Aspecta, LV

Aspecta, LV

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Hier ein echter Erfahrungsbericht "von Anfang bis Ende" zu einer fondsgebundenen Lebensversicherung bei der Aspecta. Wobei das Ende hier weder der Tod noch der Ablauf der Mindestdauer von 12 Jahren war, sondern eine vorzeitige Kündigung. Aber das interessiert ja sicher auch viele Leute. (Zum ... Bericht lesen





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1-6 von 33 Erfahrungsberichten    
> Alle 33 Aspecta, LV Erfahrungsberichte anzeigen
Fondsgebundene Lebensversicherung bei der Aspecta
Erfahrungsbericht von werner1066 über Aspecta, LV
24.04.2007


Produktbewertung des Autors:   

Erreichbarkeit im Ernstfall:  
Zahlungsbereitschaft im Ernstfall:  
Beitragshöhe / Leistungsverhältnis: mittelmäßig 
Allgemeine Kundenfreundlichkeit: freundlich 

Pro: Freundlich und erreichbar, interessante Produktvielfalt
Kontra: Undurchsichtig, evtl .  Verzögerungstaktik, harte Versicherungsbedingungen, Verlustgeschäft möglich

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hier ein echter Erfahrungsbericht "von Anfang bis Ende" zu einer fondsgebundenen Lebensversicherung bei der Aspecta. Wobei das Ende hier weder der Tod noch der Ablauf der Mindestdauer von 12 Jahren war, sondern eine vorzeitige Kündigung. Aber das interessiert ja sicher auch viele Leute. (Zum Thema "Was ist überhaupt eine fondsgebunde Versicherung?" siehe unten)

"Damals", im Jahre 2000 im Dezember, waren fondsgebundene Lebensversicherungen wohl noch etwas Besonderes. Jedenfalls für mich schon. Ich startete so also die besagte Versicherung mit der Zahlung von damals 100 DM pro Monat und sie lief dann bis zum Januar 2007, als ich sie vorzeitig kündigte. Zwischendurch hatte ich ein paar Zahlungen ausgesetzt, weil ich kein Geld hatte.

Die Versicherungsbedingungen waren relativ "hart". Ich meine, wenn ich in den ersten Jahren gekündigt hätte, hätte ich nichts oder nur sehr wenig zurück bekommen. Außerdem war die Versicherung auf Nichtraucher festgelegt. Soweit ist das aber vielleicht bei anderen Versicherungen ähnlich. In den Folgejahren hatte ich Glück, daß die Aktienkurse fielen und ich dadurch relativ "billig" Fondsanteile kaufen konnte. Aber man muß ja bedenken, daß immer auch ein ganz schönes Sümmchen für die Versicherer und Vermittler abgezwackt wurde, statt es in den Fonds zu stecken. Und dann geht ja noch etwas für den Todesfallschutz drauf.

Dann hatte ich wieder Glück, daß in den wenigen letzten Monaten und Jahren die Aktienkurse stiegen. Dadurch erhielten meine billig gekauften Fondanteile mehr Wert.

Jetzt muß aber jedem klar sein, daß es auch genau umgekehrt sein kann: Es kann sein, daß man bei steigenden Kursen kauft und dann, wenn die Versicherung gerade abläuft, könnten die Kurse fallen und viel Geld ist futsch. So kann das laufen bei allen fondsgebundenen Versicherungen, nicht nur bei der Aspecta.

Trotz meines Glücks hatte ich am Ende folgende Bilanz: Eingezahlt habe ich 3949 Euro, herausgekommen sind (bei vorzeitiger Kündigung) 3075 Euro. Also 873 Euro Verlust (wobei ja in der Zeit auch noch mein Leben versichert war). Nach Ablauf der eigentlichen 12 Jahre hätte es vielleicht besser ausgesehen und wäre Steuerfrei gewesen. Die Steuer ist aber auch bei vorzeitiger Kündigung kein wirkliches Problem, wenn man eh wenig Geld angelegt hat, denn man hat ja seinen Freibetrag.

Problematisch fand ich eher, daß ich nach der schriftlichen Kündigung noch Briefe bekam, die mich überreden wollten, doch noch weiter zu machen. Und daß ich dort ca. 4 mal anrufen mußte, um den Auszahlungs-/Steuerbetrag korrigieren zu lassen, weil ich ja einen Freistellungsauftrag neu ausgefüllt hatte. Da mußte ich mich schon selbst kümmern und bekam wenig Hilfe. Beim letzten Anruf, warum denn mein Geld immer noch nicht auf meinem Konto angekommen ist, wurde mir dann erzählt, die Mitarbeiterin sei krank (so eine große Versicherung hat keine Vertretung???). Das Geld kam aber nach diesem Anruf dann endlich. Zwischen Kündigung und Auszahlung lagen ca. 1 1/2 bis 2 Monate.

Zwischendurch war noch komisch, daß die WKN (Kennummer) und Name des Fonds einmal gewechselt hat. Ich hatte nachgefragt und bekam nur die Antwort, es hätte kein Fondsswitch stattgefunden. Ob ich denn nun weitermachen wolle oder nicht.

Damals hatte die Aspecta noch nicht so viele Fonds zur Auswahl und die Versicherungen, die später angeboten wurden, hatten dann z.T. bessere oder wenigstens andere Fonds. Das konnte ich natürlich nicht mehr wechseln.

Jetzt, wo ich mein Geld selbst habe, kann ich aber wechseln wie ich will, und ich kann bei Online-Brokern auch Fondssparpläne abschließen, so daß ich die Fonds "scheibchenweise" genauso kaufen kann, wie bei einer fondsgebundenen Versicherung. Nur daß keine Provisionen und Gehälter abgehen und ich keine Lebensversicherung bezahle. Und aufhören oder wechseln kann ich jederzeit ohne Verluste. Das einzige Risiko sind jetzt die Aktienkurse, und dieses Risiko hatte ich bei der fondsgebundenen Versicherung auch.

Hätte ich damals selbst monatlich 50 Euro in einen Fondssparplan angelegt, hätte ich jetzt einen Gewinn statt einen Verlust. Und eine Lebensversicherung hätte ich locker noch nebenbei abschließen können, wobei ich (bzw. im Ernstfall meine Erben) dann sogar noch eine viel bessere Versicherungssumme gehabt hätte. Nur daß es damals solche Fondssparpläne "zum Selbermachen" noch nicht gab.

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Ergänzung:
Jemand fragte, warum ich denn nun vorzeitig gekündigt habe. Einerseits, weil ich das Geld besser jetzt brauche, andererseits weil ich es eben wie beschrieben selbst anlegen will und mir denke, daß ich mit einer "selbständigen" Anlage sowohl den Verlust wieder wettmachen als auch den Gewinn übertreffen kann. Das erfordert bloß ein bißchen mehr Selbstdisziplin und man kann keinen Anderen mehr verantwortlich machen, wenn man einen Verlust erleidet.

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Anhang:
Was ist überhaupt eine fondsgebunde Lebensversicherung?

Da sind zwei Dinge miteinander kombiniert: Es ist eine Kapitallebensversicherung (also eine LV, wo man das Geld auch ausgezahlt bekommt, falls man überlebt ;-) , im Gegensatz zur Risikolebensversicherung, wo man sich ausschließlich für den Ernstfall versichert, für die Nachkommen ). Eine Lebensversicherung kostet Geld, weil das Todesfallrisiko abgesichert sein muß und weil die Vermittler und Angestellten der Versicherung etwas verdienen wollen. Vorteil einer LV ist aber, daß der Gewinn bei der Auszahlung nicht so viel Steuern kostet, wie eine andere Geldanlage - vorausgesetzt man hält eine Mindestlaufzeit ein.

Zum zweiten wird das Geld dort aber nicht auf ein Konto gelegt, sondern in Aktienfonds angelegt. Aktienfonds sind ein Paket aus vielen Aktien. Durch diesen Aktienmischmasch wird das Verlustrisiko geringer, denn der Wert des Fonds ist so etwas ähnliches wie ein Mittelwert aus allen Aktien im Paket. Wenn eine von den Aktien den Bach runtergeht, stört das den Fonds insgesamt nicht besonders. In der heutigen Weltwirtschaft ist es aber auch so, daß bei schlechter Gesamtlage meist alle Aktien zusammen abfallen, so daß in solchen Zeiten auch der Wert des Fonds insgesamt sinkt. Und das ist natürlich das Risiko dabei.

Meist spielt dann noch eine dritte Komponente mit: Das Geld wird meist nicht alles auf einmal angelegt, sondern man zahlt über viele Jahre "scheibchenweise" ein. Das verringert wieder das Risiko, einen zu großen Verlust zu machen. Denn man kauft ein Stückchen zu einem hohen Preis, wenn die Kurse hoch sind, und dann wieder ein Stückchen zu einem niedrigen Preis, wenn die Kurse tief liegen. Dadurch erreicht man eine Art "Mittel-Preis" (Cost-Average-Effect). Trotzdem hängt die Auszahlung davon ab, wie hoch der Kurs der Fondsanteile ganz zum Schluß ist. Wenn zum Schluß gerade die Kurse unter den Mittelwert, den man gezahlt hat, gefallen sind, dann macht man einen Verlust. Angeblich kommt das bei einer längeren Laufzeit kaum vor, d.h. langfristig steigen die Kurse immer. Garantieren kann das aber niemand und außerdem kann es ja sein, daß man früher an das Geld möchte.    
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