Pendragon 3: Kurzweiliger Actionroman
16. Jun 2000
(4. Jul 2008)
Pro:
spannend, action - und temporeich, intelligent erzählt
Kontra:
könnte martialisch wirken
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau:
Unterhaltungswert:
Spannung:
Humor:
Aufmachung:
mehr
 mima17
Über sich:
Hallo! Mein jüngster Bericht: "Legenden der Albae" (CD, 3 Bilder). +++ Ich wünsche euch ei...
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"Artus" ist der dritte Band des sechsbändigen Pendragon-Zyklus von Lawhead und sicherlich eines der spannenderen Bücher darin. Das liegt zum Teil daran, daß die Story nicht wie zuvor mit Vorgeschichte befrachtet wird - in "Taliesin" brachte Lawhead den kompletten Untergang von Atlantis unter! "Artus" bietet Kurzweil und Action. Der Autor °°°°°°°°°°°°°
Der Brite Stephen Lawhead ist bislang hierzulande durch seinen Zyklus "Das Lied von Albion" und ein paar SF-Romane bekannt geworden. Seinen Durchbruch erlebte er erst mit dem Pendragon-Zyklus, der die drei Bände "Taliesin", "Merlin" und "Arthur" umfasst und schon 1987/88 entstand. Bislang sind bei R. Piper die ersten vier Bände inklusive "Pendragon" erhältlich, der im Original 1994 erschien. Bei Bastei-Lübbe erschien "Avalons Rückkehr", der vorerst letzte Pendragon-Roman. Der Zyklus verschmilzt unterschiedliche Sagenstoffe aus der Ursprungszeit des englischen Frühmittelalters, mit dem Schwerpunkt im 4. bis 5. Jahrhundert, der Zeit
der Sachseninvasion. Der Bogen, den Lawhead spannt, reicht von Atlantis über die keltischen Barden und Druiden (Taliesin) bis zur Merlin- und Artussage, die uns vertraut ist.
Dabei belässt es der bekennende Christ Lawhead nicht bei einer Nacherzählung von Liebes- und Heldengeschichten, wie das minderbegabte Autoren gerne tun. Vielmehr betrachtet er die Zeit, in der Englands größte Barden, Taliesin und Merlin, lebten, als die Periode des Übergangs von der alten keltischen zur neuen römisch-christlichen Religion und Kultur, oder mythologisch ausgedrückt: die Zeit des Zwielichts nach den keltischen bzw. römischen Göttern und vor der Durchsetzung des christlichen Glaubens auf den britischen Inseln, bedroht von der Dunkelheit, die von den Invasionen der Pikten, Angeln und Sachsen ausgeht. Der Pendragon-Zyklus
- Taliesin (1988) - Merlin (1988) - Artus (1989) - Pendragon (1994) - Grail (1997) - Avalons Rückkehr (1999) Handlung °°°°°°°°°°°°
Merlin wird allmählich die Besonderheit des Knaben Artus klar. Dessen Besonnenheit, Furchtlosigkeit, Frömmigkeit, Gelehrsamkeit und die Fähigkeit, Menschen und ein Königreich zu führen, stellen sich bald als ideale Qualitäten heraus, das "Königreich des Sommers" zu realisieren. Doch zuvor muß Artus schwere Schlachten schlagen, um sowohl die Invasoren als auch neidische englische Kleinkönige zu besiegen. Zwanzig Jahre Bestand hat das Friedensreich, das Artus mit der streitbaren irischen Königstochter Guinevere gestaltet. Von ihr stammt auch die Idee mit der Tafelrunde. Die Hexe Morgian (siehe "Taliesin") stirbt vor den Augen ihres Sohnes Medraut, sprich: Modred, von der Hand eines der Freunde Artus'. (Bei Lawhead ist Modred keineswegs der Bastardsohn Arthurs, als der uns überliefert ist, sondern wird von Morgian mit ihrem eigenen Sohn Urien gezeugt.) Eines Tages schart Medraut ein Heer von Pikten um sich, dem es gelingt, Merlin und Guinevere gefangenzunehmen, um für Morgian Blutgeld von Artus zu fordern. In der folgenden Schlacht besiegt Artus zwar Medraut und gewinnt Merlin und Guinevere zurück, doch verliert er zwei seiner besten Freunde, die "Ritter" Kay und Lancelot.
Mein Eindruck °°°°°°°°°°°°°°°°°°° "Artus" ist in drei Berichte gegliedert: Der 1. Teil wird von Pelleas geliefert, einem Angehörigen der Atlanterrasse. Der Ton ist für heutige Verhältnisse peinlich gestelzt und dramatisierend. Ganz anders hingegen Teil 2: Bedwyr ist ein enger Freund Artus' und ein bodenständiger Krieger, dem es obliegt, von den blutigen Schlachten zu erzählen. Sein Ton ist launig, exakt und realistisch. Der Barde Aneirin liefert zu guter Letzt das Hohelied auf Artus ab - eine Generation nach den Tagen der Schlachten aus Teil 2. Lawhead erzeugt zwar Abwechslung mit diesen verschiedenen Tonlagen, erreicht aber nur eine Pseudo-Objektivität durch Augenzeugen. Der Leser ist unzufrieden, denn das Innere Artus und die berühmte Liebesgeschichte um ihn und Guinevere bleibt ihm vorenthalten.
Unterm Strich °°°°°°°°°°°°°°°°° Der "Pendragon"-Zyklus ist eine lebendige, farbige Schilderung einer Epoche des Übergangs und vermittelt auf spannende Weise ein Bild vom chaotischen Anfang der Kultur des Abendlandes. Dabei konzentriert sich Lawhead völlig auf die Ereignisse auf der britischen Insel, auch mit eindeutig nationalistischen Tönen - die er den diversen Berichterstattern in den Mund legen kann. Nebenbei ist der Zyklus eine Studie, wie man unterschiedlichste Sagenstoffe - Atlantis, die Artus-Legende, die Epen des keltischen Mabinogion - erfolgreich miteinander verschmelzen kann.
Michael Matzer (c)2001/2004/2008ff Info: Pendragon 3 - Arthur, 1988; München, R. Piper, 1998, ISBN 3-492-22613-2
Bilder von Artus / Lawhead, Stephen
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10.05.2009 12:06
Super Bericht klasse beschrieben. lg
08.07.2008 20:55
sehr gut rüber gebracht, ist aber meine betrachtung, lg
06.08.2003 22:26
Sehr hilfreich, nun habe ich wirklich interesse entwickelt.