Frühling - auch wenn der Winter naht...
01.04.2000 (28.10.2001)
Pro:
angenehm leicht
Kontra:
schnell verfliegender Duft
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Ergiebigkeit
Häufigkeit der Nutzung
Duftnote
Geruch des Parfums
mehr
 xaviera
Über sich:
... there's a devil laying by your side -
you might think he's asleep, but take a look at hi...
Mitglied seit:01.01.2000
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Zugegeben, für Frühlingserwachen ist es natürlich inzwischen etwas spät, wer jedoch nach einem passenden Duft auch für kühle Tage suchen sollte, wird mit "Emporio Armani Lei" durchaus fündig werden können;-) Vielleicht ist dem/der einen oder anderen in der Parfumerie bereits der Flacon aufgefallen, denn das war auch das erste, was mich angesprochen hat (siehe Foto oben): ein schlichter, mattsilbern glänzender Flacon, der sich samtig-kühl anfühlte und sehr gut in der Handtasche machen würde (da keine separate Verschlußkappe, die sich irgendwann "selbstständig macht... Und auch der Duft machte im spontanen Test einen sehr positiven Eindruck: weiblich, sinnlich warm und weich - verglichen mit einem Stoff wäre es wohl Organza: leicht, durchscheinend und subtil, trotzdem sehr beeindruckend.
Derzeit gibt es außerdem einen neuen TV/Kino-Werbespot zu Armani, der unter dem Titel "Liebe im virtuellen Zeitalter" diesen Duft als aufregend, jung und sexy bewirbt... Die Musik dazu lieferte die englische Gruppe Massive Attack (das erste Mal für eine Werbung übrigens), da Musiker wie Modeschöpfer sich durch eine gemeinsame Vision verbunden fühlten: "Modernität, Optimismus und unerschöpfliche Energie". Das alles sollte auch im Duft wiedergefunden werden, aber das kann ja jede/r selbst entsprechend interpretieren - und im Zweifelsfalle besser nicht durch den Spot abschrecken lassen ;-) Zumindest lohnt der Werbespot durchaus näheres Hinsehen, denn selten wird ein Duft so auffällig in Szene gesetzt... Die Duftkreation von Armani (1998 auf den Markt gebracht) wird natürlich nicht nur ganz lapidar als modern und aufregend charakterisiert, sondern klassischerweise wie folgt: "Die fein-orientalische Komposition aus Jasmin, Heliotrop und Früchten, mit einer Basis aus Zedernholz, Vanille und Moschus ist frisch und gleichsam sinnlich." Die nächste Duftbeschreibung in einer poetischeren Variation: "eine moderne Heliotropnote mit frisch-würzigem Auftakt und subtiler, ausgesprochen zärtlicher Basis".
Somit hätten wir jetzt zumindest die Duftfamilie geklärt: orientalisch, allerdings nicht so schwer wie verschiedene andere Düfte, die als Basiskomponente z.B. Moschus enthalten (das berühmt-berüchtigte Opium von Yves Saint Laurent zählt dazu). Für Liebhaberinnen sportlich-frischer Düfte ist dieses Parfum also nicht unbedingt empfehlenswert, Freundinnen weiblich-warmer Parfums werden es jedoch gern mögen, gerade als leichten Tagesduft. Die "Basisnote" bleibt übrigens am längsten (mehrere Stunden)auf der Haut haften, während die "Kopfnote" das ist, was wir spontan beim Aufsprühen bemerken und die "Herznote" (entwickelt sich nach einigen Minuten) quasi das "Thema" des Parfums ausmacht. In unserem Falle wäre es also eine Entwicklung von fruchtig-würzig zu warm-orientalischen Noten - und da das etwas abstrakt klingt, hier nun eine kurze Beschreibung der Hauptinhaltsstoffe unseres neuen Lieblingsduftes.
Jasmin dürfte den meisten wenigstens als Topfpflanze bekannt sein. In der Parfumerie zählt Jasminum grandiflorum (die "großblütige") zu den meistverwendeten Blüten und wird daher oft nur als "die Blume" bezeichnet. Für den Erhalt von einem Kilo Jasminessenz werden ca. 750 Kilo frische Blüten benötigt und diese werden auch heute noch per Hand gelesen. Der Anteil an Essenz in einem Parfum beträgt heute höchstens ein bis zwei Prozent (bei "Lei"z. B.), Anfang des Jahrhunderts waren es noch bis zu zehn Prozent. Vanille ist auch als Küchengewürz bekannt, ursprünglich stammt sie aus Mexiko, heute ist sie jedoch auch auf Inseln im Indischen Ozean (Madagaskar, Komoren) heimisch. Vanilla planifolia ist die Frucht einer Kletterorchidee, die lange Schoten bildet. Und wer die Vanilleschoten kennt (im kleinen Glasröhrchen auch im Supermarkt erhältlich), weiß, was ich mit einem klebrig-süßen Duft meine.
Moschus ist ein duftendes Sekret aus der Bauchdrüse des Moschushirsches. Da dieser jedoch recht einzelgängerisch auf diversen asiatischen Hochplateaus lebt, gestaltet sich die Gewinnung recht schwierig. Für ein Kilo Moschus benötigt man ca. 40 Drüsen, früher mußten die Tiere dafür getötet werden, der Rohstoff war entsprechend selten und teuer. Moschus zählte in vorigen Jahrhunderten zu den beliebtesten Duftstoffen neben Ambra und Weihrauch, heute wird das Sekret weniger verwendet. Es kann auch chemisch hergestellt werden, um Parfums eine animalisch-sinnliche Note zu verleihen. Heliotrop ist eine beliebte Balkonblume, die ursprünglich aus Peru stammt und aufgrund ihrer intensiv vanilligen Duftnote jetzt auch für die Parfumerie entdeckt wurde. Jedoch auch als Duftpflanze auf der Terrasse macht der kleine, übrigens in allen Teilen hochgiftige, Strauch mit blau-violetten Blüten und dunklem Laub Eindruck.
Zedernholz gibt eine würzig-holzige Note und wird durch Destillation aus dem Holz des Zedernbaumes gewonnen. Die meisten Duftstoffe können heute übrigens chemisch nachgebaut werden, wenn auch nicht zu hundert Prozent, so jedoch immerhin ausreichend, um einem bestimmten Duft "einen Hauch von... " zu geben. Diese Zutaten alle zusammen mit verschiedenen anderen chemischen Zusä tzen sowie Alkohol und Wasser bildet dann das, was wir aus der rundlich-praktisch schönen Dose des Morgens aufsprühen und darüber, was genau uns da so warm-sinnlich duftend umschmeichelt, macht sich frau eher weniger Gedanken. Obwohl wir uns manchmal auch die Aufwendungen zur Herstellung eines Parfums durchaus vergegenwärtigen sollten - der Entstehungsprozeß kann ca. acht Jahre dauern, bis die "perfekte" Kombination aus vielen einzelnen Komponenten gefunden ist... Einziger Nachteil von "Lei": der Duft besitzt eine sehr geringe Haftung, verfliegt schnell und frau muß öfter nachsprühen (obwohl das Parfum ein Eau de Parfum ist mit einer Duftkonzentration von ca. 15%!). Als Abendduft, wie manchmal empfohlen, ist es mir fast schon zu leicht und eben, aufgrund der kurzen Haftung, nicht so geeignet.
Um möglichst lange etwas zu bemerken, sollten besonders dünne, gut durchblutete Hautstellen parfümiert werden, wie Ohrläppchen, Armbeugen, Handgelenke, Kniekehlen - auch Haar ist ein sehr guter Duftträger, allerdings nur, wenn frau immer das gleiche Parfum nutzt;-) Für Allergikerinnen ist letzteres oft die einzige Möglichkeit, Parfum zu tragen, denn aufgrund der tw. reizenden Inhaltsstoffe (Alkohol, Pflanzenauszüge) ist ein Auftragen auf die Haut nicht empfehlenswert. Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit, ein beduftetes Tuch mit dem Lieblingsparfum zwischen die Wäsche zu legen - dies allerdings auch nur, wenn der ggfs. zugehörige Herr einen eigenen Kleiderschrank besitzt... Der Damenduft "Lei" ist in zwei Größen (30 und 50 ml) als Eau de Parfum-Spray erhältlich, der Preis liegt bei moderaten 55,-DM für 30 ml, ist also im Vergleich zu anderen Armani-Parfums (wie "Mania") relativ günstig. Für Freundinnen der Bodylinie gibt es zur Ergänzung noch ein Duschgel, eine Bodylotion (jeweils 200 ml) sowie ein Deo-Spray (150 ml). Der Preis für diese Produkte liegt jeweils um ca. 40 Mark. Ein reines Parfum ist nicht erhältlich. Die Duftlinie ist in einem grau-silbrigen Karton mit schwarzer Umschrift verpackt: Understatement pur (wie bei Armanis Mode;-), aber trotzdem eindrucksvoll und innovativ zugleich.
Passend dazu gibt es das Herrenpendant "Lui", beispielsweise als Eau de Toilette (30 ml ca. 59,- DM). Dieses Parfum ist eine holzig-grüne Komposition mit warmer Basisnote (wie der Damenduft). Eine gute Geschenkidee für die Liebhaber von Partnerdüften, zumal beide Flacons perfekt ineinander passen, so kann also morgens wenigstens der Flacon von "ihm" mit "ihr" im Bad eine Runde kuscheln;-) Wer allerdings nun gern Armani im Internet besuchen möchte, um sich näher zu informieren, wird enttäuscht sein, denn die deutsche Seite www.armani.de ist noch nicht "in Betrieb". Auch die italienische Seite http://www.altea.it/emporioarmani/index.html gibt sich nicht gerade auskunftsfreudig, aber vielleicht tut es fürs erste auch ein Besuch in der nächsten Parfumerie zum "Probe-Duften" ...
PS: Die Angaben zu den Inhaltsstoffen wurden sinngemäß z. T. Fabienne Pavias "Die Welt des Parfums" entnommen.
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Ein sehr hilfreich wegen der umfassenden Hintergrundinfos. Viele Grüße, Susanne
03.06.2005 15:53
Die eigenen Erfahrungen kommen hier irgendwie zu kurz...
04.03.2002 20:19
Den Duft mag ich!!! Sehr gern sogar! :-P Gruss + Bussi, Adrian! :-)