"Ashes of Time" war ursprünglich als erster von zwei Filmen geplant, die als Koproduktionen zwischen Wong Kar-Wais Produktionsfirma "Jet Tone" und "Scholar Films" realisiert werden sollten. Doch aufgrund terminlichen Drucks wurde zuerst "The Eagle Shooting Heroes" unter der Regie von Jeff Lau ... Bericht lesen
Ashes of Time: Redux (DVD)
Die Fahne ist still. Der Wind ist ruhig. Es ist das Herz des Mannes, das in Aufruhr ist! ... mehr
Die Geschichte trägt sich zu im jianghu, der Welt der Martial Arts. Ouyang Feng lebt seit einigen Jahren in der westlichen Wüste. Er verließ seine Heimat in White Camel Mountain, als die Frau, die er liebte, seinen älteren Bruder und nicht ihn heiratete. Anstatt Ruhm zu erstreben, endet er als Agent. Wenn jemand mit dem Wunsch zu ihm kommt, einen anderen zu eliminieren, der Unrecht getan hat, vermittelt er ihm einem Schwertkämpfer, der den Job
eine Herberge für Auftragskiller wie Blind Swordsman (Tony Leung Chiu Wai) und Hung Chi (Jacky Cheung). Die Killer bekommen den Auftrag von Ortsansässigen eine Bande skrupelloser Banditen zu töten. Ein erbitterter Kampf beginnt, aber die Schwertkämpfer müssen nicht nur die Banditen bekämpfen... Die Geschichte trägt sich zu im jianghu, der Welt der Martial Arts. Ouyang Feng lebt seit einigen Jahren in der westlichen Wüste. Er verließ seine Heimat in White Camel Mountain, als die Frau, die er liebte, seinen älteren Bruder und nicht ihn heiratete. Anstatt Ruhm zu erstreben, endet er als Agent. Wenn jemand mit dem Wunsch zu ihm kommt, einen anderen zu eliminieren, der Unrecht getan hat, vermittelt er ihm einem Schwertkämpfer, der den Job erledigen kann...
Ashes of Time Redux
Im alten China, am Rande einer kargen Wüste, lebt der Schwertkämpfer Ouyang Feng das Leben ... mehr
eines Vagabunden: Nach Jahren des Kämpfens hat er sich zurückgezogen und leitet ein kleines Gasthaus, in dem er Kunden anbietet, ihre Probleme zu "lösen". Er arbeitet als Killer. Lange von der Frau verlassen, führt er diese Auftragsmorde erbarmungslos und kaltblütig durch. Die schicksalhaften Begegnungen mit Freunden und Feinden machen ihm seine Einsamkeit jedoch mehr und mehr bewusst...
Ashes of Time: Redux (DVD)
Die Fahne ist still. Der Wind ist ruhig. Es ist das Herz des Mannes, das in Aufruhr ist! ... mehr
Die Geschichte trägt sich zu im jianghu, der Welt der Martial Arts. Ouyang Feng lebt seit einigen Jahren in der westlichen Wüste. Er verließ seine Heimat in White Camel Mountain, als die Frau, die er liebte, seinen älteren Bruder und nicht ihn heiratete. Anstatt Ruhm zu erstreben, endet er als Agent. Wenn jemand mit dem Wunsch zu ihm kommt, einen anderen zu eliminieren, der Unrecht getan hat, vermittelt er ihm einem Schwertkämpfer, der den Job
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Erfahrungsbericht von CiscoGianino über Ashes of Time (1994) 05.11.2005
Produktbewertung des Autors:
Pro:
Besetzung, Soundtrack, Inszenierung, behält trotz seiner Andersartigkeit das typische Wong - Flair
Kontra:
extrem schwer zu findender Einstieg
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
"Ashes of Time" war ursprünglich als erster von zwei Filmen geplant, die als Koproduktionen zwischen Wong Kar-Wais Produktionsfirma "Jet Tone" und "Scholar Films" realisiert werden sollten. Doch aufgrund terminlichen Drucks wurde zuerst "The Eagle Shooting Heroes" unter der Regie von Jeff Lau abgedreht. Trotz dessen beachtlichen Erfolgs an den Kinokassen vergingen zwei weitere Jahre bevor Wong Kar-Wai mit "Ashes of Time" seinen sicherlich untypischsten Film abdrehen sollte.
Die Story ist wie so häufig bei Wongs Filmen nicht ganz einfach nachzuerzählen, stellt sie mehr einzelne Geschichten lose verwoben, als einen Plot im herkömmlichen Sinne dar. Berührungspunkt aller Episoden ist der Schwertkämpfer Ou Yang Feng (Leslie Cheung), der einsam in der Wüste lebt seit seine große Liebe (Maggie Cheung) seinen älteren Bruder heiratete. Hier verdient er seinen Lebensunterhalt als Vermittler für Mordaufträge. Eines Tages wird er von einem Mann namens Yang Murong (Brigitte Lin) aufgesucht, der ihn bittet, den bekannten Schwertkämpfer Huang Yao Shih (Tony Leung Ka-fai) zu töten, der seiner Schwester Yin (auch Brigitte Lin) einst das Herz brach. Später besucht auch Yin ihn mit der Bitte ihren Bruder zu töten, wobei Ou feststellen muss, dass sein Gegenüber anscheinend schizophren ist und es sich bei Yin und Yang um eine Person handelt. Als wäre dies nicht schon Chaos genug, mischt Wong zu seinem fröhlichen Wahnsinn zusätzlich noch einen nahezu blinden Kämpfer (Tony Leung Chiu-wai), der mit seiner unglücklichen Liebe zu Peach Blossom (Carina Lau) nicht klar kommt und sich mit einer Horde Pferdedieben anlegt, den armen Kung-Fu-Meister Hung (Jacky Cheung), der von seiner ihn abgöttisch verehrenden Frau (Li Bai) verfolgt wird und eine ebenfalls nicht gerade wohlhabende, namenlose, junge Frau (Charlie Yeung), die den Mord an ihrem Mann rächen lassen will, aber Ou nicht bezahlen kann...
Wong Kar-Wai versucht sich am historischen Martial-Arts-Film. Auf den ersten Blick mag das recht ungewöhnlich klingen für einen Mann, der ansonsten als Spezialist für extravagant gefilmte, melancholische Großstadtballaden über Liebe, Zurückweisung und Isolation gilt. Doch so exzentrisch entpuppt sich "Ashes of Time" nach dem Sehen gar nicht: Im Grunde ist es sogar ein ziemlich typischer, wenn auch extrem schwer zugänglicher Wong-Kar-Wai-Film; mehr noch als das - "Ashes of Time" entpuppt sich als die totale Antithese seines Quasi-Vorgängers "The Eagle Shooting Heroes", der zum Großteil mit den selben Figuren und Darstellern aufwartet. Schuf Wongs Kompagnon Jeff Lau hier eine grelle, unglaublich bunte und schrille Parodie auf die Kostümfilme der 50er und 60er Jahre mit rasend schnell gefilmten Kampfszenen, Huldigungen an alte Hongkong-Musicals, Gummimonstern und maßlosen Albernheiten, so entpuppt sich "Ashes of Time" als extrem ruhig und dialoglastig. Gekämpft wird kaum und sollte dies doch einmal der Fall sein, so werden die von Sammo Hung choreographierten Actionsequenzen zumindest sinnvoll in die Geschichte integriert und dienen nicht nur dem bloßen Spektakel, wie es zumeist in Hongkong der Fall ist. Was ebenfalls auffällt ist der fast schon inflationäre Einsatz von Nahaufnahmen, die immer wieder von weiten Landschaftsaufnahmen kontrastiert werden, was im Zusammenhang mit den hauptsächlich in Erdfarben gehaltenen Szenerien manchmal ein wenig an die Arbeiten eines Sergio Leone erinnert, ohne wohl dieses zu beabsichtigen.
Auch ansonsten untersucht Wong wieder einmal die Motive, die seine Filme zumeist auszeichnen: Im Mittelpunkt steht Leslie Cheungs Charakter des Ou Yang Feng, der nicht über die Heirat seiner großen Liebe und seines Bruders hinweg kommt. Um seelische Verletzungen zu vermeiden bedient er sich mit Vorliebe der Zurückweisung um nicht selbst zurückgewiesen zu werden. Noch in der Hochzeitsnacht verlässt er seine Stadt um fortan allein in der Wüste zu leben, doch die Isolation nagt an ihm, hat ihn zynisch und geldgeil gemacht. Die Nebengeschichten, der Personen, die ihn aufsuchen und um Hilfe bitten, bilden im Grunde nur einen Spiegel, der Ou zeigt, was aus ihm geworden ist. Am deutlichsten geschieht dies wohl bei seinem Treffen mit Hung, der auch für den niedrigsten Betrag Aufträge annimmt, wie auch der jungen Frau, die vorher von Ou abgewiesen wurde, da sie ihn nicht bezahlen konnte. Für sie zieht Hung in die Schlacht, verliert im Gefecht einen Finger und somit die Kontrolle über seine Fechtfertigkeiten, handelt allerdings nach einem Kodex, dessen Regeln Ou schon längst abhanden gekommen sind. Auch die Figur der Yin bzw. des Yang ist ein typischer Wong-Charakter, zeigt er doch ebenfalls wie Menschen mit ihrer Einsamkeit fertig zu werden versuchen bzw. daran scheitern. Mit dem Yin- und Yang-Charakter hat Wong ein wahnsinnig interessantes Konstrukt geschaffen, das er in seinem Film leider jedoch mehr schlecht als recht aufzulösen weiß. Überhaupt kommen und gehen die meisten Randfiguren eher unscheinbar, so dass man sich teilweise erst gar nicht wirklich über ihre Funktion im Klaren ist. Besonders Tony Leung Chiu-wais fast blinder Schwertkämpfer, der wohl die kürzeste Episode markiert, scheint nach seinem Abgang überhaupt keinen Eindruck auf den Film gemacht zu haben, nur um gegen Ende noch einmal eine wunderbare Pointe zu setzten. Ähnlich funktioniert auch der Rest von "Ashes of Time": Wong treibt sein langsames Spiel bis an die Grenze der Belanglosigkeit, doch immer kurz bevor man tatsächlich das Interesse verliert, stampft er wieder eine neue, noch verblüffendere Wendung oder Erkenntnis aus dem Boden.
Einziger echter Schwachpunkt des Films scheint seine Komplexität zu sein: Dafür, dass "Ashes of Time" formal gesehen neben Wongs Regiedebüt "As Tears Go By" erst sein zweiter und bis dato letzter Eintrag ins Hongkonger Mainstream-Kino ist, ist der Film verdammt anstrengend. Der nonlineare Plot, der häufig Auflösungen von Problemen zeigt, die noch gar nicht aufgetreten sind, die verschachtelte Handlung mit extrem vielen undurchsichtigen Charakteren und für einen Martial-Arts-Streifen unglaublich viel Dialog, der zusätzlich noch von Monologen aus dem Off ergänzt wird, machen den Einstieg in "Ashes of Time" ziemlich verwirrend. Doch mit der Zeit kommt Licht ins Dunkel und das Dranbleiben lohnt sich, denn Wong Kar-Wai hat hier unterstützt von einem großartigen All-Star-Cast fernab seines sonst so prägenden Stils einen im Grunde sehr ähnlichen Film geschaffen, der nicht minder faszinierend ist als seine übrigen Werke.
Originaltitel: Dung che sai duk Produktionsland & -jahr: Hongkong 1994 Regie: Wong Kar-Wai Darsteller: Leslie Cheung, Brigitte Lin, Maggie Cheung, Tony Leung Ka-fai, Tony Leung Chiu-wai, Carina Lau, Jacky Cheung, Li Bai, Charlie Yeung