Asterix, Asterix als Legionär / Albert Uderzo, René Goscinny

Bilder der Ciao Community

Asterix, Asterix als Legionär / Albert Uderzo, René Goscinny

ISBN: 9783770400102 - Verlag: Egmont EHAPA

98% positiv

21 Erfahrungsberichte der Community

Erfahrungsbericht über "Asterix, Asterix als Legionär / Albert Uderzo, René Goscinny"

veröffentlicht 18.02.2003 | ABCElmo
Mitglied seit : 30.09.2002
Erfahrungsberichte : 56
Vertrauende : 15
Über sich :
Ausgezeichnet
Pro Humor, unterhaltsam, sogar ein bißchen romantisch, Figuren (vor allem Tennisplatzis)
Kontra ähnliche Story gab es schon
sehr hilfreich

"Darf ich liebenswürdig sein ?"

Nachdem ich in meinem letzten Bericht über „Asterix als Gladiator“, den dritten Band aus der erfolgreichen Asterix-Reihe, schrieb war für mich klar, daß die folgende Meinung „Asterix als Legionär“ zum Thema haben würde. Denn der Grund dafür liegt fast schon auf der Hand, schließlich sind die beiden Comics durch einen Film sehr eng miteinander verbunden: Der Asterix-Zeichentrickfilm „Sieg über Cäsar“ setzt sich nämlich aus genau diesen beiden Bänden zusammen, wobei der Film selbst mit den Geschichten nicht mehr arg so viel gemein hat, lediglich Ideen wurden übernommen, wie das auch in späteren „Verfilmungen“ von Asterix-Comics der Fall sein sollte.

Und auch inhaltlich sollen sich diese beiden Episoden ähneln, wieder einmal machen sich Asterix und Obelix auf, einen Freund aus den Klauen der Römer zu retten, und schlüpfen diesmal nicht in die Rolle eines Gladitaors, sondern heuern gar beim Feind an – der römischen Armee....

Zunächst aber Allgemeines zum vorliegenden Band:

„Astérix légionnaire“, wie dieser Band im französischen Original heißt, ist der zehnte Band aus der Asterix-Reihe und wurde erstmals am 10.November 1968 in der französischen Comic-Zeitschrift Pilote als Fortsetzungscomic veröffentlicht, welcher 22 Ausgaben der Zeitschrift später beendet wurde. Im Jahr 1967 erschien die Episode dann erstmals in französischer Sprache als Komplettausgabe im Dargaud Verlag.
In deutscher Sprache debütierte der Comic in den Ausgaben 4 bis 12 des Jahres 1969 im Comic Magazin MV, und seit 1971 ist dieser Band als Großer Asterix Band X im Handel erhältlich.
Bemerkenswert ist sicher, daß dieser Band der einzige aus der Asterix-Reihe ist, welcher in den Ausgaben 21/1974 bis 1/1975 noch einmal als Fortsetzungscomic in MV erschien, ein Zeichen, daß gerade dieser Band sich sehr, sehr großer Beliebtheit erfreute. Dies führte letztendlich auch dazu, daß (s.o.) diesem Band in Kombination mit der Geschichte „Asterix als Gladiator“ im Jahr 1985 unter dem Titel „Sieg über Cäsar“ ein 80-minütiger Zeichentrickfilm gewidmet wurde.


Zur Story:

Wir schreiben das Jahr 50 vor Christus und ganz Gallien ist bis auf ein kleines Dorf unbeugsamer Gallier von den Römern besetzt. In diesem Dorf wohnen unsere Helden Asterix und sein beleibter Freund Obelix, und letzterer hat sich in die schöne, blonde Falbala verliebt, die nichts von ihrem Glück ahnt. Unter Mithilfe seines Freundes Asterix versucht er nun, das hübsche Mädel näher kennenzulernen, ehe eine Nachricht ihn jäh aus seinen Frühlingsgefühlen reißt: Falbala ist bereits verlobt, und noch viel schlimmer, ihr Verlobter Tragicomix wurde gewaltsam in die Armee der Römer eingezogen und soll Cäsars Truppen in Afrika unterstützen.

Für Asterix und Obelix ist klar, was zu tun ist: Sie gehen nach Condate (das heutige Rennes), wo Tragicomix eingezogen wurde, und versuchen ihn aus den Händen der Römer zu befreien. Doch sie kommen zu spät, Tragicomix ist bereits in Massilia (Marseille) oder wahrscheinlich bereits auf dem Schiffweg nach Afrika. Da fällt Asterix einen spontanen Entschluß: Er und Obelix heuern selbst als Legionäre bei der römischen Armee an und folgen Tragicomix nach Afrika.

Die Armee nimmt sie dankend auf, und gemeinsam mit einem Belgier, einem Briten, einem Goten, einem Griechen und sogar einem Ägypter ziehen sie zunächst in Windeseile die Grundausbildung zum Legionär durch und machen sich dann auf den Weg nach Afrika, wo sich Cäsars und Scipios Truppen gegenüberstehen.....


FIGUREN, ZITATE UND MEHR:

Eine tragende Figur, besonders auf den ersten Seiten ist neben unseren Helden Asterix und Obelix die hübsche Falbala, die sich wie auch später Tragicomix äußerlich doch stark von den „gewöhnlichen“ Galliern unterscheidet. Sowohl Falbala als auch ihr Verlobter haben ganz anders gezeichnete Gesichtszüge, besonders Tragicomix wirkt fast wie aus einer anderen Comic-Welt (die eher in der Neuzeit spielt) in den Asterix-Comic heintransportiert, vor allem da ihm die für die Gallier typische runde Knubbelnase fehlt.
Während es über Tragicomix, der ansonsten kaum nennenswert in Erscheinung tritt, sonst nicht viel mehr zu sagen gibt, zeichnet sich doch Falbala durch ein außerordentliches Talent aus: Sie verzaubert jeden, selbst das Hündchen Idefix – zunächst eifersüchtig, da sein Herrchen Obelix sich aufgrund seiner Verliebtheit sehr merkwürdig verhält – kann ihrem Charme und ihrer Schönheit nicht widerstehen, als Obelix vor seinem Aufbruch Richtung Condate ihn ihr anvertraut.

Bemitleidenswerte Römer gibt es natürlich auch in diesem Comic. Vor allem die Zenturios Hotelterminus und Nixalsverdrus, die ihre neu eingetroffenen Frewillige – also auch Asterix und Obelix – ausbilden sollen, haben einiges zu leiden, schließlich wird ihre Autorität ständig von den beiden Galliern untergraben. Diese nämlich haben es – da sie ja Tragicomix schnellstmöglich zurückholen wollen – ziemlich eilig, und da es ihrer Meinung nicht schnell genug geht, übernehmen sie teilweise sehr zum Verdruß der beiden Zenturios immer wieder das Kommando.

Dieser Verdruß äußert sich dann in einem fortlaufenden Witz: Dieser beginnt, als Obelix von dem Verlobten von Falbala erfährt, und sein gebrochenes Herz heult er dann an der Schulter von Asterix aus – ausheulen im wahrsten Sinne des Wortes. Später aber gibt es aus anderem Grund für Hotelterminus und Nixalsverdrus einiges zu weinen, immer wieder, wenn einer der beiden von den Galliern in seiner Autorität schamlos mißachtet wird, heult er sich wenig später an der Schulter eines Kollegen aus – und jemand, der dies beobachet, vermutet ein jedes Mal ein gebrochenes Herz.

Als letztes möchte ich auf die anderen Fremdenlegionäre noch ein wenig eingehen: Mit Asterix und Obelix bewerben sich fünf weitere Kriegswillige für einen Platz in der römischen Armee – plus der Ägypter Tennisplatzis, der glaubt, die Kaserne sei ein Restaurant. Während der Gote Verkrümeldich als Einziger ausgemustert wird – unter seinem dicken Pelz befindet sich ein nicht vermutet hagerer Körper – schafft es sein Landsmann Kriegmichnich, und beansprucht natürlich wie der Grieche Militaros und der Ägypter einen Dolmetscher. Mit der Zeit werden all die Legionäre zu unzertrennbaren Freunden, die dank des Sprachenwirrwarrs ebenfalls für jede Menge Unruhe sorgen sollen.


Meine Meinung:

Die Geschichte ist eigentlich bis auf die Liebesgefühle von Obelix sehr ähnlich dem Band „Asterix als Gladiator“: Gallier wird entführt – Asterix und Obelix haben den Auftrag ihn zu befreien und sorgen für jede Menge Unruhe in ihrem neuen Job. Der Originalitätsbonus fällt somit erst einmal weg. Aber, den braucht diese Geschichte auch gar nicht, denn was Texter Goscinny und Zeichner Uderzo aus der bereits bestehenden Idee gemacht haben ist fabelhaft.

Erst einmal wären da natürlich wie in vielen Comic die Namen, die ich mal wieder zum Wegschreien komisch finde. Die Goten Kriegmichnich und Verkrümeldich (der sich seinem Namen entsprechend dann auch direkt verkrümeln darf und ausgemustert wird) und natürlich der Ägypter Tennisplatzis, wobei die fast schon absurde Zeichnung eines Tennisplatzes (den es zur damaligen Zeit ja nicht einmal gab) in der Sprechblase des Ägypters, als er nach seinem Namen gefragt wird, absolut den Vogel abschießt.

Der Ägypter ist überhaupt mein kleiner Held dieses Bandes, vor allem natürlich aufgrund der bebilderten Sprache in der Sprechblase. Der Ägypter glaubt sich ja bis zu einem gewissen Zeitpunkt in einem Restaurant, und wundert sich dann doch arg, als ihm der Dolmetscher sagt, er müsse sich ausziehen – was in der Sprechblase dann durch einen Ägypter verdeutlicht wird, der alle Kleider von sich schmeißt. Der Gesichtsausdruck des Ägypters in dieser Situation wie auch in allen anderen ist herrlich. Herrliche Figur, herrliche Zeichnungen.

Sehr amüsant ist natürlich der Ungehorsam von Asterix und Obelix in der Rolle als Legionär, von dem sich auch die anderen Legionäre anstecken lassen. Hierbei finde ich die Unruhe, die gestiftet wird, noch um ein vieles witziger als in „Asterix als Gladiator“, da sie sowohl vielschichtiger ist als auch weitaus mehr Figuren trifft: Die Zenturios, den Kantinenkoch, den Kapitän auf dem Weg nach Afrika und sogar Julius Cäsar, was dem ganzen natürlich die Krone aufsetzt.

Den „running gag“ des Heulens (s.o.) finde ich in diesem Comic ebenfalls gelungen, allerdings geht der Witz, der vielleicht jeden anderen Comic noch aufgewertet hätte, in diesem Band fast schon unter bei der Masse an grandiosen Späßen.


Fazit:

Nach „Der Kampf der Häuptlinge“ ist dieser Band mir eindeutig am Liebsten von allen Asterix-Comics. Ich kann wirklich nirgends Kritik anbringen, wenn ich von der bereits vorhandenen Story absehe. Die Geschichte ist so reich an wirklich hervorragenden Witzen in Wort und Bild, das ich aus einem breiten Grinsen und einer Unmenge lauter Lacher gar nicht herauskomme. Die Charaktere, die neu eingeführt werden, offenbaren gleich den ihnen eigenen Charme, die Geschichte ist bis ins Letzte unterhaltend und spannend, und kann sogar zum Ende hin mit einer kleinen Überraschung entzücken, da es diesmal nicht Troubadix ist, der am Festmahl nicht teilnehmen wird.
Somit also ganz dicke fünf Punkte für diesen Comic, von dem ich verstehen kann, warum er sich (s.o.) so großer Beliebtheit beim Leser erfreut hat.

Erhältlich sollte diese Ausgabe in jedem gut sortierten Comicladen, in großen Kaufhäusern und im Buchhandel sein, den Preis kann ich leider nicht sagen, auf meinem Band steht noch 5,90 DM, mittlerweile dürfte sich der Preis erhöht haben.

Community Bewertungen

Dieser Erfahrungsbericht wurde 2098 mal gelesen und wie folgt bewertet:
98% :
> Wie bewertet man einen Erfahrungsbericht?
sehr hilfreich

Ihre Bewertung zu diesem Erfahrungsbericht

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Pader123 veröffentlicht 02.01.2008
    Sehr ausführlich und genau, gefällt mir !
  • riederwald veröffentlicht 11.07.2005
    Das blöde an Euch Römern ist, daß ihr weder zart noch romantisch seid. Und das blöde an mir ist, daß ich so schüchtern bin ...
  • Miss_Piper veröffentlicht 04.02.2005
    Immer wieder gut.
  • Haben Sie Fragen? Loggen Sie sich auf Ihr Ciao-Konto ein, um dem Autor einen Kommentar zu hinterlassen. Sich anmelden

beliebteste ähnlich Produkte