eine teure Überraschung

5  02.10.2000 (07.08.2001)

Pro:
Umfangreiches Genusserlebnis beim 17 - jährigen

Kontra:
keine preiswerte Lowend - Abfüllung erhältlich

Empfehlenswert: Ja 

jolinden

Über sich: Trust me! I know what I’m doing.....bang...arrggh (Sledge Hammer)

Mitglied seit:14.01.2000

Erfahrungsberichte:278

Vertrauende:117

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 87 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Der Islay Whisky Ardbeg ist grundsätzlich, egal welche Abfüllung man wählt, einer der preislich schwer gehobenen Single Malts. Erhältlich ist er wie die meisten Single Malts in mehreren Altersstufen, imho ist der 17-jährige (mit derzeit 40% Alkoholgehalt) die Brennereiabfüllung, die m.E. den besten Gegenwert für's Geld bietet. Obwohl man knapp 100 DM für die 0,7er Flasche hinblättern muss, aber der deutlich jüngere 10-jährige ist nur 20 DM billiger (80 DM für einen regulären 10-jährigen, das traut sich sonst kaum einer), und entsprechend seinem geringeren Alter auch merklich weniger ausgereift.

Neben diesen beiden herkömmlichen Abfüllungen (die übrigens mit einem geringeren Rauchanteil aufwarten als die - sagen wir mal herzhafteren - Produkte die vor 1975 destilliert wurden) gibt es natürlich auch bei dieser Marke vintage-Abfüllungen, die bis zu 30 Jahre alt sein können, und dem Sammler dann ein kleines Vermögen wert sein müssen. Da gibt es beispielsweise einen "Ardbeg 1974 provenance vintage" in einer wunderschönen Holzkiste mit Tartanbeutel, zum Preis von 800 DM. So einen wird sich kaum einer leisten (auch ich kann über diesen Whisky nichts berichten), aber es gibt neben diesen besonders exquisiten Brennereiabfüllungen auch Abfüllungen von Douglas Laing oder Murray McDavid, die so zwischen 120 und 300 DM kosten, und damit als reelles Angebot betrachtet werden können.

Interessanterweise kommen viele dieser Sonderabfüllungen mit dem normalen dunkel gehaltenen Ardbeg-Etikett auf den Markt, und sind somit sofort eindeutig zu identifizieren. Ganz im Gegensatz zur Tradition einiger anderer Brennereien, deren Etikette zwar vielleicht edler (oder zeitgeistiger?) wirken, aber bei den alten Abfüllungen ein 150%iger Stilwechsel in der Aufmachung in Kauf genommen werden muss.

Die Verkostung des 17-jährigen Ardbeg hat mich nachhaltig beeindruckt und überrascht. Im Aroma zwar typisch Islay, mit Rauch und Seetang in der Nase, kommte aber im Geschmack erstaunlich wenig Rauch zum Vorschein, es sind eher süßliche Töne wie bei einem Lowland bestimmend, und der lange malzige Abgang ist köstlich und erinnert in seiner Art wieder an viele Highland Malts.

Als Vergleich hatte ich mal das Vergnügen den Ardbeg 1975 zu versuchen, der mit extrem viel Rauch und Seetang kommt, und eher für Spezialisten geeignet sein dürfte.

Es rentiert sich für fortgeschrittene Whiskyfreunde auf jeden Fall, den Ardbeg mal zu versuchen, denn wenn man schon ein gewisses Erfahrungsspektrum hat, sind die beschriebenen Analogien ein Fest für die Sinne. Für einen Neueinsteiger wird er wohl bereits aus Preisgründen erst weiter hinten auf der Prioritätenliste landen.

Die Brennerei wurde leider 1981 geschlossen. Für (halbwegs betuchte) Sammler gibt es da einige Investitionspotenziale.

Und wenn ich unten schon wieder die Formulardaten sehe, von wegen Wirkungsgrad und Nachwirkungen - nehmt das bitte nicht ernst was ich da eintragen musste. Und ob man einen Ardbeg als "korrekt" bezeichnen muss (voll fett korrekt, ey), ist auch Geschmackssache.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
innocence667

innocence667

14.06.2008 13:56

O.K., so erledigt sich der 17jährige auf meiner must-have-Liste, der Ardbeg ten, für mich wegen seines harmonischen Rauchs einer der herausragenden Malts der Insel Islay, dürfte so durch den "Unterschlupf des Biestes" nicht geschlagen werden. Der 1975 wäre vielleicht interessant nach Deinen Worten, wohl aber unbezahlbar..........

innocence667

innocence667

26.03.2007 19:04

Gut gesprochen!

squaredigger

squaredigger

12.05.2003 19:17

Die Distillery ist bereits seit 1998 in den Händen von Glenmorangie und produziert längst wieder ;-)

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