Erfahrungsbericht über

Artus / Stephen Lawhead

Gesamtbewertung (2): Gesamtbewertung Artus / Stephen Lawhead

 

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ARTUS - Die Geschichte von einem wahren König

5  17.01.2003

Pro:
Der absolute Höhepunkt der Pendragon - Saga .  Spannung und Kurzweile .  Genialer Schreibstil .  Umfassender Einblick in die sagenhafte Figur des König Artus .  Basis in der Keltologie .

Kontra:
Leider endet auch dieses Buch irgendwann .

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

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Southgirl

Über sich:

Mitglied seit:13.02.2000

Erfahrungsberichte:90

Vertrauende:310

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 126 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo ihr Lieben!

Nachdem ich vor einiger Zeit bereits über die ersten beiden Teile von Stephen Lawhead´s Pendragon-Saga berichtet habe – in „Dieser Falke stellt GleißendeStirn in den Schatten“ über „Merlin – Krieger und Magier“ und in „Nicht nur Tolkien weiß, wie man Leser fesselt“ über „Taliesin – Sänger und Seher“ -, möchte ich nun über den dritten Teil dieser meiner Meinung nach genialen Saga referieren. Genauere Worte zum Autor lasse ich außen vor, da ihr diese bereits im Bericht zu „Taliesin“ finden könnt.

--°--°--°--°-- Auswahl des Buches --°--°--°--°--

Wie bereits erwähnt, habe ich auch die ersten Bücher der Pendragon-Saga gelesen, doch war es „Artus – der legendäre König“, der mich zu dieser Saga und damit auch zu Stephen Lawhead brachte. Seit geraumer Zeit fesselt mich König Artus und so ziemlich alles, was mit ihm zu tun hat. So war es also eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis ich in der Bücherei über dieses Buch gestolpert bin.
Aus Interesse an Artus begann ich das Lesen der Saga also mit dem dritten Teil. Ein Fehler war dies sicher nicht, denn es ist durchaus möglich das Buch gesondert von dem kompletten Zyklus zu lesen. Jedoch merkte ich beim Lesen der ersten beiden Bände des Zyklus, dass im Zusammenhang der Einblick in das Geschehen durchaus deutlicher und tiefgehender ist. Somit habe ich es ein zweites Mal gelesen und es findet sich mittlerweile auch in meinem Besitz. Der Preis lag zu DM-Zeiten noch bei 19,90DM und beläuft sich meines Wissens nach heute auf 9,90€ für eine Paperbackauflage. Günstiger ist das Buch natürlich bei Ebay erhältlich.

--°--°--°--°-- Zur Handlung --°--°--°--°--

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der es in sich hat: „Vortipor! Erster an Verderbtheit, Höchster an Niedertracht! Ein Schwein, das seine Schnauze in die Eingeweide seines Gegners gegraben hat, schlingt nicht schneller Frevel als du. [...]“ Vortipor, ein Name der für eine Besprechung des Buches nicht zwingend erwähnt werden muss, aber einem interessanten, niederträchtigem König gehört, wie man im Zusammenhang des gesamten Zyklus sicher schnell bemerken wird...
Deutlich wird somit gleich zu Anfang eine hohe Anklage – diese richtet sich jedoch nicht nur gegen Vortipor, sondern auch gegen andere Könige der Insel der Mächtigen. Ausgesprochen wird sie nicht etwa durch Artus, sondern durch Merlin – den man im zweiten Teil des Zyklus´ schon ausführlich kannengelernt hat.
Während des gesamten Buches ist er es, der Artus stützt und ihm hilft, seinem schweren Weg zum Pendragon – Hochkönig – der Insel der Mächtigen zu bewältigen. Das Hochkönigtum ist Artus von vielen Königen – allen voran Vortipor – nicht vergönnt, auch wenn es sein rechtmäßiges Eigentum ist. Artus ist der Sohn Aurelius Pendragons, des letzten Hochkönigs der Insel der Mächtigen, der bereits vor Artus Geburt hinterhältig ermordet wurde. Somit war es Merlin, der für Artus –einem Hochkönig gerecht werdende – Ausbildung sorgte und ihn gleichzeitig vor den Mördern seines Vaters schützte.
Doch nicht nur das Geburtsrecht zeugt Artus Anspruch auf die Herrschaft als Pendragon. Nach dem Tod Uthers – dem Bruder Aurelius´- herrschte Unruhe auf der Insel der Mächtigen, die kleingeistigen Könige stritten sich um das Hochkönigtum, welches sie durch das Schwert des Kaiser Maximus – das Schwert Britanniens – rechtfertigten. Erbost über diese Gier war es Merlin, der während einer Versammlung das Schwert Britanniens voller Wut in einen riesigen Steinblock schmetterte – wo es seit diesem Tage fest verankert in Londinium (London) auf den neuen rechtmäßigen Hochkönig wartet. Dieser sei der einzige, der in der Lage ist, das Schwert aus dem Blocke zu befreien.
Wie nicht anders zu erwarten, scheiterte jeder der kleingeistigen Könige an dem Versuch, das Schwert und damit das Hochkönigtum an sich zu reißen. Trotzdem wiederholten sie jedes Jahr zur Christmette vor der Kirche Urbanus´ die Prozedur – bis eines Tages Merlin in Geleit seines treuen Dieners Pelleas und des jungen Artus am heiligen Abend alle Könige in unsägliches Staunen versetzen. Ohne die geringste Mühe gelingt es dem Knaben Artus das Schwert aus dem Block zu ziehen, doch ist er sich dessen Bedeutung noch nicht restlos bewusst. Wie nicht anders zu erwarten fechten die Kleingeister weiterhin Artus Anspruch als Hochkönig an – mehr noch, sie trachten nach seinem Blut. Doch das Geschick Emrys (Merlins) verhilft Artus, zunächst die Würde der Feldherrn Britanniens an sich zu nehmen – ohne den gierigen Kronenträgern Gelegenheit zu geben, sich dessen Auswirkungen bewusst zu werden.

Nach all diesen Geschehnissen befinden wir uns noch immer am Anfang des Buches, was somit deutlich machen dürfte, wie Komplex wieder einmal die Handlungen in Stephen Lawhead´s Werk sind. Im weiteren erlebt man mit Artus mehrere geniale Kriegsstreiche – so bringt Artus beispielsweise einen der Könige dazu, seine eigene Burg zu belagern. Metaphysische Handlungsstränge begeisterten mich beim Lesen des Buches ebenso wie die unerschütterliche Freundschaft zwischen Artus und seinen ihm vertrauten Rittern – Ritter, die den Titel wirklich verdienen.
Artus Weg zur Hochkönigswürde ist alles andere als leicht und so stellt auch er selber zwischenzeitlich, beim Bersten von Britanniens Schwert, die Richtigkeit des Weges in Frage. Doch Merlins Mutter, die Dame vom See, Charis, überreicht Artus das Sagenumwogene Schwert „Caliburnus“ (meistens als „Excalibur“ bekannt, zu Deutsch „Schneidestahl“) und zeigt ihm damit die richtige Richtung an.
Auch Morgian, die Halbschwester Charis´, tritt wieder in Erscheinung. Mächtiger denn je trachtet sie Merlin unaufhörlich nach dem Leben – und gelangt fast an ihr Ziel...

Insgesamt werden viele kleinere Handlungen zu einer großen, die den Respekt vor König Artus rechtfertigen. Alle diese Handlungen zu benennen, beziehungsweise die Gesamthandlung weiter darzulegen, halte ich an dieser Stelle für unangebracht. Dafür ist der Weg zum „Reich des Sommers“ aus Taliesins Vision zu lang. Dies würde dem Buch zu sehr vorweg greifen. Auf jeden Fall darf man sich wieder auf einen schnellen, genialen Handlungsverlauf freuen, der von Treue bis Verrat, von Bündnissen zwischen Königen bis hin zu blutigem Krieg alles umfasst. Langeweile ist auf den 538 Seiten des Buches somit ausgeschlossen...

--°--°--°--°-- Zum Schreibstil --°--°--°--°--

Erneut unterwirft sich jedes denkbare Werkzeug der Sprache Stephen Lawhead. Der gesamte Text ist somit fließend, ohne Brüche, und lenkt daher nicht von dem Inhalt ab. Es gelingt dem Autor erneut, vor dem inneren Auge des Lesers die Saga lebendig werden zu lassen. Dabei ist durchgehend das Niveau der Sprache äußerst hoch anzutreffen.
Da ich mittlerweile auch Teile aus dem englischen Original gelesen habe, kann ich behaupten, dass dieses durchaus große sprachliche Geschick auf Stephen Lawhead zurückzuführen ist. Dennoch steht die deutsche Übersetzung von Frieder Peterssen dem Original in nichts nach, aber es lohnt sich sicher, auch einen Blick auf Lawhead´s Original zu werfen.

Nachdem man in „Taliesin“ von einem allwissenden Autor geleitet wurde, war es in „Merlin“ der Emrys selbst, dessen Perspektive der Leser erfuhr. „Artus“ jedoch ist erneut anders aufgebaut:
Das Werk ist in drei Bücher unterteilt. In jedem dieser Bücher ist es eine andere Perspektive, aus der erzählt wird:
Im ersten Buch erzählt Pelleas, der treue Gehilfe Merlins. Er kennt Artus von der Wiege an und vermag es daher, sich bestens in den Recken hinein zu versetzen. Auch im zweiten Buch berichtet einer der engsten Vertrauten Artus´ – Bedwyr. Ein kühner Ritter, der für Artus bis in den Tod gehen würde und ihn bereits im Kindesalter schätzen gelernt hat. Da Pelleas während der Erzählung Bedwyrs sein Leben verliert, führt durch den dritten Teil des Buches Merlins „neuer“ Vertrauter Aneirin.
Auch wenn die Perspektive somit mehrmals wechselt, kommt meiner Meinung nach keine Verwirrung auf. Vielmehr erlaubt Lawhead dem Leser so eine sehr detaillierte Einsicht in Artus. Während insbesondere Pelleas und Aneirin das geistige Geschick des Pendragon untermauern und seine persönlichen Charaktermerkmale herausarbeiten, gelingt es Bedwyr das kriegerische Geschick darzustellen. Insgesamt bildet sich somit ein Gesamtbild Artus´, das detaillierter nicht sein könnte.

--°--°--°--°-- Fazit --°--°--°--°--

Nach den wirklichen spannenden Handlungen in „Taliesin“ und „Merlin“ vermag es Stephen Lawhead, sich erneut zu übertreffen. An Spannung übertrumpft Artus vor allem durch eine von Krieg und Leiden geplagte „Insel der Mächtigen“, die den Handlungsort darstellt. Der Zusammenhalt zwischen den einzelnen Kriegern – ohne das sie bei Lawhead direkt als die Krieger der Tafelrunde bezeichnet werden – ist ebenso verzaubernd, wie die starke Liebe zwischen Artus und Guinivere, die ihn während des Buches zum Gemahl fordert. Somit enthält das Buch ebenso viele Feindschaften wie Freundschaften, Krieg wie Liebe. Eine Mischung, die mich persönlich ausnahmslos fesselte.

Neben der genialen detaillierten Handlung ist es auch die Sprache, die dieses Buch hervorhebt. Ohne auch nur annähernd trocken zu werden, gelingt es so Lawhead, die alte Artus-Saga neu aufleben zu lassen und spannender denn je zu erzählen.

Das besondere an der Pendragon-Saga ist wohl, dass jedes Buch sich auch einzeln lesen und verstehen lässt. Ich persönlich kann aber empfehlen, dann doch die ursprüngliche Reihenfolge zu wählen und alle Bücher zu lesen. Dann wird man meiner Meinung nach in „Artus“ den absoluten Höhepunkt der Saga finden.

Ein Buch, das meiner Meinung nach für jeden Fan von genialem Fantasy und historischen Romanen interessant sein dürfte. Die 538 Seiten vergehen wie im Fluge!
Um noch einmal dem Emrys das Wort zu übergeben:

„Lauscht denn, wenn´s euch beliebt, der Geschichte von einem wahren König.“

Ich hoffe, ich konnte euch mit meinem Bericht weiterhelfen und euch ein wenig auf dieses geniale Werk Stephen Lawhead´s neugierig machen!

Gruß, Karin
(c) by Southgirl, 17. Januar 2003


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
NilsVogler

NilsVogler

06.08.2003 23:22

Sehr hilfreich, nun habe ich wirklich interesse entwickelt.

JerryMaguire

JerryMaguire

09.05.2003 19:20

hört sich sehr interessant an!

Playas

Playas

03.04.2003 00:08

Ein Buch über mich *g* Artur

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