KIRCHEN-MORD, UND ALLE - NATÜRLICH - UNSCHULDIG!
16.06.2006
Pro:
Personen und Geschehnisse sehr gut ausgearbeitet, spannende Handlung, gute Erzählweise
Kontra:
etwas viel Handlung, mag manchen überfordern, teilweise etwas kompliziert
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
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 Kicki20
Über sich:
Ich hab lang versucht, neben Studium und Job wieder Zeit für Ciao zu finden - es hat leider nicht fu...
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Liebe Leserinnen und Leser, schon wieder hat es eine Weile gedauert, aber jetzt möchte ich doch über das nächste Buch berichten, bei dem ich vor wenigen Tagen die letzten Seiten gelesen habe... In der nächsten Zeit wird es hoffentlich wieder häufiger Buchberichte von mir geben, teilweise auch wieder zu Fachbüchern, die ich im Studium verwende - die Prüfungen stehen nämlich an. Mal schauen, ob da auch noch die Zeit bleibt, etwas über die Bücher zu schreiben... Heute aber erst einmal ein Roman, nämlich:THOMAS GIFFORD - ASSASSINI. DER VATIKAN-THRILLER Den Untertitel könnte man allerdings durchaus abwandeln in "Die Vatikan-Killer". ;-)Wie ich wieder einmal an dieses Buch geraten war, kann ich eigentlich gar nicht so genau erklären. Die Werke von Dan Brown geisterten durch die Bestsellerlisten, und die Verschwörungen, in denen die Kirche irgendwie mit drin hing, fand ich eigentlich ganz spannend. Und da tauchte irgendwo im Laden dann plötzlich "Assassini" auf, versprach ähnliches und ich wünschte es mir einfach mal zum Geburtstag - und bekam es auch. 1. Kurze Inhaltsangabe (Klappentext) 2. Äußerlichkeiten 3. Der Autor 4. Inhaltliches 5. Meine Meinung 6. Leseprobe 7. Fazit~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~- 1. Kurze Inhaltsangabe (Klappentext)"Papst Calixtus IV. liegt im Sterben. Hinter verschlossenen Türen flüstern Kardinäle die Namen möglicher Nachfolger. In einem gottverlassenen Kloster an der irischen Küste liegt ein vergilbtes Dokument verborgen, das auf seine Wiederentdeckung wartet. Und in einer kleinen Privatkapelle in Princeton, New Jersey, wird ein Nonne beim Gebet ermordet." Sagt erst mal nicht so arg viel aus, hört sich meiner Meinung nach aber schon mal vielversprechend an...~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~- 2. ÄußerlichkeitenWieder einmal nenne ich ein Taschenbuch mein Eigen. Es hat einen matten, dünnen und nicht besonders widerstandsfähigen Pappeinband, der vornehmlich rot ist. Titel und das vereinfachte und schwarzweiße Bild der "Assassini" ist glänzend auf der Pappe aufgebracht. Genaugenomen sieht es so aus wie auf dem Produktbild ;-) Das Buch ist nicht mehr das allerneuste. Die stolzen 779 Seiten erschienen erstmals unter dem Titel "The Assassini" im Jahr 1990 bei Boston Books. Auf deutsch erschien das Buch ein Jahr später, 1991, bei der Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG. In dieser Variante als Taschenbuch erschien es erstmals 1994, und ist mittlerweile in seiner 31. Auflage vom Juli 2005 zu haben.Den Verlag findet man im Internet unter www.luebbe.de. Das Buch gibt es unter der ISBN 3-404-13509-1. ~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~- 3. Der AutorThomas Gifford wurde am 16. Mai 1937 geboren. Er begann seine schriftstellerische Laufbahn als Autor von Kriminalromanen. Den internationalen Durchbruch erzielte er mit dem Vatikan-Thriller "Assassini", zu dem er mit "Gomorrha" eine in sich abgeschlossene Fortsetzung vorlegte. Thomas Gifford verstarb im Oktober 2000 in seiner Heimatstadt Dubuque, Iowa. Weitere Bücher von Thomas Gifford sind "Protector", "Komplott", "Intrige", "Skandal", "Aquila" und "Ultimatum".Quelle: Angaben über den Autor in meinem Taschenbuch. ~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-4. Inhaltliches Wie vorhin schon im Klappentext gesehen: Hier passiert vieles gleichzeitig. Deshalb hoffe ich, euch einigermaßen kurz, aber verständlich und ohne zu viel zu verraten, den Inhalt ein wenig schildern zu können.Alles beginnt mit Schwester Valentine. Zur großen Freude ihres reichen und kirchlich äußerst engagierten Vaters ist sie zwar Nonne geworden, jedoch nicht in dem Sinn, wie sich ihr Vater und die Kirche das vorgestellt hatten. Sie schreibt kirchenkritische Bücher, sie hat eine Affäre mit einem nicht minder reichen und einflussreichen Mann und steht kurz davor, wegen ihm aus dem Orden auszutreten und ihn zu heiraten. Dazu kommt es allerdings nicht mehr. Bei der Arbeit an ihrem neuen Buch scheint Val, wie sie von Freunden und Verwandten liebevoll genannt wird, etwas schwerwiegendes entdeckt zu haben: Voller Angst macht sie einen Gesprächstermin mit ihrem Bruder in ihrem Elternhaus in Princeton aus. Aber auch dazu kommt es nicht mehr. Als Ben Driskill, ihr Bruder, nach Hause kommt, findet er seine Schwester nur noch ermordet in der hauseigenen Kapelle.Während Ben blitzschnell folgert, dass seine Schwester etwas so schwerwiegendes entdeckt hatte, dass sie nicht am Leben bleiben durfte - und dass dieses Etwas vermutlich mit der Kirche zu tun hat, denn darüber schrieb sie schließlich Bücher - tauchen alle möglichen kirchlichen Gestalten bei ihm Zuhause auf: diverse Priester, eine weitere Nonne (die beste Freundin von Val), und letztendlich auch noch Bens Vater, der zwar schon immer reich und einflussreich war, jedoch nie ein besonders guter Vater, sondern eher verschlossen. Gerade gegenüber Ben, dem er es nie verziehen hat, dass er kein Priester geworden ist. Während Bens Vater nachts die Treppe hinunterstürzt und schwer angeschlagen im Krankenhaus liegt, macht Ben sich nun seinerseits nicht nur auf die Suche nach Vals Mörder, sondern auch danach, was sie wohl bei der Recherche für ihr Buch entdeckt hatte - in der festen Überzeugung, dass genau dies ihn zu ihrem Mörder führen wird. Leider bedenkt er dabei nicht, dass diese Suche umgekehrt auch den Mörder zu ihm führen könnte, und so bleibt der Mordanschlag auf ihn nicht lange aus.Mittlerweile pflastern schon einige Leichen den Weg des Mörders, der entweder wie ein Priester gekleidet mordet oder tatsächlich ein Priester ist. Immer noch schwer verletzt reist Ben Driskill auf den Spuren seiner Schwester einmal quer durch die ganze Welt und deckt dabei ein Geheimnis nach dem nächsten auf - sich ein wenig darüber ärgernd, dass der Priester und die Nonne, die ihn daheim in Princeton noch unterstützt hatten, sich plötzlich kein bisschen mehr an der Suche beteiligen wollen. Einige Stationen später jedoch treffen alle drei wieder zusammen - einer nicht ahnend, dass die anderen ebenfalls ihre eigenen Nachforschungen angestellt haben. Als sie ihre Ergebnisse zusammentragen, kommen sie zwar nicht unbedingt weiter, geben aber so schnell natürlich nicht auf. Und nähern sich doch stückchenweise dem Mörder, was diesem natürlich so gar nicht passt...Was das Dokument im irischen Kloster und der sterbende Papst damit zu tun habt, müsst ihr jetzt allerdings selbst herausfinden, das würde selbst meinen ausschweifenden Berichtrahmen sprengen - das Buch hat ja nicht umsonst knappe 800 Seiten! Nur so viel sei gesagt: Auch die Kirchenoberen sind nicht ganz reinen Herzens, und auf einen toten Papst folgt eine Papstwahl, die gar nicht so unbeeinflusst abläuft wie geglaubt... ~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-5. Meine Meinung Viel wusste ich nicht über das Buch, und ich war auch ziemlich erstaunt, als so viele vollbeschriebene Seiten vor mir lagen. Ich wusste auch nicht, dass das Buch schon vor einigen Jahren erschienen ist. Natürlich spielt es somit auch vor einigen Jahren, was man vor allem am technischen Fortschritt durchaus merkt. Das trübt allerdings das Lesevergnügen nicht im geringsten, auch wenn es - wenn man Bücher aus der heutigen Zeit gewohnt ist und auch etwas derartiges erwartet hatte - erst mal ein wenig aus dem Konzept gebracht. Deshalb hier als kleiner Hinweis... ;-)Was dagegen schon viel eher störend ist, wozu der arme Autor aber auch nichts kann, ist die Tatsache, dass die deutsche Übersetzung mit recht vielen Fehlern ausgestattet ist. Nun bin ich auch leider jemand, dem die meisten Rechtschreibfehler direkt beim Lesen auffallen, und so etwas stört mich auch immer, vielleicht geht das anderen nicht so - aber es muss doch wohl möglich sein, ein Buch mit weniger Fehlern zu übersetzen, wenn man das hauptberuflich macht, dafür bezahlt wird und das normalerweise auch noch jemand korrigiert!? Den Schreibstil von Thomas Gifford habe ich anfangs für kompliziert und humorlos befunden. Hat man sich jedoch einmal hereingelesen, dann geht es eigentlich. Man findet alles gar nicht mehr so kompliziert (und auch die vielen kirchlichen Ausdrücke stören dann nicht mehr das Verständnis), und humorlos ist das Buch auch überhaupt nicht. Gerade die Hauptfigur, Ben Driskill, hat hin und wieder einen wirklich guten Spruch auf den Lippen.Der Inhalt zieht sich anfangs ein wenig, so dass man nicht unbedingt weiterlesen möchte - gerade, weil man weiß, wie viele Seiten denn da noch vor einem liegen. Alles in allem betrachtet ist die Idee, die hinter der Geschichte steckt, aber sehr gut, und auch sehr gut ausgeführt. Man merkt dem Buch an, dass der Autor sich mit der Recherche sehr viel Mühe gegeben hat, und es ist erstaunlich, in welche Anzahl von Personen, gut ausgearbeiteten Charakteren und Intrigen Thomas Gifford sich da scheinbar problemlos verwickelt, nur um am Ende wieder alles scheinbar leicht wieder aufzulösen. Der Leser verfolgt mehrere Handlungsstränge gleichzeitig, die ungefähr im letzten Drittel des Buches alle zusammenlaufen. Vor allem jedoch verfolgt man die Hauptfigur Ben Driskill bei der gefährlichen Suche nach dem Mörder seiner Schwester. Ein wenig kompliziert zu beschreiben ist es schon, die Geschichte, aber das muss ich hier ja auch nicht, immerhin möchte ich euch nur dazu anregen, das Buch auch mal selbst zu lesen ;-) Auf jeden Fall würde ich das Buch nicht unbedingt als Thriller bezeichnen. Es gibt zwar einige Tote, eine Menge Intrigen und dunkle Geheimnisse, aber ich habe schon viele Bücher gelesen, die wesentlich nervenaufreibender waren als dieses hier.Spannend ist es jedoch in jedem Fall, und lesenswert trotz seines Alters auch! ~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~- 6. Leseprobe"Er sah wie ein großer schwarzer Raubvogel aus, der hinabstößt auf silbern schimmerndes Eis. Es war ein älterer Herr. Er war ein sehr guter Schlittschuhläufer. Es bereitete ihm Vergnügen, das Zischen der Kufen zu hören, wenn sie saubere, präzise Muster ins Eis schnitten; er genoß es, die frische herbstliche Brise auf seinem Gesicht zu spüren. Seine Sinne waren außergewöhnlich wach und geschärft, wie immer an so wichtigen Tagen. Die Aufgabe, die vor ihm lag, belebte ihn auf einzigartige Weise: An Tagen wie diesem war er eins mit seiner Bestimmung, eins mit seinem Gott. An solchen Tagen wurde ihm der Sinn der Existenz des Herrn offenbar." "Heffernan sah ihn zuerst. Er leckte sich über die Lippen, schaute auf und erblickte einen alten Priester. Irgendwie war der Mann ungesehen und ungehört hier hereingekommen und die Treppe hinuntergestiegen, während Heffernan und Lockhardt die Aussicht genossen und auf den Erfolg angestoßen hatten. Monsignore Heffernan legte fragend den Kopf schief; auf seinem roten Gesicht erschien ein freundliches Lächeln. ,Ja, Father? Was kann ich für Sie tun?' Jetzt wandte sich auch Lockhardt um und sah den Geistlichen. Es war der Schlittschuhläufer. Lockhardt lächelte, als er sich an die Szene auf der Kunsteisbahn erinnerte. Dann sah er, wie die behandschuhte Hand des Mannes sich hob, Er hielt irgend etwas in der Faust..."~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~- 7. FazitNicht der Weisheit letzter Schluss und in den letzten Jahren wurden wesentlich spannendere Thriller herausgebracht als dieser. Wer jedoch gern gut ausgearbeitete und schon allein durch die ausführliche Argumentation glaubhafte Verschwörungstheorien über die Kirche mag, der wird dieses Buch sicherlich gern lesen. Ich fand es ganz spannend und habe besonders die gut ausgearbeiteten Personen und Handlungsstränge bewundert, was bei dieser Masse an Geschehnissen und Informationen sicherlich nicht einfach war. Deshalb eine Empfehlung für diesen Roman und mittelmäßige drei Sterne, weil es besseres gibt, aber auch viel schlechteres!~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~- Vielen lieben Dank für's Lesen, und besonders natürlich wie immer für eure Bewertungen und Kommentare!
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05.10.2006 22:43
Diese Romane über Kirche und Verschwörung und Geheimorganisationen werden immer mehr...
06.08.2006 22:13
Klingt alles wirklich ganz interessant.... LG, Bärbel
23.07.2006 23:18
Das Buch fand ich nicht so gut wie die von Dan Brown, aber dein Bericht ist sehr hilfreich. Wenn Du soviel schreibst sind die Prüfungen wohl endlich vorbei und Semesterferien?