m scharfe Aufnahmen möglich. Man kann natürlich aus der Nähe filmen, nur dann darf man nicht erwarten zum Beispiel kleinere Schriftzüge einwandfrei lesen zu können. Man kann zwar immerhin die Bitrate, die Abtastrate, Helligkeit, Kontrast, Sättigung und Farbton einstellen und der Aufnahme einen Zeitstempel verpassen, aber Einstellungen so dass man in den Makrobereich reinkommt oder auch bei wenig oder viel Licht bessere Ergebnisse erzielt, gibt es leider nicht. Der Weißabgleich wird zum Beispiel automatisch von der Cam/Player eingestellt. Das Bild Aufnahmeformat ist AVI. Daher benötigt man kein Plug-in (siehe Bericht zu Archosplayer) für die Helmcam.
Von einem Paraglider im Archosforum (www.archos-forum.de) weiss ich dass die Kamera abdunkelt wenn sie in die grobe Nähe der Sonne gehalten wird. Vielleicht eine Schutzvorrichtung. Direkt in die Sonne soll man die Cam zumindest nicht halten. Ist es im Gegensatz dunkel verrauscht das Bild, die Lichtempfindlichkeit liegt halt nur bei 1,0 Lux, bei einer hochwertigen Helmkamera bei etwa 0,5 Lux, soweit ich informiert bin ist das eine andere Liga. Bei Dämmerung aber liefert die Cam noch gute Bilder.
Ebenfalls störend sind Treppenstufen bei geraden Linien im Raum, zum Beispiel in einem Tischtennisnetz oder in einer Brücke aus weiter Entfernung, das heisst das Tischtennisnetz hat keine gerade Begrenzungslinie sondern eine die in Treppenstufen aufgeht. Leichte Treppenstufen kann man auf dem achten Foto an meiner Brille erkennen, allerdinsg auch, wie ich finde, einige Details. Bei schnellen Kameraschwenks kommt es leider zu Klötzchenbildung.
Empfohlen wird die Kamera bei nicht unter 5°C und nicht über 35°C zu benutzen. Beim Hersteller Archos sagte man mir dass unter 5°C die Stellmotoren des Objektivs beschädigt werden können, oder die Cam nicht einwandfrei funktioniert. Es ist nicht zu erwarten dass bei <5°C zwangsläufig Beschädigungen auftreten, ich habe schon einige Wintervideos mit dieser Helmcam gesehen, aber ein Risiko besteht.
Es gibt User im Archosforum die behaupten dass der Archosplayer Erschütterungen nicht stand hält und so die Aufnahmen fehlerhaft werden. Das konnte ich bisher einmal ebenfalls feststellen, bei einer Fahrt auf einer Naturtreppe mit etwa 10 hohen Stufen, kam es für einen Bruchteil einer Sekunde zu einer Aufnahmestörung. Das ließ sich aber nicht reproduzieren, beim nächsten Mal kam es auf dieser Treppe zu keiner Störung. Ich bin allerdings noch nicht todesmutig anspruchsvolle Abhänge mit meinem Bike runtergeschossen. Von daher werde ich nachberichten falls es doch zu nennenswerten Problemen kommt. Bei Fahrten auf normalen Betontreppen mit dem Bike kam es bei mir bisher nicht zu Störungen der Aufnahme. Ich transportiere den Archosplayer allerdings auch in meinem Rucksack, das ist die sicherste Variante, wo er vor Erschütterungen weitesgehend geschützt ist. Die Steckverbindungen halten den Erschütterungen auf jeden Fall stand, das heisst die Kabel lösen sich nicht während der Fahrt/des Einsatzes.
Das Mikrofon rauscht schon etwas, aber für den vorgesehenen Einsatz ist das unerheblich. Eine separate Tonaufnahme ist auch möglich, aber auch hier darf man nicht zuviel erwarten. Wer bessere Aufnahmen hinbekommen möchte sollte ein hochwertiges Mikrofon anschließen. Aber Vorsicht dabei, der Player könnte beschädigt werden durch den Dynamikumfang. Hier ist dann ein vorsichtiges Händchen gefragt, bestenfalls ruft man die Archosreparatur und Herrn Wiese unter 02182 570410 an, da wird einem geholfen. Gut ist, dass man den Aufnahmepegel des Mikros über den Player einstellen kann. Je niedriger der Pegel desto geringer das Rauschen aber auch die Lautstärke. Das Ton-Aufnahmeformat ist WAV.
Wer keine großen Ansprüche hat, kann diese Cam kaufen, wer was Richtiges haben will sollte 200-300€ investieren für eine Helmkamera eines anderen Herstellers. Mit etwas technischem Verständnis von Kabelverbindungen kann man eine fremde Helmcam mit dem Archosplayer über den Traveladapter verbinden. Gelötet werden muss dabei also nicht, man braucht nur entsprechende Adpater, unter Umständen. Übrigens kann man mit dem beiliegenden Traveladpater und dem Archosplayer jede beliebige Videoquelle aufnehmen, vorrausgesetzt es gelingt eine Kabelverbindung herzustellen. Der Traveladapter hat zwei Eingänge, eine 3,5-Klinkenbuchse und eine proprietäre Socket (Buchse) für den Ton der Helmkamera. Möchte man ein anderes Gerät als die Helmcam verwenden steht einem nur die 3,5-Klinke zur Verfügung, über die man aber genauso Ton und Bild aufnehmen kann. Ich habe auch das Mini Dock (siehe Bericht) von Archos gekauft bei dem unter anderem ein Audio/Videocinchkabel auf 3,5-Klinke beiliegt. Wenn ich mit diesem Kabel meinen analogen Videorekorder (der Traveladapter hat leider keinen Verstärker, deswegen kann man ihn nicht direkt an die Kabeldose anschließen) mit dem Archos 605 Wifi verbinde, gelingen mir annehmbare TV-Aufnahmen. Man kann dafür alles was sich Receiver nennt nehmen. Allerdings darf man auch hier nicht zu viel erwarten, denn der Traveladapter nimmt nur analog auf. Im Klartext heisst das, dass das Aufnahmeergebnis des TV Bildes nicht zwingend über das eines hochwertigen analogen Videorekorders hinausgeht. Ist das TV-Signal allerdings hochwertig, entweder digital oder analog aus einer neuen hochwertigen Anlage (wie von Unity Media) eingespeist, ist das Aufnahmeergebnis deutlich besser, aber niemals digital und auch nicht HD. Leichte Abstriche sind also in jedem Fall zu machen.
In meinen Augen handelt es sich bei dieser Helmcam um ein Einsteigergerät, mehr nicht. Laut Hersteller ist sie für professionelle Einsätz geeignet. Das hängt allerdings ganz klar von der notwendigen Qualität der Aufnahme und dem Einsatzgebiet ab. Es soll Leute in der Agrarwirtschaft geben die mit dieser Kamera arbeiten, ich persönlich kenne allerdings keinen, was auch daran liegen dürfte dass ich aktuell Niemanden aus der Agrarwirtschaft kenne (-:.
Ich habe die Cam bisher für Ausritte mit meinem Mountainbike benutzt und bin insgesamt schon zufrieden. In letzter Zeit kam es allerdings ohne sichtbare Einwirkung gelegentlich zu Ausfällen der Kamera, ich weiss noch nicht woran es lag. Zuletzt lief sie wieder einwandfrei. Davon abgesehen, mehr als eine bedingte Kaufempfehlung kann ich aber nicht aussprechen, richtig gut ist die Cam einfach nicht, aber ein brauchbares Einsteigergerät. Also ist sie für den Einsteiger empfehlenswert. Wenn mein Freund also ein Einsteiger wäre würde ich die Cam empfehlen aber auch auf die Nachteile hinweisen.
Nachtrag: ein selbstgedrehtes Video ist übrigens unterwegs. Da ich noch nicht weiss wie lange die Bearbeitung durch ciao dauert setze ich den Bericht schon mal rein, es ist ja immerhin ein Foto von einer Aufnahme unter den anliegenden Bildern.