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"Unsere Träume gingen nicht über einen Teller Suppe hinaus", schreibt der Ire Frank McCourt in seiner bitteren Heimat-und-Homestory-Biographie und fasst damit schon alles zusammen, was den Zuschauer der Bestseller-Verfilmung erwartet: Elend pur in einem regendurchweichten Gossen-Irland, in dem wohl "selbst Jesus an Schwindsucht gestorben wäre". Diese wagemutige Aufsatzzeile bringt McCourt, dem aufmüpfigen Schüler, einen strengen Klassenverweis ein. Im Irland der 30er und 40er Jahre haben die Lehrer noch Macht und macht die Kirche mit renitenten Lumpenproletariern kurzen Prozess. Stupide Disziplin ist überlebenswichtig, will man von bornierten Paukern nicht zum Krüppel geschlagen werden, und das demütige Religionsbekenntnis "katholisch" ein gern gehörtes Zauberwort für die gnädige Überlassung von Essensresten, Kleidung aus vierter Hand und Matratzen mit Ungeziefer-Garantie. Den beiden autoritären Eckpfeilern Irlands widmet Regisseur Alan Parker immer wieder seine Aufmerksamkeit und stellt sie bloß. Eine der beeindruckendsten Szenen der schonungslos grauen Leidensgeschichte der in Dreck und Düsternis hausenden Limerick-Familie zeigt Emily Watson als Mutter McCourt vor einem überdimensionalen Kruzifix, das aus der Untersicht aussieht wie ein bedrohliches Damokles-Schwert. Ihr gegenüber ein dreiköpfiges Gremium feister, arrogant-herrischer Kleriker, die von oben herab über Wohl und Wehe ausgemergelter Gestalten entscheiden. Für zwei Kinder der hungernden und frierenden, von Läusen heimgesuchten und von Gott verlassenen McCourt-Familie kommt allerdings jede Hilfe zu spät.