Art of Fighting (SNES)

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Im Prügel-Paradies (03) - ART OF FIGHTING

4  07.01.2006

Pro:
.  .  . innovativer Chi - Balken, große Sprites, zoomende Kamera, frei wählbare Bonusgames, meist gute Hintergrundmusiken .  .  .

Kontra:
.  .  . teils schwache Animationen, Specials mitunter schwer ausführbar, auf Dauer nicht unbedingt motivierend, durchschnittliche Soundeffekte .  .  .

Empfehlenswert: Ja 

The-Wishmaster

Über sich: +++ Der Countdown läuft: Weniger als 260.000 Punkte bis zum schwarzen Farbklecks +++ Momentan etwas ...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 114 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo liebe Leserinnen und Leser!


Ein weiteres Mal begebe ich mich heute auf meine Reise zurück in die Glanzzeiten der 16 Bit-Konsolen, als Bitmapgrafiken die heimischen Bildschirme beherrschten und man entweder Nintendo-Jünger oder Sega-Freak war. Folgt mir ins "Prügel-Paradies", wo ich Euch diesmal den Titel "Art of Fighting" vorstellen werde...

| ° Art of Fighting
|____________________

Als Anfang der 90er Capcom mit dem Megaknaller "Street Fighter II" die Welt der Prügelspiele revolutionierte, zog das eine ganze Reihe von Trittbrettfahrern mit sich, die auch ein Stück vom Kuchen abhaben und den Hype um Beat'em'Ups ausnutzen wollten. Die japanische Softwareschmiede SNK gehörte zum Glück nicht dazu, denn man zog von Anfang an sein eigenes Ding durch. Ursprünglich verantwortlich für unzählige Arcade-Automaten, brachte man mit dem Neo Geo eine Konsole auf den Markt, die sich speziell an Videospiel-Freaks richtete. Simpel ausgedrückt war das Neo Geo nämlich nur eine Art "Abspielgerät", sämtliche Grafikchips waren jeweils auf den Modulen enthalten und sorgten zusammen mit den Speicherchips für die aufwändigen Grafiken für Modulpreise in schwindelerregenden Höhen von locker 500 - 600 DM.

1992 fand so der Titel "Art of Fighting" von der Spielhalle auf die Heimkonsole und erfuhr auch eine Umsetzung auf das SNES. Diese ließ jedoch eine Zeit lang auf sich warten, da SNK natürlich zuerst einmal den Titel als Zugpferd für die eigene Konsole ausnutzen wollte und erst mit dem immer größer werdenden Erfolg des SNES eine Umsetzung in Angriff nahm.

| ° Story
|____________________

"Art of Fighting" kann im Gegensatz zu vielen anderen Genrekollegen mit einer wirklichen Story aufwarten, die sich auch durch das gesamte Spiel zieht. Wo andere Prügelprotagonisten sich lediglich zum Kräftevergleich messen, haben die Helden von "Art of Fighting" schon weitaus nachvollziehbarere Absichten. Ryo Sakazaki nennt sich unser Hauptcharakter und ist auf der Suche nach seiner Schwester Yuri, die von einer kriminellen Verbrecherbande entführt wurde. Zusammen mit seinem besten Kumpel Robert Garcia macht er sich auf nach "Southtown",

Bilder von Art of Fighting (SNES)
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Im Intro erblickt Ihr ein Bild mit der verschwundenen Yuki aus glücklicheren Tagen...
wo er seine gekidnappte Schwester vermutet und sich natürlich seinen Weg durch diverse mehr oder weniger zwielichtige Gestalten prügeln muss.

Natürlich verdient auch diese Story nicht unbedingt einen Innovationspreis, denn ein entführtes Familienmitglied ist selbst in diesen Tagen schon der Aufhänger nahezu jeder Jump'n'Run-Story gewesen. Aber immerhin bekommt man als Spieler so eine kleine Motivation vermittelt, will man doch das entführte Gör wieder heim zu Mami und Papi bringen.

| ° Spielprinzip
|____________________

An dieser Stelle sind nun wir wieder einmal als Joypadakrobaten gefordert und dürfen aktiv in das Spielgeschehen eingreifen. Möchte man sich auf die Suche nach der entführten Yuri machen, sollte man den "Story"-Modus anwählen. Hat man sich auf ein herkömmliches Beat'em'Up eingestellt, wird man erst mal ein wenig stutzig werden, denn "Art of Fighting" bietet uns im folgenden Screen gerade einmal die Auswahl aus zwei Recken: Ryo Sagazaki und Robert Garcia. Bedenkt man die Geschichte des Games scheint dies im Story-Modus durchaus logisch, denn man kann man nur mit diesen beiden Kämpfern gegen die restlichen sechs Computergegner antreten.

Hat man sich damit abgefunden und seinen gewünschten Charakter gewählt (was ja bei dieser begrenzten Auswahl nicht allzu schwer fallen sollte), kann man in das Game starten und sich auf die Suche nach Yuzi machen. Folglich prügelt man sich dann durch die verschiedenen Stages vorbei an den sechs normalen Gegner bis hin zu den beiden Endbossen Mr. Big und Mr. Karate. Verfahren wird dabei wie bei den meisten Beat'em'Ups üblich nach dem "Best of 3"-Verfahren. Ihr tretet gegen Euren Widersacher an und versucht ihm im Duell durch Schläge, Tritte und Special Moves die Energieanzeige zu leeren und wer zuerst zwei Runden siegreich überstanden hat, geht als Gewinner aus dem Match hervor.

Die Steuerung Eurer Figuren wird dabei generell mit vier Tasten zu bewältigen, die für Punch, Kick und eine starke Attacke stehen. Bei der starken Attacke kommt es immer auf Euren Kämpfer und die Position zum Gegner an ob Ihr nun einen Schlag oder einen Tritt ausführt. Mit diversen Tastenkombinationen könnt Ihr Euren Recken auch die berühmt berüchtigten Special Moves wie beispielsweise Feuerbälle, Uppercuts und dergleichen entlocken. Im Vergleich zum Klassenprimus "Street Fighter" werden zwar auch größtenteils Halb- und Viertelkreise eingesetzt, teils werden aber auch kompliziertere Eingaben auf dem Digikreuz verlangt, was den Spielfluss gelegentlich etwas hemmt. Als erfahrener Gamer sollte man damit einigermaßen klar kommen, nur Neueinsteiger werden wohl kleinere Probleme haben. Das liegt aber nicht zuletzt auch daran, dass die Steuerung teils etwas steif geraten ist und manche Aktionen scheinbar nur widerwillig von den Charakteren ausgeführt werden.

Recht interessant umgesetzt wurden einige innovative Ideen, die das Spiel von der Konkurrenz abheben und beweisen, dass man sich bei SNK durchaus Gedanken gemacht hat und nicht einfach nur das erfoglreiche Street Fighter-Prinzip klonen wollte. Neben Eurer Energieleiste besitzt jeder Fighter nämlich die sogenannte "Chi"-Leiste. Diese ist für Eure Special Moves zuständig und sorgt dafür, dass sich die Specials überhaupt ausführen lassen. Mit jedem Special verringert sich die Chi-Leiste, so dass es nicht möglich ist sich nur mit Feuerbällen aus der Distanz seinem Gegner zu erledigen. Irgendwann sind keine Specials mehr möglich und man muss gewungenermaßen zum Nahkampf antreten. Eine durchaus löbliche Idee, denn das sorgt für eine zusätzliche taktische Komponente.

Hinzu kommt, dass man seinen Gegner gezielt herausfordern kann - Tastendruck genügt und schon wird der Kontrahent ein wenig proviziert. Das hat aber auch einen spielerisches Nutzen, denn so könnt Ihr den Chi-Balken Eures Opfers schrumpfen lassen. Geschicktes Vorgehen ist allerdings gefragt, da Ihr in diesem Moment ohne Deckung seid und Euch schnell ein paar Hiebe einfangen könntet, wenn Euch Euer Gegenspieler zu nahe ist. Das ist ebenfalls so wenn man durch Tastendruck selbst Kraft schöpft und seine eigene Chi-Leiste füllen möchte. Zwar regeneriert sich Eure Chi-Leiste auch von alleine, aber das geht recht langsam vonstatten.

Im Laufe des Spiels warten unter anderem noch drei Bonusspiele auf Euch, die Euch entweder mehr Kraft, mehr Chi-Energie oder als Super Special den sogenannten "Haow-Ken Super Death Blow" bescheren. Die an Euch gestellten Aufgaben sind dabei genretypisch: Flaschen zerschlagen, Eisblöcke zerhauen oder den Super Special in einer vorgegebenen Zeit fünf Mal ausführen. Lobenswert dabei ist, dass man sich das Bonusgame und die damit verbundene Prämie selbst aussuchen darf und somit durchaus gleich zu Beginn auf den "Haow-Ken Super Death Blow" setzen kann, je nachdem wie einem beliebt.

Im Gegensatz zum SNK-Original wurde der SNES-Variante übrigens auch ein richtiger "Arcade"-Modus spendiert, in welchem sich von Beginn an alle acht Charaktere anwählen lassen. Hat man alleine den letzten Fiesling besiegt, wird man sich sicher gerne mit einem Kumpel am Pad messen wollen. Hierzu steht der Versus-Modus zur Auswahl und sorgt für einige nette Stunden. Da sich aber die Kämpfer untereinander recht oft ähneln und auch ihre Specials in der Regel gleich auszuführen sind, sind die tatsächlichen Unterschiede zwischen den Charakteren und die damit verbundene Langzeitmotivation leider geringer als bei der Konkurrenz.

| ° Grafik & Sound
|____________________

Die grafische Seite ist wohl einer der beeindrucksten Punkte bei "Art of Fighting". Aus der Spielhalle kommend verwöhnte man den Spieler ohnehin schon mit großen Kämpfersprites, aber dieses SNK-Werk bietet noch eine weitere Besonderheit. Erstmals in einem Beat'em'Up setzte man den Mode 7-Effekt des Super Nintendos ein, welcher es erlaubte Sprites zu zoomen. Im Spiel macht sich dies so bemerkbar, dass die Kämpfer je nach Entfernung zueinander entweder größer oder kleiner dargestellt werden. Bewegen sie sich aufeinander zu, zoomt die Kamera auf das Geschehen zu und zeigt die Protagonisten aus der Nähe, bewegen sie sich auseinander zoomt die Kamera nach außen und zeigt die Stage teils in der Totalen.

Leider ist aber nicht alles Gold was glänzt, denn auch wenn man dem Game große Sprites spendiert hat, so hat man dafür an anderer Stelle gespart. Die Animationen wirken nämlich teils recht abgehackt und sind alles andere als flüssig. Das ist ziemlich schade, denn an anderer Stelle kann "Art of Fighting" auch in optischer Hinsicht glänzen. Eure Recken fliegen bei Treffern in der Hocke nämlich nicht wie bei anderen Prügelgames noch einmal hoch in die Luft, sondern sinken getroffen zu Boden. Auch nach dem Verlust des letzten Restes Energie liegen sie nicht wie gerade eben dahingeschieden im Dreck, sondern sinken in die Knie und wirken einfach nur erschöpft, was den Realismus des Titels in dieser Beziehung ein wenig erhöht.

Licht und Schatten finden wir auch beim Sound vor. So können die Musikstücke in den einzelnen Stages meist überzeugen. Verhältnissmäßig flott und mitreißend erklingt der Großteil der Melodien und an einige erinnert man sich auch Jahre nach dem ersten Spielen immer noch gerne. Anders dagegen sieht es mit den Soundeffekten aus, den diese sind leider nur durchschnittlich gelungen. Vor allem die Schlaggeräusche könnten viel satter und voller klingen, was der Action auf dem Screen in den Gefechten noch etwas mehr Druck verliehen hätte. Die restlichen Effekte sind zwar auch keine Offenbarung, aber immerhin brauchbar.

| ° Fazit
|____________________

Somit haben wir es mit "Art of Fighting" zwar nicht mit einem der großen Prügelklassiker zu tun, aber dank einiger innovativer Ideen besitzt es auch nach Jahren immer noch eine gewisse Daseinsberechtigung. Die Idee des Chi-Balkens für Special Moves und die zoomende Kamera sind auch heute noch einen Blick wert, allerdings muss sich SNK für die teils etwas holprigen Animationen und schwerfälligen Special Moves etwas Kritik gefallen lassen. Da im Vergleich zur Neo Geo-Umsetzung auf dem SNES auch ein regulärer Arcade-Modus zur Verfügung steht reicht es für knappe, aber gute vier Sterne. Alle Prügelfans sollten den Titel in jedem Fall mal angespielt haben, andere SNES-Daddler dürfen aber auch gerne mal ein Auge riskieren.

In diesem Sinne...

Stay Dark!

The-Death-Blow-Master


PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen die Eisblöcke aus der Bonusrunde mit dem Schädel zertrümmern müssen... ;)

Shake Heads


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Engelchen0109

Engelchen0109

31.08.2007 22:07

Ein schönes Wochenende wünscht Dir Nadine :-)

Mogry1987

Mogry1987

26.07.2007 21:31

Das Spiel erinnert mich an Streetfighter 2, was ich damals immer auf der SNES gespielt hab =)

lara_felder

lara_felder

08.01.2006 22:52

Netter Bericht, aber diese Kampfspielchen sind nicht mein Ding. LG lara

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